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Franziskus von Assisi - Die Wunder der Heiligen – Die Mysterien des Universums – Gottes Wirken in den Menschen – Gott rettet und richtet

ETIKA

FRANZISKUS-CHRONIK

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18.12.2001. 13.7.2013

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Wissen und prophetischer Geist des Franziskus

Der Cronicken der Minderen Brüder, Konstanz 1603. I, Cap. 94

Von der Wissenheit unn prophetischem Geist / so der heylige Vatter gehabt.

Cap. 94
S. Bonaventura.

I. Verdammnis für pharisäischen Theologen

Mit der steten unnd unauffhörlichen Ubung des Gebetts / hat der heylige Vatter Franciscus sein Seel dermassen erleutert / erheiteret / unnd seinem höchsten Gott zugethan / dass ob er gleichwol kein sonderbare Erfahrung der heyligen Geschrifft hatte / er doch nichts desto minder mit dem Glantz der Göttlichen Eingebungen angethan / mit wunderlichem Verstand der Göttlichen Geheimnussen / die Hochheit selbiger Geschrifft penetriert oder erreicht / von welcher die erlernete Kunst außgeschlossen / und an dero Statt die jenige so durch die Liebe Gottes  eingegossen wirdt / eingehet / und derhalben das jenig/ so er die heylige Geschrifft lesende / durch Göttliche Eingebung als ein wahrer Discipel deß heyligen Geists verstunde / anfängklich wol in die Gedechtnus gefasset / und hernach mit sonderlichem innerlichen Geschmack unnd Andacht widerumb erholet / und ruminiert: solches auch (wann ihne der Herr nit inspiriert) niemandts offenbart / damit er nit sich einen Meister (wie heutigs Tags gewohnlich) erzeigte.

Der Ostiensisch Cardinal deß Ordens Schirmherr / welcher hernach Pabst Gregorius der Neunte worden / begerte in Geheim / er solte ihme / seiner Seelen zu sonderem Trost / etliche schwere Bäß der heyligen Geschrifft außlegen: dene hat er also benügt / dass er nit mehr begeren könden.

Als er eines mals zu Siena war / fragt ine ein Theologischer gelehrter Bruder / wie der Baß deß Propheten Ezechiels zu verstehen / welcher also lautete:

Wann du dem Gottlosen nit verkündest / unnd sagest / dass er von seinen Gottlosen Wegen abstande / und das Leben hab / so wirdt der Gottloß in seiner eignen Missethat sterben / sein Blut aber wird ich von deiner Hand erforderen.

Deme antwortet der heylige Vatter:

Wann diese Wort in gemein / wie sie lauten / verstanden sollen werden / so verstehe ich’s also / dass der Diener Gottes dermassen mit dem exemplarischen Leben / und rechtgeschaffner Conversation solle brinnen unnd scheinen / damit er also stillschweigend die Gottlosen straffe: dann wann er also thut / verkündet er inen ihre Gottlose Werck.

Auß welchem wol abzunemmen / wie hoch der Religios unnd Ordensmann schuldig unnd verbunden seye / solches mit dem Schein seines heyligen Lebens zu würcken / dieweil dass er allhie hört / wann er solches nit thun werde / möge er dem erschröcklichen Gericht deß lebendigen Gottes nit entweichen.

Dise wahre unnd verständige Außlegung / sagte der Theologus / wäre gestracks vom Himmel kommen / und dass kein eigentlichere und wahrhafftigere als dise / welche er mit den schnellen Flüglen deß fliegenden Adlers der eingegoßnen Geschickligkeit gethan / köndte oder möchte gegeben werden. Unsere Außlegung aber (sprach er) welche auß dem verblenten Gemüt der puren Natur / gleich wie ein Schlangen so ihren Leib auff der Erden schleifft / her käme / wäre nit also beschaffen.

Nit allein in dieser / sonder vil mehr anderen Sachen probierte gedachter Bruder den heyligen Vatter / unnd ward in allen eusserist benügt / und sich der Gnaden so ime der Herr ertheylt / verwundert und entsetzt / welche so groß und wunderlich waren / dass er nit allein die vergangne Geheimnussen / unnd Offenbarungen / sonder auch die zukünfftigen / welches GOTT allein kann / als wann er’s vor leiblichen Augen hätte / köndte entdecken und wissen / wie durch diß und andere nachfolgende Exempel zu sehen seyn wirdt.

Weil der heylige Vatter noch zu Siena wohnet / begert er eines mals an einen seinen gar Vertrauten / umb der Liebe Gottes willen ein Genad. Der gibt ihme freffenlich zu Antwort / er wollte ihme solche nit ertheylen / er verspreche ihme dann / und versichere ihn / dass er in dem ewigen Leben solte behalten werden. Wahrlich ein vermessen und erschröcklich Begeren. (Anmerkung etika.com: Der um einen Gefallen gebetene Mann gab zur Antwort, er wolle den Wunsch nicht erfüllen, es sei denn, Franziskus verspreche ihm das ewige Leben.)

Der allmächtig Gott aber / welcher der Welt zu Gutem / die Verdienst seines geliebsten Knechts erzeigen wollte / bewilliget / er sollte das Geding annemmen / unnd ihne versicheren / hat ihne auch dessen in dem Gebett versichert:

Derhalben sagte der heylig Vatter solches seinem so grossen Freund / unnd versprach ihme an Statt Gottes das ewige Heyl.

Diser gute Mann kondte dise sein geistliche Freud nit verschweigen / sonder breitets auß / also dass solches gedachtem Theologo zu Ohren kame / welcher sich der Vermessenheit deß heyligen Vatters höchlich verwundert / unnd geärgert: eylet derhalbem mit sonderem Grimmen / wie ein anderer Pharisaeer / dem heyligen Mann zu / fragt ob dises so er gehört hätte / wahr wäre. Der heylig Vatter bestehet solches / dass ers gethan: Er lachet seiner / und verspottet ihn / sagende:

Wer hat dir gesagt / dass diser dein Freund selig solle werden?

Der heylig Vatter gibt ihme mit sonderm Eyffer der Ehr Gottes zu Antwort:

Eben diser hat mirs gesagt / welcher mir geoffenbaret / dass du vergangne Nacht diese verborgne Sünd vollbracht / unnd bald den Orden verlassen werdest.

Dieweil aber dieser Bruder die Verzeyhung nit verdienet /
unangesehen dass die Entdeckung seiner Sünd ein gewisse Anzeigung der Verdamnus /
wie ihme prophezeyet ware / wolte er doch / wie ihme der heylig Vatter rahtet / nit Buß würcken / starbe also durch Verhengknus Gottes ausser deß Ordens / auff daß er durch sein Verdamnus das Heyl unnd Seligkeit deß anderen vergwisset.

II. Kreuzfahrer missachten Rat und verlieren Schlacht

Weil er in dem christlichen Feldlager vor der Statt Damiata gewesen / als er zu dem grossen Soldan den Christlichen Glauben zu predigen gezogen / prophezeyet er den Christen / sie solten die Schlacht nit annemmen / dann sie wurdens verlieren. Als sie ihme aber nit Glauben geben / haben sie iren Unglauben mit der Haut bezahlt / seynd geschlagen und zertrent worden.

III. Zum Edelmann: Bald musst du sterben

Als er von dannen uber Meer geschiffet / unnd gen Celano kommen / ward er von einem Edelmann zu dem Mittagmal geladen. Als er dahin kommen / (unnd seinem Gebrauch nach ehe er zu Tisch gesessen / gebettet) sicht er inn dem Herren (dahin er allezeit sein Gemüt gerichtet) dass so er gleich darauff sagte / und hernach folgte / berüfft den Edelmann eylends / unnd sagt:

Beychte und bereite dich alsbald / dann inn kleiner Weil must du sterben / und den Lohn deiner guten Wercken / die du in Auffnemmung der Diener Gottes gewürckt / heutigs Tags empfahen / schaffe dass du ohne einige Hindernus oder Auffhaltung gestracks zu deinem Gott mögest wandlen.

Der Edelmann gibt seinen Worten vesten Glauben / sünderet sich von ihme ab / bereit sich zu der Beycht / berüfft deß heyligen Vatters Gesellen / der ein Priester war / beychtet vollkommenlich / richtet seine Haußgeschefft so best er kondt / befilcht alles der Göttlichen Fürsichtigkeit / wolte sich nichts weiters beladen / unn erwartet seines Herrens / welcher nit lang außgeblieben / sonder weil die anderen Haußgenossen zu Tisch sassen / fuhre der fromme Mann / gar wol an Seel und Leib bereitet / ohne anders Wehe oder Zustand / nach deß heyligen Vatters Prophezey / zu seinem Schöpffer.

 

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