ETIKA D12

HEILIGE

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21.11.2002

12SES3

Starez Serafim von Sarow

 

Der hl. Serafim wurde geboren am 19.7.1759 in Kursk und kam am 20. 11. 1779 nach Sarow, wo er jahrzehntelang als Einsiedler lebte. Er starb am 1. oder 2. Januar 1833. Das Wichtigste über ihn enthält das Buch von

Igor Smolitsch:

Leben und Lehre der Starzen
Der Weg zum vollkommenen Leben
Mit einem Nachwort neu herausgegeben von Emmanuel Jungclaussen
Herder Verlag Freiburg

Einige wesentliche Gedanken aus diesem sehr empfehlenswerten Buch wollen wir zitieren (S. 176 - 218):

(Am zweiten Weihnachtsfeiertag) ging er demütig zu dem zelebrierenden Abt und sagte: "Vater Abt, gib den Segen, daß zu der Hütte, in der ich lebe, keine Frauen mehr kommen können." ...

"Sprecht den Segen, Vater Abt, und keine wird sich meiner Hütte nähern!"

Der Abt nahm die Ikone der Allerheiligsten Gottesmutter "Seliger Leib", die Ikone des Feiertags, und segnete damit Serafim; "So gebe ich den Segen, daß keine Frau zu deinem Hügel Zugang findet, du selbst aber wache!"

(Anmerkung etika.com: Wenn heilige Männer wie Serafim von Sarow nicht einmal den Anblick normal gekleideter Frauen aushielten, wie willst du, der du im Innern lange nicht so gefestigt bist wie diese Gottesmänner, den Anblick unbekleideter Frauen aushalten, mit denen du ständig, ob gewollt oder ungewollt, konfrontiert wirst?)
((Leider hat sich infolge Stress in die Erstfassung ein sinnentstellender, selbst verschuldeter, ärgerlicher Tippfehler eingeschlichen - wir ersuchen um Nachsicht.))

Unter dem Hemd trug er auf der Brust einige Kreuze von Eisen, die wohl zusammen zwanzig Pfund wiegen mochten, und auf dem Rücken ebensolche von etwa acht Pfund, dazu um die Hüften noch einen eisernen Gürtel. Im Winter schlug er Holz im Walde für seinen Ofen, der aber bei der strengen Kälte seine Zelle nur notdürftig wärmte, im Sommer arbeitete er in dem kleinen Gemüsegarten, von dessen Ertrag er sich ernährte.

"O einsames Leben! Heim der Lehren, Schule des himmlischen und göttlichen Verstehens, wo Gott alles ist, was wir lernen können..."

Mit diesen Worten des heiligen Basilius des Großen pries Serafim seine Einsamkeit. Bei allen seinen Verrichtungen sang er die Gebete, Psalmen und Troparien, von denen er viele auswendig wußte. Und besonders liebte er die Hymnen zur Ehre der Mutter Gottes. Täglich las er einige Kapitel aus dem Evangelium und den Apostelbriefen oder in den asketischen Schriften der heiligen Väter... Immer las er das Bußgebet des heiligen Ephräm des Syrers, das für die Fastenwochen vorgeschrieben ist:

"Herr und Gebieter meines Lebens, den Geist des Müßiggangs, des Kleinmuts, der Herrschsucht und Schwatzhaftigkeit gib mir nicht. Gib mir, deinem Knecht, hingegen den Geist der Keuschheit, Demut, Geduld und Liebe.

Ja, Herr, mein König, laß mich sehen meine Sünde, und laß mich nicht richten meinen Bruder, denn du bist hochgelobt in die Ewigkeit der Ewigkeiten. Amen."

Manchmal erzählte er anderen Starzen auch von den Versuchungen des Satans, wie er oft mitten in der Nacht, wenn er betete, sah, daß die Wände der Hütte verschwanden und wilde Tiere sich unter Brüllen auf ihn stürzten. ...

Bei den Unterredungen und Belehrungen empfahl der Starez seinen Besuchern das regelmäßige Beten und besonders das immerwährende Gedenken Gottes und das Tun des Geistigen Gebets.

"Darin muß deine ganze Wachsamkeit bestehen", belehrte er, "im Gehen und Sitzen, bei der Arbeit, in der Kirche vor dem Anfang des Gottesdienstes bewahre dieses Gebet in der Seele und im Herzen. Im Anrufen des Namens Gottes findest du Ruhe, Reinigung von Seele und Leib, und der Heilige Geist, die Quelle alles Heils, wird auf dir ruhen und dich in Gottesfurcht und Reinheit erhalten."

Nikolaj Motowilow schreibt in seinen Aufzeichnungen: "... Also will ich, der arme Serafin, Euch jetzt erklären... Der wahre Sinn unseres christlichen Lebens besteht in dem Erlangen des Heiligen Geistes. Merkt Euch wohl, Väterchen: Nur die für Christus allein verrichteten guten Werke verschaffen uns die Gaben des Heiligen Geistes. Alles, was nicht um Christi willen getan wird, mag es auch gut sein, bringt uns keine Vergeltung im künftigen Leben ein und läßt uns auch schon im irdischen Leben der Gnade Gottes nicht teilhaftig werden. ... Beten, Wachsein, Almosengeben und andere für Christus verrichtete gute Werke sind eben nur Mittel zum Erlangen des Heiligen Geistes. ... Jede Tugend also, die für Christus geübt wird, schenkt uns die Gnade des Heiligen Geistes. Aber am meisten vermag doch das Gebet... Die Gnade des Heiligen Geistes ist ein Licht, das den Menschen erleuchtet. ..."

Gebet der (orthodoxen) Kirche:

Der du von Jugend auf in Christo lebtest, o Seliger, und von dem einzigen Wunsche beseelt warst, ihm, dem Einigen, zu dienen, in Mühen und unablässigem Gebet, der du in Einsamkeiten wirktest und gerührten Herzens die Liebe Christi erworben hast, du wurdest zum geliebten Auserwählten der Mutter Gottes. Darum, so flehen wir zu dir: errette uns durch deine Gebet, heiliger Vater Serafim!

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