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ETIKA |
FRANZISKUS-CHRONIK |
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12F3276 |
Franziskus
mit goldenen Adlerklauen |
Der Cronicken
der mindern Brüder, das ander Buch, Cap. 76, 1603 |
Folgen unterschidliche Erscheinungen und Wunderzeichen deß heyligen Vatters Francisci / nach seinem Todt / sambt einer Verzeichnus deß Heyligen Tugenten / durch welche er so grosse Gaben und Gnaden von der Göttlichen Maiestät erlanget: Alles auß dem Buch zu sammen gezogen / und allher an gebürende Ort gesetzt.
Und erstlich von einer wunderlichen Weiß / inn welcher er seinem Bruder Leoni erschinen.
Alte
Cronicken.
Als nun nach Ableiben deß glorificierten Vatters Francisci
ein gute Zeit verflossen / unnd Bruder Leo das Abwesen seines geliebten Vatters
nit mehr erdulden möchte / fienge er an den Herren kräfftigklich zu bitten / er
wolte ihme seinen geliebtisten Meister zeigen / unnd damit er solches erlangen
möchte / sich in ein Einöde begeben / da er mit Fasten / Betten / und Casteyung
starck darumben angehalten.
Dannenhero der gütige H. Vatter, so die seinigen in den
Himlen vil mehr / als auff Erden zu Hertzen führet / ime zu Trost gar frölich /
glantzend / mit einem bar guldenen Flüglen / und an Händ und Füssen guldenen
Adlersklawen
erschinen.
Dahero
er höchlich getröst / unn von der Newerung der Nägel unn Flügel sich verwundert
/ und nach dem er dem heyligen Vatter die gebürende Ehrerbietung erzeigt / die
Händ und Füß geküßt / befragte er ihne / was doch dise sein ungewohnliche
Erscheinung bedeutete.
Welchem der heylige Vatter antwortet:
Under vilen Gnaden unnd Gaben /
so der Herr mir verlyhen / ist dises eine / daß ich meinen Brüdern / und deß
Ordens Geneigten zu Hilff kommen kan / und auff daß wann ich von ihnen begert /
ich alsbald bey ihnen in der Trübsal / ire Seelen in den Himmel zu tragen /
seye / trag ich dise Flügel: dise Klawen aber nit allein die Teuffel darmit in
die Flucht zu treiben / sondern auch zu verwunden / und die Brüder / und andere
geistliche ald weltliche meines Ordens Verfolger zu straffen.