ETIKA

Märtyrer für Südtirol

www.etika.com
11.12.2004

22KERS04

Sepp Kerschbaumer

Vorherige Fassungen ungültig

 

Vortrag von Margareth Lun über Sepp Kerschbaumer - Schützenbund - Südtirol aktuell


Machtvolle Schützenkundgebung
beim Totengedenken für Sepp Kerschbaumer

am 8. 12. 2004 in St. Pauls, 11.15 bis 13 Uhr

Sepp Mitterhofer fordert Gerechtigkeit für die verbannten Freiheitskämpfer

 

Die Zufahrten von unten und von St. Michael/Eppan nach St. Pauls waren verstopft. Auf der Straße von St. Michael her marschierten so viele Schützen, dass eine erfahrene Journalistin sagte, sie habe noch nie so viele Schützen gesehen. Eine seit langem nicht mehr gekannte Stimmung machte sich breit, als die vielen Kompanien aus ganz Tirol mit ihren Fahnen, voran die Marketenderinnen in ihren schmucken Trachten, in geordneten Formationen feierlich in den Ort einzogen. Entschlossene Gesichter, schlagende Tiroler Herzen, dazu der dumpfe Klang der Trommeln, der den Berichterstatter an die erhebenden Prozessionen in der Karwoche (Semana Santa) auf der Ruta del Tambor y del Bombó in Bajo Aragón (Spanien) erinnerte.

 

Der riesige „Dom auf dem Lande“, auf dessen Kanzel unser verehrter Lehrmeister, Mitstreiter und Fürbitter im Himmel Kurat Otto Schwienbacher (zuletzt in St. Oswald unterhalb von Seis am Schlern; seine sterblichen Übereste liegen in der Kriegergedenkstätte auf dem Kastelruther Friedhof) bei einer Predigt 1944 etwas an Adolf Hitler auszusetzen hatte und daraufhin von der Gestapo verhaftet wurde, konnte die Massen nicht fassen.

 

Pater Rainald Romaner, der im Sommer schon bei der Gedenkfeier für Luis Amplatz und Georg Klotz auf den Brunner Mahdern oberhalb von Saltaus gepredigt hatte, hielt ein einzigartiges Gedenken für Sepp Kerschbaumer, wie man es von den Geistlichen heute nicht mehr gewohnt ist.

 

Er hatte Briefe von Sepp Kerschbaumer gelesen. Zwei trugen die Überschrift: „An alle, die es angeht“, und „Der Weg zum Frieden“. Der Mann aus Frangart war, sagte der Ordensmann, „kein Menschenverachter, kein Todbringender“.

 

„Sepp Kerschbaumer hat einen einfachen Glauben gehabt. Er hat täglich versucht, sein Christentum zu leben, und er hat es auch durchgehalten.

 

Dann zitierte der Prediger die „Dolomiten“ vom 6.12.2004 mit der (v. V. g.) Schlagzeile: „Jesus soll gestrichen werden“. (Anmerkung: Der Untertitel hatte gelautet: Aus Rücksicht auf moslemische Kinder Verfälschung von Weihnachtsliedern an Schule) und sagte:

 

„Wir sollten nicht falsche Toleranz üben. Die Abschaffung religiöser Symbole führt zum Atheismus. Wir getrauen uns nicht mehr, das Kreuzzeichen zu machen. Auch damit wäre Sepp Kerschbaumer nicht einverstanden.“

 

„Die Heuchelei war nicht seine Sache.“

 

„Unsere Heimat ist ein Teil der Schöpfung Gottes.“

 

„Sepp Kerschbaumer war ein bibelfester Mann, der immer wieder die Hl. Schrift zitiert hat.“

 

„Sepp Kerschbaumer hat auch die christliche Nächstenliebe in die Tat umgesetzt. Der Friede ist ein Wort, das immer wieder bei ihm vorkommt. So ein Mann kann kein Kriegshetzer (richtig verstanden?), kein schlechter Mensch gewesen sein.“

 

„Wir müssen Glauben und Heimatliebe unter einen Hut bringen.“

 

Anmerkung ETIKA:

Kurat Otto Schwienbacher, der erprobte Kämpfer gegen die Mächte der Finsternis, die jetzt allen Völkern die multikulturelle Gesellschaft aufzwingen wollen, hätte seine Freude an dieser Predigt gehabt.
Wenn Papst Johannes Paul II. sich gegen eine „übertriebene Unterschiedlichkeit“ wendet und zum Welttag des Migranten und Flüchtlings schreibt: „Die berechtigte Pluralität der in einem Land vertretenen Kulturen muss anerkannt werden, soweit sie mit dem Schutz der Ordnung vereinbar ist, von der sozialer Frieden und Freiheit der Bürger abhängen“ (Dolomiten, 10.12.2004, S. 3), so entlarven wir seine scheinheilige Humanität allein mit dem Hinweis auf Tibet, wo die tibetische Kultur von der chinesischen förmlich überrollt wird und das tibetische Volk einem Genozid ausgesetzt ist. In Tibet hat die chinesische Kultur rein gar nichts zu suchen. Von Wahrheit, Freiheit, Gerechtigkeit, Selbstbestimmungsrecht ist beim Papst nicht die Rede. Er selbst hat sich wie der Dalai Lama in den Dienst der gottlosen und antichristlichen UNO gestellt, statt Gott und der Wahrheit zu dienen. Die guten früheren Päpste würden sich sozusagen im Grabe umdrehen, aber wir wissen, dass sie vom Himmel aus alles mitverfolgen und am Sieg der Wahrheit Christi mitwirken. (10.12.2004 etika.com)


Der Obmann des Südtiroler Heimatbundes, Sepp Mitterhofer, machte wieder seinem Ruf alle Ehre, der beste Redner des Landes zu sein. Er meinte, der Wohlstand berge viele Gefahren für die Volkstumspolitik. Wir zitieren:

 

„Den meisten verantwortlichen Politikern in unserem Land geht es hauptsächlich um Geld und Macht.

40 Jahre nach dem Tod von Sepp Kerschbaumer und Luis Amplatz und 43 Jahre nach der Feuernacht sind immer noch viele Männer, die sich damals für die Freiheit unseres Landes eingesetzt haben, aus der Heimat verbannt. Sie haben damals ihr Leben. Ihre Freiheit und die Familien aufs Spiel gesetzt, um unserem Südtirol zu einem besseren Leben zu verhelfen. Namentlich sind dies

die Südtiroler

Siegfried Steger
Sepp Forer
Heinrich Oberlechner
Heinrich Oberleitner
Luis Larch
Adolf Obexer
Karl Außerer

die Österreicher

Prof. Erhard Hartung
Dipl. Ing. Gottfried Pschaikner
Peter Kienesberger
Egon Kufner

die Deutschen

Dr. Fritz Bünger
Dr. Heinrich Bünger
Helmut Hülsner

Sie alle haben uns damals aus Liebe und Treue zu Tirol geholfen, als es uns Südtirolern schlecht ging. Darum ist es ungerecht, wenn man heute Ausnahmen machen will. Allen soll Gerechtigkeit widerfahren, weil sie sich alle uneigennützig für den Freiheitskampf zur Verfügung gestellt haben.“

 

Danke, Sepp Mitterhofer, auch im Namen mancher unbekannter Kameraden.

Übrigens war am Rand der Kundgebung für kurze Zeit ein Plakat zu sehen: „Bundesleitung Hampelmänner“. Wer unsere Berichterstattung unter Südtirol aktuell gelesen hat, weiß warum.


Nach der Rede des früheren Kultur-Landesrates und Schützenkommandanten Bruno Hosp wurden Kränze am Ehrenmal für die toten Freiheitskämpfer auf dem Friedhof niedergelegt. Die Gedenktafel dort hat die Inschrift:

 

Sie lebten für die Freiheit und Einheit Tirols
Ihre Opfer bleiben uns Verpflichtung
Sepp Kerschbaumer
† 1964
Franz Höfler † 1961
Anton Gostner † 1962
Luis Amplatz † 1964
Georg Klotz † 1976
Kurt Welser † 1965

 


 

Außerhalb des Friedhofes wurde das neue und erste Buch über Luis Amplatz verkauft:

 

Günther Obwegs
Freund, der du die Sonne noch schaust... – Luis Amplatz, ein Leben für Tirol
Mit vielen Bildern und Dokumenten sowie einem Nachwort von Sepp Mitterhofer mit dem Schlußsatz: „Darum, liebe Jugend, lasst das Feuer der Freiheit nicht erlöschen!“. Athesia Verlag Bozen, 168 Seiten, 14,90 Euro.

 

Es ist im Buchhandel erhältlich: ISBN 88-8266-326-4 www.athesiabuch.it


Einem Beitrag von Hans Mair (Mayr oder?, ein zuverlässiger, objektiver Journalist und Buchautor) im Mittagsmagazin des RAI-Senders Bozen am 10.12.2004 nach den 13-Uhr-Nachrichten (leider hörten wir nur den zweiten Teil) waren höchst aufschlussreiche Informationen zu entnehmen. Studiogäste waren die ehemaligen Freiheitskämpfer Sepp Innerhofer und Josef Fontana.

Wenn wir uns nicht irren, war es Innerhofer, der davon erzählte, dass Sepp Kerschbaumer vor Aktionen sagte:

„Beten wir ein Vaterunser!“

Es wird nicht sehr viele solche glaubensstarken Freiheitskämpfer geben und gegeben haben. Einer davon war Andreas Hofer. Insofern setzte Kerschbaumer dessen Tradition fort.

Außerdem war zu erfahren, dass die Nordtiroler Aktivisten für eine „harte Linie“ waren, das heißt für einen regelrechten Guerrillakrieg wie zu jener Zeit in Zypern und Algerien. Aber Sepp Kerschbaumer war nicht damit einverstanden. Als Christ war ihm das wichtigste, Menschenleben zu schonen. Und dieser Grundsatz muß auch für uns und für alle Freiheitskämpfer der ganzen Welt gelten. Denn Krieg ist ein Verbrechen: Der allergrößte Teil der Opfer sind Zivilisten, und jedes zweite Todesopfer ist ein Kind, wie einer Statistik vom Dezember 2004 zu entnehmen ist.

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