etika.com gibt die christliche Antwort auf den Magier Harry
Potter, der uns – jedenfalls von der weltweiten Wirkung her - an den Magier des
Antichrist erinnert, und zeigt die Gegenmittel auf:
Franziskus von Assisi - Die Wunder der Heiligen – Die Mysterien des Universums
– Gottes Wirken in den Menschen – Gott rettet und richtet
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FRANZISKUS-CHRONIK |
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12F3195 |
Franziskus kennt die
Geheimnisse der Menschen |
Der Cronicken der Minderen
Brüder, Konstanz 1603. I, Cap. 95 |
Wie der heylig Vatter Franciscus
die Geheimnussen der Gewissen der Menschen gewißt.
Cap. 95. S. Bonaventura. Fioreto.
Demnach der
allmächtig Gott unser Herr Christus Jesus / den glorificierten heyligen Vatter
Franciscum zu einem Hirten seiner Schäfflein außerkohren unnd erwehlet / hat er
ihne auch durch sein Göttliche Krafft innerlich
dermassen erleucht / daß er ihne mächtig gemacht die Geheimnussen der Gewissen seiner
Brüder / wie auch ihre verborgne Nohtwendigkeiten zu erkennen.
Dannenhero er
auff einerley Weiß die allbereit ertheylte als die zukünfftigen Gnaden Gottes
erkennen mögen. Auß welcher Erkantnus er vilen den
Fall / welche
gleichwol die Vollkommenheit erlangt zu haben vermeynten / und entgegen das Heyl vilen Boßhafftigen Verkehrten (welchen er die
Bekehrung verkündet) prophetiziert.
Nit weniger sahe er die jenige Sachen / die uber vil Jar hernach geschehen
sollten / als wann sie gegenwärtig wären: spieglet sich allein in dem klaren Schein
deß Göttlichen Liechts / und in seinem wunderlichen Glantz / durch Göttliche /
sonderbare Praerogatif. Sonderlich aber erkent er die Zuständ seiner Religion /
welche er vil malen mit uberflüssigen Zehren seinen Brüderen communicierte. Den
particular und sonderbaren Anligen der Gewissen seiner Undergebenen / eylet er
so vil und starck er möchte / alsbald zu helffen / unnd wann sie weit von ihme
waren / erschine er ihnen in dem Schlaff / sagt inen was sie thun / und vor wem
sie sich verhüten und bewahren solten / wie hernach zu sehen.
Als der
heylige Vatter / sambt seinem Gesellen Bruder
Leonarden von Assisi / so eines stattlichen unnd edlen Geschlechts / uber Meer kommen / und
seiner Kranckheiten halben gar zu schwach unnd müd ware / müßte er etlich Tag auff
einem Esel reiten. Der arme Bruder Leonhard / so zu Fuß lauffen müßte / und gar
müd ware / fienge an in ihm selbsten zu murren / und zu sagen:
Was thu ich armer Mensch? / daß ich disem also zu Fuß nachfolge? Dises
war ja nit der Unterschid zwischen seinem unnd meinem Geschlecht / und doch
jetzt geleich zu Widerspil reit er / und ich muß zu Fuß gehen / und seinen Esel
fort treiben / und mich selbst abmüden / daß ich schier nit weiter kann:
zeucht also
mit disen seinen Gedanken immer hernach.
Der heylig
Vatter vernumbt dises seines Gesellen Murren in dem Geist / ruefft ihm / steigt
vom Esel ab / und sagt:
Wahrlich liebster Bruder / ich erkenne wol daß ich wenig Verstand hab /
und dich also ermüdeten zu Fuß lasse gehen / und ich reite: derhalben so sitze
auff / dann du bist in der Welt vil edler und geehrter als ich gewesen.
Als Bruder
Leonhard das hörte / ward er (wegen daß der heylig Vatter so bald seine
Gedancken erkent) sehr erschreckt unnd betrübt / warffe sich
alsbald mit höchster Rew ihme zu Fuß / beychtet seine eytele / böse Gedancken /
bittet umb Verzeyhung / und erlangts.
Zwen geistliche Brüder kamen von Riete eigens zu dem Oratorio di
Grecio, den heyligen Vatter zu besuchen / und von ihme den Segen zu
empfahen. Als sie dahin gelangt / wirdt ihnen angezeigt / sie köndten nit mehr
mit dem Vatter reden / dann er hätte allbereit gessen / unnd sich inn sein Zell
/ darinner er bettet und schlaffet / begeben / unnd darauß (weil es Fastenzeit wäre) sich deß Tags nit mehr als eines mals zu Essenszeit sehen liesse /
und dörffte in solcher Zeit / wann er sich eintzig befende / sein eigner Gesell
(geschweigen ein anderer Bruder) allein er befehle es sonderbar / nit zu ihme
eingehen: müßten also die armen / trostlosen Brüder / so sich einer solchen
Gnad nit würdig schetzten / weil ihnen ihr Guardian / daß sie zu Abend wider
inn ihrem Kloster sein sollten / anbefohlen / wider darvon ziehen.
Inn deme
zeucht der heylig Vatter / der solches im Geist vorgesehen / wider sein
Gewohnheit auß der Zellen herfür / eylet
denselbigen Brüderen nach / so allbereit weit von dem Kloster waren / tröstet sie mit der begerten Benediction / und schickt sie /
weil sie diese Benediction auß sonderbaren Inspiration unnd Anschickung Gottes
ihnen erfolgt zu seyn erkenten / gar wol befridiget widerumben fort.
Als zwen Brüder von Neaples ihne zu besuchen kamen / thate der älter derselben auff der Straßen einen Mißtritt / dessen
sich der jüngere gar sehr geärgert. Als sie nun für den heyligen Vatter kommen /
unnd den Segen von ihme empfangen / fragt er den jüngeren / wie sich sein
Gesell auff der Reiß verhalten hätte.
Dieser (weil ihne nit billich gedunckte deß Gesellen Mängel zu offenbaren) sagt: Er hätte sich
wol verhalten. Deme sagt der heylige Vatter:
Hüte dich Bruder / daß du nit
die Lugen sagest / dann ich weiß gar wol alles / so sich auff der Reiß verloffen / und
will daß du sollest wissen / daß nit lange Zeit fürüber gehen wirt / du wirst
noch ärgers von diesem sehen.
Also
geschachs: Dann nit lang hernach trate dieser alte Bruder / wie der heylig
Vatter vorgesagt / wegen der begangnen Sünd / Ergernus / und Unbußfertigkeit auß dem Orden.
Zu den ersten
Zeiten deß Ordens / als niemandts / allein durch den heyligen Vatter Franciscum
selbsten in den Orden auffgenomen warde / kombt zu ihme ein Lucesischer Edelmann / den Habitum an ihne zu begeren / hätte bey ihme
etliche seiner Gesellen / unnd war zu der Zeit / als der heylige Vatter inn deß
Bischoffs von Assisi Behausung kranck zu Beth lage.
Als er nun in
sein Gegenwärtigkeit gebracht / wirfft er sich ihme zu Fussen / und begert
trungenlich / er sollte ihne inn den Orden nemmen. Der heylige Vatter sicht
ihme starck in das Angesicht / und spricht:
O du Ellender / dises Begeren wirdt denen Menschen / welche der
Empfindligkeit / und Welt / wie du bist / zugethan / nit eingewilliget / warumb
darffst du dem heyligen Geist die Lugen reden? Dise deine Zeheren (Anm.: Zähren, Tränen) seynd falsch / und das Innerlich deines
Hertzens ist nit mit Gott / er beruefft dich auch nit zu disem Orden / gehe
wider hin im Friden / dann du bist darzu nit gut.
Kaum hätte der
Vatter diß außgeredt / da hätten die Brüder Kundschafft / daß dises Jungen
Befreundte ihne zu holen daher kamen / sagen ihms / er wolts nit glauben /
begibt sich an ein Fenster: Als er sie sahe / erfrewet er sich / nimbt alsbald
von den heyligen Vättern / so bey dem heyligen Francisco waren / seinen Abschid
/ eylet den Freunden zu / und kehrt mit ihnen wider inn sein Hauß. Ab welchem
sich alle Umbstehenden höchlich verwundert / daß der heylige Vatter also bald
die innerliche Gedancken dessen / der eusserlich also berewt und fromb erschine
/ sollte erkant haben.
Ein solches
hat er an einem anderen seiner Brüder wahrgenommen / welcher wegen Haltung deß
Silentij (Anm.: lateinisch silentii, er gab sich dem absoluten
Stillschweigen hin) von dem Teuffel betrogen / daß er so weit kommen / daß
er auch / ohne allein durch Deutung wie ein Stumm / nit mündtlich beychten wollte / wie dann die andern Brüder / auff daß sie
das Silentium hielten / wann sie sonsten was von einander begeren wollten /
auch im Brauch hatten.
Erzeigte also
nit redend so vil Zeichen einer sonderlichen geistlichen Freud / daß er alle
Brüder zu dem Lob Gottes bewegte / unnd nach dem das Geschrey dessen
außgebreitet unnd erschallen / er von menigklich für Heylig geacht worden.
Als aber zu
selbiger Zeit der heylige Franciscus dahin da der Bruder ware / kommen / und
den Handel erwegen / sagt er zu den Brüdern:
Dieser wäre höchlich von dem Teuffel versucht unn betrogen / dann die
mündtliche Beycht (wann sie seyn köndte) wäre der Seelen so wol als die
Berewung und Genugthuung nohtwendig.
Unnd als der
Obrist desselben Orts zu disem Gespräch kame / und dem heyligen Francisco die
grosse Heyligkeit dises Bruders rühmbte / unnd daß er vom Teuffel betrogen wäre
/ in Ansehen so viler Zeichen der Heyligkeit für unmüglich hielte / spricht der
heylige Franciscus:
Versuche ihn auff dise Weiß / befiehl ihme er
solle dise Wochen zwey mal / oder doch auffs wenigist ein mal beychten / thut
ers nit / so halte es gewiß für ein Betrug deß Teuffels.
Als der Obrist
das thäte / steckt der Bruder den Finger inn den Mund / erschüttelt den Kopff /
und deutet / er könde wegen Haltung des Silentij solches nit thun / darüber
ihne der Obriste auch nit weiter getriben.
Es stund nit
lang an / daß sich die hohe Wissenheit des heyligen Vatters entdecket / weil diser
Bruder auß dem Orden gangen / den Habitum (Anm.: Ordenskleid) abgelegt /
unn sich weltlich bekleidet.
Nit lang
hernach begegnet er in gemelter Kleidung / einig und gar ellend zweyen
Ordensbrüdern / dise sagen zu ihme auß grossem Mitleiden:
O du Armseliger / und deiner selbsten Vergeßner / wo ist dein heylig und
einig Leben hinkommen / da du mit deinen Brüderen nit conversieren / oder das
Silentium zu halten / inn der Beycht nit reden wolltest / und jetzo also
verloren inn der Welt umblauffest / das Kleid abgelegt / die Regel verlassen /
und dein Gelübt / als ob du Gott nit erkennest / gebrochen.
Auff dises antwortet er so teuffelisch / daß er wol erzeigt / daß er nit allein den
leiblichen Habitum, sonder auch die Religion / unnd alle innerliche Tugenten
abgezogen / haben ihne auch die Brüder nie wider bekehren mögen / mit allem daß
sie sich starck beflissen / ihme sein Obligation gegen Gott / unnd die Gefahr
seiner Verdammung zu Gemüt zu führen (Anmerkung ETIKA: Welcher Pfarrer tut
das noch heutzutage?) / unnd ist also bald hernach inn den Händen dises
Teuffels / welcher ihne also ersteckt gehalten / daß er nit beychten wöllen /
gestorben /und allen anderen Brüdern ein Exempel verlassen / auff daß sie sich
hüten in denen zu der Religion gehörenden Sachen / nichts sonderbares zu haben
/ welches mehrers -hoffart / dann ein Geist der Andacht und Demut andeuten.
1. Anmerkung etika.com: Wer auf den Spuren des Franziskus wandelt, wird
selbst solcher Gnaden teilhaftig. Schon der Blick auf ein Gesicht kann einem
ein ganzes Drama offenbaren.)
2. Anmerkung: Leider verfälscht das Word-Korrekturpogramm den Originaltext,
z. B. wird d a ß zu dass, d i s e r zu dieser und dergleichen - je nachdem, auf
welchem Computer wir schreiben.