ETIKA D

GEBETE

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21.11.2001

11P9PC

Das VATERUNSER des Peter Coryllis

Geschrieben 1961. 60 Übersetzungen. Kreis der Freunde um Peter Coryllis, Walchum/Emsland (Anschrift auf Anfrage)

VATER UNSER,

der Du verbannt bist
in den Himmel –
beschmutzt ist Dein Name.

All Deine Güte
wurde missbraucht.

Deinen Willen
hat man zertrampelt.

Deine Liebe
wurde geschmäht.

Im Himmel
bist Du gerühmt,
aber auf Erden
erdrosselt.

Unser Brot
wird verschimmeln,
weil unsere Schuld
uns erwürgt
und nur noch Schuldige
auf Erden sind.

Denn schuldig
wurden wir alle.

Wir sind der Versuchung
nicht nur erlegen,
wir haben sie
offen und schamlos
gezüchtet.

Und das Übel ward
ohne Grenzen.

Ob Dir Erlösung
noch gelingt -
Vater,
ich will darum beten!

So vollziehe sich
das Geschehen!

Amen.

Aus: „Rost auf Gottes Geboten“
von Peter Coryllis

Es wurde 1961 geschrieben und zuerst in meinem Streitgedichtband ROST AUF GOTTES GEBOTEN im Verlag J.P.Peter Gebr. Holstein in Rothenburg o.d.T. veröffentlicht.

Man hat es gelobt und gepriesen, beschimpft und verschrieen. Aber es ist seine Straße gelaufen.

Es liegt inzwischen in mehr als 60 Übersetzungen vor, bis hin zu Latein, Sanskrit ..., ist von mehreren Komponisten vertont, ist gesprochen, gesungen, gebetet worden, in kleinen Kreisen, auf großen Tagungen, in Kirchen des In- und Auslandes, wurde in großen Lettern gedruckt, auf Plakate schwarz und farbig gemalt, in Holz geschnitzt, auf Stein gemeißelt, in Metall gehämmert und geätzt, wurde tausendfach auf Kirchentagen verteilt, bei Ausstellungen auf Tafeln ausgestellt, in Bühnenstücke fremder Autoren eingebaut, in Theaterprogrammheften nachgedruckt, und Albert Schweitzer, der Urwalddoktor von Lambarene, hat es, wie er mir schrieb, „in tiefer Ergriffenheit“ gelesen und in sich aufgenommen.

Peter Coryllis, Walchum

 

ETIKA D

SCHWEIZERDEUTSCH

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15.1.2002

11P9PC

Das VATERUNSER des Peter Coryllis

Übersetzt von Markus Berger und Angelika Itten-Steinbach

Vatr unser

 

Du bisch verbannt
in Himmel ine -
verschmutzt isch din Name.

 

All dini Güeti
hän mir missbrucht.

 

Dini Liebi
hän mir verschmäht.

 

Im Himmel
rüeme dich alli
aber uf Ärde
bisch erdrosslet.

 

Üses Brot
wird verschimmle,
will üseri Schuld
üs verwürget
und numme no Schuldigi
uf Ärde sin.

 

Denn schuldig
sin mir alli worde.

 

Mir sin dr Versuechig
nid numme erläge,
mir hän si
offe und ohne üs z´schäme
züchtet.

 

Und s´Übel isch
gränzelos worde.

 

Öb du üs
no chasch erlöse –

Vatr,
ich will drum bäte!

 

So säg´s
wie´s söll si!

Amen.

 

ETIKA D

SAARLÄNDISCH-LOTHRINGISCH

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14.1.2002

11P9PC

Das VATERUNSER des Peter Coryllis

Übertragen von Karl Heinz Bolay

 

 

Vaddr unnsr

 

Du bischt verbannt
inn de himml
Dei nam iss full drägg

 

All dei gied
iss verhunnzt

 

Dei will
hannse vertrampelt

 

Uff dei lieb
hannse gscholl

 

Imm himml
bischte beriemt
awwer uff de ärt
hannse Disch uffgehängt

 

Unnsr brod
wärd schimmele
weil unnsr schuld
unns de luft abdräät
unn nur noch schuldische
uff de ärd sinn

 

Denn schuldisch
simmer all geworr

 

Mer sinn de versuchung
nit nur uff de leim gang

 

Mer hann se
offe unn schamlos
uffgezooh

 

Unn´s iwwel is
oone gränz

 

Ob de noch
erleescht wirscht -
Vaddr,
Isch will doofir bete!

 

So soll sisch
alles abwiggle!

Amen

ETIKA

FRÄNKISCH
Rothenburgisch

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9.2.2001

11P9PC

Das VATERUNSER des Peter Coryllis

Übersetzung von Wilhelm Staudacher

VADDER UNSER,

wu´d verstoeße bist
in´ Himml -
bsudlt is Dei Noeme.

Dei Güet
hewwe´s braucht
voller Unutz.

Dein Wille
hewwe´s zertramplt.

Verstoeße hewwe´s
Dei Lieb.

Hoech ougseeche
im Himml,
bist drdrosslt doe
auf dr Erde.

Verschimmle müsse
wird unser Broet,
wal unser Schuld
uns erwürcht
und nr noch Schuldie sin
doe auf dr Erde.

Denn schuldi worde
si-mr alli.

Nit nr versueche he-mr
uns lasse,
aa oehne Schinie he-mrsch
triiwe
und voller Uzucht
und Übermuet.

Und des useli Treibe
hat ka Grenze
nit ghot.

Ob´d uns
erläese konnst,
Vadder?
I will drum bete!

Sou soll sei,
wos gschicht!

Amen.

ETIKA D

SCHWÄBISCH

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5.10.2001

11P9PC

Das VATERUNSER des Peter Coryllis

Übersetzung von Daniele Anette Mayer (Frage: von wo?)

VADDER ONSR,

der Du verbannt bischt
en da Hemml -
besudlet isch dei Nama.

 

Dei ganza Giet
isch missbraucht worra.

 

Dei Willa

hot ma zrtramplet.

 

Dei Liabe

isch gschmäht worra.

 

Em Hemml
bischt grüahmt,
abr uf dr Erd
erdrosslet.

 

Eisr Brod
ward vrschemmla,
weil eiser Schuld
isch erwirgt
ond bloss no Schuldige
uf dr Wält send.

 

Denn schuldig
sem´r alle gworra.

 

Mr send dr Versuchung
it bloss erlääga,
mr hend se
offa ond schamlos
zichtet.

 

Ond des Ibl isch
oone Grenza.

 

Ob dr Erläasig
no glingt -
Vadder,
I will drom bädda!

 

So komm
wa mă!
Amen

 

ETIKA11P9PC

KÄRNTNERISCH

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16.5.2001

Peter Coryllis

VOTA IN HIMML

Version im Kärntner Volkston von Wilhelm Rudnigger

VOTA IN HIMML,

hambt se Di eingsperrt,
in Dein Himml -
und angschmirbt Dein Naman.

 

Mit Deinar Güatn
tuamb se sich spieln.

 

Und Dein Willn
lassn´s vablüatn.

 

Und Dei Liab
hamb se vaspottat.

 

Im Himml
tuamb se Di ehrn,
aba heruntn
derwürgn.

 

Unsa Broat
werd vaschimpln;
dafür steckt im Hals
uns de Schuld.
Und lauta Schuldige
seind hin und hin.

 

Weil schuldig
sei ma alle.

 

Was lockt und uns glustet,
haut uns zan Bodn;
de Glustigkeit
zügl ma gar noch
ban Tagliacht!

 

Niamma eingezäund
is das Ubl.

 

Ob Du a Umkehr
noch derpackst,
Vota,
i bet drum von Herzn!

 

Laß Du Wahrheit wern
all mei Tramen!

 

A m e n.

 

L92A1

ANTICHRISTUS

NOVUM TESTAMENTUM

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