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ETIKA |
FRANZISKUS-CHRONIK |
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12F3155 |
Franziskus zum Sultan |
Der Cronicken der mindern Brüder, das erst Buch, Cap. 56,
Konstanz 1603 |
Aktuelle Vorbemerkung für unsere arabischen Freunde: Es hat wenig Sinn, wenn
die derzeitigen geistlichen Führer einen interreligiösen Dialog führen.
Nützlicher wäre es, wenn sich Christen, Moslems, Hindus usw. unterhalten, wie
sie die kommende Weltdiktatur des Antichrist
aufhalten. Zum Beispiel mit gemeinsamen Aktionen gegen Chauvinismus und
Imperialismus. Wir haben uns von Anfang an für eine gesamtarabische Nation und
für ein freies Kurdistan eingesetzt, wir sind auch für ein unabhängiges
Afghanistan ohne ausländische Besatzungstruppen, und wir haben stets die dekadenten
westlichen Einflüsse und den von New York aus gesteuerten Kapitalismus bekämpft.
Jedem Volk seine Unabhängigkeit, und Selbstbestimmung auch für jede ethnische
Minderheit! Da könnten sich Christen, Moslems und Hindus usw. gut verstehen.
Wie der heylig Franciscus in Egypten gezogen /
dem Soldan den Christlichen Glauben zu predigen
Cap. 55.
In dem Jar deß Herren 1219, nach dem der heylige Vatter seine Brüder inn vilerley Provintzen und Land außgeschickt / entschleußt er sich in Egypten zu ziehen / unnd dem grossen Soldan von Babylonia den Christlichen Glauben zu verkünden / (unnd solches desto mehr / weil selbiger Zeit die Christen zu Eroberung deß heyligen Lands außgezogen waren) unnd zu sehen ob er sambt seinen Brüderen ein geistlichen Krieg anfahen / und mit der Hilff Gottes selbige Seelen auß dem Rachen deß Teuffels reissen möchte.
Demnach ihm aber ein grosse Anzahl der Brüder nachzufolgen begerten / sagt er / alsbald er gen Ancona (da er zu Schiff gehen solte) kommen / zu ihnen:
Allerliebste Brüder / hertzlich gern wolte ich euch alle trösten / dann ich sihe die grosse Begird der Marter / so euch mit mir zu ziehen treibet / ihr secht aber daß es nit müglich / dann die Naven (Anmerkung: Schiff) uns nit alle fassen möchte.
Derhalben ist es von nöhten daß ihr euch deß Willen Gottes benüget / durch welchen die jenige so mit mir reisen sollen / erwehlt / unnd die andern im Friden allhie verbleiben sollen.
Auff daß aber keiner sich zu beklagen habe, / secht allhie ein einfältigs Knäble / (zeigt ihn dasselbig / so nit weit von ihm stunde) das kent uns nit / dises wann es euch wie mir geliebt / solle die Wahl meine Gefehrten zu erwehlen haben.
Die Brüder seynd dessen zu frieden. Der Heylig beruefft das Knäble / unn sagt:
Sag mir mein Kind / ist es der Will Gottes / daß dise Brüder alle mit mir in Egypten reisen?
Das Kind antwortet:
Nein.
Welche dann (spricht der heylig Vatter).
Diser / diser / unnd diser / sagt der Knab / zeigt also von einem zu dem anderen / biß auff ihro eilff / und nit mehr.
Als die anderen das sahen / waren sie zu friden / unnd wendeten ihren Weg wider zu rugk. Der heylige Vatter aber gehet mit den eilffen zu Schiff / unn nach langer Schiffung kombt er in Egypten / da das Christliche Volck wider deß Soldans Heer die Statt Damiatam belägeret / und beyde Kriegsheer zu Feld lagen / und täglich mit einander scharmitzelten / derwegen man dann mit dem wenigsten zu dem unglaubigen Volck ohne sondere tödtliche Gefahr nit kommen möchte / inn Ansehung von dem Soldan ein Edict außgangen / daß welcher under den Mohren ein Christen Kopff inn das Läger brächte / deme solte alsbald ein Duggaten darfür gegeben werden.
Der Diener Gottes aber / der nichts anders als ein Martyrer zu sterben begerte / als er sein Gebett verricht / und sich inn dem Herren geistlich getröst / gehet sambt den Gesellen dem heydnischen Läger zu / allezeit den Spruch des Propheten singende:
Ob ich schon wandlet
mitten inn dem Schatten deß
Todts / förcht ich doch kein Unglück / dann du Herr
bist bey mir.
Alsbald die von den Mohren gesehen worden / sprengen ihre
vil von dem Hauffen herauß / eylen der heyligen Gesellschafft zu als die hungerigen
Wölff geden (gegen?) den blossen
Schäfflein / fahen sie ohne einigen Widerstand / tractieren sie ubel / und wann
sie nit zu dem Soldan begeret / wäre das End ihres Lebens verhanden
gewesen.
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widerstand
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