ETIKA
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Dokumentation |
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12PJP4 |
Katholiken,
Heiden, Laizisten betrauern Wojtyla |
18.4.2005 multilingual |
Der Papst mit den 2 Gesichtern - Papst küsst den Koran (Spanisch/Deutsch) - Ökumene
Noch nie ist ein
Mensch weltweit so geehrt worden wie Karol Wojtyla
Zusammenfassung: Alle Mächtigen würdigten den Einsatz
von Papst Johannes Paul II. für den Dialog zwischen den Religionen, für Toleranz
(aber nicht gegenüber extremen Ideologien) und für Frieden. 200 Staatsoberhäupter
und Regierungschefs kamen zur Beerdigung, zusammen mit rund drei Millionen
Menschen. „Noch nie ist ein Mensch nach seinem Tod
weltweit so geehrt worden wie Papst Johannes Paul II.“ (El Mundo, Madrid)
Der UN-Weltsicherheitsrat in New York ehrte Wojtyla mit einer Schweigeminute.
Generalsekretär Kofi Annan würdigte den Papst und kam zur Beerdigung.
Die NATO-Flagge vor dem Hauptquartier in Brüssel wurde auf Halbmast
gesetzt.
US-Präsident George W. Bush, sein britischer
Labour-Kampfgefährte Tony Blair, der französische Präsident Jacques Chirac
übertrafen sich in Lobeshymnen auf Papst Wojtyla.
Die EU, die einen Gottesbezug in ihrer Verfassung abgelehnt hat und dem
designierten EU-Kommissar und Papstfreund Rocco Buttiglione wegen dessen
christlicher Moral (gegen Homosexualität) die Ernennung verweigert hat, ehrte
Papst Wojtyla, der doch dieselben moralischen Anschauungen hat wie Buttiglione,
mit der Trauerbeflaggung. EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso würdigte
die Bedeutung von Johannes Paul II. für das Zustandekommen der EU. Der
spanische Außenminister Miguel Angel Moratinos verriet: „Ohne ihn gäbe es
die jetzige Europäische Union nicht“. (D 4.4.2005, S. 7)
Der agnostische österreichische Bundespräsident Heinz
Fischer
(Sozialist) nannte Wojtyla einen der „Großen der Kirche“.
Ähnlich der deutsche Bundespräsident Horst Köhler (Näheres verschweigen wir).
Die französische Regierung von Jean-Pierre Raffarin (Anmerkung:
welcher äußerst scharf den katholischen
italienischen Homosexuellengegner und Papstfreund Buttiglione verdammt hat)
hat eine eintägige Trauerbeflaggung an allen öffentlichen Gebäuden angeordnet.
Kritiker werfen der Regierung vor, die religiöse Neutralität des Staates
verletzt zu haben. (D 5.4.2005, S. 2)
Die laizistische Türkei, gegründet von Kemal Atatürk und regiert von Islamisten,
ließ halbmast flaggen.
Anche la “nemica” Cina gli
assegna un ruolo positivo. (Corriere delle Sera, Milano, 4.4.2005, pag. 10)
Telegramma dal comunista Vietnam
(Corriere delle Sera, Milano, 4.4.2005, pag. 10)
Trauer von vielen Moslems in Europa über den König von Marokko, die ägyptischen Moslembrüder, die Regierung Jordaniens, die libanesischen Schiiten, den türkischen Regierungschef Erdogan über den irakischen schiitischen Großayatollah Ali al-Sistani bis zu den Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, des Iran, Pakistans und Indonesiens.
Ayatollah Mohammed Hussein Fadlallah, höchste geistliche
Autorität der Schiiten im Libanon (und geistlicher Führer der Hisbollah): “Wir
hoffen, daß der vom Heiligen Stuhl vorgezeichnete Weg des Dialogs dazu führt, dass
alle Religionen im Glauben an Gott zusammenfinden.” (D 4.4.2005,
S., 7 APA/AFP)
Das Georgetown-Zentrum, das die Verständigung von Moslems
und Christen anstrebt, würdigte Wojtyla für seine Bemühungen um die „Globalisierung
der Religion“ (John Esposito)
Islam vicino al Vaticano „Perdiamo un
difensore“. L´omaggio del presidente siriano Assad, dell´egiziano Mubarak e di
gran parte del mondo musulmano. L´iraniano Khatami: Ha sostenuto la
verità e la giustizia. Un messaggio di stima addirittura dai talebani. (Corriere delle Sera, Milano, 4.4.2005, pag.
10)
Moslembrüder wünschen sich neuen Papst wie Wojtyla
Mehdi Akef, das
Oberhaupt der radikalen Muslimbruderschaft, der in Ägypten verbotenen
Islamistenorganisation, sagte in Kairo: „Wir wünschen uns, dass die katholische
Kirche (als neuen Papst) jemanden auswählt, der ist wie Johannes Paul II., der
die Fahne der Freiheit hochhielt und der ein Verteidiger der Menschenrechte
war.“ (D 5.4.2005, dpa, S. 2)
Moslemische Kleriker und syrische Christen begingen eine gemeinsame Andacht in einer katholischen Kirche in Damaskus am 4.4.2005. (R.)
Islamistische Idealisten sollten wissen: Nicht wenige Führer extremistischer islamischer Organisationen, vom Libanon bis zu jenen in Pakistan und Indonesien, stehen ebenso im Dienst der Einweltler und arbeiten für die kommende Weltdiktatur wie Osama bin Laden, der es den Amerikanern unter dem Vorwand der Terrorbekämpfung ermöglicht hat, alle Menschen zu überwachen, die Geldflüsse zu kontrollieren und eine Meinungsdiktatur in fast allen Ländern zu errichten.
Der israelische Außenminister Silvan Shalom bezeichnete den
Tod Wojtylas als einen großen Verlust für die Menschheit. Lob auch von
Regierungschef Ariel Sharon.
Israele ricorda il Papa che per
primo entrò in sinagoga e visitò la Terra Santa. (Corriere delle Sera,
Milano, 4.4.2005, pag. 10)
„Chiese scusa agli ebrei – Piangiamo
un amico“. Il mondo ebraico e lo stato di Israele hanno perso un
amico. (Silvan Shalom, ministro degli
Esteri di Israele, Corriere delle Sera, Milano, 4.4.2005, pag. 10)
“Nessun pontefice ha fatto tanto per
gli ebrei quanto Giovanni Paolo II“. Lo afferma il rabbino Marvin Hier,
fondatore e decano del Centro Simon Wiesenthal. (La Repubblica.it 2.4.2005)
Sonstige
Weltreligionen
Auch
Buddhisten ehrten den Papst, in Kambodscha Tep Vong.
Wojtyla bald ein Heiliger?
Kurienkardinal Angelo Sodano bezeichnete den Verstorbenen laut Predigttext als „Johannes
Paul den Großen“. Diese Bezeichnung ist üblicherweise für heilig
gesprochene Päpste reserviert. (D
5.4.2005, S. 3, APA, AP, Ansa)
In Irlanda del Nord cattolici e protestanti uniti nella preghiera. (Corriere
delle Sera, Milano, 4.4.2005, pag. 10)
Giovanni Paolo II è stato il “migliore frontman” che la chiesa cattolica
abbia mai avuto: a dirlo è il “frontman” degli U2, Bono. (Corriere
delle Sera, Milano, 4.4.2005, pag. 10)
Karol Wojtyla, der Pole aus der Nähe von Auschwitz, hat die Kirche in die Weltpolitik zurückgeführt. (Peer Meinert, dpa, D 5.4.2005)
Mit dem Tod endet das lange Leiden des größten Papstes aller Zeiten. (The Daily Telegraph, zit. D 5.4.2005, S. 2)
Noch nie ist ein Mensch nach seinem Tod weltweit so geehrt worden wie Papst Johannes Paul II. Vom „Weltherrscher“ George W. Bush über den kommunistischen Diktator Fidel Castro bis hin zu den Fundamentalisten der Taliban – praktisch alle Akteure der Weltpolitik preisen das Pontifikat des soeben gestorbenen Kirchenoberhaupts in den höchsten Tönen... Johannes Paul II. war der Papst der Ära der Globalisierung. (El Mundo, Madrid, zit. D 5.4.2005, S. 2)
“Johannes Paul II. war streng mit Abweichlern. ... Wer sich dem nicht
beugte, wurde hinausgewiesen.“ (het volk, Niederlande, zit. 5.4.2005, S.
2) (Anmerkung: Die katholischen Traditionalisten bestätigen dies.)
Der Papst erscheint bereits als ein Gigant des 20. Jahrhunderts. Zumal er es sehr schnell vermochte, sich ... an alle Menschen zu wenden. Seine Botschaft war universell; jeder konnte sie empfangen. (Le Figaro, Paris, D 5.4.2005. S. 2)
Haus des Dialogs mit Juden und Moslems auf dem
Ölberg
E sul Monte degli Ulivi
nascerà la “sua” Casa del Dialogo. Voluta da suor Tekla, sarà luogo d´incontro
per ebrei, musulmani, cristiani. Frattini promette il sostegno dell´Ue: “Giusto
aiutarvi”. C`è la sigla del Papa, Johannes Paulus II, sulla grande mappa che
ilustra la “Mary´s House”, la Casa di Maria, c´era il suo forte desiderio che
il progetto venisse realizzato. (Corriere delle Sera, Milano,
4.4.2005, pag. 10)
Außer von abtrünnigen Katholiken, Feministinnen, Homosexuellen oder Lutheranern, die sich mit der biblisch festgeschriebenen Vorrangstellung des Nachfolgers von Petrus nicht anzufreunden vermögen, hörte man nur wenig ernst zu nehmende Kritik an Papst Johannes Paul II.
So warnte der Kirchenhistoriker Walter Brandmüller davor, Wojtyla vorschnell das Prädikat „Der Große“ zuzuschreiben. Dies solle man späteren Generationen überlassen. Bisher führen nur Leo (um 400 – 461) und Gregor (um 540 – 604) diesen Beinamen.
Und der ehemalige deutsche Bundeskanzler Helmut Schmidt
(SPD) konnte sich die Feststellung nicht verkneifen, daß der Papst zwar
Mitgefühl mit den Armen gehabt habe, aber keine Verbesserungsvorschläge.
In der „Zeit“ schrieb er, Johannes Paul II. habe „keine konkreten Vorschläge,
auch keine Vorschriften für die Gläubigen“ zustandegebracht. (D 6.4.2005, S. 4, dpa, APA)
Extrem hohe Erwartungen hatte ein 17-jähriger brasilianischer Christ, Bewohner des Slums Rocinha in Rio de Janeiro, an den Papst gestellt – und zeigte sich sehr enttäuscht. „Was soll das Tohuwabohu?“, fragte er angesichts der weltweiten Trauer. „Wenn dieser Papst ein wenig an die Armen gedacht hätte, gäbe es das hier nicht.“ (D 15.4.2005, S. 3)
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