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FRANZISKUS-CHRONIK |
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12F3106 |
Franziskus
erneuert drei Kirchen – Symbole für die drei Heere Christi |
Der Cronicken
der Minderen Brüder, Konstanz 1603. Cap. 6. S. Bonaventura. |
Wie
von dem heyligen Francisco drey
Kirchen vernewert worden.
Cap. 6.
S. Bonaventura:
Es war diser fürtrefflich unnd heylige Mann also vest in der Einfalt der Liebe Christi fundiert / daß als er sich erinnerte dessen so ihme so wunderbarlich durch den Gecreutzigten / nemblich daß er sein Kirchen solte ernewern / anbefohlen / und nit anderst dann daß es auff gedachte S. Damiani Kirchen deutete / verstunde / macht er sich alsbald wider auff Assisi zu / unnd was er mit dem auß den Kauffmanns Gütern erlößtem Gelt nit könden verrichten / gedachte er durch das Allmusen zu wegen zu bringen / welches ihm auch fort gangen.
Dann als er inn
der Statt (inn welcher er allbereit
für ein Diener Christi erkant) das Allmusen sammlete / bekame er von den
Freunden und Verwanten Gelt unn
andere Materi genug / darmit
er gedachte Kirchen erbawen möchte.
Gesellet sich derhalben
zu dem Priester / der inn selbiger den Gottsdienst verrichtete / und gabe
der Ernewerung / weil ihme Werckmeister unnd Arbeiter zu
solcher Arbeit nit mangleten
/ einen Anfang.
Neben allem dem bemühete er selbst sich unauffhörlich
/ damit sein schwacher Leib / so allbereit
durch vil Abstinentz und
Fasten gar ermärglet / mit der Burde
der Stein so er truge noch mehr underthänig
gemacht und gedemütiget
wurde.
Hat also mit dere
Hilff Gottes / unnd auß Andacht der Glaubigen sich so
vil geübt / daß er die mehr
gemelt Kirche widerumb erbawen.
Inn welcher Zeit der Priester /
der in alle Zeit inn so strenger Arbeit / bey so herrlichem Werck sahe / ihme allezeit was auff hielte / damit er sich mit selben reficieren
und wider erquicken möchte.
Es wolte
aber der Diener Gottes solches auch nit länger
gedulden / wolte selbst dienen / unnd nit von andern bedient
werden. Sprach sich selbst an:
Wo wilt du Francisce
allzeit ein Priester finden der dir diene? Ist das der Weg der Armut die du
suchest?
Entschlusse sich daß er weder von dem Priester noch andern wolte gedient werden / un derhalben wann es Essens Zeit war / name
er ein Schüssele / gienge
mit anderen Armen zu den Häuseren / begerte umb Gottes willen das Allmusen / und was er bekam / asse
er bey ihnen mit Freuden.
Und ob ihne gleichwol solches an dem Anfang gar hart ankam / so wurde es ihme doch in dem Fortschreiten so süß und lieblich / also daß er nacher zu seinen Mitbrüdern offt gesagt / er hätte mit so grossem Gusto und Lust nie nit gessen / als eben derselbigen Zeit.
Darauß erfolgt
/ daß als er auff ein Zeit
mit einem fürnemmen Praelaten
zu Gast asse / wolte er
nichts versuchen oder essen / als was er gehörter Massen erbettlet
hätte.
Da nun der Heylige
die Erbawung diser deß heyligen Damiani
Kirchen verfertiget / richtete er sich an ein andere deß
heyligen Petri Kirchen / welcher was weiter
von der Statt als die erste gelegen / und durch gleiche Mittel unnd Weg brachte er selbige auch widerumb
auff.
Wie er solches vollendet / begibt
er sich auff Porticella
(welches nahend bey Assisi ist) da dann ein
andere Kirchen so der Mutter Gottes zu Ehren geweycht
/ aber gar öd / und niemands der sich selbiger annam
/ sich befande / allda wegen der sonderen
Andacht / so er gegen der seligsten Himmelkönigin truge
/ fienge er an zu wohnen / und zu gedencken
/ wie er solche wider erbawen möchte.
Unnd weil er vilmal alldorten durch
die heylige Engel / nach dem Namen der Kirchen /
die bey S. Maria der Englen
genant war / heimgesucht worden / hat er sich desto lieber daselbst auffgehalten / und disen Ort vor
allen andern geliebt / darumben daß
er inn selbem demütig angefangen / mannlich gestritten / und seligist
geendet hat.
Inn disem
Ort hat er durch Göttliche Offenbarung den Anfang der Regel der Mindern
Brüder gemacht / und geschahe solches nit ohne sonderbar Mysterium unnd
Geheimnus / sonder auß
Anordnung der Göttlichen Fürsichtigkeit / von welcher
er in allen seinen Wercken underwisen
unnd gubernirt war.
Auff solche
Weiß hat diser Diener Christi drey
Kirchen / nemmlichen S. Damians / S. Peters / und S. Mariae der Englen / zuvor ehe daß er den Orden angefangen / und das Evangelium geprediget / erbawen / welches theyls darumb daß
er von disen zergängklichen
zu den unzergängklichen / von den nidern
zu den höhern Sachen mit Ordnung auffstige: theyls auch / damit ime das jenig so er würcken solte / zuvor durch Würckung der empfindtlichen Mysterien eröffnet wurde / geschehen / damit
(gleich den dreyen Kirchen / so von ime ernewert worden ) er sich
erinnerte / daß die Kirchen Christi durch ihne auff dreyerley
Weiß / nemblich / der Form / Regel / und Lehr so er
geben / renoviert und erbawen werden müßte: wie wir dann klärlich
sehen inn den dreyen
Heeren Christi / welches da seynd drei Orden deß H. Francisci / die er der
Welt eingesetzt / erfült seyn
worden.
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