ETIKA

Franziskus-Chronik, 2. Buch

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12F3208

Regel der Minderen Brüder des Franziskus

28.3.2014
S. 364ff.

Der Cronicken der Minderen Brüder / Das ander Buch. Konstanz 1603
In welchem folget das Leben / Absterben / unnd Wunderzeichen deß Seraphischen Vatters Francisci.
Auß der Spannischen Sprach in die Italianische verkehrt durch M. Horatium Diolam Bolognesern: Und an jetzo in Teutsche Sprach gebracht / Durch Den Edlen / Gestrengen Herren Carl Kurtzen von Senfftnaw / Röm. Key. Maiest. etc. Raht / etc.
Getruckt zu Costantz am Bodensee / bey Nicolao Kalt. M.DC.III

Die Bulla der Confirmation der Regel der Minderen Brüder / Babsts Honorij deß Dritten.

Cap. 8.

HOnorius Bischoff / ein Diener der Diener Gottes / wünschet seinen geliebten Kinderen / Bruder Francisco / und allen seinen Minderen Brüderen / Heyl und Apostolischen Segen.

Dieweil der Apostolische Stul allezeit gewohnt / den gerechten Begirden / unnd Gelübten deren so solche begeren / zu willfahren / darumben weil wir inn dein andächtig Begeren (geliebster Sohn inn dem Herrn) einwilligen / welches ist / daß dir durch uns die jenige Regel / welche dir Babst Innocentius der Dritt / unser Vorfahr confirmiert / wie sie inn gegenwärtigen Brieffen eingeführt und notiert ist / confirmiert und bestetet werde / so confirmieren und bekräfftigen wir dir solche durch den Apostolischen Gewalt / so wir von Gott haben / hiemit / inn Krafft dises Brieffs / und ist diese so hernach folgt.

Die ander Regel der Minderen Brüder /
von Babst Honorio dem Dritten durch ein Bullen approbiert und confirmiert.
In dem Namen deß Herren facht hie an die Regel und Leben der Minderen Brüder.

Cap. I.

DIe Regel und Leben der Minderen Brüder ist dise / nemblich: Das heylige Evangelium Christi Jesu unsers Herrn / under Gehorsame leben / und nichts Eigenthumblichs besitzen. Bruder Franciscus verspricht der Bäbstlichen Heyligkeit Honorio / unnd allen desselben Canonice erwehlten Nachfolgeren / wie auch der Römischen Kirchen / Gehorsame / Reverentz / und Ehrerbietung / unnd die Brüder sollen Bruder Francisco / unnd seinen Nachfolgeren zu gehorsamen schuldig und verbunden seyn.

Wie die jenige / so dises Leben führen wöllen / sollen angenommen werden.
Cap. 2.

WAnn einer durch Eingebung Gottes in dise Religion einzutretten / und dises Leben zu halten begert / unnd deßhalber mit einem Bruder reden wurde / solle derselbig / alsbald er sein Gemüt und Fürhaben vernommen / ihne dem Provincial (welchem allein / und keinem anderen der Gewalt die Brüder anzunemmen gegeben) zuschicken.

Wann derselbig seines Willens berichtet / solle er ihne wegen deß Catholischen Glaubens / der heyligen Kirchen Sacramenten / wie er sich zu derselben Gehorsame schicken wölle / fleissig examinieren / und wann er sich inn disem Examen wol erzeigt / und ein vest Fürnemmen inn solchem heyligen Stand biß in den Todt zu verharren / und kein Weib hat / oder wann er eins hat / solche zuvor in ein Frawenkloster gegangen / oder unfehlbar mit Erlaubnus ihres Diocesischen Bischoffs gehen wurde / unnd sie zuvor beyder Seits das Gelübt der Keuschheit gethan: Daß er auch eines solchen Alters / daß kein böser Argwohn von ihme zu haben / und er in allem die Wahrheit erfahren / nemblichen / daß kein andere Verhinderung verhanden / soll er alsbald mit dem Wort deß Evangelij ermahnet werden / welches sagt (Mar. 10.): Gehe und verkauffe was du hast / und gibs den Armen. Auff den Fall aber / daß er solches auß beweg- und erheblichen Ursachen nit thun köndte / solle an dem guten Willen genug seyn.

Hüten sich die Brüder / unnd ihre Fürsteher / daß sie mit seinen weltlichen Sachen nit zu vil sorgfältig seyen / sondern lassen ihnen frey / seines Gefallens / nach dem ihne Gott inspirieren wirt / mit denselben handlen.

Und wann gedachter Novitz seines Fürstehers Raht hierinn begeren wurde / mag er ihne zu eienm Gottsförchtigen Mann weisen / auff daß er nach desselben / und mit seinem Gutachten / seine Güter / wie es ihne zum besten gedunckt / den Armen möge außtheylen.

Und wann dises alles geschehen / so gebe er ihme den ersten Probier Habitum, welcher ist zwen Röck ohne Kappen / ein Strick sich umbzugürten / die Niderkleid / sambt einem langen Mantel biß zu der Gürtel / doch inn allweg den Fürsteheren wann sie etwas durch Göttliche Eingeben von obgedachtem Habitu zu nemmen vermeynten / ihr Gutachten vorbehalten.

Nach Vollendung deß Jars / sollen die Novitzen zu der Profession / nach dem sie das Gelübt solche Regel und Leben zu halten gethan / angenommen werden. Unnd ist ihnen nit mehr erlaubt / nach der Probation / under was Schein es immer seyn kondte / Vermüg der Bäbstlichen Heyligkeit Ordnung unnd Befelch / auß gedachter Religion zu tretten / seytemal (nach dem Evangelischen Spruch) wer sein Hand an den Pflug legt / und sihet zu rugk / der ist nit geschickt zu dem Reich Gottes.

Denen so allbereit die Gehorsame verlobt / solle ein Rock mit dem Caputz / und ein anderer ohne Caputz gegeben werden / denen so es begeren: unnd von der Noht gezwungen / mögen Strümpff tragen. Alle Brüder sollen sich mit schlechtem Thuch bekleiden / und wann solche zerrissen / mit grobem Sackzwilch / inn der Benediction deß Herren / flicken.

Ich ermahne / verbeute / und wehre ihnen die Menschen / so wol und stattlich / und mit vilen Farben bekleidet / und sich zarter / kostlicher Speisen gebrauchen / zu verurtheylen / sonder ein jeder urtheyle sich selbsten / und beklage sich seiner Unvollkommenheiten.

Von der Weiß den Gottsdienst durch die Fasten zu verrichten / und die Minderen Brüder durch die Welt wandlen / und aber nit reiten sollen.

Cap. 3.

DIe Ordens Priester sollen (wann sie Brevier mögen haben) das Göttliche Ambt nach dem Gebrauch der heyligen Kirchen / den Psalter außgenommen / verrichten. Die Leyenbrüder sollen an Statt der Metten 24. Pater noster, zu den Laudes fünffe / zu jedwederer Stund sibne / zu der Vesper zwölffe / zu der Complet sibne / unnd das Gebett für die Abgestorbnen verrichten.

Alle die Brüder sollen fasten von aller Heyligen Tag an biß auff den Weyhenacht Tag. Welche die Fasten / so nach der heyligen drey Königen Fest anfacht / und viertzig gantzer Tag wehret / unnd durch das heylige Fasten unsers Heylands consecriert worden / eigens Willens halten und fasten wöllen / seyen von Gott gebenedeyt / welche aber solche nit fasten / sündigen nit / sie seynd auch nit darzu verbunden.

Aber die Fasten vor Osteren / unnd der Aufferstehung deß Herren / sollen alle fasten / und halten. Zu andern Zeiten sollen die Brüder zu fasten nit verbunden seyn / außgenommen den Freitag / welchen sie auch auff den Nohtfall mit leiblicher Fasten nit zu halten schuldig.

Ich rahte / ermahne / und verbeute meinen Brüderen in dem Hern / daß wann sie durch die Welt wandlen / nit zancken / mit Worten nit widerfechten und streiten /unnd nichts Böses von jemandts urtheylen / sonder sanfftmütig / fridlich / demütig / und züchtig seyen / mit allen Personen freundtlich und lieblich / wie wahren Dienern Christi gebürt redende.

Gleichfalls verbeut ich inen das Reiten / wann sie nit auß Kranckheit / oder anderen umbgängklichen Ursachen dazu gezwungen werden. Inn den Häuseren da sie eingehen / sollen sie alsbald sagen: Frid seye dem Hauß / und (dem heyligen Evangelio gemäß) alles so ihnen fürgesetzt wirdt / ( wann es auch nach Gelegenheit der Zeit vergont ist) essen.

Daß die Brüder kein Gelt behalten / oder umb einigerley Ursach einnemmen mögen.

Cap. 4.

ICh befiehl vestigklich meinen Brüdern / daß sie auff kein Weiß das Gelt selbsten / oder durch Mittels Personen einnemmen / nber (sic) in der Noht der Krancken / oder der Bekleidung / seye verordnet / daß die Ministri und Custoden deß Klosters allein das Nachgedencken haben / ihrer geistlichen und Gottsförchtigen Freunden sich zu behelffen / nach Gelegenheit deß Orts / der Zeit und sie von der Noht gezwungen werden: doch allezeit das Gebott (daß sie / wie gesagt / kein Gelt empfahen sollen) stet und unverendert verbleiben lassen.

Von der Weiß zu arbeiten.

Cap. 5.

DIe jene Brüder / welche von dem Herren die Genad / sich inn seinem heyligen Dienst zu bemühen erlangt / sollens getreulich / mit Andacht / unnd auff solche Weiß verrichten / daß sie den Müssiggang einen Haubtfeind der Seelen / darvon abtreiben / doch daß die Bemühung der Zeit deß Gebetts unpraeiudicierlich seye / welches aller andern Ubung vorzusetzen ist: Und auff daß sie sich in der Bemühung erhalten / und bestehen könden / solle ihnen alles das jenig / so dem Leib nohtwendig / (ohne Gelt) gereicht werden / und sollen das jenig so ihnen geben wirt / mit Demut von dem Oberen empfangen / wie wahren Dienern Christi / und Erhalteren der heyligen Armut gebürt und zustehet.

Daß ihnen die Brüder nichts zueignen mögen / von der Weiß das Allmusen zu samblen / und den Krancken zu dienen.

Cap. 6.

DIe Brüder mögend ihnen nichts / als Häuser / Güter / Weingärten / unnd was immer seyn möchte / zueignen / sonder als Bilger unnd Außlender diser Welt / allezeit ihrem Herren inn Demut / und Armut dienen.

Sollen frölich und getröst / ohne Forcht / oder Scham das Allmusen samblen / unnd darbey / daß unser Herr unnd GOTT habe in diser Welt von unsertwegen arm geboren / leben / und sterben wöllen / betrachten und gedencken.

Dises ist die allerhöchste Tugent der Armut durch welche ihr / meine geliebsten Brüder / von Christo zu Erben deß himlischen Reichs seyt eingesetzt worden.

Er hat euch inn dem Zeitlichen arm / unnd in den Tugenten reich gemacht / auff daß ihr euch mit solchen Güteren / wann ihr in selber Vollkommenheit leben werden / zu dem Land der Lebendigen erhebten.

Derwegen bitt ich euch durch den Namen Jesu Christi / ihr wöllet in diser Welt nichts Eigens besitzen / inn welchem Ort ihr wohnen werden: seynd under einander freundtlich / offenbaret einander sicherlich ewere Anligen / dann wann die Mutter ihr fleischlichen Sohn empfacht / ernehret / unnd liebet / mit wie viel mehrerem Fleiß solle ein jeder under euch seinen geistlichen Bruder lieben / trösten / unnd erquicken?

Und wann einer der Brüder erkrancket / sollen die anderen ime dienen / nit anderst als sie in einem solchen Anligen bedient und getröst zu werden begerten.

Von der Buß so denen Brüderen so sündigen/ solle gegeben werden.

Cap. 7.

WAnn einer der Brüder (von dem Feind angereitzt) tödtlich sündigen wurde / inn denen Sünden / so allein den Provincial Ministren vorbehalten seynd / solle er verbunden seyn / bey demselben alsbald sein Zuflucht zu suchen / und wann derselbig Priester ist / solle er ihme mit Barmhertzigkeit die Buß aufflegen / wann er aber nit Priester ist / solle er ihme dieselb durch einen anderen Ordens Priester aufferlegen lassen / nach deme er von Gott inspiriert / und ihne zu dem gezimlisten zu seyn gedunckt.

Verhüten sie sich wol vor dem Zorn / unnd der Ergernus anderer Sünden: dann der Zorn ist ein Betrübnus seiner selbsten / unnd Verhinderung der Liebe gegen dem Nächsten / ohne welche Liebe der geistliche Baw unvollendet und unvollkommen verbleibt.

Die Weiß das General Capitel zu Pfingsten zu halten / unnd wann es die Noht erfordert / den General deß Ordens zu setzen.

Cap. 8.

ALle die Brüder diser Religion seyen schuldig unnd verbunden / allezeit ein General / unnd der anderen Brüder Diener zu haben / welchem sie auß Verbindung deß Gebotts zu gehorsamen schuldig / und wann er zu dem End seines Ambts kombt / solle durch die Provincial / und Guardianen zu Zeit der heyligen Pfingsten / ein anderer an sein Stell erwehlt werden.

Zu welcher Zeit solle gedachter Provincial Minister verbunden seyn / sich an einem Ort / wo es dem General taugenlich oder gefällig / unnd verordnet ist / zu versamblen. Und dises solle alle drey Jar / mehr oder weniger / nach gedachtes General Gutbeduncken geschehen.

Und wann sich begebe / daß die gedachten Pronvincial unnd Guardianen / den gesagten General die Religion zu regieren / untaugenlich zu seyn einhelligklich achten wurden / sollen auff selben Fall alle die Brüder / so Gewalt und Macht zu wehlen haben / schuldig seyn / inn dem Namen deß Herren / an desselben Statt einen anderen zu erwehlen.

Wann nun das Pfingsten General Capitel gehalten / sollen die Provincial unnd Guardian der Provintz Macht haben / (wann es von nöhten) alle Jar ein extraordinari Versamblung oder Capitel zu halten / unnd alle die Brüder / so under ihrer Sorg und Verwaltung seynd / darzu zu berüffen.

Von den Predigern.

Cap. 9.

DIe Brüder so zu dem Predigambt zugelassen werden / sollen sich nit understehen / in einigem Bisthumb ohne Bewilligung desselben Bischoffs / zu predigen. Es seye auch kein Bruder so vermessen / daß er sich dem Volck zu predigen understehe / er seye dann zuvor von seinem General Minister approbiert / und ihme zu predigen vergont.

Uber das ermahn und befihle ich gedachten Brüderen / daß sie in ihren Predigten / die Wort so sie reden / wol erwegen und betrachten / damit solche wol gereyniget / und keusch seyen / auff daß sie das Volck erbawen / unnd Nutz schaffen.

Die Laster sollen sie straffen / unnd schelten / die Tugenten loben: die Pein / unnd Glori / als die Straff / und den Lohn andeuten / und ihre Predigten kurz / aber im Geist und Innbrunst hoch machen / seytemal unser Gott und Herr allhie in dieser Welt auch kurtze Wort gebraucht hat.

Von den Ermahn- unnd Züchtigungen / so die Fürsteher gegen den Brüderen üben sollen.
Cap. 10.

DIe Minister / so der anderen Brüder Diener / sollen fleissig die Ort unn Klöster / die under irer Verwaltung seynd / visitieren und besuchen: und (wann es von nöhten) die gebürende / nohtwendige Ermahnungen / Züchtigungen / und Straffen gegen den jenen / so es verschulden / doch mit Demut und Liebe fürnemmen: darneben aber gewarnet seyn / daß sie nichts wider den Orden / und ihrer Seelen Heyl befehlen und thuen.

Die Brüder / so zu gehorsamen schuldig / erinnern sich durch die Liebe GOTTES / ihren eignen Willen zu verlaugnen.

Derhalben befihle ich ihnen / daß sie ihrem Praelaten / und Minister inn allem dem / was sie dem Herren zu halten / und ihrer Profession zu gehorsamen versprochen / (doch daß es dem Heyl der Seelen / unnd diser Regel nit zu wider seye) steiff halten.

An welchem Ort die Brüder wohnten / unnd daß sie nicht Geistlich leben / unnd die Regel halten könden erkenten / sollen sie ihr Zuflucht bey ihrem Ministro suchen / welcher sie dann mit Liebe auffnemmen / unnd sie zu Anzeigung ihrer Anligen ermahnen solle / und solches mit solcher Freundligkeit / als ob die Undergebnen seine Herren und Oberen wären / dann also gezimmet es sich / daß die Fürsteher aller der anderen Brüder Knecht unnd Diener seyen.

Ich ermahne unnd erinnere die Brüder inn dem Herren / daß sie sich fürsichtigklich unnd höchlich vor den schweren Sünden der Hoffart / eytelen Ehr / Neid / Geitz / und allen Gedancken und Sorgen diser Welt / von dem Widerbellen / Murren / und deß Nächsten Ehr Abschneidung verhüten und verwahren sollen. (Anmerkung ETIKA: Dass es in der Endzeit Geistliche gibt, die das schreckliche Verbrechen des Kindesmissbrauches begehen, das war für Franziskus unvorstellbar, denn sonst hätte er dieses Kapitel anders verfasst.)

Die jene / so in der Geschrifft nit erfahren / sollen solche zu lernen sich nit understehen / sonder sich befleissen den Geist deß Herren zu haben / seinen heyligen Wercken nachfolgen / unablässig mit reynem Hertzen betten / allezeit in den Kranckheiten und Verfolgungen gedultig und demütig die Verfolger lieben / und für die jene so sie züchtigen / und ihnen widerstreben / betten / dann der Herr sagt: Liebet ewere Feind / und bittet für dieselbe / so euch fälschlich verklagen / und verfolgen / unnd selig die welche Verfolgung leiden von der Gerechtigkeit wegen / dann ihrer ist das Reich der Himlen. Und diser so biß an das End verharret / der wirt selig werden.

Daß keinem der Brüder erlaubt seye / in die Frawenklöster zu gehen.
Cap. 11.

ICh ordne und befihle allen meinen Brüderen / daß sie keine argkwöhnische Gemeinschafft mit den Weibsbilderen haben. Wann sich aber die Noht mit Beycht / oder anderen geistlichen Rähten begebe / sollen sie das in solcher Gestalt verrichten / damit sie niemandt Ursache zu murren geben.

Ich befihle ihnen auch / daß sie in kein Frawenkloster eingehen / ausser denen welche von dem Apostolischen Stul sondere Erlaubnus haben.

Ich will auch nit daß meine Brüder / weder Manns noch Weibs Personen Gvatter werden / auff daß durch selbe Gelegenheit nit under / unnd von den Brüderen was Ergernus erwachse.

Wie sich die Brüder so under die Mohren /
unnd Unglaubigen reisen werden / verhalten sollen.
Cap. 12.

WElcher Bruder / auß Göttlicher Eingebung / under die Mohren und Unglaubigen ziehen wolte / solle zuvor die Erlaubnus von seinem Provincial Ministro begeren / derselbe seye gewarnet / die Erlaubnus allein denen zu geben / welche ine tauglich bey selben Völckern Nutz zu schaffen geduncken.

Beschließlich befihle ich bey der heyligen Gehorsame allen Ministren und Fürsteheren / daß sie sich bemühen umb aller diser Sachen willen / einen Cardinal zu einem Protector / Schirmern unnd Correctoren / diser Bruderschafft zu haben / auff daß sie allezeit underworffen / den Füssen der heyligen Kirchen underthenig / unnd bestendig in dem Catholischen Glauben seyen.

Die Armut / Demut / und das heylig Evangelium unsers Herren Christi Jesu/ werde allezeit vollkommenlich (wie wir steiff versprochen) von uns gehalten / Amen.

Ende der Regel der mindern Brüder.

Volget der Beschluß der Bullen / der Confirmation der Regel / oben bey Anfang gedachter Regel underlassen.

NIemand seye derowegen so vermessen / in einigerley Weiß / dise unsere Confirmation zu enderen / zu schwechen / oder derselben frevenlich widersprechen / oder darwider zuhandlen / welcher sich aber auß vermeßnem Mutwillen dessen understehen wurde / der solle in dem Zorn deß allmächtigen Gottes / und seiner Apostlen Petri und Pauli gefallen seyn: Geben zu S. Johan / in Laterano / den 29. November / unsers Babstthumbs in dem 8. Jar.

Ende der Confirmation / der Regel der Mindern Brüder.

Fortsetzung folgt

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