ETIKA

FRANZISKUS

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5.4.2015

12F3236

Von weiteren Wunderzeichen

Der Cronicken der mindern Brüder, das ander Buch, Cap. 36, S. Bonaventura, S. Vic. Konstanz 1603

Von andern Wunderzeichen deß heyligen Vatters Francisci.
Cap. 36.
S. Bonaventura. S. Vic.

IN der Stadt Toscanella / als er von einem edlen Ritter mit grosser Andacht zu herrberg (sic) auffgenommen worden/ hat er ime einen Sohn / welcher lahm geborn / und nichts anders als ligen kundt / allein mit Auffhebung / und auff die Füß Stellung / darauff er hernach jedem anderm gerad gleichgestanden / mit grossen Freuden und Frohlocken deß Vatters / und andern so solches hörten / gesund gemacht / darumben er dann Gott den Herren / in seinem Diener gelobet.

In dem Bisthum Rieti / hat er einen Wassersichtigen Knaben / welchem der Bauch dermassen auffgeloffen / daß er die Füß nit mehr sehen kundt / auß Mitleiden der Mutter / so ihme solchen mit grossem Vertrawen zugebracht / allein mit Anrürung der Hand / mit grossem Verwundern / Erbarmung / und Dancksagung gesund gemacht.

Einem anderen Knäblein / so dermassen bucklet unnd gebogen / daß es mit dem Angesicht schier die Füß berüret / hat er auß Mitleiden der Pein / so der Vatter mehr als das Kind leidet / allein mit Bezeichnus deß H. Creutzes / die Gesundheit wider geben.

Einem andern Weib / in der Statt Augubio / welcher die Händ verdorret waren / hat er selbe mit dem Zeichen des H. Creutzes widergebracht / darumben sie dann ihme sambt anderen vilen Armen / gleich alsbald mit selbigen dz Mittagmahl zubereit.

Ein andere Blinde / hat er in dem Flecken Miniano / als er ihr die Augen dreymal mit seinem Speichel gesalbet /  zu Ehren der heyligen Dreyfaltigkeit / mit dreyfacher Bezeichnus deß heyligen Creutzes / wider sehend gemacht.

Zu Narni hat er ein andere / allein mit Bezeichnus des H. Creutzes genehret.

In der Statt Bologna / hat er einen Sohn eines Edelmanns /  welcher ein abscheuhliche Wolcken auff dem Aug hatte /  welche ihne uber daß sie ihne deß Gesichts beraubet / so ungestalt machte / daß ihne jedermann abscheuhete / allein mit deß heyligen Creutzes Bezeichnus geheilet / welcher nachdem er erwachsen / zu Danckbarkeit empfangner Gutthat in den Orden gangen / und daß er vil besser mit dem Aug / so ihme der heylige Vatter geheilet / als mit dem anderen sehe / bekent. Der Gestalt hat der heylige Franciscus disem Jüngling das innerlich und eusserlich Gesicht erleuchtet.

Als er zu S. Gemignano / bey seinem Vertrauten einem / welchem sein Haußfraw sehr ubel von dem bösen Geist geblagt ward / zu Herrberg auffgenommen worden / alsbald er solches vernommen / begibt er sich zu dem Gebett / und befihlet dem Teuffel / inn dem Namen deß Herren / er solte weichen / und zugleich ist das Weib entlediget worden.

Gleicher Weiß hat er in der Statt Castello / ein ander Weibsbild entlediget.

Ein ander Bruder / so von einer abscheuhlichen Kranckheit / welcher wann ihme die Accident oder Zufäll (Anm.: Anfälle) kommen / mehr einem Beseßnen als Krancken gleich sahe / seitemal er so ungestalt / und in macherley Farb entfärbt wurde / daß er menigklich erschröckte / der thut solches Anligen dem Heyligen kundt / und befihlet sich ime / welcher zu Mitleiden bewegt / ihme alsbald ein Brotsuppen / so er selber Zeit asse geschickt / alsbald der Kranck die mit starckem Glauben und Andacht genossen / ist er alsbald gesund worden / unnd solche sein Lebenlang nie mehr empfunden.

In dem Castell Della Picue / hat sich einer deß heyligen Francisci sehr andächtiger so vil beflissen und bemühet / daß er den Strick / mit welchem sich der H. Vatter lange Zeit begürtet / bekommen / mit Berürung desselben heylet er alle Krancken / und wann er mit zu ihnen kommen möchte / berüret er das Wasser das sie trancken / alsbald wurden sie gesund / und weret solches lange Zeit / nach jedes Glauben und Verdienst:

Andere behielten die Stücklein Brot / so dem H. Vatter uberbliben / gabens hernach mit grosser Andacht und Vertrawen den Krancken / und erlangten vil wunderlicher Weiß die Gesundheit / seitemal die Krafft Gottes alles solches zu Glori ihres getrewen Knechts / und Heyl der Seelen würckte / auff daß sie ihne desto fleissiger anhörten / und sich zu Buß bekehrten.

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