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Südtirol |
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22KERS03 |
Sepp Kerschbaumer |
Vorherige Fassungen ungültig |
Der Tiroler
Freiheitskämpfer
Sepp Kerschbaumer
Geboren in Frangart am 9. November 1913
Erdrückt vom Joch und Leid
der politischen Fremdherrschaft
über Land und Volk
unserer südlichen Tiroler Heimat
Er starb am 7. Dezember 1964
im Kerker von Verona
Südtiroler Heimatbund 1994
(Tafel in
Frangart)
Sepp Kerschbaumer ist einer der größten Söhne unserer Heimat, der uns auch Wegweiser und Mahnung sein kann.
Seine Eltern führten ein Gemischwarengeschäft. Sein Vater fiel als Soldat an der Südfront, als er vier Jahre alt war. Er besuchte das Rainerum und das Kloster Neustift. Mit 19 Jahren ging er zum Militär.
Ein Wiesenfest artete in eine NS-Kundgebung aus. Der 20-jährige wurde in die Nähe von Potenza verbannt. Alle 50 Südtiroler wurden später von Mussolini begnadigt. Sepp Kerschbaumer übernahm das Geschäft mit 22 Jahren. Er suchte um die Hand seiner späteren Frau an und ging auf die Bedingung ein, die ihr (wegen seiner politischen Hitzköpfigkeit) besorgter Vater stellte, nämlich Haus und Geschäft auf die Frau zu überschreiben. Sechs Kinder kamen zur Welt.
Die Option (für Deutschland oder Italien) stellte die Familie vor eine schwere Entscheidung. Sepp Kerschbaumer war fürs Gehen (wie die Mehrzahl der Südtiroler trotz der Gegenappelle von Kanonikus Gamper u. a., d. h. er war für die Abwanderung nach Deutschland, wie von Hitler propagiert), die Frau fürs Dableiben. Sie bewegte ihn, die Freiwilligenmeldung zur Deutschen Wehrmacht zurückzunehmen. 1943 war er begeistert über den Einmarsch der Wehrmacht in Südtirol, doch soll er sich bis 1945 zu einem Gegner Hitlers entwickelt haben. Er leistete Wehrdienst im Polizeiregiment Bozen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er Schloßwirt unter Sigmundskron und baute das Gasthaus aus. In der Landwirtschaft war er weniger geschickt.
Tiefe Religiosität kennzeichnete Sepp Kerschbaumer. Er
besuchte täglich mit dem Fahrrad um 5 Uhr früh die hl. Messe in Bozen. Im
Gefängnis stellte er Rosenkränze her.
Er zeigte Ausdauer und Strenge sich selbst gegenüber. Von einem Tag auf den anderen trank er keinen Alkohol mehr. Seine eiserne Disziplin kam ihm zugute, als er den Hungerstreik anwandte, um politische Forderungen durchzusetzen.
Die Kinder erzog er sparsam, ja geizig. Als Ehemann war er ein schwieriger Partner, widmete sich dem Geschäft weniger als er für BAS wirkte. Die Frau mußte den Laden alleine schmeißen, er war nur bis 9 Uhr im Geschäft, danach betrieb er Politik. Wegen seiner großen Freigebigkeit gegenüber anderen Familien gab es Auseinandersetzungen mit seiner Frau. Einen Familiensonntag gab es nicht mehr. In den 50er Jahren verschrieb er sich der Politik. Er blieb bei der Südtiroler Volkspartei, aber ihn störte ihre lasche Volkstumspolitik.
Sepp Kerschbaumer wurde mit den Jahren verbitterter, weil sich der italienische Staat alles leistete: Es gab Diffamierungen, Deutsche wurden verprügelt. Wie unter dem Faschismus versuchte auch die (demokratische) italienische Regierung, die Deutschen zu majorisieren.
1957 schickte der Minister für öffentliche Arbeiten Giuseppe Togni ein Telegramm an den Bozner Bürgermeister, daß ein neues Stadtviertel für 5000 Leute (natürlich Italiener, die aus dem Süden zuzogen) gebaut würde.
Dies empörte die Südtiroler, und am 17. 11. 1957 kam es zu der berühmten Kundgebung auf Schloß Sigmundskron, an der 35.000 Menschen teilnahmen. Gallionsfigur war Silvius Magnago, die Losung lautete „Los von Trient“. Sepp Kerschbaumer organisierte die Kundgebung mit. Er war es vermutlich, der dafür sorgte, daß die Tiroler Fahne gehißt wurde und Flugblätter verteilt wurden. Eine italienische Gegenkundgebung fand auf dem Bozner Siegesplatz statt; dort wurden die Südtiroler unter anderem als Schweine bezeichnet.
Sepp Kerschbaumer widmete sich der BAS, zuerst Befreiungsaktion Südtirol; daraus wurde dann der Befreiungsausschuß Südtirol. Die SVP distanzierte sich vom (militanten) BAS, unter anderem mit dem Argument, daß sie sonst später für die Angehörigen der Verhafteten sorgen müßte. (Einschub: Als es dann soweit war, leistete sie den Familien aber keine Unterstützung.) Sepp Kerschbaumer ließ Dutzende (weiß-rote Tiroler) Fahnen nähen und auf Bäumen und Strommasten aufhängen. Er bekam dafür 10 Tage Arrest. Aus Protest trat er in den Hungerstreik, denn die Kommunisten durften ihre Fahnen aushängen, die Südtiroler nicht.
Das Schicksal der Pfunderer Buam bewegt ihn wie viele andere Südtiroler sehr. Es war zu einer Rauferei zwischen einheimischen Burschen und Carabinieri gekommen. Die beiden Carabinieri rannten weg, einer fiel in einen Bach und ertrank. Im Prozeß - die italienische Presse sorgte für eine aufgeheizte Stimmung – wurden die sechs Burschen des Mordes beschuldigt.
Von nun an war Sepp Kerschbaumer mit vollem Einsatz für Südtirol tätig. Einmal war er 15 Tage lang im Hungerstreik.
Bei den Andreas-Hofer-Feiern 1959 verschärfte sich die Atmosphäre durch ein Demonstrationsverbot. Der Knüppelsonntag: In Bozen sollte ein Denkmal für den Tiroler Freiheitshelden Peter Mayr errichtet werden, der (1810?) hinter dem Bozner Dom erschossen worden war. Die italienische Polizei raste mit Jeeps durch die Menge. Es gab Verletzte.
Die Bilanz der ganzen Aktivitäten Kerschbaumers, von Gesprächen über Rundschreiben bis zu Hungerstreiks, fiel ernüchternd aus. Rom ließ sich durch all das nicht beirren. Es war ein langer Reifungsprozeß, bis Sepp Kerschbaumer zum Dynamit griff.
Überall entstanden Ortsgruppen des BAS, einer Gesinnungsgemeinschaft. Sepp Kerschbaumer kümmerte sich allein um die Propaganda. Wer aussteigen wollte, konnte aussteigen. Die Anwerbung war leicht.
Kerschbaumer bekam Besuch von drei Österreichern: Wolfgang Pfaundler, Gerd Bacher (später ORF-Intendant) und Fritz Molden (Verleger);dazu kamen dann Klier, Welser, Heuberger, Oberhammer. Drei bis vier Tonnen Sprengstoff wurden nach Südtirol geschmuggelt. Für die Freiheitskämpfer wurden Lehrgänge in Bayern und Österreich abgehalten.
Das Ziel war offen, ob Autonomie oder Selbstbestimmung. (Anmerkung ETIKA: Hier irrt die Referentin. Ein zuverlässiger Aktivist, der am Anfang dabei war, sagte uns am 6.12.2004, dass das Ziel eindeutig die Selbstbestimmung war. Kerschbaumer habe lediglich vor dem Mailänder Prozeß seinen Kameraden geraten, zu sagen, sie seien für die Autonomie, weil im italienischen Strafgesetzbuch auf die Forderung nach Selbstbestimmung viel höhere Strafen ausgesetzt waren). Der Bergiselbund in Innsbruck war für Selbstbestimmung. Sepp Kerschbaumer griff vor der SVP-Versammlung den Parteiobmann Silvius Magnago an wegen seiner laschen Haltung. Nur mit einer Rücktrittsdrohung gelang es Magnago, die Autonomielinie zu halten. Sepp Kerschbaumer trat daraufhin aus der SVP aus.
Kreisky schaltet sich ein. Spannungen zwischen Südtirolern und Österreichern, zwischen Sepp Kerschbaumer, der gegen die Anwendung von Waffen war, und Pfaundler, der meinte, es sei Zeit, zur Waffe zu greifen. Zerwürfnis. Innsbruck warb Kerschbaumer Leute ab. Einige, vor allem Jörg Klotz und J. Muter (?), blieben in enger Verbindung zu Österreich.
1961 Taktik der Nadelstiche. Fontana sprengte, ..., Amplatz. Die aufsehenerregende Sprengung in Waidbruck (E-Werk, Duce-Denkmal?, wir haben leider keine Zeit zum Nachschauen) wurde von den Innsbruckern vorgenommen. Die Folge war eine Strafexpedition der Italiener mit Hausdurchsuchungen.
Anschläge in Tramin, Schlanders, Marling. Eine Reihe von Verhaftungen.
Mitte Mai ließ sich Sepp Kerschbaumer von den Innsbruckern überzeugen, daß es Zeit sei für einen großen Schlag. Die „Feuernacht“ am Herzjesusonntag wurde geplant.
· Sepp Kerschbaumer: Oberste Order, dass ja kein Menschenleben gefährdet wird.
1 Stunde nach Mitternacht wurden in anderthalb Stunden 30 Elektromasten gesprengt oder beschädigt und 3 Kraftwerke lahmgelegt. Es war aber kein voller Erfolg, denn oft hatten Säure- oder Elektrozünder nicht funktioniert.
Die Strommasten wurden deshalb gesprengt, weil sie für das Bozner Industriegebiet (wo die von Mussolini im Zuge der systematischen faschistischen Zuwandererpolitik angesiedelten Italiener bzw. ihre Nachkommen arbeiteten) und Oberitalien so wichtig waren; diesen sollte der Strom entzogen werden.
Die Italiener trauten Sepp Kerschbaumer die große Aktion der „Feuernacht“ nicht zu. Schwer traf es ihn, daß die Diözese die Anschläge als schwere Verbrechen verurteilte.
Bei der kleinen Feuernacht wurden am 12. und 13. Juli acht weitere Hochspannungsmasten gesprengt unter der Leitung von Sepp Kerschbaumer, der selbst ungeschickt bei solchen Dingen war.
Ein gewisser Steiner (ein dubioser Typ, vermutlich Spitzel) fand Sprengstoff in seinem Auto und erstattete Anzeige. M. wurde verhaftet, gab Namen preis. Die Carabinieri fingen Jörg Pircher, holten Kerschbaumer.
In der Eppaner Carabinieri-Kaserne mußte er 16 Stunden mit erhobenen Händen stehen, wurde geschlagen. Ihm wurde mit der Streckbank gedroht. Er hatte nur noch den Wunsch zu sterben. Die größte Qual war es für ihn, dass auch seine Mitstreiter gequält wurden. Sepp Kerschbaumer nahm die ganze Schuld auf sich. Er gab die Erreichung der Landesautonomie als Ziel der Aktionen an. Schwer traf es ihn, dass Bischof Josef Gargitter (Anmerkung ETIKA: im Volksmund als „walscher Seppl“ bekannt) in einem Hirtenbrief von gottlosen und totalitären Kräften sprach, die „unser gutes katholisches Land an den Rand des Abgrunds bringen“. Gargitter bezeichnete sie sogar als Kommunisten. (Anmerkung ETIKA: Nicht einmal der Teufel hat der Kirche so geschadet wie ungerechte, verständnis- und lieblose Oberhirten und Hirten, die ihren Schafen das Böse als gut anpreisen und die gute, gerechte Sache für böse erklären.)
Sepp Kerschbaumer betete in seiner Zelle außer einer Litanei täglich acht Rosenkränze, unter anderem für die verstorbenen Kameraden Höfler und Gostner. Er betete täglich für sie. Höfler war brutal gefoltert worden; er war 28 Jahre alt, nie krank gewesen, und er starb an den Folgen der Folterungen. Gostner klagte bei einem Spaziergang mit Kerschbaumer, dass er brutal gefoltert worden war. Er wurde plötzlich tot in seiner Zelle aufgefunden.
So waren zwei Kameraden innerhalb von zwei Monaten
gestorben. Italien leugnete die Folterungen. Der Richter machte den Häftlingen
klar, dass sie mit Verleumdungsklagen rechnen müssten, wenn sie ihre Anzeigen
wegen Folterungen nicht zurückzögen. (Anmerkung: ein alter Trick, der auch
heute noch verwendet wird.) Sie taten es nicht. (Anmerkung: Sogar der nun
80-jährige Sozialdemokrat Egmont Jenny bestätigt diese Folterungen Ende 2004; in seiner Bozner Praxis befragten und
untersuchten im Frühjahr 1963 ein Arzt aus Nordschleswig und ein Nervenarzt aus
Zürich eine Reihe von Häftlingen – „die diesbezügliche Dokumentation muß in der
Zentrale der SVP aufliegen.“ Zitiert aus den „Südtiroler Nachrichten“, 5/2004,
20. Jahrgang.)
Sepp Kerschbaumer wollte in ein anderes Gefängnis. Am Herz-Jesu-Sonntag 1962 hing er an sein Fenstergitter ein weißes und ein rotes Taschentuch. Die Tageszeitung „Alto Adige“ bauschte die Sache auf.
Kerschbaumer war zuerst in Verona, dann in Venedig und dann wieder in Verona im Gefängnis. In Verona stellte er Kisten für Weinflaschen her; er wurde ruhiger. Die Ungewissheit bedrückte die Häftlinge: Wann würde es zum Prozeß kommen? Im Frühjahr 1963 wurde bekannt, dass die Verhandlung in Mailand stattfinden würde, aber ein Datum war noch nicht genannt worden.
Sepp Kerschbaumer trat in den Hungerstreik, arbeitete aber trotzdem. Er tat nur Zucker ins Wasser, das er trank. Bei einem schweren Arbeitsunfall gerieten ihm vier Finger in die Presse; sie wurden amputiert. Er ertrug das Unglück mit der Größe und Gottergebenheit, die ihm eigen war.
Acht Folterknechte wurden freigesprochen, zwei amnestiert.
Sepp Kerschbaumer wurde nach Mailand verlegt. Nach 23 Tagen brach er seinen Hungerstreik ab.
Beim Prozeß in Mailand stand Sepp Kerschbaumer volle zwei Tage vor dem Richter. Dabei konnte er die politischen Beweggründe erklären. Er nahm die Anschläge auf sich. Sein Ansehen war gestiegen. Er sagte: „Wir wollten die Landesautonomie“. (Siehe die Anmerkung oben.) Alle 68 Südtiroler Häftlinge waren im Gefängnis San Vittore.
Einige Zeugen erschienen nicht, die für Kerschbaumer aussagen wollten; (offenbar hatte sie der Mut verlassen).
Der Staatsanwalt redete sechs Tage lang, er forderte für Kerschbaumer 24 Jahre wegen Anschlages auf die Verfassung, wegen politischer Verschwörung und wegen der Anschläge auf Bauten.
Am 16. Juli erging das Urteil: 15 Jahre und elf Monate für Sepp Kerschbaumer.
46 Häftlinge kamen frei. Kerschbaumer und 21 weitere blieben im Gefängnis. Sie kamen geschlossen nach Trient; dort war es eng, aber sauber und ordentlich. Kerschbaumer wurde mit der Zeit niedergeschlagen, weil er nicht arbeiten konnte. Er ersuchte um die Versetzung nach Verona. Dorthin kam er dann auch mit Oberhofer.
Er hatte einen achtstündigen Arbeitstag, konnte frei herumgehen, durfte einmal sogar mit seinem Anwalt Nicolussi-Leck in ein Café.
Am 7. Dezember 1964 gab ihm der Arzt ein herzstärkendes Mittel, doch er starb (am 7. oder 8. Dezember?) mit 61 Jahren. Schuld waren das Joch im Gefängnis, die psychische Belastung usw. Bald kamen Gerüchte auf, dass er keines natürlichen Todes gestorben sei. Eine Autopsie wurde angeordnet. Der Südtiroler Arzt Dr. Köllensberger bestätigte aber, daß ein Herzversagen vorlag.
Dann zitierte die Referentin aus dem Bericht der „Dolomiten“ (Anmerkung: ob er von Franz Berger stammt?; wir würden uns wünschen, dass die äußerst ungute gerichtliche Angelegenheit mit Franceschini und Scrinzi, welche ja unserer Einschätzung zufolge nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt haben, noch vor Jänner zu den Akten gelegt wird, bevor noch größerer Schaden entsteht) über die Beerdigung. Ein wahrer Menschenstrom ergoß sich durch Frangart: 20.000 Menschen (vielleicht sogar 25.000 oder 30.000, meinte Hans Veneri, der dazu seine Farbdias zeigte; unter den Teilnehmern war sogar Kerschbaumers Gegner Silvius Magnago, der „Vater des Pakets“, der gegen den Widerstand Dietls und Peter Bruggers die Entscheidung für die Autonomie statt für die Selbstbestimmung durchgeboxt hatte).
Kerschbaumer ist nicht vergessen.
In der Deutschen Enzyklopädie ist eine Kurzbiographie enthalten. In Frangart
ist eine Straße nach ihm benannt, in Wien eine Wohnsiedlung. Die
Schützenkompanie Eppan trägt seinen Namen. (Anmerkung: Und er lebt in den
Herzen vieler Südtiroler und Südtirolerinnen.)
· Sepp Kerschbaumer war ein Märtyrertyp, ein Idealist mit frommer Lebensführung und strengen Grundsätzen. Er hatte Mut, stand zu seinem Wort. Er getraute sich, zu provozieren, den Finger in die Wunde zu legen.
Unermüdlich schrieb er Briefe und suchte das Gespräch mit den Politikern.
Streng unterschied er zwischen den Italienern (als Menschen) und dem italienischen Staat.
· Beeindruckend war sein Gottvertrauen. Verzicht und Entbehrungen fielen ihm nicht schwer.
Daß er die eigene Familie ihrem Schicksal überließ, war ein Opfer von ihm. (Anmerkung: Wir erinnern an den hl. Nikolaus von der Flüe, der ebenfalls um eines höheren Gutes willen seine Familie verließ – was die meisten nicht verstehen können.)
In vielem kann Sepp Kerschbaumer ein Vorbild für uns sein. ... wach sein, sensibel für Ungerechtigkeit, Mut zeigen, wo es unsere Stimme und unseren Einsatz braucht.
Soweit Dr. Margareth Lun. Am liebsten würden wir der schwer geprüften Tirolerin, die das herausragende, 612 Seiten umfassende Standardwerk „NS-Herrschaft in Südtirol – Die Operationszone Alpenvorland 1943 - 1945“ verfaßt hat, das 2004 im Studienverlag Innsbruck erschienen ist als Band 22 der Innsbrucker Forschungen zur Zeitgeschichte, ISBN 3-7065-1830-9, 49 Euro, den Ehrentitel Mah. verleihen.
Zu Recht hatte der Vertreter der Eppaner Schützen (Anmerkung: Schön wäre es, wenn die Zuhörer immer wüssten, wer zu ihnen spricht) am Anfang gesagt, es brauche Menschen, die Werte vermitteln und Vorbilder seien. Sepp Kerschbaumer ist einer von ihnen.
Anzeige in den „Dolomiten“,
7./8. Dezember 2004, Seite 8:
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Am
Mittwoch, dem 8. Dezember, jährt sich zum 40. Mal der Todestag des Tiroler
Freiheitskämpfers Sepp
Kerschbaumer
Dabei
gedenken wir auch seiner engsten Mitstreiter Toni Gostner, Kurt Welser und seiner
Schützenkameraden Franz Höfler, Luis Amplatz, Jörg Klotz und all jener, die
im selben Sinne gelebt haben. Sie alle haben für die Heimat gelitten und für
die Freiheit das Leben geopfert. Ihr Ziel war die Freiheit und Einheit
Tirols. Führen wir ihr Vorhaben, das sie begonnen, mit derselben Hingabe,
Entschlossenheit und Opferbereitschaft weiter und zu Ende. Lassen wir nicht
zu, dass ihr Opfer umsonst war. Zu
diesem Anlass wird am 8. Dezember um 11.15 Uhr in der Pfarrkirche von St.
Pauls von Pater Rainald Romaner die hl. Messe gelesen; anschließend wird auf
dem Ortsfriedhof ein Totengedenken abgehalten. An dieser Gedenkfeuer
teilzunehmen, laden wir alle Tiroler, denen der Opfertod dieser Landsleute
für die politische Freiheit unserer Heimat am Herzen liegt, herzlich ein! Südtirol,
den 7. Dezember 2004 Der
Südtiroler Heimatbund – Der Südtiroler Schützenbund |
Zum Abschluß die Umschlagseite
des kleinen Taschenkalenders, den die Schützenkompanie Sepp Kerschbaumer Eppan
für 2005 herausgegeben hat. Der Text lautet:
Die Fahne allein genügt nicht, es braucht Männer, die sie tragen.
Die Wahrheit allein genügt nicht, es braucht Männer, die sie sagen.
Die Freiheiten, die für uns am Himmel hängen, genügen nicht, es braucht Männer, die sie herunter holen.
Sepp Kerschbaumer
Er gab sein Leben für die Einheit Tirols. Gestorben im Gefängnis von Verona am
7. Dezember 1964.

Machtvolle Schützenkundgebung in
St. Pauls am 8.1.2004
Südtirol aktuell – Länder – Schützenbund - Personen