ETIKA 22N

PERSONEN N

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7.10.2007

Nabokov, Vladimir, russischer Schriftsteller, *23.4.1899 (nicht 22.4.) in St. Petersburg, + 2.7.1977 im Palace-Hotel von Montreux. Aristokratische Herkunft, mußte wegen der Kommunisten emigrieren. Sein Vater 1922 in Berlin von reaktionärem russischen Emigranten erschossen. . Der flamboyante Exilant studiert in Cambridge. Pseudonym W. Sirin. Mondäner Dandy des alten Europa.Von Berlin nach Paris. 1940 USA. Prof. an Univ. Cornell. Schmetterlingskundler. Erotischer Skandalroman "Lolita" (Verführung einer Minderjährigen). Inzestgeschichte "Ada oder das Verlangen". 1959 mit Frau Vera Slonim und Sohn Dmitri in Schweiz. Wohnte meist in Hotels. (Bernhard Viel, Südwestpresse 23.4.1999 u. a. Ztg.)

Negrelli, Alois, Ritter von Moldelbe, Planer des Suezkanals, * 25.1.1799 in Fiera di Primiero, Trentino, als Sohn eines italienischen Vaters und einer deutschen Mutter. Österreichischer Wasser- und Straßenbauingenieur sowie Eisenbahnpionier. Mitte der vierziger Jahre führte ein Ingenieurtrupp in Negrellis Auftrag Vermessungsarbeiten in Ägypten durch. Ende der vierziger Jahre waren Negrellis Pläne für den 171 km langen, schleusenlosen Kanal fertig. Ende Oktober 1855 wählte eine auf Vorschlag von Vizekönig Said Pascha zusammengetretene Kommission Negrellis Projekt als das beste der vielen eingereichten Pläne.Negrelli wurde am 20.8.1857 zum Vorstand der technischen Oberleitung des Suezkanal-Unternehmens bestellt. + 1.10.1858 in Wien wegen Nierenkrankheit. Der französische Diplomat Ferdinand von Lesseps nutzte einen Kondolenzbesuch bei der Witwe dazu, die Pläne an sich zu reißen. Nach einer anderen Theorie soll er ihr den geringen Betrag von 20 000 Gulden für die Pläne bezahlt haben. Lesseps behauptete jedenfalls, Negrelli habe ihm die Pläne verkauft. In den folgenden Jahren wurde der Kanal nach Negrellis Plänen ausgeführt, der Planer jedoch verschwiegen. Die Urheberschaft Negrellis an den Bauplänen des Suezkanals wurde Jahrzehnte später gerichtlich festgestellt, die Nachkommen, u. a. die Tochter Maria Grosi-Negrelli, gingen jedoch leer aus, weil der Weltkrieg ausbrach. (Dolomiten 20.1.1999 Peter Bußjäger). Aus dem Epilog des Buches von Urenkel Nikolaus Negrelli-Moldelbe: Die Lüge von Suez - Der Lebenskampf des deutschen Ingenieurs Alois von Negrelli, Vorwerk Verlag Darmstadt/Berlin 1940, 6. bis 8. Tausend: An der Mole von Port Said, am Mittelmeereingang des Suezkanals, erhebt sich seit 1897 die Riesenstatue Ferdinands von Lesseps. Stolz erhobenen Hauptes, die offene Rechte wegweisend ausgestreckt, nimmt der Mann aus Bronze die Parade der durchfahrenden Schiffe ab. Ehrfurchtsvoll staunen die Passagiere der großen Überseedampfer zu dem gigantischen Standbild empor. Sie wissen ja nicht, daß dieses Götzenbild .. Eitelkeit nur das Denkmal einer großen Geschichtsfälschung ist! Sie ahnen nicht, daß der zusammengerollte Bauplan, den die Linke der Erzgestalt da oben gierig umkrallt, dem Gehirn ... entsprungen ist: Negrelli! Langsam gleiten die Schiffe an der Kolossalstatue Ferdinands von Lesseps vorüber. So langsam, daß man die Worte der Sockelinschrift entziffern kann.Jene drei Worte, die der große Lesseps genauso von Negrelli übernommen hat, wie Plan und Werk, Nachruhm und Vermögen: "Aperire terram gentibus!"

Newton, Helmut. Einem solchen Propagandisten der Sex-Welle widmet die Südwestpresse Ulm am 30.10.2000 einen großen Artikel plus Bild ganz oben im Feulilleton! Nur weil der gebürtige Berliner 80 Jahre alt wird. Für die Feministin Alice Schwarzer sind seine Fotos "sexistisch, rassistisch und faschistoid", was wiederum - Punkt 2 und 3 - eine total blödsinnige Wertung ist. Jedenfalls hat sie recht mit ihrer Einschätzung der Newton-Fotos als "Mischung aus Erotik und Dekadenz". Dieser multikulturelle Starfotograf hat eine Tagesgage von 10 000 DM, einen australischen Pass und lebt in Monte Carlo. Das große Geschäft machte er aber unseres Wissens nach seiner Emigration in New York. Allein der Abzug des großformatigen Motivs "Sie kommen" kostet laut der Zeitung 40 000 DM. Das sind die Menschen, die heute den Ton angeben und das Gesicht der Gesellschaft prägen...

Nietzsche, Friedrich (1844 - 1900), Philosoph, Vorläufer des Antichrist (laut Egon von Petersdorff: Dämonologie, Christiana-Verlag Stein am Rhein 1992, Seite 418) Mit seinem verrückten Schlachtruf "Der alte Gott ist tot! - Es lebe der Übermensch!" wurde er zum Propheten der nationalsozialistischen Ideen eines Hitlers, der Herrenrasse und der Nürnberger Rassegesetze. Nietzsche: "Ich bin kein Mensch, ich bin Dynamit." In Turin umarmte er in geistiger Umnachtung ein Pferd und so beendete Nietzsche sein Leben tatsächlich "in der purpurnen Nacht" des Wahnsinns! (Landolt 60f.) Gedichte: Dem unbekannten Gott – Der Einsamste

Nitsch, Hermann, sogenannter österreichischer Aktionskünstler. Tierschutzvereine kritisierten die Schlachtungen von Tieren, die Kirche den Mißbrauch religiöser Symbole bei seinem sechstägigen "Orgien-Mysterien-Theater" auf Schloß Prinzendorf in Niederösterreich. Brigitte Bardot verdammte den "österreichischen Caligula" und sein "satanisches Spektakel", (Pressemeldungen vor und am 25.8.1998). N. war nach unserer Erinnerung sogar Gast beim Sommerfest von Bundeskanzler Viktor Klima (SPÖ). Am 22.8. feierte N. seinen 60. Geburtstag an seinem Zweitwohnsitz Asolo (Italien).

Nothdurfter, Michael, Theologiestudium mit der Absicht, Missionar zu werden. Guerrillero in Bolivien. Entführung Lonsdales. Blutbad. - Lit. Paolo Cagnan: Miguel - Leben und Sterben eines Guerrilleros aus Südtirol, 1998, Verlag Roberto Massari/Matzneller Editions. Il comandante Gonzalo va alla Guerra. Siehe auch die Berichterstattung von "Dolomiten", Bozen, und "La Presencia", La Paz, nach dem Tod Nothdurfters.

Novalis, Friedrich von Hardenberg, Dichter der Romantik. "Nur der rückwärts gekehrte Blick bringt vorwärts." - "Alles Sein, Sein überhaupt, ist nichts als Freisein - Schweben zwischen Extremen, die notwendig zu vereinen und notwendig zu trennen sind." - "Der Weg zur Ruhe geht nur durch das Gebiet der allumfassenden Tätigkeit." - "Wenn sie Seine Liebe wüßten, / Alle Menschen würden Christen, / Ließen alles andre stehn: / Liebten alle nur den Einen... Würden alle mit mir weinen / Und in lauter Lieb´ vergehn." - "Ich sehe dich in tausend Bildern, Maria, lieblich ausgedrückt..." - Novalis nahm mit 29 Jahren, am 25.3.1801 Abschied von dieser Welt, für die er mit seiner schwächlichen Gesundheit, seiner fast ätherischen Schönheit und Tugendhaftigkeit nicht geschaffen schien. Nach sittenstrengen Grundsätzen der Brüdergemeinde erzogen, mit Friedrich Schlegel befreundet, verlobt mit 13jähriger, nach deren frühem Tode selbst von Todesssehnsucht gequält und der Mystik ergeben. Zweite Liebe, dann plötzlich heimgeholt. N. strebte "magischen Idealismus" an, die vollkommene Herrschaft des Geistes über den Körper und die Natur. Moralist Novalis. Aufsatz "Die Christenheit oder Europa", Begeisterung für die in Gott gipfelnde hierarchische Gesellschaftsordnung des Mittelalters, für Kirche als moralbewahrende Institution im allgemeinen Ordnungsgefüge. (Dr. Fritz Stüber, DWZ 26.3.1976)

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