ETIKA

FRANZISKUS-CHRONIK

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12F3141

Von der großen Andacht des Franziskus gegenüber Gott und den Heiligen

29.12.2010
Relativ schwierig zu lesen

Der Cronicken der mindern Brüder, das erst Buch, Cap. 41, S. 153-156, Konstanz, 1603

Von der grossen Andacht so der heylige Franciscus gegen Gott und den Heyligen getragen.
Cap. 41
S. Bonaventura.

Wer köndte jemalen außsprechen die hohe Andacht / welche allezeit in dem heyligen Vatter Francisco dem lieben Freund seines Bräutigams Christi Jesu branne?

Dieweil daß er offtermalen durch solche seine Innbrunst auß ihme selbst kame / und sich dermassen inn Christum Jesum transformierte / daß wol erschine daß mit den eusserlichen Federkielen die innwendige Seiten seines Hertzens gerürt wurden.

Dannenhero sagt er / so ein hohen Schatz als die Liebe Gottes / umb das Allmusen zu geben / wäre ein new und vil zu grosse Freygebigkeit / unnd derhalben die jene so solches nit erkanten / unnd ein ringen Pfenning höher als ein so hohes Werth / durch welches sie den Himmel erkauffen möchten / schetzten / Narren wären / daß sie die Liebe desselben / so uns so hoch geliebt / nit uber alles wie billich / achteten und liebten.

Derohalben auff daß er zu diser Göttlichen Liebe offt erweckt wurde / betrachtet er alle Sachen / als von der Hand deß Herren kommende / ward durch die Betrachtung der Creaturen mit sonderer Liebligkeit in die Betrachtung der aller höchsten unnd ersten Ursach / unnd Ursprung deß gantzen Wesens unn Lebens erhebt / admiriert in der Schöne / und Zusamenfügung der Creaturen / den aller schönisten und weisesten Erschaffer / suchet uberal den Geliebten / und fande ihn auff underschidliche Weiß allemalen / machet auß allen Creaturen ein Leiter / auff welcher er zu Contemplierung / Beschawung / unnd Geniessung desselbigen Herrens / welcher von dem gantzen Wesen so hoch begert wirdt / auffsteigen möchte / erfrewet sich durch eine jede Staffel / als in einem fliessenden Bächle / in dem höchsten Bronnen alles Gutens mit sonderm Geschmack / als wann von ihme diese himlische Harmonia unnd Consonantz der Underscheidung der Tugenten / und ihrer Würckungen / welche der allmächtig Gott seinen Creaturen verleycht / gehört wurd / welches wegen er dann selbige vilmalen mit dem Propheten (Psal. 138.) iren Erschaffer zu loben erweckte / wie hernach an seinem Ort zu sehen ist.

Er truge seinen geliebtisten Gecreutzigten allezeit als ein wolschmeckendes Myrrhenbüschelein inn seinem Hertzen / begert nach aller Mügligkeit sich in ihne zu transformieren / auff daß er mit uberiger Liebe möchte entzündet werden / erwehlet derhalben die Fasten / begab sich inn die Einödinen / auff daß er in der Stille sich mit seinem liebhabenden Jesu erfrewen möchte / welcher dann als der danckbar / nit ermanglet / solches umb seinen Liebhaber zu vergleichen / ihme allezeit seinen himlischen Trost schickende.

Er branne mit dem höchsten Eyffer seiner innerlichen Kräfften / in Andacht deß heyligen hochwürdiger Sacraments / verwunderet sich je länger je mehr solcher eussersten uberschwencklichen Göttlichen Communication.

Dannenhero wann er communicierte / (welches dann offtermalen geschahe) verrichtet ers mit einer so hohen und grossen Andacht / daß alle so gegenwärtig waren / sich darob entsetzten / und zu der Andacht / weil sie ihne also voller dises Göttlichen Geschmacks / gleichsam im selben erfült / und in dem Geist verzuckt sahen / gezwungen wurden.

Gegen disem  war er allezeit so ehrerbietig unnd eyfferig / daß weil er zweifflet solches vielleichter unwürdig zu tractieren / wolt er das Priesterthumb niemalen annemmen.

Als er aber so hoch / daß er kein Widerstand mehr wißte / deßhalber angestrengt wurde / begabe er sich zu den gewohnlichen Waffen deß Gebetts / und begeret im selben von Gott dem allmächtigen seinen Raht.

Darauff ihme ein Engel mit einer Gutter voller deß aller klaristen Wassers in der Hand habende erschine / und zu ihme sagte:

·       Sihe Francisce / also reyn muß seyn der jenig / welcher das heylige Sacrament administrieren will.
(Anmerkung ETIKA: Wir stimmen mit dem Engel überein: Pädophile und Homosexuelle dürfen keine Sakramente spenden. Konkret: Werden sie trotzdem von solchen Händen gespendet, sind sie ungültig.)

Von disen Worten der heylige Mann bewegt / hernach nie mehr das Priesterthumb annemmen wolte / gedunckt ihne nit wenig Diaconus zu seyn / dieweil das Priesterthumb so grosse Reynigkeit erforderet.

Derhalben befahl er den Ministris und anderen Brüderen / sie solten in den Provintzen da sie wohnten / grossen Fleiß haben / das Volck ermahnen / und anreitzen / demselben Clericken und Priestern / predigen / den allerheyligisten Leib Christi Jesu an gebürlichem Ort mit aller Reverentz zu behalten / schickt ihnen darzu die Formen die Hostien zu machen.

Die Altär und Kirchen sollten sauber und wol geziert seyn / thate dessen bey den Capitlen sonderliche Meldung jederzeit.

Die hochwürdigiste Mutter deß Erlösers liebet und ehret er so hoch / daß nit außzusprechen / daß sie den Allerhöchsten uns zu einem Bruder gemacht / unnd sein Göttliche Maiestät mit unserem Fleisch bekleidet / setzte nach Gott in dise allerheyligste Jungkfraw alle sein Hoffnung / hätte sie gleich von Anfang seiner Religion zu einer Fürsprecherin / und Schirmerin bey ihrem liebsten Sohn außerwehlt / unnd selbiger zu Glori und Ehr / wie oben gesagt ist / gefastet.

Nach diser ward er mit einer unzertrenlichen Ketten der Liebe (neben allen anderen / wegen der geistlichen Sorg so sie unserthalben tragen)  dem heyligen Ertzengel S. Michael (von wegen seines Ambts / dem Herren die Seelen zu praesentieren) zugethan / unnd von sonderer Andacht wegen fastet er viertzig Tag vor desselbigen Festag / inn welcher Fasten er die Gnad der heyligen Malzeichen / wie hernach gesagt wirdt / erlanget.

Er branne letstlich gentzlich in der Gedechtnus aller glorificierten Heyligen / affectionniert sich ihnen mit gantzem Gemüt / als lebigmachenden Steinen deß himlischen Gebäus / angezündet und erleucht / von dem scheinbaristen unnd uber alles klaristen Liecht der Liebe Christi.

Als die fürnembsten derselben ehret er mit sonderlicher Andacht / die Fürsten der Apostel Petrum unnd Paulum / zuhe (Anmerkung: zog) solche zu besuchen biß gen Rom / gleichwol  nit vergebens / weil er entgegen von ihnen auch heimgesucht / beschirmt / und in seinen Anligen getröst wurde.

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