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ETIKA |
FRANZISKUS-CHRONIK |
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12F3103 |
Franziskus
betet in San Damiano, wird verspottet und trennt
sich von den Eltern |
Der Cronicken
der Minderen Brüder, Konstanz 1603. Cap. 3. |
Von den Widerwertigkeiten
so ihme wegen daß er die
Welt verlassen / zugestanden
Dieweil er dann allzeit unnachläßlich
betrachtet / wie er doch je lenger je mehr von
Christi wegen erarmen / der Welt absagen / das seinig verlassen / und darmit den
Armen zu Hilff kommen möchte / und aber darzu kein andern Underweiser als
Christum Jesum hätte / verharret der Herr ihne vil mehr durch sein Güte als bißhero
geschehen / mit seinen Gnaden heimzusuchen.
Dannenher als er auff ein
Zeit zu der Statt auß im Willen ein still verborgen
Ort / damit er den Betrachtungen desto baß obligen möchte / zu suchen / und bey
einer gar bawfelligen Kirchen zu S. Damian
genant fürüber gangen /
wirt er durch Eingebung deß heyligen
Geists bewegt hinein zu gehen / kniet vor der Bildnus
deß gecreutzigten Christi
Jesu nider / unnd als sein Seel mit wunderlichem Trost deß heyligen Geists erfüllt / spricht er mit sonderer Innbrunst zu Gott dem Herren zu dem dritten mal dises nachfolgende Gebett.
O höchster / glorwürdigister
Gott unnd mein Herr Jesu Christe / verleyhe mir nach Erleuchtung der Finsternus
meines Hertzens / rechten Glauben / sichere Hoffnung / wahre Liebe / und dein Erkantnus / also daß ich allzeit
deinen heyligisten Willen vollbringe. Amen.
Als er nun darauff
mit sonderer Affection und zeherenden Augen das Creutz Christi ansahe
/ hörete er mit lieblichen Ohren ein Stimm von
demselben zu ihme außgehen drey mal sprechende:
Gehe Francisce erbawe
mein Hauß / welches zum Fall geneigt ist.
(Anmerkung
ETIKA: Dieser Auftrag Gottes ist auch an uns ergangen. Wir führen das Werk von
Franziskus fort. Apostel der letzten Zeiten AIHS.
19.6.2007)
Von welcher so wunderlicher Stimm / als er
die Krafft derselben empfunden / und alleinig an selbem Orte gewesen / er dermassen erstaunet / daß er zu
gleich als verzuckt worden.
Da er aber letstlich
sich selbst wider erholet / nimbt er ihme für alsbald zu gehorsamen / und die materialisch
Kirchen darinn er sich befande
zu erbawen / weil er noch nit
befande / daß der Verstand
der gehörten Worten Christi sich auff die andere
Kirchen / welche durch sein rosenfarb Blut erlößt worden / lendete.
Stehet derwegen auff / bezeichnet sich mit dem Zeichen deß
heyligen Creutz / und gehet der Statt zu / richtet zusamen alle die Wahren so ihme
der Vatter gegeben / unnd schickets auff Foligni zu / allda verkaufft er alles
sambt dem Roß / darauff der abentheurig Kauffmann
geritten was / eylete der vorgemelten
Kirchen zu / zu verrichten das jenig / so er vermeynte von dem Herren anbefohlen zu seyn.
Da er nun daselbsten
bettet / und den Priester / so den Gottsdienst allda
verrichtet / ersicht / tragt er ihme alsbald alles daß erlößt Gelt / damit er die
Kirchen erbawen / unnd den
Armen zu Hilff kommen solte
/ demütigklich an / bittet er solte
ihnen etliche Tag zu seiner Gemeinschafft unnd Conversation annemmen.
Auff welches ime der
Priester geantwort / er wölle
ihne gar gern bey sich
behalten / aber das Gelt wölle er wegen seines Vattern und Befreundten mit nichten annemmen. Darauff nimbt er als der wahre Verachter der zeitlichen Güter den Seckel sammt dem Gelt / wirfft ihn durch ein Fenster so allda war /
in die Kirchen / laßts allda als ein Kot ligen / befleißigt sich inn Gesellschafft deß Priesters sich
mit Gott zu vereinigen.
Alsbald dem Vatter dises
zu Gehör kommen / macht er sich zornig
und unwillig auff / begert
den Sohn zu finden. Da der new Ritter Christi solches
vernimbt / und den Zorn unnd
Betröung seines Vattern förchtet / verbirgt
er sich / damit er solchem entgehen möchte / in ein Hölin / allda verbleibt etlich Tag / bettet stets und ohne Underlaß
/ mit uberflüssigen Zehern (Zähren, Tränen) den Herren / er wolte sein Seel vor den
Verfolgern beschirmen / unnd zu denen heyligen Begirden die sein
Allmacht ihme zu verrichten eingegossen / Gnad verleyhen.
Zu gleich als er dises
Gebett verrichtet / facht er an sich selbst seiner Zagheit halber zu straffen / legt alle Forcht
hindan / gehet auß der Hölin herfür / und eylet (als er mit Krafft unn Stärcke deß Allerhöchsten
bewaffnet ) der Statt Assisi mit Freuden zu / damit er die Schlangen der weltlichen Verfolgung / mit welchen der Teuffel von seinem Fürnemmen ihne begert abzutreiben / zertretten und zerknischen
möchte.
Da die von der Statt ihne
also ubel gestalt / unnd
gleichsam zerrit sahen / sagten sie / er wäre unsinnig / lauffen
ihme die Buben durch alle Gassen nach / einer wirfft ihn mit Kot / der ander
mit Steinen / und verspotten verlachen ihn als einen Narren.
Der Diener Christi aber war deßwegen nit kleinmütig / verendert sein Fürnemmen wegen
der angelegten Schmach mit nichten / leidet alles gedultig / nit achtende von der
Welt für einen Thoren / und dargegen bey Christo Weiß und Verständig geacht
zu werden.
Als der Vatter dises
Geschrey unnd Getümmel
erhört / und den Sohn also verspottet sicht / eylet
er eylendts wie ein Löw nit
den Sohn zu erretten / sondern ubler als andere alle
zu tractieren dem Rumor zu / reißt ihne inn das Hauß
/ und laßt ihn nach vilen
angelegten Iniurien unnd
Streichen in Ketten einschmiden
/ und in ein Zimmer einsperren / gedencket durch
solche Straff ihne inn das
vorig Wesen und Stand wider zu bringen.
Der Diener Gottes aber / damit er seinem Fürnemmen nachsetzet / erschrickt mit dem wenigisten nit / sonder wirt
desto standhafftiger diß
alles zu uberwinden / gedenckt
an die Wort deß heyligen Evangelij (Matth. 5.): Selig seynd
die da Verfolgung leiden von der Gerechtigkeit wegen / dann ihrer ist das Reich
der Himmel.
Unnd diß so der Herr
selbst spricht (Luc.): Wer zu mir kombt / und hasset nit den Vatter / Mutter / Brüder
/ Eheweib / unnd sich selbst / kan
nit mein Jünger seyn.
Welchen Spruch der allmächtig Gott ohnfehlbar an disem seinem Diener
/ der nit allein von den Verwandten und Freunden /
sonder vil mehr von eignem Vatter
betrübt und verfolgt war / erfüllt hat.
Dahero man wol sagen
mögen / daß stähele das
Hertz müßte seyn / welches
sich wegen Greuligkeit und Tyranney
deß Vatters / und Gedult deß Sohns nit zu Mitleiden bewegen müßte /
da doch der heylige Franciscus seinen Geist mit
Christo vereinigt gehabt / alles mit Gedult uberwunden / Gott
auch durch dise Hammerschläg ein wunderlich Geschirr
zugerichtet / und inn dem Offen der schweren
Mühseligkeit gereyniget / auff
daß sein Glori erweitert /
und sein Gedechtnus auff
Erden außgebreitet wurde.
Als aber nun etlich
Tag verflossen / daß der heylig
Franciscus gefangen / unnd der Vatter
von Assisi etlicher seiner Geschefften wegen verreißt
/ hat die Mutter auß
Mitleiden deß Sohns / und daß
ihr das jenig so von dem Vatter
geschehen nit gefallen / sich zu ihme
begeben / ihne mit müterlichen
Worten / sambt mitlauffenden
vilen Zehern / (welches nit ein ringer Anlauff gewesen) gebetten / er wolte dem Vatter gehorsamen.
Da sie aber bey ihme nichts außrichten mögen / unnd daß er mehr Gott als ihnen
den Elteren zu gehorsamen schuldig / unnd entschlossen / neben Anermahnung
sie darumben Gott loben / unn
umb solche grosse Gnaden Danck sagen sollen / zu Antwort empfangen / hat sie ihne doch auß müterlicher
Anmutung / nach gegebner Benediction unnd Segen / der
Banden erlediget / und fortziehen lassen.
Alsbald er nun ledig / unnd
sein Abschid mit Wünschung deß
Fridens genommen / ist er stracks der mehr gemelten Kirchen zugeloffen / unnd dem Allmächtigen umb alles
was ihme begegnet Danck
gesagt.
Wie nun der Vatter wider zu Hauß kommen / unnd den Sohn da er
ihn gelassen nit gefunden / wirdt
er mit der Mutter / die in ledig gelassen / gar ubel
zu friden / und nach dem er sie gar ubel gehalten / laufft er eylendts mit grossem
Grimmen der Kirchen zu / inn Meynung
/ wann er ihn je von seinem Fürnemmen nit abwenden möchte / wolte er ihne doch / als der ihn höchlich entunehrt
/ auß dem gantzen
Assisischen Gebiet vertreiben.
Als nun der selig Franciscus den Vatter ersahe / gehet er ime / von Gott gestärckt / mit freundtlichen Geberden entgegen /
und spricht freidig zu im: Lieber Vatter
/ ich bekümmere mich umm ewere
Tröwort / Ketten / Streich / noch andere Peinen gar nichts / dann ich bin bereit von der Liebe
Christi willen alle Beschwernussen von euch zu
gedulden.
Da nun der Vatter
vermerckt / daß er ihne von seinem Fürnemmen mitnichten
abwendig machen köndte / gedachte er wie er doch das
Gelt / so der Sohn auß den verkaufften
Wahren erlößt / wider bekommen möchte: unn weil er mit dem Priester ob er nichts von demselben wißte sich besprache / sicht er
ohne gefer (sic)
an dem Ort da Franciscus das Gelt eingeworffen /
einen grossen Seckel: unn da er sich hinzu nahete / fande er darinn all
sein Gelt.
Als ers nun auffgehebt / ward
sein Unwillen zu gutem Theyl gestilt
/ unn also mit diser Artzney den Durst seines unersettlichen
Geitz erlöschet.
Was
bleibt:
Bete
wie Franziskus in San Damiano:
O höchster / glorwürdigster Gott und mein Herr Jesus Christus / verleihe mir nach Erleuchtung der
Finsternis meines Herzens / rechten Glauben / sichere Hoffnung /
wahre Liebe / und deine Erkenntnis / also daß ich allzeit deinen heiligsten
Willen vollbringe. Amen.
Gott sprach zu Franziskus:
“Erneuere die Kirche, die zerfällt!“
Die Apostel der letzten Zeiten AIHS führen das Werk von Franziskus fort. Hilf auch du bei
der Reformation der Kirche!
Verachte
das Geld!
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