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ETIKA |
FRANZISKUS-CHRONIK |
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12F3132 |
Wie der
hl. Franziskus das Geld aufs äußerste gehaßt hat |
Der Cronicken der mindern Brüder, das erst Buch, Cap. 32, S. 131f., 1603, S. Bonaventura |
Wie er das Gelt auff
das eusserist gehasset
Cap. 32
Allen denen
Sachen / die einer Armut nit gleichten
/ ward er zuwider / sonderlich aber hasset er das Gelt / und ermahnte
unablässig seine Brüder / solches als den Teuffel zu
fliehen.
Daher begab
es sich / als ein Student sein Gebett zu verrichten /
inn unser Frawen Kirchen gangen / er nit weit von dem Creutz ein Stuck Gelt an ein Ort zu einem Allmusen niderlegte. Ein Bruder
der es durch Gottes willen zu Allmusen außgeben möchte / hebte es auff / und legts in ein Loch in
der Kirchen.
Als aber
der heylige Franciscus solches wahrgenommen / unnd es der Bruder vermerckte / warff er sich ihme zu Füssen / unnd bate umb
Verzeyhung / erbeut sich darumb Buß zu thun.
Der Heilige strafft ihn härtigklich / daß er so behertzt wäre gewesen
das Gelt anzurüren / und befilcht
ihm / er solte hingehen mit dem Maul das Gelt von
dannen / dahin ers gelegt / nemmen
/ und inn ein heimlich Gemach werffen.
Von welchem als es durch den Bruder frölich unnd alsbald verricht worden /
die andere Brüder erschreckt / unnd hinfüro das Gelt noch vil mehr geschohen und gehasset.
Ein ander mal / als der heylige Mann nit weit von Bari in Puglia fürgienge / sahe er in mitten der
Strassen einen grossen Seckel / so voller Gelt zu seyn scheinte / ligen / dessenwegen sein Gesell / auß
guter Neigung gegen den Armen / bey ihme starck anhielte / er solte ihme solchen auffzuheben / und den Armen außzutheylen
vergonnen.
Der heylige Vatter sagt / er solte
sich deß Seckels nichts annemmen / es wäre nur ein Betrug des Teuffels
/ sein guter Willen so er gegen den Armen truge /
wurde nichts desto weniger verdienstlich seyn. Da er
aber das jenig so andern zugehörte / nemmen und den Armen geben wolte
/ wurde er sündigen / zeucht also sein Weg fort.
Der Bruder
aber under dem Schein einer unzimblichen
Andacht / noch immer von dem Teuffel angefochten / wolt nit nachlassen den Heyligen zu bitten / welcher letstlich
/ auff daß er den Betrug erkente / ihme zu erlauben
gezwungen / wenden sich wider umb / und nachdem sich
ein Jüngling zu ihnen geselt / verrichtet der heylig Mann sein Gebett / unnd sagt zum Bruder er solte den
Seckel auffheben.
Als er die Erlaubnus bekommen / zittert er vor Schrecken / denn er den
Betrug deß Teuffels schon
allbereit erkennet / neigt sich doch mehr auß
Gehorsame / als voriger Begird (weil er schon berewt) nider / streckt die Hand
den Seckel auffzuheben auß / alsbald schleufft ein grosse Nater herauß
/ verschwindet alles / unnd wirt
der Betrug deß Teuffels erkant / bekent derhalben sein uberige
Sorgfältigkeit und Schuld.
Und der heylige Mann sagte:
Sichst du Bruder / daß den Dienern Gottes das Gelt nichts anders ist / dann Teuffel und gifftige Schlangen.
1999:
Frage: Wer
vertrat wohl im Streit um das Ablaßgeschäft mehr die
Linie des Franziskus, der Papst oder Luther? Siehe Papst
- Fugger- Großkapital.
Natürlich ist der damalige Luther nicht identisch mit der heutigen
evangelischen Kirche mit ihren diversen Geldgeschäften. Wir erinnern auch
daran, daß der jetzige Papst in den USA Geld kassiert
für Telefonkarten mit Christus am Kreuz und seinem eigenen Konterfei, die eine
US-Firma vertreibt. (Zeitungsmeldungen
vom 13. November 1999) Muß
so etwas sein? Was sagen denn die Konkurrenten dazu, die vielleicht auch
Christen sind, aber Jesus und das Kreuz nicht für ihre Geschäfte mißbrauchen wollen?
Erinnerung: Wir haben immer noch keine Reaktion
auf unseren Wunsch an die katholische Kirche, zu Beginn der heiligsten Handlung
im Gottesdienst mit dem Klingelbeutel kein schmutziges Geld mehr zu sammeln und
damit von den erhabenen Worten über das Opfer Jesu Christi abzulenken, sondern
am Eingang der Kirche Opferbüchsen wie in den evangelischen Kirchen
aufzustellen, wo am Schluß der Messe jeder Gläubige
seine Spende entrichten kann. AIHS
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