Savonarola: Ein Heiliger für Evangelische wie für
Katholiken, ein ökumenischer Heiliger wie Franziskus von Assisi und Birgitta
von Schweden!
"In
der Vorrede zu Savonarola´s Auslegung des 51. Psalms sagt Luther:
"Obwohl an den Füßen dieses heil. Mannes noch
etwas von dem Koth menschlicher Theologie haftet, so hat er dennoch es
ausgesprochen und behauptet, wie aller Ruhm der Werke so gar nichts vor Gott
und wie nöthig der alleinige und gründliche Glaube im Gericht und Tod sei, ohne
alle Werke, darauf man sich verlassen könne. Er erlitt den Tod, weil er Rom,
den Abgrund alles Verderbens, reinigen wollte. Aber siehe, er lebt und sein
Gedächtniß ist im Segen. Christus canonisirt ihn
durch uns, sollten gleich die Päpste und Papisten miteinander
darüber zerbersten."
Und
dann, wenn auch lang vergessen, ist das Gedächtniß Savonarolas seit den
dreißiger Jahren unseres Jahrhunderts wieder bei uns aufgelebt, und seit
Meister Rietschel seine Gestalt als eines Vorläufers der Reformation auf seinem
Lutherdenkmal verewigt hat, lebt sein Name im Bewußtsein des evangelischen
Volks als der eines evangelischen Glaubenshelden. Andrerseits hatten ihn
aber unterdessen die Römischen, trotz ihres Todesurtheils, wieder für sich in
Anspruch genommen, nicht blos als schwachen, sondern als einen der
vorzüglichsten Söhne ihrer Kirche. Ja, nicht blos im Kloster San Marco ist der
Heiligenschein um sein Bildniß erhalten, den ihm der Pinsel Frau Bartolomeos
sofort nach dem Märtyrertod verlieh, die Papisten haben ihn doch auch beinahe
canonisirt: ein Papst (Benedikt XIV.) erklärt ihn im Heiligenregister der
Heiligsprechung für würdig, - gegenüber dem früheren Urtheil ging es zwar nicht
gut an, diese wirklich zu vollziehen, aber man hat doch einen seiner
begeistertsten Anhänger, Philippo Neri, zum Heiligen gemacht. ... Rudelbach
sieht in ihm den Märtyrer des Protestantismus (zugleich einen Propheten nach
Art Joachims und der h. Birgitta) ...
Girolamo Savonarola ward am 21. September
1452 zu Ferrara geboren... Prior des Dominikanerklosters von Florenz... Das
Kloster ward gestürmt, Savonarola ward in den Kerker geschleppt und vom
geistlichen und weltlichen Gericht zum Feuertod verurtheilt. In den schweren
Tagen vor seinem Tode hat er im Kerker jene herrlichen, gebetsartigen
Meditationen über den 51. und 31. Psalm geschrieben, die unseren Luther
bewogen, ihn als evangelischen Glaubenshelden zu "canonisiren". Ruhig
und ergeben, nachdem er mit den gleichzeitig verurtheilten Brüdern Domenico und
Silvester das Abendmahl genossen, beschritt er den Scheiterhaufen, den Bischof,
der in seiner Verwirrung sagte: "Ich scheide dich von der streitenden und
triumphirenden Kirche!" antwortend: "Von der streitenden, nicht der
triumphirenden, denn das kannst du nicht!" - mit solchem Tone, daß es den
Umstehenden unvergeßlich blieb.
(Aus der einleitenden Monographie von Pastor Wilhelm von Langsdorff aus
dem unten zitierten Buch)
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ETIKA |
Girolamo Savonarola |
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GS961102
|
Über
die Kunst, gut zu sterben |
23.11.2003 |
Predigt am 2. November 1496 über Sir. 7, 40.
Separat in Molti devotissimi trattati ect. In Venetia 1547.
Ferner in Prediche (1496) p. c. di Baccini 1889. Predica XXVIII.
Aus:
Hieronymus
Savonarola.
Ausgewählte Predigten.
Mit einer
einleitenden Monographie in deutscher Übersetzung herausgegeben von Wilh. von
Langsdorff, Pastor in Rittmitz. Leipzig. Druck und Verlag von Fr.
Richter. 1890. S. 126 -140).
†
Was du thust, bedenke das Ende, so wirst du nimmermehr
Uebles thun.
Es ist nicht schwer, in dem Herrn Geliebte, dem Menschen zu
beweisen, daß er sterben muß, weil schon abgesehen von andern Gründen uns die
tägliche Erfahrung das lehrt. Aber schwierig ist´s, den Menschen mit dem
Gedanken des Todes vertraut zu machen und ihn dahin zu bringen, daß er immer an
das Sterben denkt. Der Grund liegt darin, daß jedes Begehren aus einer
Erkenntniß folgt, aber nicht immer aus der eigenen, denn der natürliche Trieb
folgt einer Erkenntniß, die außer ihm, im Naturgesetz, ruht.
Der natürliche Trieb des Steines z. B. ist, nach dem Mittelpunkt
der Erde zu streben, er folgt auch einer Erkenntniß, aber
nicht seiner eignen, denn er hat ja keine, sondern der Erkenntniß dessen, der
den Trieb in ihn gelegt hat. So ist´s in allen andern Dingen der Natur, -
doch von dieser Erkenntniß und diesem Trieb reden wir hier nicht.
Das Begehren oder aber der vernünftige Trieb lebender Wesen folgt
aus einer eignen, im Gefühl oder in der Vernunft liegenden Erkenntniß innerhalb
des Geschöpfes oder des Menschen. Da kommt es denn vor, daß die
Erkenntnißkraft dem Begehren eine Sache in so herrlicher Gestalt vorstellt,
daß das Begehren sie mit Heftigkeit verlangt und sich oft so hingezogen fühlt,
daß es fest an jenem Gegenstand hängt und nicht mehr davon lassen will.
So sieht z. B. einer ein Weib, er beginnt an sie zu denken, sein Begehren zieht ihn so stark zu ihr, daß er unablässig nur
an sie denkt und alle seine Erwägungen nur von diesem einen Ziele regiert
werden.
Dasselbe findet statt, wenn einer seinen Gott liebt, weil er ihn
erkannt hat: so sehr drängt ihn diese Liebe, daß Alles, was er ist und denkt,
zu seinem Gott gezogen wird und all´ sein Streben nur dahin geht, wie er
seinem Schöpfer wohlgefalle. So folgt das Verlangen der Seele der eignen
Erkenntniß und hält an den Vorstellungen fest, durch welche die Liebe geweckt
wurde. Alle andern Gedanken und Vorstellungen werden ausgeschlossen; an
nichts mehr, als, was er liebt, mag der Mensch denken.
Der Trieb und die Lust zum Leben ist natürlich. Sein Leben ist dem
Menschen lieber als alles, an diesem Triebe hängt er; alle seine
Gedanken und Thätigkeiten gehen darauf aus, sich sein Leben zu erhalten. Wie
ein Liebender sich nicht trennen mag vom Geliebten (Menschen) und den
Gedanken der Trennung kaum zu fassen vermag, so wird es dem Menschen schwer,
sich von dem Gedanken und von der Sorge für sein Leben zu trennen und des Todes
zu denken. So heftig, als der Mensch sein Leben liebt, haßt er seinen Tod und
flieht Alles, was wider sein Leben ist. Schon der Gedanke an den Tod ist ihm
zuwider, ihn schon flieht und haßt er.
Und darum ist es schwer, den Menschen dahin zu bringen, daß er
umkehrt, ihn des verhaßten Todes denken zu lehren, ihn zu erheben über den
natürlichen, so angenehmen Trieb zum Leben.
Dieser Widerwille hat einen weitern Grund in unserer Sinnlichkeit;
ihrer Lust sind wir ergeben, wir denken nur des Nahen und Vergänglichen. Ja
auch die Sorgen dieses Lebens beherrschen uns so, daß wir nicht dazu kommen, an
den Tod zu denken. So wollen wir denn diesen Morgen von der Kunst, gut zu
sterben, reden. Wir wollen uns nicht aufhalten mit dem Beweis, daß der Mensch
sterben muß, da das - wie ich auch schon gesagt habe, überflüssig wäre und ihr
sagen würdet: Lieber Pater, das ist Zeitverschwendung, das wissen wir längst!
Vielmehr will ich euch zu überzeugen suchen, daß der Mensch den
Todesgedanken immer brauche, will euch zeigen, wie dieser Gedanke reiche
Frucht bringt, und, wer immer daran denkt, selig wird.
An den Tod dachten allzeit alle die heiligen Menschen früherer
Zeit: das machte ihr Erdenleben so rein, das half ihnen hinauf in die Seligkeit
des Paradieses. Siehe, wie nützlich der Gedanke an den Tod dem Menschen ist:
Was hilft ihm Anfang und Mitte des Christenwandels ohne das Ende? Denke doch
allzeit, dieß Ende gut zu machen, d. h. denke doch allzeit des Todes. Deshalb
spricht der Weise in Jesus Sirach: Was du thust, so bedenke das Ende, so
wirst du nimmermehr Uebles thun.
So reden wir denn, Geliebte, von dem Tode und zeigen Jedem, wie er
gut sterben kann. Wir reden zuerst von dem Gesunden, der stündlich
erkranken und sterben kann. Zum zweiten von dem, an dem Schwäche und
Krankheit schon begannen. Zum dritten von dem, der sich krank und elend
fühlt zum Tode. Gott gebe uns Gnade, vom Tode so zu reden, daß es sich
eindrücke in eure Herzen und ihr Früchte empfanget von meiner Predigt!
O Volk, wenn ich dir sagte: ich will dir durch Vernunft, Schrift
und Beispiele beweisen, daß der Mensch sterben muß, so würdest du sagen: das
ist mir ein thörichtes Benehmen. So scheint es mir auch ein thörichtes
Benehmen, wenn der Mensch, der doch weiß, daß er sterben muß, nicht an den Tod
denken mag, wenn er all´ seine Gedanken nur auf dieses Leben, auf Erbauung von
Palästen, auf Aufhäufung köstlicher Gewänder und Reichthümer lenkt.
Auf das aber lenkt er sie wirklich, nicht auf den Tod und auf das
andere Leben, als gäbe es nach diesem hier keines weiter. O Thorheit, nur an
dieses Leben denken; weißt du denn nicht, daß du sterben mußt, du magst wollen
oder nicht? Ja, du kennst nicht Stunde und Ort, weißt nicht, wann und wie du
zu sterben hast. Darum hält Salomo selbst Thiere für weiser als Menschen,
wenn er sagt (Sprüche 30, 24-28):
Vier sind klein auf Erden und klüger als
die Weisen; die Ameisen, ein schwach Volk, dennoch schaffen sie im Sommer ihre Speise; Kaninchen, ein schwach Volk, dennoch legt es sein
Haus in den Felsen; Heuschrecken, sie haben keinen König, dennoch ziehen sie aus ganz mit Haufen;
die Spinne wirkt mit den Händen
und ist in der Könige Schlössern.
Diese vier, sagt Salomo, sind weiser als die Weisen.
Es giebt mehrere Arten von Zielen, einige sind mehr relativer Art,
z. B.: Das Ziel eines Hauses ist seine Gestaltung, dazu ordnet der Bauherr
alle Arbeit. Eines Feldherrn Ziel ist der Sieg, zu dem er sein Heer zu
lenken sucht. Beides sind nur Ziele in beschränktem Sinn; die so handeln, sind
wohl in ihrer Art weise, aber nicht schlechthin. Das ist der nur, der das
letzte Ziel des Menschen ins Auge faßt und nach demselben sein ganzes Leben
einrichtet.
Werde weise, wie diese Vier es sind. Des Todes denke und dessen,
das ihm folgt, dann wirst du recht leben und weiser sein, als jene Weisen. So
laß dir zeigen, wie die wahre Weisheit darin besteht, an den Tod zu denken.
Nach Hieronymus nannte Plato die wahre Philosophie ein
Denken über den Tod. Philosophie aber ist Liebe zur Weisheit, wahre Weisheit
also ist, an den Tod zu denken und der ein wahrer Weiser, der immer denkt, daß
er sterben muß und daß das Ziel des menschlichen Lebens nicht auf Erden ist.
Daher richtet er sich so ein, immer auf einen guten Tod bereit zu
sein und Gott, sein letztes Ziel, zu erreichen. Der Christ aber versteht das
noch besser als Plato. Ich setze den Fall, dir ist irgend etwas in deinem
Glauben zweifelhaft, - dächtest du deines Todes, nie würdest du zweifelhaft in
deinem Glauben, sondern du würdest in ihm gestärkt werden.
Vertiefe dich in diese Gedanken und sprich weiter: was wird
folgen auf unsern Tod? Wo geht der Mensch hin, nachdem er gestorben ist? Er
sieht es nicht; was wird aus ihm werden? Er ist das edelste Geschöpf auf
Erden, was ist sein Ziel? Das Schauen Gottes, sagen die Weisen.
Ein Ziel ist aber nur dann erreicht, wenn man zufrieden und ruhig
ist. Wir sehen aber, daß der Mensch auf dieser Erde nie zu seiner
Ruhe kommt, daß er immer umhergetrieben wird von den verschiedensten Leiden und
Wünschen; deshalb kann hier sein Ziel nicht sein.
Den Christen weist auch noch folgende Erwägung über dieses Leben
hinaus: Gott regiert die Welt und erstreckt seine Vorsehung bis auf das
Kleinste, wie viel mehr auf den Menschen, das edelste Geschöpf auf Erden.
Wem wird er dort seine Ruhe schenken? Sicherlich den Guten; einen
bessern Menschen aber giebt es nicht als den wahren Christen, wie der Wandel
wahrer Christen zeigt. So wird also der wahre Christ, der fest im Glauben
steht, das ewige Leben haben, das Gott seinen Erwählten bereitet hat. Dein
Glaube aber wird dir beim Nachdenken immer gewisser, denn wenn unser Glaube
nicht wahr wäre, gäbe es überhaupt nichts Glaubwürdiges mehr und der Mensch
wäre das elendeste aller Geschöpfe.
Ob auch die Weltweisen sich über das Dasein eines Orts der Bösen
noch den Kopf zerbrechen, wir wissen es durch die Erleuchtung des Glaubens
genau, daß der Mensch, der ohne die Gnade Gottes stirbt, dorthin kommen wird.
Du aber kannst stündlich sterben und weißt nicht, ob du bei Gott in Gnaden
stehst oder nicht?! Denke an deinen Tod, ordne dein Leben darauf hin und denke
bei Gott immer in Gnaden zu stehn, - daß du an jenem einen Punkt nicht zu Falle
kommst.
O Menschenkind, der Teufel spielt
Schach mit dir und sucht dir das Spiel abzugewinnen und dich
an jenem schwachen Punkte schachmatt zu setzen, - achte wohl darauf, wenn du
hier siegst, hast du alles gewonnen, verlierst du aber an dieser einen Stelle,
so nützt dir alles Andre nichts. Richte also die Augen auf den bedrohten Punkt
und denke immer an den Tod, - bist du nicht wohl vorbereitet, so ist Alles verloren!
O der großen Thorheit, des Todes nicht zu denken und nicht bei
sich zu überlegen: wenn ich hier nicht gewinne, so habe ich nichts gewonnen und
alles verloren! Du Kaufmann, wenn dir die Kunde würde, du würdest in einem
Augenblick dein ganzes Vermögen verlieren, du hättest keine Ruhe mehr Tag und
Nacht, du würdest alle Welt durchwandern, um dich gegen dieß Eine vorzusehen.
So denke der Mensch des Todes, so lange er lebt; das wiegt mehr für ihn als die
ganze Welt.
Willst du dich aber wohl auf den Tod bereiten, so laß dir drei
Bilder malen.
Das erste enthalte oben das Paradies und unten die Hölle. Das stelle in deinem Gemach dir vor Augen und denke stets:
vielleicht sterbe ich morgen, meine Hände Kraft kann mich nicht davon befreien.
Siehe da, wohin es mit dir geht, in´s Paradies oder in die Verdammniß. Solcher
Gedanke leitete die Heiligen in allen ihren Thaten. Ehe wir zum zweiten Bilde
gehen, will ich dir noch einige Mittel und Regeln geben.
Was du thust, bedenke das Ende, so wirst du nimmermehr Uebles
thun. Alle unsere Sünde aber kommt von der Unwissenheit oder
Unbedachtsamkeit. Ohne Willen giebt es keine Sünde, der Wille jedoch irrt
nicht, wenn die Erkenntniß nicht irrte; die Erkenntniß nun aber ist es, die
durch Unwissenheit oder Unbedachtsamkeit irrt. Dazu kommt dann das Irren des
Willen und so wird nicht erkannt von dir, oder nicht bedacht, was du thust.
Du wirst einwenden: die Sünden geschehen nur aus Bosheit oder Schwachheit. Wohl,
aber auch das ist auf Unwissenheit oder Unbedachtsamkeit zurückzuführen; denn
die Bosheit oder Schwachheit machen eben, daß der Mensch nicht versteht, was er
thut, oder es nicht bedenkt. Niemand, der das Böse wahrhaft bis auf seinen
Grund überlegt, thut es. Siehst du das Böse, zu dem dich die Versuchung
lockt, als eine That gegen Gottes Gebot an, so wirst du nicht sündigen.
Eben so wenig wirst du es thun, wenn du beständig deines Todes denkst.
Hast du Liebe zum ewigen Leben, so wirst du dich anstrengen, es zu
erreichen und nicht zu sündigen, wie die Schwalbe ihr Nest vollendet aus Liebe
zu ihrer Brut, und Liebe ihre Lehrerin ist, zu ihrer Kleinen Erhaltung. Denkst
du mit Furcht der Verdammniß, als deiner Feindin, so sündigst du nicht, du
fliehst vor der Feindin, wie das Reh flieht von der Furcht getrieben vor dem
verfolgenden Hunde. Oder sollte ich um ein wenig Wohlgefallen vor den Menschen,
um ein wenig Ehre und Besitz, die doch alle vergänglich sind, sollt´ ich darum
das Paradies verlieren mit seinem ewigen Trost, und in die Hölle gehen und in
ihre ewigen Schmerzen? Denkst du des Todes, so denkst du des Paradieses und
der Hölle, und tief im innersten Herzen wacht dir die Liebe zu Gott und die
Furcht auf, die dich zum Guten ziehen und vom Bösen treiben.
Das meint Sirach, wenn er zu dir sagt: bedenke das Ende und du
wirst nimmermehr sündigen. Vergissest du den Tod, so fällst du in der Sünden
Menge. Darum kommst du in Versuchung, mein Sohn, so überlege es doch bei dir:
wenn der Tod kommt, so werde ich nichts gethan zu haben wünschen als das Gute,
das die Heiligen thaten; darum will ich diese Sünde nicht thun und denken, daß
ich sterben muß. Habe ich Gutes gethan, so gehe ich in´s Paradies ein, in dem
die Heiligen Gottes sind; that ich Böses, so muß ich in die Hölle, wo alle
Schlechten bestraft werden. O thue so, mein Sohn, und denke des Todes (heute:
denke an den Tod) und du wirst alle Versuchungen verjagen.
O mein Sohn, willst du sie, diese wahre Weisheit, welche die
Weisen dieser Welt verschmähen, so flehe zu Gott um Erleuchtung, bitte ihn
doch, daß er sein Licht in deine Erkenntniß gieße, daß er auf´s ewige Leben
deine Blicke lenke; denn von Unwissenheit und Unbedachtsamkeit kommen ja deine Sünden.
Wer nie in diese beiden fällt, der irret nie; aber nur Gottes Geist irret
nie, denn er ist die unbeschränkte, vollkommene Weisheit. Je näher ein
Geist ihm kommt, ihm ähnlich wird, desto vollkommener wird er. Die Seligen
und Engel irren nicht, und Jesus hat nie geirrt. Die Apostel konnten
noch in verzeihlichen Fehlern irren, denn sie hatten die Gnadenfülle noch
nicht, wie sie die Seligen des Himmels haben; darum mußte ein Paulus eines
Petrus Schwachheit rügen. Wie soll da der bestehen, der ohne das Licht der
Gnade Gottes, der noch ganz in seinem natürlichen Stande lebt! So flüchte zur
Gnade und flehe um ihr Licht, daß es dir leuchte zum Gehorsam nach Gottes
Willen und dir immer den Todesgedanken im Geiste offenbare. Ja flehe mit David:
erleuchte meine Augen, dass ich nicht im
Tode entschlafe und nicht mein Feind rühme, er sei meiner mächtig geworden.
Dieß ist das erste Mittel, das ich dir geben wollte.
Mein zweites Mittel dich von Sünden abzuhalten ist eine Todesbrille auf deinen Augen. Durch die Farbe der
Brille siehst du Alles nach ihr gefärbt; jeder Trieb, jeder Gedanke, der dich
beherrscht, ist aber eine solche Brille und leiht seine Farbe allen deinen
Vorstellungen und Gedanken. Siehst du durch die gelbe Brille des Neides,
oder durch die rothe des Zornes, so färbt sie dir Alles mit Grimm und
Haß und zeigt dir das Leben in ihrer falschen Beleuchtung. Aehnlich verhält
sich´s mit der Brille, die ich meine.
Alle deine Gedanken müssen vom Gedanken des Todes gefärbt sein und
in allen deinen Werken gedenke des Todes. Des Morgens wenn du aufstehst,
bekreuzige dich und dann setze die Brille des Todes auf und spreche:
Bedenke Mensch, dass du Staub bist und
wieder zu Erdenstaub werden musst.
Dann wende dich zum Herrn:
"O Herr, ich habe dich beleidigt
und so viel Sünde gethan, verzeihe mir, vielleicht schon stehe ich dem Tode
nahe, gieb mir Gnade, daß ich dich nicht wieder kränke." -
Ja mein Sohn, setze diese Brille des Todes auf und sie wird dich
herrlich lenken in allen Lebenslagen.
Noch eine Regel laß dir geben, wie du besser auch an diesem
Todesgedanken festhalten kannst.
Du hast dir diese Regel von den Augengläsern des Todes gemerkt,
aber da Augengläser leicht herabfallen, vergiß die haltenden Spangen nicht.
Solche Spangen sind alle sinnlichen Eindrücke, die dich an den Tod
mahnen; ohne die wird dir leicht der Gedanke an den Tod entgleiten. Alle
heiligen Männer und Frauen haben es sich darum zur Lebensgewohnheit und zur
Vorschrift gemacht, in jeder Lage immer an den Tod zu denken. Wenn ihnen Ehre
zuteil wurde, so wandten sie sich an ihr Todesglas, das ihnen sagte: ihr seid
Staub und Asche, denket zu sterben und denket nicht der Dinge dieser Welt.
Dorthin wandten sie sich, wenn sie über ihre Drangsale und Verfolgungen
unmuthig werden wollten, und da ward ihnen die Kunde: bald dürft ihr sterben, dann werden alle eure Anfechtungen
vorüber, und ihr werdet im Paradiese sein.
Auch du bedarfst der haltenden Spange, damit dir die Gläser nicht
von den Augen fallen. Was heftet den Todesgedanken nun fest an dich? Ich weiß
dir auch hiefür ein Mittel:
Siehe, da stirbt dein Vater, dein Freund! Sieh ihn sterben, dann
geh´ und sieh, wie sie ihn begraben, schau hinab und bedenke: wie ist der
Mensch ein so vergänglich Wesen! Schau hinab und denke deiner Sünden! O male
den Tod in dein Haus, nimm ein Todtengebein in deine Hand und schau darauf.
Will dich der Stolz versuchen, so betrachte den Tod und gedenke sein. Thor, der
ich bin, wirst du dann zu dir sagen, wo sind sie nun alle die gewaltigen Herren
und die großen Männer, die Ehre suchten und Ruhm und Herrlichkeit? Tod, Staub
und Asche sind sie und Verwesung. Dann laß deinen Stolz und wende dich zu
einem reinen Leben vor Gott, daß deine Sünde sterbe. Und so denke bei jeder
Versuchung.
Thust du das, so wirst du nach einem seligen Ende trachten und
nimmer säumen mit Buße und mit deiner Sünden Bekenntniß, weil der Tod nicht
säumt und du seine Stunde nicht kennst.
Mein Sohn, siehst du den flüchtigen Reiter, er nahet der Herberge;
doch er rastet nicht, er labt sich kaum, und tummelt sein Roß weiter auf seiner
Straße. So hast auch du nicht hier zu weilen, sondern von dannen zu eilen, denn
jede Stunde kann deine Stunde werden.
Und wenn Krieg, Pest und Hunger kommen, so ängste dich nicht,
denke nur: jede Todesart kann die meine sein.
Und der Tod seiner Heiligen ist werth gehalten vor dem Herrn, und
elend sterben nur die Gottlosen.
Fürchte nicht deine Todesart, sondern nur das, was für die
Schlechten folgt nach dem Tode.
Sieh, wie die Heiligen zersägt, erschossen und gesteinigt wurden
in großer Zahl, und wie die Gottlosen zumeist in ihrem Bette starben. Aber sie
sind in des Teufels Behausung gegangen, die Heiligen zum Paradiese. Deshalb ist, wie Augustin sagt, der Tod, wenn ein gutes Leben
voranging, nicht für ein Uebel zu halten, denn nur das, was dem Tode folgt,
macht ihn zu einem Uebel.
Das sind die Mittel, die ich dir, der du gesund bist, diesen
Morgen geben wollte, wie du gut sterben kannst, wenn du immer an den Tod
denkst. Doch genug von dem ersten Bilde, das du dir sollst malen lassen, laßt
uns zum zweiten gehen.
Das zweite Bild stelle einen Menschen dar, der schon
anfängt schwach zu werden und kränklich, und den Tod, wie er vor
der Thüre steht und anklopft.
Auch hier sucht der Teufel den schwachen Punkt, wovon es heißt: er
wird dich in die Ferse stechen. Wenn der Teufel dich kränklich werden sieht,
versucht er alle Künste, dich irre zu machen durch Unbedachtsamkeit. Hat er die
ersten Menscheneltern, die Reinen verführt, so hofft er dich noch viel leichter
zu verderben. Wenn du erkrankst, so versucht er dich, daß du nicht deines Todes
denkest. Alles, nur deinen Tod nicht, führt er vor deine Seele. Haus und
Werkstätte, Ehre und Stand. Er heißt dich eine Menge Pläne machen, wenn nur ein
wenig dein Fieber sich gelegt hat. Sei weise, mein Sohn, wende dich zu des
Erlösers Kreuz und bedenke, daß du auch sterben kannst an einem kleineren
Uebel. Aber wenn dich der böse Geist auch nicht durch Unbedachtsamkeit
verführen konnte, so sucht er dich nun durch die Hoffnung auf deine Genesung zu
verlocken, und überredet dich, dein Uebel sei nur unbedeutend.
Doch aus kleinem Uebel kommen noch größere, nicht auf einmal kommt
der Tod, er beginnt schwach und wächst schnell. Wenn du nun wirklich des Todes
denkst, so läßt dir der Teufel durch Andere, durch dein Weib und deine Eltern,
durch den Arzt Hoffnung der Genesung einsprechen, und dich ermahnen den
Todesgedanken zu entfernen. Aber, wenn dein Uebel zum Tode ist, so kann dich
kein Arzt davon heilen; so laß dich nicht überreden, und halte alles Einreden
gegen den Todesgedanken für Verführungen des Teufels.
Sieht nun der Teufel deine Festigkeit, sieht er dich durch deine
Todesgedanken bereitwillig zu deiner Sünden Bekenntniß, so sucht er das zu
verzögern und flüstert dir zu: heute noch nicht, du hast dich noch nicht genug
geprüft, warte bis morgen. Und morgen bringt er dir deine Nachbarn und
Schuldner und eine Menge anderer Hindernisse herbei, damit nichts aus deiner
Buße werde. Siegst du auch da, und beginnst heute schon deine Bekehrung, gieb
Acht, dann wird der Feind die Andacht und Erhebung aus deinem Herzen zu reißen
trachten, er wird dir Weib, Kinder, Eltern auf den Hals schicken und nun wird´s
an die Haushaltung und an die Stadtgeschichten gehen, dich zu zerstreuen.
Darum, wenn du erkrankst, so wähle dir geistliche Helfer, laß die
Frommen, seien es Männer oder Frauen, Priester oder Laien, zu dir kommen, daß
sie dich an den Tod erinnern und an die Beichte und an die Einigung mit Gott.
Da kommt es denn vor, daß die Angehörigen, ja die eigenen Kinder
aus Furcht, du möchtest Anderen etwas hinterlassen oder eine Bestimmung des
Testaments ändern, selbst den Beichtvater fern halten wollen, wenn er kommt,
indem sie sagen: Er schläft, man darf ihn jetzt nicht stören. Achte darauf, wie
der Satan auch hier sich Mühe giebt. Denke darum immer an den Tod, wenn du dich
unwohl fühlst, achte es für deine letzte Stunde, - dieß das zweite Bild, laßt
uns nun zum dritten gehen und damit schließen.
Auf dem dritten Bilde sollst du dir, wie ich sagte, einen Todtkranken
auf seinem Lager darstellen lassen, der jetzt erst Buße thut.
Möglich ist seine Rettung noch, aber schwer. Denn unsern freien Willen sucht
Gott zu bewegen und stellt uns immer den Tod vor Augen, damit wir eilen und zu
ihm uns wenden, so lange es noch Zeit ist.
Stirbt der Mensch in seinen Sünden, so bleiben sie in ihm und er
kann nicht mehr zurück, Gottes Hülfe hat ihn verlassen.
Kommt nun der Mensch, ehe er Buße thut, zum letzten,
entscheidenden Augenblick, so ist er der Verstocktheit schon nah, die ihn nach
dem Tode befallen wird; und selten, selten kann er jetzt noch umkehren. Was
stehest du an mit deiner Umkehr, so lange du gesund bist? Eile zur Buße, laß es
nicht ankommen auf den letzten Augenblick. Davon steht
geschrieben (Sprüche 1, 24ff.):
Weil ich denn rufe und ihr weigert euch,
ich recke meine Hand aus und niemand achtet darauf, und lasset fahren allen
meinen Rath und wollt meiner Strafe nicht: So will ich auch lachen in eurem
Unfall und eurer spotten, wenn das kommt, das ihr fürchtet.
Wenn also der Mensch seine Bekehrung bis zum letzten Augenblicke
aufschiebt und gegen Gottes suchende Liebe undankbar ist, so verdient er, daß
dann auch Gott seine Gnade von ihm abzieht. Darum ist es schwer, dann erst noch
das Heil zu ergreifen.
Ein weiterer Grund hierfür liegt darin, daß der Schmerz der
Trennung von Leib und Seele so groß ist, daß er die Seele ganz befängt, und sie
kaum mehr an ihre Sünden denken läßt und an ihre Rückkehr zu Gott. Da wird oft der Mensch von der Sehnsucht nach der Befreiung vom
Todesschmerz so ergriffen, daß er nichts Andres mehr denken kann. Denkt er aber Besseres, so denkt er doch dessen nur in Furcht vor
der Verdammniß, die Bekehrung aber reicht nicht aus, sie komme denn durch
Liebe.
Um ihn her stehen die Seinen und überreden ihn, er
sterbe nicht, und befehlen Jedermann: erschrecket ihn nicht, sagt ihm lieber,
er werde genesen, man muß den Kranken nicht widersprechen und sie nicht muthlos
machen. Und so weiden sie ihn mit Weide (Hosea 12,2.) und bedenken nicht, was
ihm noth ist.
Der Teufel kann auch in Verzweiflung stürzen, indem er dem
Sterbenden alle seine Sünden zeigt und ihm die Rettung als etwas Unmögliches
abspricht. Denn es werden Zeichen an der Sonne, dem
Mond und den Sternen, und auf Erden wird den Leuten bange sein und werden
zagen, und das Meer und die Wasserwogen werden brausen und die Menschen
werden verschmachten vor Furcht und vor Warten der Dinge, die da kommen sollen
auf Erden. Diese Weissagung, wie sie erfüllt werden wird am Tage des
Gerichts, so hat sie ihre Deutung auch auf den Einzelnen, wenn der Herr ihn
verstößt im Tode.
Es werden Zeichen der Verdammniß sein an der Sonne, das ist am
Menschengeist, der nichts anders dachte denn irdischen Tand; am Monde, das ist
am Willen des Menschen, der die Kreatur mehr liebte, als den Schöpfer; und an
den Sternen, das ist an den innern und äußern Sinnen, die nur mit Fleischlichem
verkehren wollten. Auf Erden aber, das ist im irdischen Herzen, wird dir bange
sein über die Gedanken, die dich durchbrausen und ängstigen und alle Schmerzen
der Schwachheit auf deine Schwäche werfen, - da muß der Mensch verschmachten
vor Furcht und in Erwartung des göttlichen Gerichts.
Daß du aber auch nicht in einem Sprüchlein aus Gottes Wort Ruhe
findest, beginnt der Teufel den Glauben zu versuchen und sagt: Kann ich dich
auf diese Art nicht kriegen, dann auf eine andere, und sucht den Wahn in deiner
Seele zu erwecken, mit dem Glauben sei es nichts. Da spricht er:
Ha, was bildest du dir ein, daß es Glauben gäbe? Wenn der Leib
todt ist, ist auch die Seele todt! -
Um dieser und vieler andrer Qual willen ist es schwer, noch in
letzter Stunde gerettet zu werden.*
Darum laß es, liebe Seele, nicht erst darauf ankommen, ich
fürchte, man müßte sonst über dich klagen, wie Jesus klagte über Jerusalem: Wenn
du es wüsstest, und beweintest, was noch über dich kommen soll, so
würdest du auch bedenken zu dieser deiner Zeit, was deinem Frieden dient. Aber
nun ist es vor deinen Augen verborgen, - d. h. du weinst nicht, weil du die
kommenden Uebel nicht kennst. Denn es wird die Zeit über dich kommen, dass
deine Feinde werden um dich und deine Kinder eine Wagenburg schlagen, dich
belagern und an allen Orten ängstigen, und werden dich schleifen und keinen
Stein auf dem andern lassen; darum, dass du nicht erkannt hast die Zeit,
darinnen du heimgesucht bist.
Ja, deine Feinde werden kommen und dich umgeben, d. h. die Teufel
werden wie ein Wall um dich stehen, dich hinabschleifen in die Verdammniß, dich
herumschleifen in großer Angst und Noth und dich zur Erde werfen in die Tiefe
der Hölle mit all´ deinen guten Werken, und werden nicht einen Stein auf dem
andern lassen, all´ deinen sogenanten guten Wandel werden sie niederreißen,
darum dass du nicht erkannt hast die Zeit, darinnen du heimgesucht bist:
weil du nicht hören wolltest, als dich der Herr in Liebe suchte.
Warte nicht, Seele, bis auf den letzten Augenblick, und wenn du
dann in Todesnoth kommst, verzage nicht!
1. Flüchte dich zunächst zu dem Gekreuzigten, sieh seine Liebe, wie
er sich kreuzigen ließ und starb, um dich selig zu machen, habe Vertrauen zu
ihm, dem Heiland und Erlöser der Sünden. Sieh, wie liebreich er auch noch dem
Schächer verzeiht, und verzage nicht, sondern glaube, daß er auch dir verzeihen
wird, wenn du dich in Demuth zu ihm wendest, denn auch für dich hat er sein
Blut vergossen.
2. Zum Zweiten aber bereue von ganzem Herzen deine Sünden und nimm
dir vor, dich zu bessern, und wenn es ihm gefällt, dich wieder genesen zu lassen,
versprich immer fromm zu wandeln und deinen Herrn nicht zu kränken.
3. Zum Dritten lasse einen guten Beichtvater holen, beichte mit aller
Sorgfalt und genieße das heilige Mahl.
4. Viertens aber sorge, daß alle, die dich umgeben, in innigem Gebet
sich vereinen. Und ihr, die ihr um einen Sterbenskranken steht, steht nicht in
eitlem Geschwätz, sondern alle in Fürbitte für ihn, denn hier gelten Gebete
mehr als irgend sonst etwas.**
Es schiebe also keiner die Buße auf den letzten Augenblick auf,
sondern jeder halte sich bereit, rüste sich in Beichte (Anmerkung etika.com:
zu Luthers Lebzeiten war die Ohrenbeichte noch üblich, das heißt die
Einzelbeichte gegenüber dem Pfarrer; seine Nachfolger haben sie allmählich
abgeschafft) und Abendmahl, jeder halte sich rein, als ob jeden Augenblick
der Tod komme. Dann handelst du, wie der Weise sagt: Was du thust, so
bedenke das Ende, so wirst du nimmermehr Uebles thun.
Ein Jeder also, in dem Herrn Geliebte, achte darauf, gut zu leben,
wenn er einmal gut sterben will und habe immer den letzten Augenblick vor
Augen. Wenn wir so handeln, so haben wir in diesem Leben Gnade und im andern
Herrlichkeit durch unsern Heiland Jesus Christ, der für uns gekreuzigt und
auferstanden ist, - welchem ist Ehre, Macht und Herrlichkeit jetzt und in
Ewigkeit. Amen.
* Hier erzählt Savonarola, wie in seinem Kloster die um einen
Sterbenden versammelten Brüder ständig das Glaubensbekenntnis sprechen.
** Hieran schließt er zwei Erzählungen Gregors, wie Sterbenden
durch Fürbitte und Glauben der Angehörigen über schwere Kämpfe und Zweifel
hinweggeholfen wurde. (Anmerkung etika.com: bei allem Verdienst ein schweres
Verbrechen der evangelischen Herausgeber, aus theologischer Rechthaberei die
"katholischen" Beispiele für Fürbitten auszublenden)
Schlußbemerkung: Lieber eine solche spannende ein- oder
zweistündige Predigt als eine von 20 Minuten, die langweilt, wenig aussagt und
immer dasselbe (zum Beispiel die Sonntagspflicht) in den Mittelpunkt stellt.