ETIKA 022/ 22B

PERSONAS / PERSONEN

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7.11.2015
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Personen A - Z

Baarova, Lida, Ufa-Filmstar, + 28.10.2000 mit 85 Jahren in Salzburg-Itzling. Ludmila Babkova, 16.11.1914 in Prag geboren, sorgte im Dritten Reich als Geliebte von Propagandaminister Joseph Goebbels für Wirbel. (Südwestpresse 30.10.2000, Feuilleton). Ein Zeitzeuge erinnert sich: Der Schauspieler Gustav Fröhlich war der einzige, der Goebbels geohrfeigt hat - ihretwegen, denn er war liiert mit der Baarova. Bravo, Gustav!

Balmes, Jaime, #21 Autor

Banana, Canaan, früherer Präsident von Simbabwe. Das Gericht (High Court) in Harare befand ihn am 26.11.1998 elf Vergehen der Sodomie und des unsittlichen Angriffs (sodomy and indecent assault) für schuldig. Soll nach Botswana geflüchtet sein. (Zeitungen vom 27.11.1998)

Baudo, Pippo, TV-Showmaster, in Mailand wegen Steuerbetrug, Amtsmißbrauch und Bilanzfälschung zu einem Jahr und acht Monaten Haft verurteilt. Baudo hatte Schwarzgelder von den Sponsoren seiner beliebten Fernsehshows gefordert und erhalten, um seinen Werbekampagnen mehr "Nachdruck'" zu verleihen. (Pressemeldungen 19.9.1998 APA)

Bécquer, Gustavo Adolfo. Una mujer me ha envenenado el alma; otra mujer me ha envenenado el cuerpo; ninguna de las dos vino a buscarme; yo, de ninguna de las dos me quejo. Como el mundo es redondo, el mundo rueda. Si mañana, rodando, este veneno envenena a su vez, ¿por qué acusarme? ¿Puedo dar más de lo que a mí me dieron? (Libro de los gorriones LXXIX (55) Amor eterno. A Elisa A todos los santos  Der Rajah mit den roten Händen

Beethoven, Ludwig van, Komponist (*17.12.1770 Bonn, am 23.3.1827 sagt er zu Freunden: Plaudite, amici, comoedia finita est! (klatscht Beifall, Freunde, das Schauspiel ist zu Ende; + 26.3.1827) "Musik ist höhere Offenbarung als alle Weisheit und Philosophie und wem meine Musik sich verständlich macht, der muß frei werden von all dem Elend, womit sich die andern schleppen." Tragische Taubheit: "O ihr Menschen, die ihr mich für feindselig, störrig oder misanthropisch haltet oder erkläret, wie unrecht tut ihr mir! Ihr wißt nicht die geheime Ursache von dem, was auch so scheinet ... und doch war´s mir noch nicht möglich, den Menschen zu sagen: Sprecht lauter, schreit, denn ich bin taub. Wie ein Verbannter muß ich leben; nahe ich mich einer Gesellschaft, so überfällt mich eine heiße Ängstlichkeit... Ach, es dünkte mir unmöglich, die Welt eher zu verlassen, bis ich das alles hervorgebracht, wozu ich mich aufgelegt fühlte, und so fristete ich dieses elende Leben... Gottheit, du siehst herab auf mein Inneres, du kennst es, du weißt, daß Menschenliebe und Neigung zum Wohltun darin hausen. O Menschen, wenn ihr einst dieses leset, so denkt, daß ihr mir unrecht getan, und der Unglückliche, er tröste sich, einen seinesgleichen zu finden, der trotz allen Hindernissen der Natur doch noch alles getan, was in seinem Vermögen stand, um in die Reihe würdiger Künstler und Menschen aufgenommen zu werden." (Heiligenstädter Testament, 6.10.1802) - Bleivergiftet, das zeigen Haaranalysen; also nicht Syphilis. Möglicherweise zuviel Wasser heißer Quellen getrunken. (D19.10.2000) Kalender

Begin, Menachem, ehemaliger israelischer Regierungschef. Die von ihm geführte jüdische Untergrundorganisation "Etzel" legte zwei Jahre vor der Staatsgründung Israels, also wohl 1946, eine Bombe in der Küche im Keller des King David Hotels im Zentrum Jerusalems; der Südflügel des Hotels stürzte ein, 91 Menschen starben. (3.6.1998)

Bell, Joan Andrews, US-Abtreibungsgegnerin, attivista anti-abortista condannato ad una pena detentiva di 23 mesi http://homepages.enterprise.net/toolan/joanandrews

Benenson, Peter. È morto il fondatore di Amnesty International. Avvocato, cattolico praticante, era nato il 31 luglio 1921 in una famiglia benestante di origine russo-ebraica. (Corriere della Sera, 27.2.2005, p. 16)

Benn, Gottfried, Dichter, * 2.5.1886 Mansfeld, + 7.7.1956 Berlin, evangelischer Pastorensohn, unmoralische Texte, 1938 aus Reichschrifttumskammer ausgeschlossen, Militärarzt. Alliierte verhängten 1948 Schreibverbot über ihn. Brief an seinen Verleger am 8.10.1949: "Ich muß ... in aller Ruhe aussprechen, daß ich nicht im entferntesten bereit bin, Pater peccavi zu sagen..., auch heute bin ich der Meinung, daß der N.S. ein echter und tiefangelegter Versuch war, das wankende Abendland zu retten." (Der Bismarck-Deutsche 5/1986)

Benson, Robert Hugh, englischer Schriftsteller
“Lord of the World“ – „Der Herr der Welt“

Berben, Iris (50), Schauspielerin. Interview: „Sie scheinen gern üble Frauen-Figuren zu spielen. Wo bleibt da die Moral? Berben (lacht): Das ist meine Antwort auf Moral. Mit dem Titel "Teufelsweib" kann ich gut leben. Die Rolle hat mich gereizt, weil das eine Frau ist, die über Leichen geht. Sie macht das aber mit Charme und Grandezza. Sie ist durch und durch böse, berechnend und kalt." (Südwestpresse, Ulm, 31.10.2000 Blick in die Welt). Erst kürzlich veröffentlichten wir eine marianische Botschaft, die die Worte enthielt: "schön von außen, kalt und leer im Innern".

Bergengruen, Werner, Dichter. Otto Gillen im Rheinischen Merkur, 17.9.1982: Inmitten der Wirren der Nazizeit trat Bergengruen (1936) zur katholischen Kirche über. "Meine Konversion war", wie er 1944 bekannte, "keine Umkehr..." Und 15 Jahre später ergänzte er: "Meine Konversion ist kein Bruch gewesen und nichts Gewaltsames, sondern etwas vollkommen Organisches und Natürliches. Was im Protestantismus zu mir gesprochen hat, das ist nie etwas anderes gewesen als das namentlich im Luthertum noch immer weitgehend vorhandene Erbe der alten, ungeteilten Kirche." "Gibt es etwas, das ich für mich in Anspruch zu nehmen wagen darf, so ist es dies: daß ich nie gezögert habe, Christus vor den Menschen zu bekennen." Sein Freund Reinhold Schneider über ihn: "Das Einschwingen des Lebens in den Kosmos, im Bewußtsein grenzenloser Weite, eine Religiosität, die vor den Dimensionen der Räume wie der Zeiten nicht zurückbebt und das Geheimnis der Weltmitte in seiner Unverletzbarkeit ehrt, ist der große Inhalt des Gedichtwerkes." Für Bergengruen gibt es die "heile Welt". Er glaubt an die Führung durch höhere Mächte: "Der Mensch wird geführt und soll sich dieser Führung getrost überlassen."

Berlusconi, Silvio, zeitweilig Ministerpräsident Italiens, Besitzer des TV-Konzerns Fininvest, Mailand, Betreiber privater TV-Sender in Italien, Frankreich und Spanien, die die Sexualisierung des Bildschirms als Pioniere vorantrieben, machte die radikale Emma Bonino (siehe dort) zur EU-Kommissarin. Zugute zu halten ist ihm, dass er die Straßenprostitution abgeschafft hat. Allerdings auf Kosten der allgemeinen Moral, denn seitdem dürfen die Prostituierten auch in Wohngebieten ihrem Beruf nachgehen. Einem Artikel des „Corriere della Sera“ vom 7.11.2015 (von Francesco Verderami) zufolge ist Berlusconi auf die Linie der Linken umgeschwenkt und befürwortet jetzt  die „unioni gay“ und sogar die „stepchild adoption“ durch Homosexuelle.

Bernhard, Thomas, Dramatiker, hatte laut Ex-Kabarettist Werner Schneyer eine "totalitäre Gesinnung". Als Künstler habe er nur "geblufft". Weil er mit seinen Stücken die "masochistischen Bedürfnisse der Spießer" befriedigt habe, habe Bernhard Erfolg gehabt. (Zeitungsmeldungen vom 15.2.1999 APA)

Bertinotti, Fausto, Altkommunist. “Oggi non sono più ateo, ma un uomo che cerca.” “Frequento le cerimonie religiose e non senza un coinvolgimento emotivo.” “Religione e politica sono una ricerca di liberazione, la prima ultraterrena, l´altra terrena.” – Il trotzkista Marco Ferrando: “Ma per noi la religione è ancora l´oppio dei popoli”. (Corriere della Sera, 25.2.2005, p. 13; ähnlich la Repubblica, p. 9)

Bin Abdullah Aziz Al Saud, Prinz, stellvertretender Regierungschef und Verteidigungsminister von Saudi-Arabien, erklärte in "Al Hayat", das islamische kanonische Recht hindere die Angehörigen monotheistischer Religionen nicht, ihren Glauben auszuüben. Dies müsse allerdings im Privaten stattfinden. Der Prinz traf sich Mitte September 1997 in Castel Gandlfo mit Papst Johannes Paul II. (Presseberichte vom 26.9.1997 APA)

Binding, Rudolf G., Dichter. 3#21 *1867 in Basel; Freiburg, Straßburg, Leipzig, Frankfurt am Main. + 1938. Gedichte: Geist des Menschen, Gipfelgespräch. Besonders empfehlen wir die Legende von dem Engel, der zur Erde kam: Coelestina

Biolek, Alfred, TV-Talkmaster, bekannte sich zu seiner Homosexualität, wie "Bild" vor Jahren berichtete.

Bitterlich, Gabriele ( + 4.4.1978) #00, hatte Engelvisionen, Schutzengelbruderschaft, Gebet zum Erzengel Raphael

Blair, Tony, britischer Labour-Premier. Tre esponenti del suo governo dichiarati gay nello spazio di due settimane sono troppi anche per un premier ... come Tony Blair

Boesak, Allan, als Anti-Apartheid-Kämpfer gefeierter südafrikanischer Geistlicher, wurde in Kapstadt wegen Betrugs in vier Anklagepunkten schuldig gesprochen. Die ehemalige "Stiftung für Frieden und Gerechtigkeit" von US-Popstar Paul Simon und die schwedische Hilfsorganisation Sida hatten Boesak Spenden in Höhe von 1,3 Millionen Rand (400.000 DM, 206.582 Euro) gegeben. Einen Teil hatte der Geistliche für sich behalten und seiner zweiten Ehefrau Elna ein Tonstudio eingerichtet. (Zeitungen vom 18.3.1999 dpa)

Boff, Leonardo, brasilianischer Befreiungstheologe: "Ich bin Marxist, weil ich Christ bin." Verführer zum Marxismus.

Bokassa, Jean-Bedel, Kaiser und Tyrann von Zentralafrika #49a7901v ETIKA Nr. 1, 1.1.1979: "Wer hilft dem Volk, sich von diesem Joch zu befreien?" Am 20.9.1979 bei einem Putsch von seinem Vetter gestürzt.

Bonhoeffer, Dietrich, evangelisch-lutherischer Theologe (1906 - 1945) 3#21 Märtyrer

Bonino, Emma (50), italienische EU-Kommissarin, Grüne der Radikalen Partei, ab 1976 im italienischen Parlament, auf Vorschlag von Ministerpräsident Silvio Berlusconi, der sich für die Unterstützung der Radikalen Partei bedanken wollte, wurde sie 1995 EU-Kommissarin. Frauenrechtlerin, für das Recht auf Abtreibung und die Anerkennung homosexueller Lebensgemeinschaften, für Abschaffung der Todesstrafe und für die Legalisierung leichter Drogen. (Zeitungen vom 8.3.1999, APA, AFP) Vertreter katholischer Verbände haben vor der EU-Wahl am 13.6.1999 ein Anti-Bonino-Komitee gegründet und gewarnt: "Die Kandidatur Boninos, die wegen ihres umstürzlerischen Einsatzes gegen die natürliche und christliche Ordnung bekannt ist, gilt als Provokation und Beleidigung für alle italienischen Katholiken." (Zeitungen vom 13.3.1999 APA)

Borgia, Lucrezia, figlia di un Papa, collezionò tre mariti, uno dei quali morì assassinato, un numero imprecisato di amanti, diede alla vita otto figli legittimi ed uno illegittimo. Quando il 2 febbraio 1502 L. B. giunse a Ferrara sposa di Alfonso d´Este, aveva 22 anni e due matrimoni bruscamente interrotti alle spalle. Forse già due figli. E soprattutto portava con sé la terribile fama di essere al tempo stesso “figlia, moglie e nuora” del Papa Alessandro VI. Borgia (Laura Ogna, Assessorato al Turismo del Comune di Ferrara, turismo@comune.fe.it , 17. Aprile 2002, ore 15.41, http://www.ilnuovo.it/nuovo/foglia/0,1007,117380,00.html ) Siehe auch Papst Alexander VI.

Bossi, Umberto, Chef der separatistischen norditalienischen Lega Nord, Großsprecher und Grobian, wollte z. B. die strenggläubige frühere Parlamentspräsidentin Irene Pivetti "als Leiche in den Vatikan schicken" (Zeitungen 13.9.1996) Sprücheklopfer. Einerseits... dann wieder ...

Bourdin, Gilbert, "kosmoplanetärer Messias" der französischen Mandaromsekte, starb am 19.3.98 in Grasse, Beiname Hamsah Manarah ("Gott unter den Menschen"). Ließ Pyramide, 21 Meter hohe Buddha-Figur und 17 m hohe Christus-Statue errichten. Mehrere ehemalige Anhängerinnen warfen dem Sektenführer Vergewaltigung und sexuelle Belästigung vor. Nach 2 Wochen Untersuchungshaft seit Frühjahr 1995 unter Aufsicht der Justiz. Zuckerkrank, Parkinson´sche Krankhheit. (Pressemeldungen 20.3.1998 APA/AFP)

Bowie, David, britischer Rocksänger mit zeitweise satanistischen Anwandlungen, wurde vom berüchtigten französischen Kulturministerium (wir erinnern an den früheren Ressortchef Jack Lang) zu einem Kommandeur des Kulturordens Arts et Lettres ernannt. (14.10.1999) Papst Johannes Paul II. hatte den Rockstar zusammen mit seinesgleichen am 22.9.1999 in seiner Sommerresidenz Castelgandolfo empfangen. Wie wenn man "Teufel und Weihwasser vereinigt", schrieb eine italienische Zeitung zu der Begegnung. - Infolge Kokainkonsums "unglaubliche Gedächtnislücken" (20.11.1999) Vermögen: 300 Millionen Mark. (Magazin "Musikexpress", 1/2000)

Brambilla, Giovanni, veröffentlicht in seiner Zeitschrift "Nuovi Orientamenti " (per una nuova etica), Nr. 60, 1998, S.37 die irrwitzigen Sätze: "Gesù e stato nettamente confuso con Cristo che è un essere grandioso perchè ha raggiunto la XII iniziazione ed è quindi un Figlio prediletto dello stesso Assoluto ed un fratello dei Suoi Figli Diretti, mentre Gesù è un essere che ha raggiunto solamente la VI iniziazione... Cuando si parla infatti che il Cristo riapparirà sulla Terra entro gli anni 2030 già si annuncia un miracolo perchè egli con ciò proclamerà una religione planetaria nei quali si riconoscerà meglio la sua altissima funzione, anche perchè il Cristo è uno dei tre esponenti della Pace nel mondo unitamente ad Irene ed a me che sono il Demiurgo che unitamente apriranno una epoca nella quale la Pace dovrà avverarsi completamente su tutta la terra." Also ein falscher Prophet.

Brahms, Johannes (7.5.1833 + 3.4.1897 Wien) romantischer Klassiker, Gegenpol zu Wagner und Liszt

Brandl, Martina, Kabarettistin aus Geislingen/Steige, Wahl-Berlinerin, "kann Zoten reißen wie ein Müllkutscher" (Stuttgarter Zeitung 17.3.2000, S. 24) Marlis Prinzing von der NWZ wählte bei der Vorstellung der Diseuse für erotischen Bar- und Varieté-Gesang den treffenden Titel "Böse, charmant und verletzlich" und fügte hinzu: "Das Publikum freut sich an den Bosheiten. Oder finden Sie es nett, wenn eine mit ihrem Rottweiler "Satan" zum Beineknabbern in den Park geht und sich über Kleinkinder ohne Leine empört, die dem Hund vielleicht übel wollen könnten?" (22.3.2000) Sexy und böse - das eine wird ihr genommen, das andere wird ihr bleiben.

Brecht, Bertolt, Augsburger Fabrikantensohn sozialistischer Gesinnung und Götze vieler Deutschlehrer seit den sechziger Jahren. In Band 18 der Großen kommentierten Berliner und Frankfurter Ausgabe (Aufbau und Suhrkamp Verlag, 700 Seiten) finden sich " ... mehr oder weniger pornographische Texte" (Wilfried Mommert, Zeitungsberichte vom 13.6.1995 dpa). John Fuegi, Professor für vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Maryland, veröffentlichte bei Harper Collins, London, seine Biographie "The Life and Lies of Bertolt Brecht" (Die Leben und Lügen des Bertolt Brecht). Darin beschuldigt er Brecht, daß er seine weiblichen Mitarbeiterinnen künstlerisch und emotionell ausgenutzt und sein Leben unter anderem damit finanziert hat, daß er sie und ihre Erben um die ihnen zustehenden Tantiemen betrogen hat. (Dolomiten 24.8.194) Hellmuth Karasek ("Bert Brecht", Kindler Verlag): "... Auch sonst quält der Eifersüchtige seine Freundinnen nicht ohne Sadismus. ... Das alles offenbart Züge einer Doppelmoral, bei dem dem Mann recht ist, was die Frau billig macht.... So liest sich, in Völkers Biographie, die private Nebengeschichte der "Dreigroschenoper": "Carola Neher war ziemlich empört, als Brecht sie im April 1929 am Bahnhof abholte und ihr nebenbei mitteilte, er habe soeben Helene Weigel geheiratet. ,Es war unvermeidlich, aber es hat nichts zu bedeuten´, so ungefähr lautete sein erklärender Kommentar. Für Elisabeth Hauptmann kam Brechts Entscheidung am unerwartetsten. Enttäuscht unternahm sie damals einen Selbstmordversuch.... Dagegen bestand Marieluise Fleisser auf Trennung. "Der Mann saugte sie (Fleisser) auf." (Stuttgarter Zeitung, 22. 7. 1978)
Josef Rampold kommentiert: "Bertolt Brecht hatte sein großes Talent schon früh in den Dienst seines eindeutig marxistischen Weltbildes gestellt ..auch hier gilt, daß er weit unter seinem Niveau blieb, wenn er die Agitation über die Kunst stellt. Dies gilt ... für das Lehrstück "Die Rundköpfe und die Spitzköpfe", an dem Brecht seit 1932 arbeitete (Premiere im dänischen Exil 1936). Hier verarbeitete er, der 1933 Deutschland verlassen mußte, da er vor allem wegen seiner pazifistischen Schriften von den Nationalsozialisten verfolgt wurde, seine unmittelbaren und persönlichen Eindrücke; das hat zur Folge, daß das Stück mißlang, die Parabel von den Rundköpfen (Arier) und Juden (Spitzköpfen) wurde zur Farce, weil sie die eigentliche Problematik verfehlte. Zu Brecht selbst noch einige Daten: Nach dem Krieg ließ er sich in der DDR nieder und erhielt 1955 in Moskau den Stalin-"Friedens-Preis - wahrscheinlich dafür, daß er nach der blutigen Niederwerfung des Aufstandes der Berliner Arbeiter gegen die kommunistische Zwangsherrschaft durch russische Panzer an den Vorsitzenden Ulbricht eine Ergebenheitsadresse richtete. Der Brief soll auch Kritik enthalten haben, aber die wurde nie veröffentlicht - Brecht spielte darüber den Entrüsteten, nahm aber zwei Jahre später den Stalinpreis an - von den Leuten, die ihn angeblich belogen hatten." (Dolomiten 5.2.1980, Randbemerkung "Hohlköpfe")

Brown, Nick, britischer Landwirtschaftsminister. Il ministro dell´Agricoltura dichiara la sua omosessualità per "disinnescare" uno scoop. Costretto a un outing per evitare lo scandalo delle rivelazioni di un suo ex compagno. Sapeva che un suo ex amante, di 25 anni più giovane di lui, avrebbe rivelato i segreti della loro intimità all settimanale News of the World. Il ministro: Lo chiamano "Newcastle Brown" per la sua intimità con il presidente della squadra di calcio Newcastle United Freddy Shepherd. (La Repubblica, Roma, 9.11.1998)

Bruckner, Anton, *4.9.1824 Ansfelden OÖ, + 11.10.1896 Wien, daselbst seit 1968 Hofkapellorganist und Professor. Bedeutender Komponist und Orgelspieler. 9 Sinfonien. - "Musikant Gottes", von dem alles zersetzenden Thomas Bernhard als "katholizismusbesessen" verunglimpft. "Trotz unzähliger Anläufe blieb Bruckners Suche nach der einen braven Ehefrau erfolglos, denn eine Erlösung durch die Erotik erlaubte er sich selbst nicht." (Posthof Linz, 5/1996). Anhänger Wagners. Beigesetzt unter der großen Barockorgel der Stiftskirche zu St. Florian.

Bruno, Giordano, ehemaliger Dominikaner, Professor, bestechender Redner. Am 17.2.1600 auf dem Scheiterhaufen auf dem Campo de´ Fiori in Rom .verbrannt. Ketzerische Theorien: Leugung der göttlichen Dreieinigkeit. Gott wirke nicht "von außen", sondern die Welt sei beseelt bis in die Monaden (kleinste Einheiten) hinein, weshalb es auch auf anderen Planeten Leben gebe. (D 16.2.2000)

Bubis, Ignatz. In einer offiziellen Trauerfeier nahmen gestern Repräsentanten des öffentlichen Lebens und der jüdischen Gemeinden Abschied von dem am 13. August verstorbenen Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland. Mehr als 1000 Trauergäste hatten sich in der Frankfurter Westend-Synagoge versammelt, an der Spitze Bundespräsident Johannes Rau. Bundeskanzler Gerhard Schröder bezeichnete den Tod des 71 Jahre alt gewordenen ersten Repräsentanten des deutschen Judentums als "schmerzhaften Verlust für unsere gesamt Gesellschaft sowie für Tolanz und Frieden". Gegen die verführerische Kraft einer Unkultur des Verdrängens habe Bubis eine Kultur der Erinnerung gesetzt und gegen die Unkultur der Ausgrenzung eine Kultur des Dialogs. Bubis sei für viele Menschen eine "moralische Instanz" gewesen. ... Und Israel Singer, Generalsekretär des jüdischen Weltkongresses, sah in ihm "das Gesundheitsthermometer Deutschlands". (Die Welt, 15.9.1999, Seite 4) - Grab geschändet. "Einen halben Liter Ölfarbe habe ich auf die weißen Leintücher gekippt", sagt der Grabschänder Meir Mendelssohn (52). Mendelssohn, der "entfernt" mit dem Komponisten verwandt sein will, erzählt bereitwillig... Der gebürtige Israeli lebte drei Jahrzehnte in Deutschland. Er nennt Bubis einen "Kriminellen", wobei er seine Anschuldigungen zum Großteil auf Aussagen nicht-genannter "Augenzeugen" stützt. Der verstorbene Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland sei demnach bis 1953 Chef der Tauschzentrale gewesen, wo er "Brot gegen Gold wechselte". Damit habe Bubis Bordelle gekauft und in Frankfurt "weiter Geld gescheffelt". "Alle tun so, als wäre alles in Ordnung." Man würde so vorsichtig mit den Juden umgehen, daß ein "Deutscher allein das Wort Jude nur hinter vorgehaltener Hand auszusprechen wagt". Wie mächtig Bubis war, beweise die Tatsache, daß das Theaterstück von Fassbender "Der Müll, die Stadt und der Tod", dessen Protagonist offenbar Bubis darstellen sollte, nicht zur Aufführung kam. Seit vier Jahren lebt Mendelssohn wieder in Tel Aviv, versucht sich als Künstler und Kunsthändler. Bei den Kommunalwahlen scheiterte er mit seiner eigenen Liste, die den Kampf gegen die Einsamkeit propagierte. (Südwestpresse, Ulm, 17.8.1999, S. 3) Weil Bubis mit 34 anderen Personen 1949/50 tonnenweise Waren illegal von Berlin nach Dresden und anderen Orten verschoben, "Riesengewinne" erzielte und sich zum Schaden der Allgemeinheit "selbstsüchtig" und "gewissenlos" bereichert hatte, wurde er vom Landgericht Dresden 1952 zu zwölf Jahren Zuchthaus verurteilt (Sächsische Zeitung, Dresden) Bubis besaß 1000 Wohnungen und mehrere Luxushotels im Gesamtwert von 600 Millionen DM und Bordelle in Frankfurt. (Der Weg + Die Wahrheit + Das Leben - Für Gott und Vaterland, Rundbrief für die JUNGE MITTE und die CM-Jugend, Dezember 1999)

Bürkle, Horst, einer der Gründungsväter der Evangelisch-Theologischen Fakultät an der Universität München, zur katholischen Kirche übergetreten, gefirmt am 27.9.1987 von Kardinal Friedrich Wetter. Begründung für Konversion: Katholische Kirche hat sich das ursprüngliche Anliegen der Reformation zu eigen gemacht.

Bukovski, Charles, Autor, „Undergroundpoet“. „Der Alltag von Charles Bukowski wurde zeitlebens vom Wert einer Poesie bestimmt, die zwischen Wein und Wahrheit liegt. Saufen, Schreiben, Sex und Selbstzerstörung. (Besprechung des Filmes „Ganz normal verrückt“, 25.11.2002, D Magazin, 23.-29.11.2002)

Busch, Wilhelm (*15.4.1832 Wiedensahl, + 9.1.1908 Mechtshausen am Harz). Max und Moritz. Onkel Nolte: "Was ich schon immer sagen wollte! Ich warne dich als Mensch und Christ: Oh, hüte dich vor allem Bösen! Es macht Pläsier, wenn man es ist, Es macht Verdruß, wenn man´s gewesen!"

Byron, Lord, Vorläufer des Antichrist (laut Egon von Petersdorff: Dämonologie, Christiana-Verlag Stein am Rhein 1992, Seite 418)