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ETIKA |
TAGESGEBETE |
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11D102 |
Morgengebete |
Nachfolge Christi,
Anhang v. H. Wedewer, Regensburg, 1880, 412f |
Des ehrwürdigen Thomas von Kempis
vier Bücher von der Nachfolge Christi.
Mit Betrachtungen zu jedem Kapitel und einem Anhange der wichtigsten Gebete von
Hermann Wedewer, Gymnasial-Religionslehrer. Mit kirchlicher Gutheißung.
Regensburg, 1880. Druck und Verlag von Georg Joseph Manz. - Anhang.
Vollständiges, kurzes Gebetsbuch. I. Morgengebete.
Die Wichtigkeit des
Morgensgebetes.
Es
ist von größter Wichtigkeit, den Tag sogleich mit Gott anzufangen; wie das
Morgengebet, so viel ist meist der Tag für die Ewigkeit werth. Ohne Gott
können wir nichts Gutes vollbringen, ohne ihn nicht die Sünde meiden, deshalb
müssen wir gleich am frühen Morgen inständig um seine Hilfe, seine Gnade
bitten.
Zum
Morgengebet gehört:
1)
die Danksagung für Gottes Schutz in der
verflossenen Nacht und für alle seine Wohlthaten überhaupt; -
2)
Reue über die Sünden und Vorsatz, damit
uns ein plötzlicher Tod nicht in der Ungnade Gottes überrasche und der ewigen
Verdammniß überliefere, und damit unsere Arbeiten und Werke nicht ohne Werth
und nutzlos vor Gott seien; -
3)
die gute Meinung, das ist der ernste Wille, Alles
zur Ehre Gottes und im Gehorsam gegen ihn an diesem Tage zu thun und zu
leiden, in Allem seinen heiligen Willen zu vollbringen; -
4)
die Bitte um seinen Beistand, seine
Gnade, seinen Schutz, ohne die wir Nichts sind, Nichts haben, Nichts können.
Gute Meinung und Ergebung in den
Willen Gottes.
(Während des Aufstehens zu beten.)
O
mein Herr und Heiland! Ich nehme mir fest vor, Alles am heutigen Tag zu deiner
größeren Ehre, aus Liebe zu dir und zum Besten meiner armen Seele zu thun und
zu leiden, und in Allem deinen Willen zu erfüllen. Gib du mir deine Gnade dazu!
Amen.
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Ich
will, o Herr, was immer du willst, weil du es willst, wie du es willst und so
lange du es willst! (P. Clemens IX.)
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Du,
o Herr, weißt, was am besten für mich ist, mag dieses oder jenes geschehen, in
Allem werde dein Wille vollbracht; gib mir, was du willst, so viel du willst
und wann du willst. (Thom. a Kempis.)
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Ich
übergebe mich, o mein Gott und Heiland, in deine Hand, nimm dein Geschöpf, das
dir gehört, gnädig auf! Es ist genug für mich, dass ich ganz deinen Absichten
diene und in Nichts deinem Wohlgefallen entgegen handle. Befiehl oder verbiete,
erhöhe oder erniedrige mich, laß mich leiden oder getröstet werden – ich opfere
all´ meinen eigenen Willen dem deinigen auf und ich will in Allem nur sprechen
wie Maria: „Mir geschehe nach deinem Worte!“