ETIKA

FRANZISKUS-CHRONIK

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24.1.1999 – 10.7.2007

12F3103

Franziskus betet in San Damiano, wird verspottet und trennt sich von den Eltern

Der Cronicken der Minderen Brüder, Konstanz 1603. Cap. 3.

Von den Widerwertigkeiten so ihme wegen daß er die Welt verlassen / zugestanden

Dieweil er dann allzeit unnachläßlich betrachtet / wie er doch je lenger je mehr von Christi wegen erarmen / der Welt absagen / das seinig verlassen / und darmit den Armen zu Hilff kommen möchte / und aber darzu kein andern Underweiser als Christum Jesum hätte / verharret der Herr ihne vil mehr durch sein Güte als bißhero geschehen / mit seinen Gnaden heimzusuchen.

Dannenher als er auff ein Zeit zu der Statt auß im Willen ein still verborgen Ort / damit er den Betrachtungen desto baß obligen möchte / zu suchen / und bey einer gar bawfelligen Kirchen zu S. Damian genant fürüber gangen / wirt er durch Eingebung deß heyligen Geists bewegt hinein zu gehen / kniet vor der Bildnus deß gecreutzigten Christi Jesu nider / unnd als sein Seel mit wunderlichem Trost deß heyligen Geists erfüllt / spricht er mit sonderer Innbrunst zu Gott dem Herren zu dem dritten mal dises nachfolgende Gebett.

O höchster / glorwürdigister Gott unnd mein Herr Jesu Christe / verleyhe mir nach Erleuchtung der Finsternus meines Hertzens / rechten Glauben / sichere Hoffnung / wahre Liebe / und dein Erkantnus / also daß ich allzeit deinen heyligisten Willen vollbringe. Amen.

Als er nun darauff mit sonderer Affection und zeherenden Augen das Creutz Christi ansahe / hörete er mit lieblichen Ohren ein Stimm von demselben zu ihme außgehen drey mal sprechende:

Gehe Francisce erbawe mein Hauß / welches zum Fall geneigt ist.

(Anmerkung ETIKA: Dieser Auftrag Gottes ist auch an uns ergangen. Wir führen das Werk von Franziskus fort. Apostel der letzten Zeiten AIHS. 19.6.2007)

Von welcher so wunderlicher Stimm / als er die Krafft derselben empfunden / und alleinig an selbem Orte gewesen / er dermassen erstaunet / daß er zu gleich als verzuckt worden.

Da er aber letstlich sich selbst wider erholet / nimbt er ihme für alsbald zu gehorsamen / und die materialisch Kirchen darinn er sich befande zu erbawen / weil er noch nit befande / daß der Verstand der gehörten Worten Christi sich auff die andere Kirchen / welche durch sein rosenfarb Blut erlößt worden / lendete.

Stehet derwegen auff / bezeichnet sich mit dem Zeichen deß heyligen Creutz / und gehet der Statt zu / richtet zusamen alle die Wahren so ihme der Vatter gegeben / unnd schickets auff Foligni zu / allda verkaufft er alles sambt dem Roß / darauff der abentheurig Kauffmann geritten was / eylete der vorgemelten Kirchen zu / zu verrichten das jenig / so er vermeynte von dem Herren anbefohlen zu seyn.

Da er nun daselbsten bettet / und den Priester / so den Gottsdienst allda verrichtet / ersicht / tragt er ihme alsbald alles daß erlößt Gelt / damit er die Kirchen erbawen / unnd den Armen zu Hilff kommen solte / demütigklich an / bittet er solte ihnen etliche Tag zu seiner Gemeinschafft unnd Conversation annemmen.

Auff welches ime der Priester geantwort / er wölle ihne gar gern bey sich behalten / aber das Gelt wölle er wegen seines Vattern und Befreundten mit nichten annemmen. Darauff nimbt er als der wahre Verachter der zeitlichen Güter den Seckel sammt dem Gelt / wirfft ihn durch ein Fenster so allda war / in die Kirchen / laßts allda als ein Kot ligen / befleißigt sich inn Gesellschafft deß Priesters sich mit Gott zu vereinigen.

Alsbald dem Vatter dises zu Gehör kommen / macht er sich zornig und unwillig auff / begert den Sohn zu finden. Da der new Ritter Christi solches vernimbt / und den Zorn unnd Betröung seines Vattern förchtet / verbirgt er sich / damit er solchem entgehen möchte / in ein Hölin / allda verbleibt etlich Tag / bettet stets und ohne Underlaß / mit uberflüssigen Zehern (Zähren, Tränen) den Herren / er wolte sein Seel vor den Verfolgern beschirmen / unnd zu denen heyligen Begirden die sein Allmacht ihme zu verrichten eingegossen / Gnad verleyhen.

Zu gleich als er dises Gebett verrichtet / facht er an sich selbst seiner Zagheit halber zu straffen / legt alle Forcht hindan / gehet auß der Hölin herfür / und eylet (als er mit Krafft unn Stärcke deß Allerhöchsten bewaffnet ) der Statt Assisi mit Freuden zu / damit er die Schlangen der weltlichen Verfolgung / mit welchen der Teuffel von seinem Fürnemmen ihne begert abzutreiben / zertretten und zerknischen möchte.

Da die von der Statt ihne also ubel gestalt / unnd gleichsam zerrit sahen / sagten sie / er wäre unsinnig / lauffen ihme die Buben durch alle Gassen nach / einer wirfft ihn mit Kot / der ander mit Steinen / und verspotten verlachen ihn als einen Narren.

Der Diener Christi aber war deßwegen nit kleinmütig / verendert sein Fürnemmen wegen der angelegten Schmach mit nichten / leidet alles gedultig / nit achtende von der Welt für einen Thoren / und dargegen bey Christo Weiß und Verständig geacht zu werden.

Als der Vatter dises Geschrey unnd Getümmel erhört / und den Sohn also verspottet sicht / eylet er eylendts wie ein Löw nit den Sohn zu erretten / sondern ubler als andere alle zu tractieren dem Rumor zu / reißt ihne inn das Hauß / und laßt ihn nach vilen angelegten Iniurien unnd Streichen in Ketten einschmiden / und in ein Zimmer einsperren / gedencket durch solche Straff ihne inn das vorig Wesen und Stand wider zu bringen.

Der Diener Gottes aber / damit er seinem Fürnemmen nachsetzet / erschrickt mit dem wenigisten nit / sonder wirt desto standhafftiger diß alles zu uberwinden / gedenckt an die Wort deß heyligen Evangelij (Matth. 5.): Selig seynd die da Verfolgung leiden von der Gerechtigkeit wegen / dann ihrer ist das Reich der Himmel.

Unnd diß so der Herr selbst spricht (Luc.): Wer zu mir kombt / und hasset nit den Vatter / Mutter / Brüder / Eheweib / unnd sich selbst / kan nit mein Jünger seyn.

Welchen Spruch der allmächtig Gott ohnfehlbar an disem seinem Diener / der nit allein von den Verwandten und Freunden / sonder vil mehr von eignem Vatter betrübt und verfolgt war / erfüllt hat.

Dahero man wol sagen mögen / daß stähele das Hertz müßte seyn / welches sich wegen Greuligkeit und Tyranney deß Vatters / und Gedult deß Sohns nit zu Mitleiden bewegen müßte / da doch der heylige Franciscus seinen Geist mit Christo vereinigt gehabt / alles mit Gedult uberwunden / Gott auch durch dise Hammerschläg ein wunderlich Geschirr zugerichtet / und inn dem Offen der schweren Mühseligkeit gereyniget / auff daß sein Glori erweitert / und sein Gedechtnus auff Erden außgebreitet wurde.

Als aber nun etlich Tag verflossen / daß der heylig Franciscus gefangen / unnd der Vatter von Assisi etlicher seiner Geschefften wegen verreißt / hat die Mutter auß Mitleiden deß Sohns / und daß ihr das jenig so von dem Vatter geschehen nit gefallen / sich zu ihme begeben / ihne mit müterlichen Worten / sambt mitlauffenden vilen Zehern / (welches nit ein ringer Anlauff gewesen) gebetten / er wolte dem Vatter gehorsamen.

Da sie aber bey ihme nichts außrichten mögen / unnd daß er mehr Gott als ihnen den Elteren zu gehorsamen schuldig / unnd entschlossen / neben Anermahnung sie darumben Gott loben / unn umb solche grosse Gnaden Danck sagen sollen / zu Antwort empfangen / hat sie ihne doch auß müterlicher Anmutung / nach gegebner Benediction unnd Segen / der Banden erlediget / und fortziehen lassen.

Alsbald er nun ledig / unnd sein Abschid mit Wünschung deß Fridens genommen / ist er stracks der mehr gemelten Kirchen zugeloffen / unnd dem Allmächtigen umb alles was ihme begegnet Danck gesagt.

Wie nun der Vatter wider zu Hauß kommen / unnd den Sohn da er ihn gelassen nit gefunden / wirdt er mit der Mutter / die in ledig gelassen / gar ubel zu friden / und nach dem er sie gar ubel gehalten / laufft er eylendts mit grossem Grimmen der Kirchen zu / inn Meynung / wann er ihn je von seinem Fürnemmen nit abwenden möchte / wolte er ihne doch / als der ihn höchlich entunehrt / auß dem gantzen Assisischen Gebiet vertreiben.

Als nun der selig Franciscus den Vatter ersahe / gehet er ime / von Gott gestärckt / mit freundtlichen Geberden entgegen / und spricht freidig zu im: Lieber Vatter / ich bekümmere mich umm ewere Tröwort / Ketten / Streich / noch andere Peinen gar nichts / dann ich bin bereit von der Liebe Christi willen alle Beschwernussen von euch zu gedulden.

Da nun der Vatter vermerckt / daß er ihne von seinem Fürnemmen mitnichten abwendig machen köndte / gedachte er wie er doch das Gelt / so der Sohn auß den verkaufften Wahren erlößt / wider bekommen möchte: unn weil er mit dem Priester ob er nichts von demselben wißte sich besprache / sicht er ohne gefer (sic) an dem Ort da Franciscus das Gelt eingeworffen / einen grossen Seckel: unn da er sich hinzu nahete / fande er darinn all sein Gelt.

Als ers nun auffgehebt / ward sein Unwillen zu gutem Theyl gestilt / unn also mit diser Artzney den Durst seines unersettlichen Geitz erlöschet.

Was bleibt:

Bete wie Franziskus in San Damiano:
O höchster / glorwürdigster Gott und mein Herr Jesus Christus / verleihe mir nach Erleuchtung der Finsternis meines Herzens / rechten Glauben / sichere Hoffnung / wahre Liebe / und deine Erkenntnis / also daß ich allzeit deinen heiligsten Willen vollbringe. Amen.

Gott sprach zu Franziskus:
“Erneuere die Kirche, die zerfällt!“
Die Apostel der letzten Zeiten AIHS führen das Werk von Franziskus fort. Hilf auch du bei der Reformation der Kirche!

Verachte das Geld!

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