ETIKA
22D

PERSONAS / PERSONEN

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12.3.2015

Index Personen A- Z

Dahl, Roald (1916-1990), negative Rezension der Kurzgeschichte „Taste“.

Dalai Lama, tibetischer Führer, Vorkämpfer für Toleranz und die Eine Welt (politisch und religiös) mit starker UN-Förderung, ist aber selbst intolerant gegen die tibetischen Anhänger des Schutzgeistes Dorje Shugden; entlarvt in dem Buch "Der Schatten des Dalai Lama" (siehe Tibet aktuell unter Index 5)

Dante
Vicente F. Delmonte: Jedem nach seinen Taten. Eine abenteuerliche Reise durch Hölle und Himmel auf den Spuren Dantes. - Dante vs. Goethe (english)

Darwin, Charles, Naturforscher, (1809 - 1882) über den Nutzen der Mission

Davies, Ron, britischer Minister für Wales, trat wegen Sexskandal zurück.- Ministro responsabile per il Galles, si è dimesso, coinvolto in un´oscura storia di prostituzione maschile e droga. (La Repubblica 28.10.1998)

Degasperi, Alcide, chauvinistischer italienischer Ministerpräsident, der nach dem Wunsch vieler Italiener heilig gesprochen werden soll. Sagte am 25.5.1953 bei einer Wahlrede in Trient: "Es sei gleich gesagt, daß es keine Deutschen in Südtirol gibt. Es gibt nur italienische Staatsbürger... Einmal wenigstens stimme ich auch mit Mussolini überein, der im Jahre 1938 sagte, daß man, um Südtirol zu entdeutschen, die Südtiroler nicht isolieren dürfe..." Eine Heiligsprechung wäre eine Beleidigung aller Südtiroler. (Roland Lang, Terlan, Dolomiten 30.3.1999)
Mentre i quotidiano annunciano che fra l´elenco dei nuovi beati figura anche Alcide De Gasperi (cfr., per esempio, "Il Gazzettino", 18 diciembre 1999), Marco Pannella rende noto attraverso il "Corriere della Sera" (20 febbraio 2000) che lo stesso Alcide De Gasperi "e la sinistra liberale, radicale furono intimamente legati fino alla sua scomparsa politica. Il governo Parri - scrive Pannella - fu fatto cadere da Leone Cattani per il PLI e la sinistra liberale, proprio nella prospettiva di giungere ad un governo De Gasperi, cui si giunse effettivamente... Nel 1953 si giunse alla famosa "legge truffa" ... per meglio consentire a De Gasperi di resistere alle tendenze, forti in Vaticano, a favore di un "alleanza cattolica" con estrema destra e clericali, in luogo della compiuta alleanza con i laico-radicali di allora e con repubblicani, saragattiani, anticlericali, "massoni" ma tutti certissimamente liberali ... La sconfitta di quella legge elettorale, di fatto, determinò la inarrestabile caduta di De Gasperi". (INSTAURARE omnia in Christo, n. 1-4 2000, via Vittorio Cadel, 12, 33100 Udine)

Deutscher, Drafi, Schlagersänger "Marmor, Stein und Eisen bricht"), der unter anderem wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses für Schlagzeilen sorgte, erlitt zwei Schlaganfälle und liegt nach zwei Schlaganfällen auf der Intensivstation in Walsrode. (Zeitungen vom 26.11.1998 dpa)

Devi, Phoolan, indische "Banditenkönigin" und Parlamentsabgeordnete. Soll 1981 als Anführerin einer Bande elf Männer ermordet haben, die sie vergewaltigt hatten.

Diana, Prinzessin von Wales, Unfalltod im Sommer 1997. Kritisiert vom Philosophen Anthony O´Hear von der nordenglischen Universität Bradford als "selbstbesessene Sentimentalistin ohne Pflichtgefühl". Der Diana-Kult spiegelt seiner Ansicht nach die "dekadente und verdummende Gefühlsbetontheit" der britischen Gesellschaft vor, in der "Gefühl über Vernunft, Selbstverwirklichung über Disziplin, Selbstwertgefühl über objektive Pflicht" gestellt werden. Er geißelt die Neigung, "sich selbst als Opfer zu sehen, statt Verantwortung dafür zu übernehmen, was aus einem geschieht". (Pressebericht vom 18.4.1998, dpa) Der ehemalige Erzbischof von Canterbury, Lord Coggan, nannte Diana gegenüber der "Sunday Times" eine "falsche Göttin", die eine liederliche Sexualmoral gehabt habe. Wenige Tage zuvor hatten zwei Sonntagsschullehrer ihren Schülern gesagt, Diana sei wegen ihres unmoralischen Lebenswandels in die Hölle gekommen. (24.8.1998, nach APA/Reuters) Nach Einschätzung ihrer früheren Vertrauten Simone Simmons ("Diana: Die geheimen Jahre") sei der Herzchirurg Hasnat Khan Dianas wahre Liebe gewesen, doch sei diese an ihrer Besessenheit gescheitert, alles über diesen erfahren zu wollen, ihn zu allen Tages- und Nachtzeiten anzurufen und sogar heimlich seine Verwandten in Pakistan zu besuchen. (10.11.1998 dpa-Bericht in den Zeitungen) "Gegen Camilla (Parker-Bowles) hegte sie keinen Groll, sondern hatte Mitleid. Aus eigener Erfahrung wußte sie, daß (ihr Ehemann Prinz) Charles beziehungsunfähig war." Diana sei zuletzt eine selbständige, glückliche Frau gewesen, die gelernt habe, ihr Leben in vollen Zügen zu genießen. Die depressiven Zeiten, in denen sie unter "ihrer Männer-Obsession" litt, seien lange vorbei gewesen, schrieb Simone Simmons (dto. 12.11.1998). Der Offizier James Hewitt teilte der australischen Zeitschrift "Women´s Day" mit, daß er Barry Mannakee als ihren Leibwächter und Liebhaber (1985 - 1991) abgelöst habe. (12.10.1999) In Liverpool wurde von ihr eine lebensgroße Madonnenfigur aufgestellt: Diana als Muttergottes. Es kam zu Protesten von Anglikanern und Katholiken. (10.12.1999)

Dieman, Kurt, konservativer österreichischer Publizist, gute Beziehungen zu höchsten Politikern der ÖVP, entschiedener Gegner der Nationalsozialisten und Freimaurer, wurde vom Landesgericht vom Vorwurf der Verhetzung zunächst freigesprochen. Das Oberlandesgericht Linz erhob Einspruch und ordnete eine neue Verhandlung an. Dieman hatte in der katholischen Zeitschrift "Der 13." geschrieben, daß "die Homosexuellen wie Ratten aus ihren Löchern" kriechen und "von Politikern und Kirchenleuten liebevoll gefüttert" werden. (Zeitungen vom 13.2.1999)

Dietrich, Marlene, deutsche Schauspielerin, in die USA emigriert, tanzte vor US-Soldaten. Viele Liebhaber und Liebhaberinnen, darunter die spanische Lustspieldichterin Mercedes de Acosta, zu deren Geliebten auch Greta Garbo gehörte (la Repubblica, Roma, 7.3.2000, p. 54) M. Dietrich spionierte für den FBI, der in den 40er Jahren auch Geheimdienst war. Bot an, während ihrer Auftritte an der Front 1944 Subversion in der US-Army zu erkunden. (D 17.3.2000) Kennedy e l´Angelo Azzurro. 140 minuti d´amore alla Casa Binaca tra JFK e Marlene Dietrich. Lei aveva 61 anni. Lo rivela il diario inedito del critico teatrale Kenneth Tyann, grande amico della Dietrich. Nell´autunno del ´62. Marlene confessò di essere sempre stata attratta dagli uomini di potere. (la Repubblica, Roma, 3.8.2000, p. 1 e 19)

Domanig, Karl, Dichter, *3.4.1851 zu Sterzing in Tyrol. Fiecht. Brixner Gymnasium. Abiturium in Meran. E. M. Hamann aus Gößweinstein in Oberfr. würdigt ihn in der (katholischen) Monatschrift für schöne Literatur "Der Gral", Ravensburg, 15. 10.1908: Bei diesem Manne verwoben sich männliche, patriotische, katholische und künstlerische Größe organisch zu markiger einheitlichkeit. Ja, patriotisch war dieser Edelbegabte allzeit: gut österreichisch im besten Sinne, und tyrolisch "vom Wirbel bis zum Zeh". Wie er von Kindheit auf mit dem "homerischen Bauernvolk" der Sterzinger Gegend in Freundschaft lebte und schon dadurch in die Urgründe des Deutschtums und Tyrolertums geriet, hat er uns selbst erzählt. ... Seltsam mochte ihn dabei das öfters an ihn dringende schwankende, nicht selten absprechende Urteil seiner eigenen Landsleute über den Tyroler Freiheitskampf berühren. (Anm.: ein Trost für die heutigen Freiheitskämpfer). Werke: "Eine katholische Burschenschaft". "Scholaren-Lieder". Collegium Germanicum in Rom. "Braut d es Vaterlandes". Innsbruck. Auf Ignaz von Zingerles Rat widmet er sich der Parzivalforschung. "Parzival-Studien" in 2 Heften. "Wolfram von Eschenbach und seine Gattin" (1888). "Der Gral des Parzival" (1906, 1. Heft der "Wiener Kultur"). "Der ,Klosenaere´ Walthers von der Vogelweide", ein geistvoll-überzeugender Beitrag zur Lösung der Heimatfrage des berühmten Minnesängers. Alle diese Schriften bekunden Domanigs tiefe christliche und künstlerische Lebensauffassung, wie Wolfram und Walther selbst gerade seiner "tyrolischen Denk- und Gemütsart neue Nahrung" geboten hatten. Zwei numismatische Werke. Dichtungen: Trilogie "Der Tyroler Freiheitskampf" (1885-97). Schauspiel "Der Gutsverkauf" (1889). Erzählung "Der Abt von Fiecht" (1890). "Kleine Erzählungen" (1893). Roman "Die Fremden" (1898). Schauspiel "Der Idealist" (1901), aufgeführt 1906 in Wien, am 3.4.2001 in Sterzing. . Gedichtsammlung "Wanderbüchlein" (1906). Schauspiel "Die liebe Not" (1907). Volksbuch "Hausgärtlein " (1908). Hochzeit 25.2.1884 mit Niederösterreicherin, die ihm "ein echtes tyrolisches Heim bereitete". Klosterneuburg. Domanig zur Schreibung Tyrols: "Ich bin der Schreibung auf Münzen nachgegangen; sie wechselt von Jahrhundert zu Jahrhundert. Mir erscheint Tyrol gegen Tirol wie unser altes, eigenartiges Volkstum gegen das neumodische, verblaßte..." Karl Domanigg ist ein echter Volkspoet im höheren Sinne. Die Begabung dazu verlieh ihm Gott; er selbst verwaltete das ihm anvertraute Pfund aufs treueste. Seine Absicht zielte und zielt dabei in erster Linie auf das Heil seiner engeren Heimat, seines geliebten Tyrol. Aber tief wie der Tyroler lebt der Österreicher, lebt der Deutsche in ihm. So ist er berufen, auch zum Segen des teuren österreichischen Vaterlandes, zur Förderung wahren Deutschtums zu wirken. Und flammend beseelt ihn die Liebe zur Kirche. Ein echter Tyroler, ein echter Katholik: bei ihm trifft´s zu. Er liebt den Frieden, aber nur den Frieden in Ehren. Duldsam im besten Sinne, aber bekenntnistreu, bekenntnisfest, bekenntnismutig. Wie er´s nach dieser Richtung als Schriftsteller meint, hat uns sein Aufsatz "Der Katholizismus in der Literatur" (10. Gralheft, Juli 1907) gezeigt: streng gegen sich selbst, klar und tapfer in der Überzeugung, bereit und sicher in der Erfassung und Durchdringung des Irdischen, des Menschlichen, aufs Ewige, aufs Göttliche hin. Gestorben 1913. Erzählung Erhörung

Doré, Gustave, französischer Graphiker, Maler und Bildhauer. 1832 – 1883. Einzigartige Stiche zu Dantes „Inferno“.

Dostojewskij, Fjodor M., Dichter. Schöpfer des modernen Seelenromans. Sieht den Menschen als Kampfstätte von Gut und Böse an. Gegnerschaft zu Tolstoi. Vorsicht: Die kommunistische Zeitschrift "Sowjetunion heute" schrieb: "Dostojewskis Unglaube war stärker als sein Glaube." (11/1981) + 9.2.1881 . Mehrere Texte in ETIKA zitiert, unter anderem im Kalender. - Seine zweite Tochter Ljubow, später Aimée, wohnte zuletzt im Grieser Hof (+ 10.11.1926). Sie liegt auf dem Friedhof Bozen-Oberau.

Aus dem Nachwort zu „Sämtliche Erzählungen“ von Übersetzer E. K. Rahsin: D. geboren am 30.10.1821 als zweiter Sohn eines Chefarztes in Moskau. „Mustereltern“ Nach Tod der Mutter zieht sich Vater auf seine Güter zurück, wo er als Säufer, Wüstling und Tyrann von seinen Leibeigenen umgebracht wird. Sohn macht Ausbildung als Militär-Ingenieur, wird Leutnant, dann freier Schriftsteller, interessiert sich für kleine Leute. Dekabristen. Zum Tod verurteilt, aber begnadigt zu Zwangsarbeit in Sibirien. 4 Jahre in Zuchthaus in Omsk, dann Soldat. Ab 1859 wieder in St. Petersburg. D. liebt seine Ehefrau, die aber einen anderen liebt. Junge Schriftstellerin als Geliebte. Spielsucht (Wiesbaden). Frau stirbt 1864. Halsabschneider betrügt ihn um Verlagsrecht bisheriger Werke. Heiratet 1867 seine 25 Jahre jüngere Sekretärin, die so sparsamen Haushalt führt, daß D. bei Tod am 28.1.1881 schuldenfrei.

F. M. Dostojewski: Sämtliche Erzählungen. Piper Verlag München, 1965. Übertragen von E. K. Rahsin. Typisch russisches Hinabtauchen in die Abgründe der Seele. Vor allem in den ersten Geschichten zu weitschweifig und unklar.

Roman in neun Briefen (1845). Leicht zynisch. Macht pessimistisch. Obwohl amüsant und spannend, Note 4 (ausreichend)

Herr Prochártschin (1846). Ein dummer Geizhals; wirres Geschwätz. Zeit gestohlen. Note 5-6 (mangelhaft bis ungenügend)

Ein junges Weib (Die Wirtin, 1847). Irrsinn. Zuviel Aufwand für schwermütig machendes Drama. Obwohl meisterhaft erzählt, Note 4

Polsúnkoff (1847). Ein Betrogener. Nicht erhebend. 4

Ein schwaches Herz (1848). Tragödie. 4

Die fremde Frau und der Ehemann unter dem Bett (1848). Böses Lachen auf Kosten eines zu Recht eifersüchtigen Ehemanns. Als amüsante Geschichte Note 1, aber aus ethischer Sicht nur 5

Ein ehrlicher Dieb (1848). Mitleid mit einem Trunkenbold. Note 3

Weihnacht und Hochzeit (1848). D.s kürzeste Erzählung, nur 9 Seiten. Der Geschäftsmann Julian Mastakowitsch wirft Blick auf elfjähriges Mädchen, das bereits 300 000 Rubel besitzt, und heiratet das Kind, als es 16 wird. Niederschmetternd, deshalb nur Note 4

Ein kleiner Held (1849). Der Elfjährige und die unglücklich verheiratete Mme M. Note 1

Eine dumme Geschichte (1862). Bitterböse Ironie. Der Wirkliche Staatsrat Iwann Iljitsch Pralinskij, humanistisch gesinnt, wird Opfer des Alkohols. Schadenfreude, keine erbauliche Heiterkeit. Note 2

Das Krokodil (1865). Anfangs origineller Einfall. Dann gekünstelt, weitschweifig. Mann wird verschluckt und will nicht heraus. Note 4-

Bobok (1873) Makaber-amüsant. Auf dem Friedhof belauschte Gespräche von Toten, die sich nicht mehr schämen wollen. Note 2

Die Sanfte. Eine phantastische Erzählung (1876). Sehr traurig. Vor dem Verhungern gerettete 16-Jährige geht zugrunde. Ihr Mann, Pfandleiher, nicht unbedingt schlechter Absicht, aber Egoist, treibt Frau in den Selbstmord. Er liebte sie irgendwie, schätzte sie aber falsch ein. Man sieht: zerstörte Ehe irreparabel. Frau erniedrigt – gegenseitige Achtung verloren – alles verloren. Scheidung hätte ihr Leben gerettet. Note 2

Traum eines lächerlichen Menschen. Eine phantastische Erzählung (1877). Verhinderter Selbstmörder auf fernem Planeten, wo die Menschen keinen Glauben hatten. Ethische Lösung leider ohne Gott. Note 5

Douglas, Michael, attore, è stato ricoverato più volte in una clinica per "schiavi del sesso" in Arizona. (la Repubblica, 17.1.2000, p. 17)

Doyle, Sir Arthur Conan, Schriftsteller, Erfinder von Sherlock Holmes und Dr. Watson, geadelt 1902 mit dem Titel "Sir". Seine Geschichten sind Lehrmaterial für Kriminalisten in aller Welt. Der Amateurdetektiv Rodger Garrick-Steele schrieb (D 12.9.2000), Doyle habe die Idee zur Geschichte "Der Hund von Baskerville" von seinem Freund Bertram Fletcher Robinson gestohlen. Der "durch und durch verdorbene" Autor und Arzt habe Robinson 1900 in dessen Landhaus Park Hill House am Rand von Dartmoor besucht, ein Verhältnis mit dessen Ehefrau Gladys gehabt und aus Furcht, der geistige Diebstahl und die Liebschaft könnten auffliegen, Robinson 1907 mit Laudanum vergiftet.
Befürwortet Tierversuche, im Gegensatz zu G. K. Chesterton ("Father Brown"), weshalb wir diesem unter allen Kriminalschriftstellern den Vorzug geben. Der Spieler Edgar Wallace hat auch seine Schattenseiten, was man sogar in der ansonsten ausgezeichneten Serie über die Vier Gerechten ("Das silberne Dreieck", sie besuchten nie eine Kirche) zur Kenntnis nehmen muß.

Dumas, Alexandre, französischer Schriftsteller, "Der Graf von Monte Christo", "Die drei Musketiere". * 24.7.2002. Aus der Gosse zum Ruhm. Der Roman in der Tageszeitung. Uwe Schultz würdigte ihn in der Stuttgarter Zeitung: "Dumas schrieb gleichzeitig ein halbes Dutzend Romane für ein halbes Dutzend Blätter vom "Siècle" über "La Presse" und dem "Journal des Débats" bis zum "Commerce". So hat er literarischen Welt auch den Begriff des "Negers" geliefert ... den literarischen Zuarbeiter, der Material beschaffte und ganze Kapitel für den inzwischen weltbekannten Autor und unter dessen marktgängigem Namen schrieb. Es soll vorgekommen sein, dass, als einer der "Neger" plötzlich verstarb und den Fortsetzungsteil des Romans für den nächsten Tag nicht liefern konnte und Dumas in Verzweiflung gestürzt war, er doch überrascht am nächsten Morgen die normale Fortsetzung lesen konnte - der verstorbene "Neger" hatte seinerseits einen "Neger". Zehnstündiger Schreibfleiß und brillante Organisation der nachgeordneten Schreibtalente führten bald zu jenem Vermögen, das Dumas verleitete, bei Port-Marly am Ufer der Seine zwanzig Kilometer westlich von Paris sein "Chãteau d´If" erbauen zu lassen... Erstaunen erregte, dass der zum originellen Dandy, Frauenheld und Lebemann aufgestiegene Romanproduzent auf seine Selbstporträt verzichtet hatte. ... Er schrieb ohne persönlichen Stil und ohne formale Experimente, aber er verstand es, Stoffe zu finden und ihnen die Spannung jener Unterhaltung zu geben, die das Lesen für die einfache Marktfrau wie für die verwöhnte Gräfin in Saint-Germain zur Sucht werden ließ." (17.8.2001, Kultur, S. 29)

Duvalier, Jean-Claude, ex-tiranno ad Haiti, detto "Baby doc", sopravvive in miseria alla periferia di Parigi. (Corriere della Sera 2.11.1998)

Heilige, Selige, Gerechte