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die christliche Antwort auf den Magier Harry Potter, der uns – jedenfalls von
der weltweiten Wirkung her - an den Magier des Antichrist erinnert, und zeigt
die Gegenmittel auf:
Franziskus von Assisi - Die Wunder der Heiligen – Die Mysterien des Universums
– Gottes Wirken in den Menschen – Gott rettet und richtet
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ETIKA |
FRANZISKUS-CHRONIK |
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12F3194 |
Wissen und prophetischer
Geist des Franziskus |
Der Cronicken der Minderen
Brüder, Konstanz 1603. I, Cap. 94 |
Von der Wissenheit unn
prophetischem Geist / so der heylige Vatter gehabt.
Cap. 94
S. Bonaventura.
I.
Verdammnis für pharisäischen Theologen
Mit der steten unnd unauffhörlichen Übung des Gebetts / hat der heylige
Vatter Franciscus sein Seel dermassen erleutert / erheiteret / unnd seinem
höchsten Gott zugethan / dass ob er gleichwol kein sonderbare Erfahrung der
heyligen Geschrifft hatte / er doch nichts desto minder mit dem Glantz der
Göttlichen Eingebungen angethan / mit wunderlichem Verstand der Göttlichen
Geheimnussen / die Hochheit selbiger Geschrifft penetriert oder erreicht /
von welcher die erlernete Kunst außgeschlossen / und an dero Statt die jenige
so durch die Liebe Gottes eingegossen
wirdt / eingehet / und derhalben das jenig/ so er die heylige Geschrifft
lesende / durch Göttliche Eingebung als ein wahrer Discipel deß heyligen Geists
verstunde / anfängklich wol in die Gedechtnus gefasset / und hernach mit
sonderlichem innerlichen Geschmack unnd Andacht widerumb erholet / und
ruminiert: solches auch (wann ihne der Herr nit inspiriert) niemandts offenbart
/ damit er nit sich einen Meister (wie heutigen Tags gewohnlich) erzeigte.
Der Ostiensisch Cardinal deß Ordens Schirmherr / welcher hernach Pabst
Gregorius der Neunte worden / begerte in Geheim / er sollte ihme / seiner
Seelen zu sonderem Trost / etliche schwere Bäß der heyligen Geschrifft
außlegen: dene hat er also benügt / dass er nit mehr begeren könden.
Als er eines mals zu Siena war / fragt ine ein Theologischer gelehrter
Bruder / wie der Baß deß Propheten Ezechiels zu verstehen / welcher also
lautete:
Wann du dem Gottlosen nit verkündest / unnd sagest / dass er von seinen Gottlosen Wegen abstande / und das Leben hab / so wirdt der Gottloß in seiner eignen Missethat sterben / sein Blut aber werde ich von deiner Hand erforderen.
Deme antwortet der heylige Vatter:
Wann diese Wort in gemein / wie sie lauten /
verstanden sollen werden / so verstehe ich’s also / dass der Diener Gottes
dermassen mit dem exemplarischen Leben / und rechtgeschaffner Conversation
solle brinnen und scheinen / damit er also stillschweigend die Gottlosen
straffe: dann wann er also thut / verkündet er inen ihre Gottlosen Werck.
Auß welchem wol abzunemmen / wie hoch der Religios unnd Ordensmann
schuldig unnd verbunden seye / solches mit dem Schein seines heyligen Lebens zu
würcken / dieweil dass er allhie hört / wann er solches nit thun werde / möge
er dem erschröcklichen Gericht deß lebendigen Gottes nit entweichen. Diese
wahre unnd verständige Außlegung / sagte der Theologus / wäre gestracks vom
Himmel kommen / und dass kein eigentlichere und wahrhafftigere als diese /
welche er mit den schnellen Flüglen deß fliegenden Adlers der eingegoßnen
Geschickligkeit gethan / köndte oder möchte gegeben werden. Unsere Außlegung
aber (sprach er) welche auß dem verblenten Gemüt der puren Natur / gleich wie
ein Schlangen so ihren Leib auff der Erden schleifft / her käme / wäre nit also
beschaffen.
Nit allein in dieser / sonder vil mehr anderen Sachen probierte
gedachter Bruder den heyligen Vatter / unnd ward in allen eusserist benügt /
und sich der Gnaden so ime der Herr ertheylt / verwundert und entsetzt / welche
so groß und wunderlich waren / dass er nit allein die vergangne Geheimnussen /
unnd Offenbarungen / sonder auch die zukünfftigen / welches GOTT allein kann /
als wann er’s vor leiblichen Augen hätte / köndte entdecken und wissen / wie
durch diß und andere nachfolgende Exempel zu sehen seyn wirdt.
Weil der heylige Vatter noch zu Siena wohnet / begert er eines mals an
einen seinen gar Vertrauten / umb der Liebe Gottes willen ein Genad. Der gibt
ihme freffenlich zu Antwort / er wollte ihme solche nit ertheylen / er
verspreche ihme dann / und versichere ihn / dass er in dem ewigen Leben sollte
behalten werden. Wahrlich ein vermessen und erschröcklich Begeren. (Anmerkung etika.com: Der um einen Gefallen gebetene Mann gab
zur Antwort, er wolle den Wunsch nicht erfüllen, es sei denn, Franziskus
verspreche ihm das ewige Leben.)
Der allmächtig Gott aber / welcher der Welt zu Gutem / die Verdienst
seines geliebsten Knechts erzeigen wollte / bewilliget / er sollte das Geding
annemmen / unnd ihne versicheren / hat ihne auch dessen in dem Gebett
versichert;
Derhalben sagte der heylig Vatter solches seinem so grossen Freund /
unnd versprach ihme an Statt Gottes das ewige Heyl.
Dieser gute Mann kondte diese sein geistliche Freud nit verschweigen /
sonder breitets auß / also dass solches gedachtem Theologo zu Ohren kame /
welcher sich der Vermessenheit deß heyligen Vatters höchlich verwundert / unnd
geärgert: eylet derhalbem mit sonderem Grimmen / wie ein anderer Pharisaer
/ dem heyligen Mann zu / fragt ob dises so er gehört hätte / wahr wäre. Der
heylig Vatter bestehet solches / dass er’s gethan: Er lachet seiner / und
verspottet ihn / sagende:
Wer hat dir gesagt / dass diser dein Freund
selig solle werden?
Der heylig Vatter gibt ihme mit sonderm Eyffer der Ehr Gottes zu
Antwort:
Eben dieser hat mirs gesagt / welcher mir geoffenbaret / dass du vergangne Nacht diese verborgne Sünd vollbracht / unnd bald den Orden verlassen werdest.
Dieweil aber dieser Bruder die Verzeyhung nit verdienet /
unangesehen dass die Entdeckung seiner Sünd ein gewisse Anzeigung der Verdamnus
/
wie
ihme prophezeyet ware / wollte er doch / wie ihme der heylig Vatter rahtet /
nit Buß würcken / starbe also durch Verhengnus Gottes ausser deß Ordens / auff
daß er durch sein Verdammnus das Heyl unnd Seligkeit deß anderen vergwisset.
II. Kreuzfahrer
missachten Rat und verlieren Schlacht
Weil er in dem christlichen Feldlager vor der Statt Damiata gewesen /
als er zu dem grossen Soldan den Christlichen Glauben zu predigen gezogen /
prophezeyet er den Christen / sie sollten die Schlacht nit annemmen / dann sie
wurdens verlieren. Als sie ihme aber nit Glauben geben / haben sie iren
Unglauben mit der Haut bezahlt / seynd geschlagen und zertrent worden.
III. Zum Edelmann:
Bald musst du sterben
Als er von dannen uber Meer geschiffet / unnd gen Celano kommen / ward
er von einem Edelmann zu dem Mittagmal geladen. Als er dahin kommen / (unnd
seinem Gebrauch nach ehe er zu Tisch gesessen / gebettet) sicht er inn dem
Herren (dahin er allezeit sein Gemüt gerichtet) dass so er gleich darauff sagte
/ und hernach folgte / beruefft den Edelmann eylends / unnd sagt:
Beychte und bereite dich alsbald / dann inn kleiner Weil must du
sterben / und den Lohn deiner guten Wercken / die du in Auffnemmung der Diener
Gottes gewürckt / heutigs Tags empfahen / schaffe dass du ohne einige Hindernus
oder Auffhaltung gestracks zu deinem Gott mögest wandlen.
Der Edelmann gibt seinen Worten vesten Glauben / sünderet sich von ihme
ab / bereit sich zu der Beycht / beruefft deß heyligen Vatters Gesellen / der
ein Priester war / beychtet vollkommenlich / richtet seine Haußgeschefft so
best er kondt / befilcht alles der Göttlichen Fürsichtigkeit / wollte sich
nichts weiters beladen / unn erwartet seines Herrens / welcher nit lang außgeblieben
/ sonder weil die anderen Haußgenossen zu Tisch sassen / fuhre der fromme Mann
/ gar wol an Seel und Leib bereitet / ohne anders Wehe oder Zustand / nach deß
heyligen Vatters Prophezey / zu seinem Schöpffer.