ETIKA

FRANZISKUS-CHRONIK

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8.2.2002. Durchgesehen 5.11.2016

12F3906

Form und Weise des Lebens  der Bußbrüder und dritten Ordens

Der Cronicken der Minderen Brüder, Konstanz 1603. IX, Cap. 6

Der Cronicken der Minderen Brüder / Das neunt Buch.
In welchem erzehlt wirdt die Einsatzung unnd Regel deß dritten Ordens deß heyligen Francisci / genant der Büsser: das Leben ihrer vilen desselben Ordens / in sonderheit der heyligen Elisabeth / Königin auß Ungeren.

Costantz am Bodensee. M. DC. IIII.

 

Von der glaubwürdigen Einsatzung der ersten Regel / der Form und Weis deß Lebens der Bußbrüder / und dritten Ordens deß H. Francisci / durch Babst Nicolaum den Vierten / mit eingeführter Regel.

Cap. 6.

Nicolaus Bischoff / ein Diener der Diener Gottes / wünschet den geliebten Kinderen inn Christo / deß Brüderen und Schwestern deß Ordens der Büsser / so wol den gegenwärtigen / als nachkommenden / Heyl und Apostolischen Segen.

 

Dieweil nun mehr das Fundament der Christlichen Religion auff dem Felsen deß Catholischen Glaubens steiff und vest gesetzt / und die wahre Andacht der Jünger Christi / mit dem Feur der Liebe / und Wort der Predig derjenigen Völcker / so noch in der Finsternus steckten / herfür quellet / und diser Glaub der jenig ist / welchen die Römische Kirchen haltet und übet / dessen Fundament sich durch keinerley Gewalt bewegen / noch einicherley Ungewitter umbstürtzen mag / seytemal diser der rechte unnd wahre Glaub / ohne welchen niemandts Gott wolgefällig seyn / noch bey seiner Majestät Genad finden mag / dann diser ist der jenig / der die Straß zu dem Heyl öffnet / und die Belohnungen der ewigen Seligkeit versprichet.

 

Derowegen dann der Bekenner Christi / der heylig Franciscus / dises Ordens Einsetzer / durch Lehr unn Exempel den Weg des Heyls zeigende / disen seine Kinder underweisen / und die Sinceritet desselben lernen / unnd solcher gemäß / disen Orden einsetzen wöllen / begerend / daß sie in dem Catholischen Glauben Profession thun / und einhelligklich in folgender Religion den erfüllen solten / auff daß die jenigen / so also sicherlich den Weg der Tugent wandleten / hernach nach dem Außgang deß Kerckers dises Lebens / zu Besitzeren der ewigen Seligkeit gemacht wurden. Welcher aber / etc.

 

Von der Weis die jenigen zu examinieren / welche gedachten Orden annemmen wöllen.

Cap. I.

Wann wir dann disen Orden (seiner Auffnemmung begerend) mit gebürenden Gnaden zu begnaden gemeynt / also ordnen wir / daß alle die jenigen / so dise Form deß Lebens zu halten angenommen werden / zuvor inn dem Catholischen Glauben / und der Gehorsame der heyligen Kirchen fleissig examiniert / und wann sie denselben / sambt der Gehorsame der Kirchen standhafftig bekennen / alsdann sicherlich inn den Orden auff- und angenommen werden.

Es werde fleissig Acht gehalten / daß zu diser Form deß Lebens einiger Ketzer / oder Ketzerey verdächtiger auffgenommen werde / unnd wann ein solcher auffgenommen wurde / solle er alsbald auffgeschriben / und dem Inquisitori zu gebürender Straff uberantwort werden.

 

Von der Form unn Weis / mit welcher die jenigen auffzunemmen / so in den Orden begeren.
Cap. 2

Wann ein Person vorhanden ist, die inn dise Gesellschafft einzugehen begeren wurde / sollen die verordneten Fürsteher fleissige Inquisition unn Nachforschung halten ihres Stands und Wesens / und der fürhalten die Obligation der Gesellschafft / in sonderheit aber die Widerkehrung deß frömbden Guts anbefehlen / wann ihro dann solches gefällig / man sie angenommen werden / die bemühe sich ihre Schulden zu bezahlen / mit Pfanden oder anderem die Gläubiger zu versicheren / unnd sich also mit dem Nächsten zu versöhnen.

Wann nun solches alles beschehen / und das Jar verflossen / mag sie (wann sie taugenlich erfunden) mit Raht der Brüder folgender Gestalt angenommen werden:

Nemblichen / daß sie verspreche die Göttlichen Gebote zu halten / und wann sie wider die Form dises Lebens handlete / Genugthuung darumben zu leisten / und die Gehorsame / dem Erforderen unnd Willen nach deß Visitatoris, zu leisten.

Dises Versprechens sollen offentliche Instrument under dem Notario auffgericht werden / unnd auff andere Weis seye dem Minister jederzeit verbotten /  jemandts anzunemmen / allein wann er die Qualitet und Stand der Person wol erwegen / und inn andere Weg oder Mittel zu gebrauchen gut gedunckte.

Ferner setzen wir / daß keiner / nach dem er inn dise Bruderschafft eingangen / wider darauß / und zu der Welt kehren / aber wol ein andere approbierte Religion annemmen möge: und daß die Eheweiber nit sollen angenommen werden / ohne Vorwissen ihrer Ehemannen.

 

Von der Form und Weis der Kleidung
Cap. 3.

Die Brüder der gesagten Gesellschafft / sollen sich mit schlechtem ringem Thuch / so nit gar weiß / noch gar schwartz / bekleiden / es wäre dann einem von dem Visitatore , mit Raht deß Ministers / auß billichen Ursachen / und nach Gelegenheit der Zeit / verwilliget und zugelassen / ihre Kappen oder Mäntel sollen gantz seyn / unn wie sich von Ehrbarkeit gebürt / enge Ermel haben.

 

Die Schwesteren sollen sich gleichfals / die Röck und Jancken / inn schlechtes Thuch bekleiden / under den Jancken weiß oder schwartze Kleider / glat unnd ohne Falten tragen / wegen Schlechte und Ringe deß Thuchs / mag mit ihnen den Schwesteren / nach Gelegenheit der Oerter / dispensiert werden: keine seidene Knöpff oder Borten sollen sie haben / unnd sich allein deß schäffinen Futters benügen / liderne Seckel / unnd schlechte Gürtlen / ohne alle Zier sollen sie tragen / und alle andere eytele Zierden der Welt / nach dem Raht deß heyligen Apostels Petri / verlassen.

 

Daß gedachte Brüder nit sollen gehen zu Gastereyen / noch Comedien / noch dergleichen Leuten was geben.

Cap. 4.

Gedachten Brüderen seye verbotten zu Gastereyen / Spilen / Täntzen / unnd Comedien zu gehen / und dergleichen Eytelkeiten zuzusehen / kein Gelt außgeben / oder von den ihrigen zu geben gestatten.

 

Von der Abstinentz unnd Fasten.

Cap. 5.

Vier Tag in der Wochen / nemblichen den Montag / Mittwoch / Freytag / und Sambstag sollen sie sich des Fleisch Essens enthalten / allein sie wurden darzu durch Krankckheit oder Schwachheit getrungen. Den Aderlässeren mag man die drey Tag Fleisch geben / so wol denen so reisen / zu gebürenden Tagen.

An den hohen Festagen seye menigklich vergunt Fleisch zu essen / so wol mögen sie an denen Tagen / daran kein gebotner Fastag / Kes / unnd Eyer essen.

In den Conventhäuseren mögen sie mit anderen Ordensleuten alles das jenig niessen / so ihnen für gesetzt wirdt.

Mit zweyen Malzeiten deß Tags sollen sie sich benügen / außgenommen die Krancken und Reisenden / welche diser Regel underworffen.

Das Essen und Trinken der Gesunden seye / nach der Lehr deß Evangelii / mässig / da es sagt: Hütet euch / daß ewere Hertzen nit beschwert werden mit Fressen und Sauffen / etc.

·        Wann sie zu Tisch sitzen / sollen sie das Vatter unser / und Ave Maria betten / wie auch zu dem Auffstehen von der Taffel / solches sambt der Dancksagung erholen / und wann sies ein mal vergessen / hernach drey mal dafür betten.

Alle die Freytag deß gantzen Jars sollen sie fasten / außgenommen in Kranckheit / oder dem heyligen Weyhenacht Tag / wann er auff solchen Tag fiele.

Nach dem Festag aller Heyligen biß zu Osteren / seynd sie schuldig alle Mittwoch unnd Freytag / ausser der von der heyligen Kirchen gebottenen Fastägen / zu fasten.

In S. Martins Fasten untzt auff den Weyhenacht Tag / und von dem Sonntag Quinquagesima untzt Osteren / sollen sie / ausser deß Sonntags / alle Tag fasten.

Die Weiber so schwangers Leibs / mögen ihres Gefallens biß auff die Zeit ihrer Reynigung / alle leibliche Arbeit underlassen / und sich allein inn dem Gebett üben: die jenige aber / so sich der Handarbeit gebrauchen / mögen von Osteren an untzt auff deß heyligen Francisci Tag / drey mal deß Tags sich speisen / und an ander Leuten Arbeit / alles so ihnen fürgesetzt wirdt / ausser deß Freytags / unnd anderer gebottener Fastäg / niessen.

 

Wie offt sie im Jar beychten und communicieren sollen.

Cap. 6.

Alle die Brüder und Schwesteren / die sollen nit underlassen / auff das wenigist drey mal im Jar ihre Sünd zu beychten / unnd das hochwürdig Sacrament deß Altars zu empfahen / sich mit dem Nächsten zu versöhnen / und frömbd Gut (wann sie dessen haben) widerzugeben. Die Zeit zu solchem solle seyn zu Osteren / Pfingsten / und Weyhenächten.

 

Daß sie keine schädliche Waffen tragen sollen.

Cap. 7.

Die Brüder sollen keine schädliche Waffen tragen / dann allein zur Rettung der heyligen Römischen Kirchen / deß Christlichen Glaubens / deß Vaterlands / oder mit Erlaubnis ihres Fürstehers.

 

Wie sie ihr stündlich Gebett verrichten sollen.

Cap. 8.

Die Brüder die sollen täglich betten ire Horas Canonicas, nemblichen die Metten / die Laudes, Prim / und andere Stunden / biß zu der Complet.

Die Clericken / das ist / die jenigen so den Psalter könden / sollen für die Prim die Psalmen / Deus in nomine tuo saluum me fac, unnd / Beati immaculati, untzt auff Legem pone, sambt den anderen Psalmen / nach dem Gebrauch der Römischen Kirchen / sambt dem Gloria Patri, und wann sie in der Kirchen / an Statt der Metten / die jenigen Psalmen / wie die Priester / nach Gewohnheit derselben Haubtkirchen / da sie seynd / oder zum wenigsten zwölff Vatter unser / so vil Ave Maria / sambt dem Gloria Patri, sonderlich die so nit lesen könden / unn für ein jede Stund siben derselben / sambt dem Gloria Patri zu Prim und Complet Zeit sprechen:

Dise so aber lesen könden / die sollen darzu den Apostolischen Glauben / sambt dem Miserere sprechen / unnd wann sie es zu gebürenden Stunden underlassen / zu einer Straff drey Vatter unser betten.

Die Krancken seynd (wann sie nit wöllen) zu disem Gebett nit verbunden.

Inn deß heyligen Martin / unnd der grossen Fasten / sollen sie sich befleissen zu Metten Zeit in ir Pfarrkirchen sich zu verfügen / und sie nicht leichts daran verhinderen lassen.

 

Daß alle die Brüder / wann sie könden / testamentieren sollen.

Cap. 9.

Alle Brüder so Güter haben / die ordnen ire Sachen durch Testament / innerhalb dreyer Monaten / nach dem sie disen Orden angenommen / auff daß keiner derselben untestiert sterbe.

 

Wie Frid und Einigkeit zwischen den Brüderen / und anderen wiederumb / wann es von nöhten / gepflantzet werden solle.
Cap. 10.

Die Weis zur Versöhnung der Brüder / Schwesteren / und anderer / solle seyn nach Raht der Fürsteher / mit Hilff deß ordentlichen Bischoffs / und nach Gestaltsame der Sachen.

 

Von der Fürsehung / wann sie wider Gebür und ire Freyheiten beschwert werden.
Cap. 11.

Wann sich begebe / daß die Brüder und Schwesteren wider die Gebür von den Obrigkeiten / darunder sie sitzen / beschwert wurden / sollen ihre Fürsteher alsbald dem Bischoff / oder seinem Gewalthaber an selbigem Ort zueylen / seines Rahts pflegen / und demselben nach sich richten.

 

Daß sich die Brüder / so vil müglich / deß Eydschwurs enthalten sollen.
Cap. 12.

Die Brüder verhüten sich nach Mügligkeit deß Eydschwurs / allein sie wurden auß ehehafften (Anm. etika.com: vermutlich ehrhaften, wieder ein Druckfehler, wie oben Fürsehung statt Fürstehung oder mengklich statt menigklich; oft haben wir sie belassen) unn von dem Apostolischen Stul vorbehaltnen Ursachen darzu gezwungen / als da seynd / von Friedens / Glauben und Trawens / Ehrrührigkeit / und Bezeugnus / Item Kauffens oder Verkauffens / Schanckungen / und anderer wichtiger Ursachen wegen.

In gemeiner Zusammenkunfft aber unnd Conversation / fliehen sie nach Mügligkeit das Schweren und Fluchen.

Wann aber einer unbedechtlich (wie im vil Reden gemeingklich geschicht) schwerte / soll er den ersten Tag / wann er sich dessen erinnert / drey Vatter unser für gedachten Schwur betten / unnd sonsten sein Gesind von demselbigen ab / und zu dem Dienst Gottes anmahnen.

 

Wie sich die Brüder versamblen / und die heylige Meß hören sollen.
Cap. 13.

Alle die Brüder und Schwesteren / an was Ort oder Stätten sie seyen / die sollen täglich (wann es müglich) die Meß hören / und monatlich sich inn die von dem Fürsteher verordnete Kirchen / zu dem Hochambt der Meß verfügen / allda jedweder ein Allmusen / zu Handen deß verordneten Caplans / geben / welches mit Raht deß Fürstehers den Armen / Krancken / unnd abgestorbnen Brüderen und Schwesteren zu Auffenthaltungen und Besingnussen anzulegen / das uberig anderen armen Leuten / unnd Nutz der Kirchen ihrer Versamblung gebraucht werden.

Sie sollen nit underlassen / einen frommen geistlichen Mann bey ihr Versamblung zu haben / welcher sie zu Buß unnd Ubung guter Wercken ermahne.

Sie seyen ermahnet / daß sie bey Anhörung der Meß / und Göttlichen Embter still und dem Gebett obgelegen seyen / unn sich daran nichts / als was zu gemeiner Wolfart der Brüder fürständig / abhalten lassen.

 

Wie die Krancken besucht / und es mit den Abgestorbnen gehalten werden solle.

Cap. 14

Wann sich begebe / daß einer der Brüder erkrancken wurde / sollen die Fürsteher / wann sie dessen berichtet /  ine auffs wenigist in der Wochen ein mal besuchen / oder besuchen lassen / und zu allem was der Seelen Seligkeit nutzlich / ermahnen / und wann er arm / von dem gemeinen Seckel enthalten.

Wann aber der Kranck sturbe / sollen die anwesenden Brüder und Schwesteren an denen Orten / da der Krancke gestorben / der Begengknus beywohnen / unn von dannen nit weichen / untzt der Gottsdienst verricht / unn der Todte begraben worden. Dises solle gleichmässig mit den Schwesteren gehalten werden.

Nach dem achten Tag ihres Ableibens / sollen die Brüder und Schwesteren verbunden seyn zu betten / nemmlichen die Priester die Meß der Abgestorbnen / die jenigen so lesen könden / fünfftzig Psalmen / und die so nit lesen könden / fünfftzig Vatter unser / sambt angehencktem Requiem, für der Abgestorbenen Seelen.

Das Jar hinumb sollen für die lebigen und abgestorbnen Brüder unn Schwesteren / drey Messen gehalten werden : die jenigen so es könden / die sollen gedachtes Jar den gantzen Psalter betten / und die so nit lesen könden / hundert Vatter unser / mit zu jedes End angehencktem Requiem sprechen.

Von den Fürsteheren.

Cap. 15.

Die Embter der Fürsteher / unnd anderer / so inn dieser Ordnung deß Lebens außgetheylt werden / die solle ein jeder mit sonderer Andacht annemmen / und fleissig verrichten / die sollen nit auff Lebenlang / sonder benante Zeit gegeben / nach welcher Verfliessung / anderen aufferlegt werden.

Die Weis / wie die Brüder visitiert / und die Ubertreter gestrafft werden.

Cap. 16.

Die Fürsteher / Brüder / und Schwesteren auß jedwederen Statt oder Flecken / da sie wohnen / sollen sich zu gebürender Zeit an einem geistlichen Ort oder Kirchen zu gemeiner Visita versamblen: die Visitatores sollen seyn Priester einer approbierten Religion / und exemplarischen Lebens / auff daß sie den Ubertretteren ihrer Verbrechen halber / heylsame Buß aufflegen mögen / unn solle diß Ammt sonst niemandts anderem zu verrichten zugelassen werden.

 

Und dieweil dise Form deß Lebens iren Anfang von dem H. Vatter Francisco her genommen / so rahten wir / daß die Visitatores und Reformierer diser Bruderschafft auß dem Orden der Minderen Brüder genommen werden: wie dann die Guardianen gedachtes Ordens / wann sie deßhalber ersucht / solche Burde willig annemmen / und dises Werck ein mal im Jar / oder mehr / nach Gelegenheit fürnemmen sollen.

Die Ungehorsamen aber sollen zum dritten mal ermahnet / und wo sie sich nit besseren / mit Raht / als Hartnäckige unnd Verstockte / von der Gesellschaft außgeschlossen werden.

Von der Weis / die Zwytracht under den Brüderen zu verhüten.

Cap. 17.

Die Brüder und Schwesteren die verhüten sich nach Mügligkeit / vor allerley Zwytracht / Hader / unn Uneinigkeit / und befleissen sich sonderlich zu Anfang solche zu stillen.

Wann aber solches nit geschehen kan / sollen sie die Sach für den jenigen bringen / welchem der Gewalt darinn zu vertheylen gegeben / diser solle die Partheyen mit Gedult anhören / und mit Gerechtigkeit entscheiden.

Wie / unnd auff was Weis inn den Abstinentzen zu dispensieren.

Cap. 18.

Der Ordinarius der Oerter / oder Visitator mag zu nohtwendiger Zeit und Ursach mit den Brüderen und Schwesteren inn der Abstinentz / Fasten / unnd anderer Strenge diser Regel dispensieren.

Daß die Fürsteher die Verbrechen dem Visitatori anmelden sollen.

Cap. 19.

Die Fürsteher sollen dem Visitatori die offentlichen Mißhandlungen der Brüder unnd Schwesteren anmelden / auff daß die Schuldigen gestrafft werden: Wann aber ein Verstockter / nach beschehener dritten Ermahnung deß Fürstehers oder anderen Bruders / sich befinden wurde / der solle gleichfals dem Visitatori angemeldet / auff daß er durch denselben auß der Bruderschafft / nach dem es in der Versamblung verkündt / gestossen möge werden.

Wie inn den obgeschribenen Sachen niemandts zu der Schuld der Todtsünd verbunden / durch Bewilligung deß Apostolischen Stuls.

Cap. 20.

In den obgeschribnen Sachen aber / zu welchen die Brüder unnd Schwesteren dises Ordens / durch die Gebott Christi / unnd Satzungen der heyligen Römischen Kirchen / nit verbunden / solle keiner zu einer Todtsünd verobligiert / sonder der Straff und Buß ires Verbrechens / mit Demut gewärtig seyn / und die unverzogenlich verrichten.

 

Folget das uberig deß 6. Cap. dises Buchs.

Hierauff seye niemandts so vermessen / diser unser Satzung sich zu widersetzen / welcher aber sich dessen understehen wurde / der solle in den Zorn Gottes / und der heyligen Apostel Petri unn Pauli gefallen seyn.

Geben zu Rieti / den 17. Tag Augusti / unsers Bapstthumbs im anderen Jar.

Die nächsten und letzten Kapitel des Buches (bis Seite 480, Rest fehlt):

Ein Breve Bapst Nicolai deß Vierten / zu Gutem der Bruderschafft der Büsser.

Cap. 7.

Das Leben der heyligen Elisabeth / Witfrawen / unnd Tochter deß Königs auß Ungeren / deß dritten Ordens deß H. Francisci.

Von Unschuld unnd Tugent der heyligen Elisabeth inn ihrem ersten Alter. Cap. 8

bis Cap. 15 Anfang

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