ETIKA

FRANZISKUS VON ASSISI

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22.7.2015

12F3243

Auferweckung eines zweiten Knaben – Teufel holt störendes Weib

Der Cronicken der mindern Brüder, das ander Buch, Konstanz 1603

Von einem anderen / durch die Verdienst deß heyligen Vatters Francisci / von Gott auferweckten Knaben / und von anderen durch ine begangnen Wunderzeichen.

Cap. 43.
S. Bonaventura.

ALs ein anders mal der heylig Vatter von einem Ritter beherberget worden / und mit demselben in geistlichem Gespräch unnd Conversation ware / kombt ein Diener / zeigt dem Herren an / sein Sohn wäre gleich jetzo in einem Canal ertruncken.

Der Herr facht sammt seiner Haußfrauwen an sich höchlich zu beklagen / und die Stimm in Himmel zu erheben / also daß sie den H. Vatter zu grossem Mitleiden bewegten / der tröstet und ermahnet sie ein vesten Glauben und Vertrawen in Gott zu haben / begibt sich alsbald in das Gebett / und begert von Gott / er wolte ime das Ort / da der Knab in dem Canal zu finden / offenbaren.

Als solches geschehen / sagt er zu dem Herren / er solte an diß Ort schicken / so wurd er den Sohn finden.

Als solches beschehen / der Knab gefunden / unnd todter dahin gebracht / hebt ihne der H. Vatter in dem Namen deß Herren frisch unnd gesund wider auff / und uberantwortet in mit grossen Freuden und Frolocken dem Vatter: Darumben sie dann seiner Göttlichen Maiestät groß Lob / Ehr und Danck gesagt.

In der Cisternischen Dioecesi als der H. Vatter an einem Ort vilem Volck / so sich ihne zu hören versamblet / predigen wolte / kein Höhe aber darauff er sich stellen möchte / weil es alles ein Ebne war / verhanden / begibt er sich zu einer Eichen / welche von der Höhe an biß zu der Wurtzel voller Ameissen war. Als der Heylige solche gesehen / befilcht er inen sich alsbald von dem Baum und hinwegk zu machen / wendet sich zu dem Volck / ermahnets Blatz zu machen. (Ein wunder Sach.)

Alle diese gleichsam unendtliche Zahl der Ameissen nimbt eben disen Weg / welchen das Volck auff Andeuten deß heyligen Vatters gemacht / für sich / und zeucht darvon / daß sie hinfür nit mehr gesehen worden / welches dann ein Ursach gewesen / daß er in selbiger Predig wunderliche Frucht und Nutz geschaffet hat.

Diser Art der Thieren truge der H. Vatter Franciscus vil weniger als zu anderen Zuneigung und Affection / wegen des grossen Fleiß so sie in zu sammen Klaubung der Nahrung anwendeten / sagte sie wären nit würdig inn die Zahl deren Vögel gezehlt zu werden / von welchen der Herr sagte (Matt. 6.): Sehet an die Vögel under dem Himmel / dann sie säen nit / und mehen oder ernden nit / sie sammlen auch nit in die Scheuren / und mein himlischer Vatter ernehret sie.

Welchen Glauben und Ubergab der Gedancken inn die Göttliche Fürsichtigkeit / gleich wie sie der Herr in den Jüngern also er auch in allen seinen Brüderen haben wolte.

Eben an disem Ort und Zeit / als der Heylige prediget / begabe sich ein erschröcklich Wunderzeichen.

Dann als ein Weibsbild mit einem Küglögglen dahin ine zu disturbieren kommen / macht sie mit demselben so grosses Geschell / daß er nit möchte gehört oder verstanden werden / wolte sich auch auff Ermahnung deß H. Vatters keines Wegs darvon weisen lassen / sonder ward auf Anreitzung deß Teuffels je länger / je unrühiger.

Derhalben der H. Mann auß Göttlicher Eingebung / mit Eyffer seines heyligen unnd Göttlichen Wort / und zu Bekehrung dieser versambleten Seelen / dise Wort gesagt:

Trag sie wegk Satanas / trag sie hinwegk / dann sie ist dein Glid / und dein Eigenthumb.

(Ein erschröckliche Sach.) Alsbald er diß gesagt / wirt das Weib inn deß gantzen Volcks Gegenwärtigkeit von dem Teuffel mit Seel und Leib durch den Lufft hinweg geführt / und nimmer gesehen.

Von welchem sich alles Volck in grossem Schrecken und Zitttern befunden / und hinfüro derselben Wort mit höchster Reverentz und Andacht angehört.

Anmerkung ETIKA: Liebe deine Feinde, hatte Jesus gesagt. Aber es gibt Ausnahmen. Siehe Apostelgeschichte 18, 6, wo Paulus zu den Juden in Korinth, die sich nicht zu Jesus Christus bekehren wollen, sagt: Euer Blut komme über euer Haupt! Vergleiche auch unser Gedicht: Nicht alle Feinde lieben. Wir zum Beispiel verzeihen dem Islamischen Staat das Köpfen von Christen und die Vergewaltigung von Jesidenmädchen nicht, sondern reagieren wie Paulus und Franziskus.

Und das ist auch der Unterschied zwischen dem heiligen Franziskus und Dialogpapst Franziskus. Bergoglio würde das böse Weib wohl gewähren lassen nach seinem Motto: „Verzeiht allen alles!“ und würde mit ihm in einen Dialog treten. Franziskus hingegen hielt sich an das später von Prof. Andrés Torres Queiruga geprägte Wort „Der Christ diskutiert nicht, er gibt Zeugnis“ und verfluchte die Frau, die ihn bei seinem göttlichen Predigtauftrag zur Rettung der Seelen störte. Gottes Auftrag über alles.

Als er mit seinem Gesellen an dem Gestad deß Fluß Po gienge / und ine die Nacht / ehe daß sie ein Losament oder Herberg erreichen möchten / uberfallen / befande er sich / weil selbige Straß sehr lettig und kotig / der Himmel dunckel und finster / und das Ort wegen der Räuber / ob sie gleichwol nichts zu verlieren / aber doch allerley Beschwer zu gewarten hätten / unsicher / in grosser Mühseligkeit und Beängstigung / darumben der Gesell zu ime sagte: Vatter bittet den Herren / daß er uns beleite / und auß diser Angst und Noht helffe.

Deme antwortet der H. Vatter: Mächtig ist der Herr / wann er will / und uns nutz ist / uns mit Hinnemmung der Finsternus / unnd Mittheylung deß Liechts / zu erledigen.

Als er diß noch redet / und die Händ in Himmel auffhebet / erscheint ein schön Helle / daß obwoln sonsten überall die Nacht finster / sie doch nicht allein die Straß / sonder selbige gantze Gegend klärlich sehen möchten / ziehen also inn Beleitung und geistlicher Stärckung dises Liechts / so lang fort / biß sie letstlich dem Herren Lob singende / in ihr Losament kommen. Der Gestalt ward dem H. Vatter von der Göttlichen Maiestät in seinen Nöhten geholffen.

Es pflegte diser gebeneyte H. Vatter auch / wann er an ein Ort zu predigen kame / das Volck desto mehr zu versamblen / ein Hörnlein / so er deßhalber truge / zu blasen / und zwey Höltzer / welche er / wann er das Stillschweigen begerte / zu sammen zu schlagen / welche noch auff heutigen Tag in der Sacristey seiner Kirchen zu Assisi / fast einer Spannen lang / an den Spitzen mit Silber eingefaßt / behalten / und menigklich / wers zu sehen begert / neben anderen Reliquien und Heylthumm gezeigt werden.

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