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ETIKA D12 |
HEILIGE |
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12SES3 |
Starez Serafim von Sarow |
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Der hl. Serafim wurde geboren am
19.7.1759 in Kursk und kam am 20. 11. 1779 nach Sarow, wo er jahrzehntelang als
Einsiedler lebte. Er starb am 1. oder 2. Januar 1833. Das Wichtigste über ihn enthält
das Buch von
Igor Smolitsch:
Leben und Lehre der Starzen
Der
Weg zum vollkommenen Leben
Mit einem
Nachwort neu herausgegeben von Emmanuel Jungclaussen
Herder Verlag Freiburg
Einige wesentliche Gedanken aus
diesem sehr empfehlenswerten Buch wollen wir zitieren (S. 176 - 218):
(Am zweiten Weihnachtsfeiertag)
ging er demütig zu dem zelebrierenden Abt und sagte: "Vater Abt, gib
den Segen, daß zu der Hütte, in der ich lebe, keine Frauen
mehr kommen können." ...
"Sprecht den Segen, Vater
Abt, und keine wird sich meiner Hütte nähern!"
Der Abt nahm die Ikone der
Allerheiligsten Gottesmutter "Seliger Leib", die Ikone des Feiertags,
und segnete damit Serafim; "So gebe ich den Segen, daß keine Frau zu
deinem Hügel Zugang findet, du selbst aber wache!"
(Anmerkung
etika.com: Wenn heilige Männer wie Serafim von Sarow nicht einmal den Anblick
normal gekleideter Frauen aushielten, wie willst du, der du im Innern lange
nicht so gefestigt bist wie diese Gottesmänner, den Anblick unbekleideter
Frauen aushalten, mit denen du ständig, ob gewollt oder ungewollt,
konfrontiert wirst?)
((Leider
hat sich infolge Stress in die Erstfassung ein sinnentstellender, selbst
verschuldeter, ärgerlicher Tippfehler eingeschlichen - wir ersuchen um
Nachsicht.))
Unter dem Hemd trug er auf der
Brust einige Kreuze von Eisen, die wohl zusammen zwanzig Pfund wiegen
mochten, und auf dem Rücken ebensolche von etwa acht Pfund, dazu um die Hüften
noch einen eisernen Gürtel. Im Winter schlug er Holz im Walde für seinen Ofen,
der aber bei der strengen Kälte seine Zelle nur notdürftig wärmte, im
Sommer arbeitete er in dem kleinen Gemüsegarten, von dessen Ertrag er
sich ernährte.
"O
einsames Leben! Heim der Lehren, Schule
des himmlischen und göttlichen Verstehens, wo Gott alles ist, was wir lernen
können..."
Mit diesen Worten des heiligen
Basilius des Großen pries Serafim seine Einsamkeit. Bei allen seinen
Verrichtungen sang er die Gebete, Psalmen und Troparien, von denen er viele
auswendig wußte. Und besonders liebte er die Hymnen zur Ehre der Mutter Gottes.
Täglich las er einige Kapitel aus dem Evangelium und den Apostelbriefen oder in
den asketischen Schriften der heiligen Väter... Immer las er das Bußgebet
des heiligen Ephräm des Syrers, das für die Fastenwochen vorgeschrieben
ist:
"Herr
und Gebieter meines Lebens, den Geist des Müßiggangs, des Kleinmuts, der
Herrschsucht und Schwatzhaftigkeit gib mir nicht. Gib mir, deinem Knecht,
hingegen den Geist der Keuschheit, Demut, Geduld und Liebe.
Ja,
Herr, mein König, laß mich sehen meine Sünde, und laß mich nicht richten meinen
Bruder, denn du bist hochgelobt in die Ewigkeit der Ewigkeiten. Amen."
Manchmal erzählte er anderen
Starzen auch von den Versuchungen des Satans,
wie er oft mitten in der Nacht, wenn er betete, sah, daß die Wände der Hütte
verschwanden und wilde Tiere sich unter
Brüllen auf ihn stürzten. ...
Bei den Unterredungen und
Belehrungen empfahl der Starez seinen Besuchern das
regelmäßige Beten und besonders das immerwährende Gedenken Gottes und das Tun
des Geistigen Gebets.
"Darin
muß deine ganze Wachsamkeit bestehen", belehrte er, "im Gehen und
Sitzen, bei der Arbeit, in der Kirche vor dem Anfang des Gottesdienstes bewahre
dieses Gebet in der Seele und im Herzen. Im Anrufen
des Namens Gottes findest du Ruhe, Reinigung von Seele und Leib, und der
Heilige Geist, die Quelle alles Heils, wird auf dir ruhen und dich in
Gottesfurcht und Reinheit erhalten."
Nikolaj Motowilow schreibt in
seinen Aufzeichnungen: "... Also will ich, der arme Serafin, Euch jetzt
erklären... Der wahre Sinn unseres christlichen
Lebens besteht in dem Erlangen des Heiligen Geistes. Merkt Euch
wohl, Väterchen: Nur die für Christus allein verrichteten guten Werke
verschaffen uns die Gaben des Heiligen Geistes. Alles, was nicht um Christi
willen getan wird, mag es auch gut sein, bringt uns keine Vergeltung im
künftigen Leben ein und läßt uns auch schon im irdischen Leben der Gnade Gottes
nicht teilhaftig werden. ... Beten, Wachsein, Almosengeben und andere für
Christus verrichtete gute Werke sind eben nur Mittel zum Erlangen des Heiligen
Geistes. ... Jede Tugend also, die für Christus geübt wird, schenkt uns die
Gnade des Heiligen Geistes. Aber am meisten vermag doch das Gebet... Die Gnade
des Heiligen Geistes ist ein Licht, das den Menschen erleuchtet. ..."
Gebet der (orthodoxen) Kirche:
Der du von Jugend auf in Christo
lebtest, o Seliger, und von dem einzigen Wunsche beseelt warst, ihm, dem
Einigen, zu dienen, in Mühen und unablässigem Gebet, der du in Einsamkeiten
wirktest und gerührten Herzens die Liebe Christi erworben hast, du wurdest zum
geliebten Auserwählten der Mutter Gottes. Darum, so flehen wir zu dir: errette
uns durch deine Gebet, heiliger Vater Serafim!