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ETIKA
12F3522 |
FRANZISKUS-CHRONIK |
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Antonius
von Padua |
Wie
der hl. Antonius den Tyrannen Ezzelin strafte |
Der Cronicken der mindern Brüder, das fünffte Buch, Cap. 13, 1603 |
Der Cronicken der Minderen Brüder /
Das fünffte Buch.
In welchem
das Leben / Lehr / Absterben / und Wunderzeichen deß glorificierten
heyligen Vatters Antonii / von Padua genant / begriffen.
Konstanz am Bodensee, 1603
Wie er
den Tyrannen Ezelin gestrafft.
Cap. 13.
Ezelinus ein erschröcklicher Wüterich und Tyrann zu Padua /
hatte mit Hilff Keyser Fridrichen deß Anderen / vil fürtreffliche edle Stätt in
Italia under sein Joch gebracht / übte zu mehrerer Forcht unn Schrecken gegen
den Völckern unerhörte greuliche Tyranneyen / dörffte ine niemandts darumben
straffen.
Eines mals under anderen / als er zu Bern etliche fürnemme
edels Personen ohne alle Ursach hinrichten lassen / entschlusse sich der heylig
Vatter personlich dahin zu ziehen / und die Gebür zu verrichten.
Als er nun für ihne kommen / sagt er unerschrocken:
O du erschröcklicher Tyrann /
wann wirst du einmal dem erschröcklichen Blutvergiessen der Christen / so du
täglich ohne alle Ursach übest / ein End machen? Wisse und halte für gewiß /
daß das erschröckliche strenge Urtheyl Gottes deiner erwartet / welches wann du
zum wenigsten vermeynst / auff dich fallen wirdt /
henget disen Worten vil mehrers an / verwise ihme die
Todtschläg / Schwächungen / Diebstal / Mordthaten / sambt den grossen
Beschwerungen so er aufflegte / unnd gar biß zu Zerstörung der Stätt
bewilligte.
Dessen verwunderten sich seine Söldner hoch / wie er doch
die Gedult haben möchte / solche grosse Verweisungen zu ubersehen / warteten
biß er auffgehört / hielten für gewiß / er wurde ihne nacher zu Stucken
zerhawen.
Der Verfolg aber erzeigte sich anderst:
Dann als der heylige Vatter sein Red vollendet / ward der
grimmige Wolff alsbald inn ein sanfftmütiges Lämblein verendert / lößte den
Gürtel ab / bande den umm den Hals / warffe sich dem Heyligen zu Fussen / und
begerte von Gott / und ihme Verzeyhung / versprache der Göttlichen Maiestät
genug zu thun / unnd alle dise Buß / so er ihme auflegen wurde / zu würcken /
mit solcher und mehrerer Verwunderung und Entsetzung der Umbstehenden / als ob
sie einen Todten aufferstehen gesehen hätten / mit welcher guten Verheissung
der heylig Vatter hinwegk gezogen: der Tyrann aber sich zu den seinen gewendet
/ und gesprochen:
Verwundert euch nit ihr
Rittersleut / dessen was ich inn ewer Gegenwärt gethan / dann ich hab
wahrhafftigklich ein solchen göttlichen Glantz auß dem Angesicht dieses
heyligen Vatters gegen mir sehen hergehen / der mich dermassen erschreckt / daß
ich vermeynt gleich alsbald inn die Höll versenckt zu werden.
Seytemal aber der allmächtig Gott seine Feind durch die
Hand ihrer eignen Feinden zu strafen sich entschlossen / schaffte er daß er nit
lang in disem seinem Fürnemmen verblibe / sonder an der Krafft deß heyligen
Vatters zu zweifflen anfienge / unnd derohalben die ander Prob auch versuchen
wolte:
Nemblichen / als er eines mals offentlich wider sein
Tyranney und greuliche Thaten predigete / schickte er ihme bey etlich der
seinigen ein Verehrung / mit Befelch / daß wann der Diener Gottes solche
annemme / solten sie ihne alsbald umbbringen / wo aber nit / alles Ubel so er
ihn sagen wurde / gedultigklich leiden / unnd wider zu rugk kehren.
Als nun die Abgesanten dahin kamen / unnd mit eusserster
erdichteter Demut das kostliche Praesent ihme darreichten / sagende / er solte
dise geringe Gab / so ihme Ezelin zusante / annemmen / und Gott für ihne bitten
/ erfuhren sie wer er ware / dann er ihnen antwortete:
Behüte mich Gott vor disem Praesent / welches nichts anders
als das Blut der armen Christen ist / und von welchem ewer Herr Gott dem Herrn
strenge Rechenschafft geben muß / packt euch alsbald von dannen / auff daß
wegen ewer Boßheit / daß Hauß nit auff euch falle / oder die Erden sich auffthü
/ und euch sambt dem Praesent verschlucke.
Die Abgesandten zuhen ohne weitere Red darvon erzehlten dem
Tyrannen die erlangte Antwort / der ihne hernach für einen wahren Diener Gottes
hielte / unnd den seinigen befahle / daß sie ihne seines Gefallens reden lassen
solten / der ihne hernach für einen wahren DienerGottes hielte / und den
seinigen befahle / daß sie ihne seines Gefallens reden lassen solten / der ihme
dann weil er gelebt / nit ein gering Gebiß gewesen.
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