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PERSONEN XYZ

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12.10.2015

Index Personen A- Z

Zelger, Anton, Südtiroler Kulturlandesrat von 1961 – 1988. Geboren 1914 in Deutschnofen. Gestorben am 28.1.2008 in der Bozner Marienklinik wie Monate zuvor Dr. Josef Rampold. Die „Dolomiten“ berichten anläßlich seines Todes:

Sein Leitsatz „Je klarer wir trennen, desto besser verstehen wir uns.“ (Ausgabe vom 29.1.2008, S. 13)

Dieser Leitsatz war unseres Erachtens nach die Grundlage des friedlichen Zusammenlebens der Südtiroler (Deutsche und Ladiner) mit den Italienern seit den siebziger und achtziger Jahren. Zelger galt deshalb allgemein als „Hardliner“, doch zu Unrecht, wie wir der „Neuen Südtiroler Tageszeitung“ (29.1.2008, S. 8) entnehmen. Florian Kronbichler würdigt ihn wie folgt:

„Der langjährige Verantwortliche für Schule und Kultur war die Symbolfigur für Südtirols Politik der ethnischen Trennung und das Feindbild der Linken, was ein Missverständnis war. … Der 93-Jährige fand sich bestätigt in seinem Lebenstrauma: dass er nämlich sein ganzes Politikerleben lang missverstanden worden sei. Zelger war nie einverstanden mit der veröffentlichten Meinung über ihn. Mit dem berüchtigten Satz habe er nichts anderes sagen wollen als: „Jedem das Seine!“ … Zelger war wohl deutschnational erzogen, erzog sogar selbst in diesem Sinn (Rufach!), … , aber seine lange Zeit als Politiker war er es nicht. … Im Gegenteil, den „Vlkischen“ war Zelger stets zu weich, zu kompromisslerisch. Zusammen mit Magnago wandelte sich Zelger zum Politiker des Ausgleichs. Er war gegen die Attentate, er war Paketler, er war Magnagos treuer Sancho Pansa. … Zelger steuerte tapfer einen Tirol- und Österreichkurs, als in der Volkspartei noch alles großdeutsch zu Franz Josef Strauß nach München aufschaute. … er diente einem Menschen, Silvius Magnago.“

Interessant ist, dass der Hinweis auf „Rufach“ nicht näher erläutert wird. Lediglich dank einer Grafik der „Dolomiten“ auf S. 15 kommt man auf die Spur: „1940/41 Zelger wurde an die Oberschule für Südtiroler Kinder nach Rufach im Elsaß berufen.“ Ob diese nicht noch einen anderen Namen hatte? Wer heutzutage die Wahrheit in der Geschichte finden will, muß sie sich selbst suchen.

 

Zilk, Helmut, Wiener Bürgermeister, Spion
profil Nr. 13, 23.3.2009, enthüllt: „Er war jahrelang Informant des CSSR-Geheimdienstes. Deckname Holec. Bericht des StB … vom 14.12.1965: „Gepflegtes Äußeres. Erfolg bei Frauen. Er führt ein persönlich aufwändiges Leben.“

 

Zingerle, P. Pius OSB
Am unteren Ende der Meraner Lauben zeugt eine Gedenktafel am Geburtshaus von einem großen Gelehrten. Otmar Kollmann gibt in seinem Buch „Pius Zingerle, Orientalist aus dem Benediktinerstift Marienberg (1801-1881)“ (Universitätsverlag Wagner, Innsbruck, 2015) einen Einblick in das fast nicht überschaubare Werk des Geistlichen. Er übersetzte aus dem Syrischen, Arabischen, Persischen und Armenischen, errang höchste Ehren und wurde gar als „Herder Tirols“ bezeichnet. Am bedeutendsten sind wohl seine Übertragungen von Werken Ephräm des Syrers, die in die Bibliothek der Kirchenväter eingingen, ab 1830. Die uns vorliegenden späteren Ausgaben des Verlags der Jos. Kösel´schen Buchhandlung, Kempten & München von 1919 sowie des Verlags Josef Kösel & Friedrich Pustet, München, 1928, geben als Übersetzer D. Dr. Sebastian Euringer an sowie Prof. Dr. Adolf Rücker, doch gibt zumindest Euringer in seinem Vorwort Zingerle die Ehre und gibt zu, dass er dessen Texte revidiert hat, wobei „der Rotstift“ bei einem so gewiegten Syrologen und Ephrämkenner wie Zingerle „naturgemäß keine Orgien feiern“ konnte. Nach der Lektüre des Buches von Kollmann fragen wir uns: Was hat den hochgerühmten Wissenschaftler, der unter anderem in Platt und Rom – dort als Professor für Arabisch an der Universität „La Sapienza“ – sowie als Professor und Direktor am k. k. Gymnasium in Meran wirkte, zu einer solchen Höllenfurcht am Ende seines Lebens getrieben, wie Kollmann auf S. 96 enthüllt: „In den Tagen vor seinem Hinscheiden wiederholte er formelhaft die Worte: „Domine, noli me condemnare!““ Dazu die Anmerkung 354 von Adelgott SCHATZ 1928, 89 (Mortuarium, Abteiarchiv Marienberg): „Oft und inständig betete er in den letzten Tagen seines Lebens, so auch am Vorabend seines Todes: Noli me condemnare!“ (Wolle mich nicht verdammen, verdamme mich nicht!) Er starb im Schlaf. Das Buch erzählt allerdings nichts von einer persönlichen Tragödie. Doch ist sein Leben sicherlich nicht ohne Gefahren und Brüche verlaufen, er wird wohl nicht ausschließlich der zurückgezogene Gelehrte im stillen Kämmerlein gewesen sein. Über dieses Kapitel gibt der hochbegabte Zingerle selbst in einem Gedicht Auskunft, das bei Kollmann auf Seite 93 abgedruckt ist:

„So ruf´ (wohl: ruh´) ich traute Zelle / Nun wieder still in dir,
Entronnen mancher Welle / Die stürmisch drohte mir.
O nimm in deinen Frieden / Mich sanft u. freundlich auf
Und laß in dir hienieden / Mich enden meinen Lauf.
Jetzt kann ich in dir bleiben / Für immer, sichrer Hort!
Nichts wird mich ferner treiben / In´s Weltgetümmel fort.
Des Lebens wilde Wogen / Erbrausen mir nur fern,
Wie bin ich eingezogen / In deinen Schutz so gern!
Und dann in wenig Jahren, / Wohin zieh´ ich von dir?
Wie droh´n so viel Gefahren / Dem armen Sünder mir!
Wenn ich dahin muß scheiden, / Wohin wird´ ich wohl geh´n?
Ist es zu ew´gen Freuden , / Ist es zu ew´gen Weh´n?
Herr, laß mich Gnade finden, / Laß scheiden mich in Dir!
Sieh nicht auf meine Sünden, / Erlaß sie gnädig mir!
Wie faßt mich Angst u. Grauen / O Herr vor dem Gericht!
Doch ruf´ ich voll Vertrauen: / Verwirf mich Jesus nicht!“

Wenn ein so hochstehender Geistlicher auf seinem Todesbett der Höllenangst verfallen war, sollte dies nicht auch uns und den Bischöfen aus aller Welt, die derzeit in Rom versammelt sind (Oktober 2015) zu denken geben? Glauben Papst und Synodalen, sie könnten die Hölle vergessen oder gar abschaffen? Sie würden sich irren, denn das Wissen um die Hölle ist in jedem Menschen aller Religionen verankert, wie wir in etika.com aufzeigen. Und niemand kann ihr entfliehen, der nicht den rechten Glauben besitzt und seine Sünden abgebüßt hat.

Zoderer, preisgekrönter Schriftsteller,
behauptet einerseits, er suche stets nach der Wahrheit, verbreitet andererseits die Lüge, dass ISIS-Terroristen nichts mit dem Koran gemein hätten. (Interview RAI Südtirol, 25.12.2015, 12.30-13 Uhr). Abzulehnen auch wegen 3.9.

Heilige, Selige, Gerechte