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ETIKA |
Mohandas
Karamchand Gandhi |
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22GANM2 |
Biographie |
Siehe Autobiographie: Buchhandel, Bücherei |
Vor 50 Jahren starb der Hindu
Mohandas Karamchand Gandhi, genannt Mahatma (große Seele) als Märtyrer für Wahrheit,
Gerechtigkeit und Gewaltlosigkeit (non-violence, ahimsa). Ein Hindufanatiker
erschoß den Vater der indischen Unabhängigkeit am Nachmittag des 30. Januar
1948, nachdem er das Birla-Haus in Neu Delhi verlassen hatte, auf dem Weg zum
Gebetsplatz. Er murmelte noch die Worte: "He Ram" (o Gott)
Einer kurzen Würdigung der
dpa-Korrespondentin Annegret Ratzkowsky entnehmen wir folgende Einzelheiten:
Die von Gandhi gewünschte Einigung
von Hindus und Moslems war nicht gelungen.
Es war die Waffe der Gewaltlosigkeit
(non-violence, ahimsa), mit der es Gandhi geschafft hatte, die britischen
Herrscher zu besiegen.
Der am 2. Oktober 1869 im
westindischen Bundesstaat Gujarat geborene Mohandas Karamchand Gandhi hatte sie
nach seinem Jus-Studium in London im Kampf gegen das Apartheid-Regime in
Südafrika angewandt.
Sein spektakulärer Salzmarsch -
eine Demonstration gegen die Salzsteuer - endete mit dem Gesichtsverlust der
Kolonialmacht. Die Briten hatten die friedlichen Demonstranten brutal
zusammengeschlagen und verhaftet.
Winston Churchill (1931)
schnaubte, ein "aufrührerischer Fakir" sei "halbnackt" die
Stufen zum Palast des Vizekönigs emporgestiegen, "um dort unter gleichen
Bedingungen mit dem Vertreter des Königs und Kaisers Verhandlungen zu führen".
Um Indien von der Einfuhr
britischer Industriewaren unabhängig zu machen, setzte er sich für die Wiederbelebung
alter Handwerkstraditionen ein. Das Spinnrad wurde zum Symbol des
Freiheitskampfes.
"Ich weiß nicht, wie viele
auf Gewaltfreiheit oder das Spinnrad schwören, wie viele an Dezentralisierung
glauben und das Dorf als Kern des Ganzen sehen...", schrieb er 1946...
Was ist geblieben?
"Das unabhängige Indien hat
Gandhi zu einem Heiligen gemacht und all seine Lehren ignoriert."
(Bertrand Russell)
(Quelle: "Dolomiten",
30.1.1998)
Literatur: Zahlreiche von Gandhis
Schriften sind im Buchhandel zu haben, zum Beispiel die Autobiographie. Daneben
gibt es gute Zusammenfassungen und Lebensbeschreibungen, etwa von Romain
Rolland (aus den 20er Jahren). Auch wir werden Gandhis Wirken umfangreich
darstellen, sobald wir unser verschollenes Manuskript gefunden haben.