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ETIKA |
FRANZISKUS-CHRONIK |
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12F3524 |
Antonius
kommt seinem des Mordes verdächtigten Vater von ferne zu Hilfe |
Der Cronicken der mindern Brüder, das fünffte Buch, Cap. 24, 1603, S. 105ff. |
Wie er zwey mal in dem Geist
seinem Vatter in Portugall zu Hilff kommen.
Cap. 24.
Alte Cronicken
Als nun sein Vatter / als eins Adels Person /
ein guten Theyl deß Königs Gesellen under seinem Gewalt gehabt / unnd mit den
Ambtleuten gute Rechnung beschlossen / unn denen das eroberte und
fürgeschlagene Gelt zugestelt / unnd uberantwortet / ihnen als
Freunden vertrawet / und kein Quittung deßhalber begert / oder
derselben nachgefraget / und die ehrbaren Gesellen uber etliche Monat solches wider von ihme erforderten /
und außführliche Rechnung begerten / und der gut Edelmann nit wusste (dieweil
er nichts in Handen / und zu beweisen) wie er der Sachen thun sollte / unnd die
eusserste Gefahr / unnd sein Verderben vor Augen
sahe / entschlusse er sich doch letstlichen zu denen zu gehen / und sie / wie
die Sachen beschaffen / zu berichten / und die beschehene Rechnung zu Gemüt zu
führen / verhoffende sie wurden die Wahrheit bekennen / und sich dessen
sättigen lassen.
Als er aber dahin kame / wolten sie umm den Empfang
noch die beschloßne Rechnung nichts wissen.
In deme erschine der heylige Antonius /sagte mit
ernstlichen Worten:
Machet die Quittung deß Gelts / so euch dieser
ehrliche Mann von den Gefällen deß Königs disen Tag / an dem Ort / zu solcher
Stund / und in dergleichen Müntz erlegt hat / dann wann
ihr das nit thut / so wirdt euch Gott straffen.
Welches als sie mit grossem Verwunderen unnd
Schrecken anhörten / machten sie dem Vatter die Quittung / unnd ward der heylig
Mann nit mehr gesehen.
Der Vatter gienge frölich zu Hauß / danckete Gott /
der ihme einen solchen Sohn gegeben.
*
Ein ander mal / als vor dem Hauß gedachtes seines
Vatters ein Jüngling sein Nachbaur / deme sein Feind / als er auß der
Haubtkirchen / so grad gegen seinem Hauß uber / widerkehret / fürgewartet / umbgebracht / unnd also todter uber die Maur inn sein Garten
eingeworffen / und allda wegen der Blutstropffen / so auff der
Gassen gespürt / von der Obrigkeit gefunden worden / war der Vatter sambt dem
gantzen Haußgesind alsbald gefängklichen eingezogen / zu dem Todt verurtheylt / und allbereit zu der Richtstatt
außgeführt.
Welches alles dem Heyligen / als er zu Padua prediget
/ geoffenbart warde:
Neigte sich derhalben auff das Pultbrett / und eylte
alsbald dem Vatter zu helffen / erweckte den Todten / und machte ihn
offentlich bekennen / ohne Anzeigung der Todtschläger / dass er nit der
jenig / so ine umgebracht hätte.
Der Erweckte wendte sich zu dem heyligen Vatter /
bate und begerte die Absolution einer Excommunication / darinn er gewesen / und
dass er Gott für sein Seel bitten solte.
Als er solches erlangt / fiele er wider todt in die
Gruben / darauß er erstanden / und hatte also der heylige Mann auff ein mal den Vatter von dem leiblichen / und den entleibten von der
Seelen Todt erlediget / fienge durch Eingebung Gottes wider an zu
predigen / entdeckte dem Volck wo er gewesen / dessen vil / so solches zu
erfahren in Portugall geschriben / deß Verlauffs berichtet warden.
Nachbemerkung etika.com:
Wer dies gelesen hat und selber jemandem ein solches
Unrecht zugefügt hat, der beeile sich, Wiedergutmachung zu leisten. Ansonsten
gilt für ihn die nämliche Drohung des Antonius.
Und wer zu Unrecht eines Mordes oder eines anderen
Verbrechens beschuldigt wurde, der rufe den hl. Antonius um Hilfe an.
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