ETIKA

FRANZISKUS-CHRONIK
ANTONIUS VON PADUA

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1.3.2001

12F3525

Franziskus tot - und schon der Zerstörer im Orden - an höchster Stelle

Der Cronicken der mindern Brüder, das fünffte Buch, Cap. 25, 1603, S. 107 - 110

Wie er (Antonius von Padua) mit grossem Eyfer seinen Orden in der alten Observantz zu erhalten sich bearbeitet / unnd wie er deßwegen Ursach gewesen / Bruder Heliam (welcher nach Ableiben Bruders Joan. Parenti / General Minister durch den Bapst erwehlt worden) abzusetzen.

Cap. 25. - Alte Cronicken

 

Demnach der heylige Vatter inn ihme selbsten gar fleissig inn den Sachen deß Ordens ware / also kondt er die Dissolution der Religion / so er allbereit vor Augen sahe ( nit gedulden:

 

Derhalben dieweil er einmal disen / dann den anderen straffte / müßte er allerley Unfug und Trübsal (welche er gleichwol gering achtet) wann er nur sein Fürnemmen erlangen möchte ) uberstehen / ware sein fürnembste Sorg / daß er etliche der ältisten eyfferigen Brüder möchte in Einigkeit erhalten / damit er mit denselben den jenigen / so den Orden zu verwüsten begerten / widerstehen möchte / welcher wie auch gleichfals der Religion Haubt Bruder Helias war / unnd nach dem Todt Bruder Joan. Parenti zu deß Ordens General von der Bäpstlichen Heyligkeit verordnet / welcher dieweil er gelehrt und weltweiß / auch von den Fürsten hoch geliebt / und verehret ware / nach dem Todt deß heyligen Vatters Francisci von dem Bäpstlichen Stul vilerley Privilegien und Freyheiten begert / und für sich und die Brüder erhalten hatte / dannenhero er ein grossen Anhang / wegen der newen Freyheit deß Lebens / und weiten Wegs / so er eröffnet / bekommen / mit welcher Hilff er die jenigen verfolgete / so seinem Willen nit anhangen wolten / in sonderheit aber die ersten Gesellen deß heyligen Vatters Francisci / und hernach den heyligen Antonium / unnd Bruder Adamen seinen Gesellen / als Eyfferige deß Ordens / auff das eusserist / welche doch letstlich / als sie solches nit mehr zusehen möchten / sich ihme ob gleichwol niemandts ihrer Seits / oder sich doch nit hören dörfften lassen / offentlich in dem Capitel widersetzten:

 

derohalben ihnen die gantze Menge der anderen Brüder widersprachen / sagende / sie verursachten ein Zerspaltung der Religion / fiengen an sie dermassen zu verfolgen / daß sie an die Bäpstliche Heyligkeit appellieren / und nach Rom ziehen müßten.

 

Da nun der heylige Mann (Anm.: Antonius) dahin durch die Beleitung Gottes (unangesehen ihn Bruder Helias under Wegen fahen (Anm.: fangen) wöllen lassen) und für Bapst Gregorium den Neunten / ein grossen Liebhaber deß Ordens / wie wir gesagt haben / kommen / berichtet er ine deß Lebens Bruder Heliae und der Ringerung der Disciplin deß Ordens / so er durch sein Exempel verursachte.

 

Welches als sein Heyligkeit verstanden / verordneten sie / daß ein general Capitel gehalten werden solte / deme sie personlich beywohnen wolten.

 

Als nun das Capitel versamblet / brachte der heylig Antonius / inn Gegenwärtigkeit ihro Heyligkeit / für die Ursach seiner Appellation / wegen der Verfolgung / so Bruder Helias wider das Gelübt eines Generals / zu Undergang und Verderbung der Religion / gegen allen Eyfferigen / und der Relaxation  deß Lebens / und newgebachner Religion Widerwärtigkeiten übte. (Anmerkung: etika.com erinnert hier auch an die vielen Priester, die von modernistischen Bischöfen verfolgt wurden und werden, um nur zwei anzuführen: M. A. in Rheinland Pfalz und J. G. in Niederösterreich, und auch an die von gewissen Kardinälen und Bischöfen verfolgten traditionalistischen Priester, darunter jene von fatima.org in den Vereinigten Staaten von Amerika und Kanada).

 

Auff welches Bruder Helias geantwortet / er wäre dises Ambt anzunemmen von den Brüderen gezwungen worden / er hätte ihnen zuvor gesagt / er möchte nit zu Fuß gehen / und vil seiner Nohtwendigkeiten halber / die Regel in gemein nit halten / sie hätten ihme in dem general Capitel vergont / er solte gar das Gold / wanns ihme von nöhten / essen / und dieweil er zu der Reyterey eines Dieners bedörffte / so köndte er gleichfals ohne Gelt nit seyn / unnd so wol dessen / so wol anderer Nohtwendigkeiten halber / wäre ihme uber den Kirchenbaw und Hilffreichung der Brüder / von dem Apostolischen Stul die Bewilligung erfolgt.

 

Als aber der heylige Antonius replicieret / daß ob ihme wol das Reyten vergont und zugelassen / so wäre es ime doch der Gestalt / unnd mit solchem Pracht nit bewilliget worden / daß dardurch die Welt geärgert möchte werden: und ob ihme gleichwol in der Noht das Gold zu essen vergont / so wären ihme doch die Schätz zu samblen nit eingewilliget worden.

 

Als nun Bruder Helias ihne hierüber der Lugen bezichtigte / und der Bapst (der genugsam informiert ware) durch diese sein hoffärtige Antwort seiner bösen Qualitet und Eigenschafft genugsam wahrname / verschaffte er ein Stillschweigen / sagte mit abfallenden Zeheren (Anm.: Zähren, Tränen) dise Wort:

 

Als wir disen Bruder zu dem General erwehlt / haben wir ihn der Religion gar dienlich und fürstehenlich zu seyn angesehen / jetzt aber erfahren wir gantz unnd gar das Widerspil / seytemal er wahrlich ein Auffrürer unnd Zerstörer deß Ordens ist / darumben entsetzen wir ihn deß Ambts / unnd wöllen / daß ihr an seiner Statt ein anderen erwehlen. Also ward alsbald ein anderer / unnd der Evangelischen Regel eyfferiger erwehlt.

 

Als solches geschehen / lobte der Bapst den heyligen Antonium höchlich / gabe ihme die Benediction / vernichtete alles / so Bruder Helias wider ihne / und due Eyfferigen deß Ordens außgehen lassen / unnd bate / er solle seine Predigen versamblen / auff daß sie genossen möchten werden / erliesse ihr solches zu thun aller Embter und Beschwerden der Religion / verblibe ihme dermassen zugethan unnd geneigt / daß er ihne hernach canoniziert.

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