ETIKA

Pressestimmen -
press quotations - comentarios de la prensa -
la voce della stampa

http://www.etika.com
12.6.1999

0Q16 Wie der Dritte Weltkrieg abliefe - Der unbewohnbare Stern Erde

0Q15 Amerikas Atomkrieg = Selbstvernichtung Deutschlands - Prophetische Worte

0Q1 andere Pressestimmen

0Q17

Bilanz des Kosovo-Krieges (I)

Uwe Vorkötter, Stuttgarter Zeitung, 11.6.1999

Die Waffen schweigen. Endlich, nach 75 Tagen. Es herrscht - nein, kein Frieden. Es herrscht Waffenstillstand, und zwar ein brüchiger...

Die Nato ist vor fast drei Monaten angetreten, die menschliche Katastrophe im Kosovo zu verhindern. Sie hat es nicht geschafft. Im Gegenteil, unter dem "Schutz" der westlichen Bomben ist die Vertreibung von Millionen Menschen albanischer Herkunft beschleunigt und beinahe vollendet worden. Die Luftangriffe haben weitere 'Opfer gefordert, Unschuldige und Schuldige, Soldaten und Zivilisten, Serben, Kosovaren, Ausländer - wie viele, das weiß bis heute niemand. Auch im Zeitalter der "chirurgischen Schläge" bleibt der Krieg ein Krieg - mit Toten, mit Verwundeten, mit Zerstörung.

Die politische Bilanz des Krieges fällt ernüchternd aus. Die Nato hat zusammengehalten... Auf der anderen Seite stehen die Versäumnisse. Es gibt bis heute kein politisches Konzept, das Stabilität in Jugoslawien und auf dem Balkan insgesamt gewährleisten könnte. Der Kosovo soll weiterhin zum Hoheitsgebiet Jugoslawiens gehören - geht das wirklich? Es wird nicht eine Frage von Jahren, sondern von Generationen sein, bis Serben und Albaner wieder in einem Land zusammenleben können, wenn überhaupt. Will die Nato so lange ein Protektorat aufrechterhalten? (Anmerkung von etika.com: Ja.)

Es ist auch eine wirtschaftliche Bilanz zu ziehen. Die Bombennächte haben Milliarden gekostet, die Schutztruppe wird weitere Milliarden kosten. Und die Regierungschefs der Europäischen Union haben frühzeitig, beinahe beflissen erklärt, das zerstörte Jugoslawien könne mit großzügiger Hilfe beim Wiederaufbau rechnen...

Deutschland wird nicht den geringsten Teil zu tragen haben. Im Bonner Haushalt ist bisher kein Geld dafür vorhanden. Schon einmal, nach dem Golfkrieg gegen Saddam Hussein, ist die Mehrwertsteuer erhöht worden, um einen Waffengang zu bezahlen. Man richte sich darauf ein, daß es wieder so kommt.

Uwe Vorkötter, Stuttgarter Zeitung, 11.6.1999

- - - - Index deutsch - - - - Retour ETIKA Start - - - - -