ETIKA

Leo Tepe van Heemstede

www.etika.com
9.10.2003

12F540

Die Welt und St. Franziskus

 

Die Welt ist so wild, so rasend und toll,
Von Lärm und, ach, von Laster so voll,
so krank von Elend und Sünden.
-
Und doch, aus dem Lärmen, es schwillt und schwillt,
Noch lauter der Angstruf schrillt
In des Wirrsals düsteren Gründen.

Der Ruf der Menschheit nach Frieden und Glück,
Zum Unschuldsgarten der Kindheit zurück,
Erbraust wie ein Sturmwind jetzunder
Und steigt wildfordernd zum höchsten Thron
Und heischt von dem Herrscher zum Lohn für den Hohn
Ein welterneuerndes Wunder.

Zum Berg Alvernia schauen sie hin,
Ob nicht Franziskus von hoher Zinn,
Gezeichnet mit göttlichen Wunden
Hernieder will steigen ins dumpfe Tal,
Zu schaffen aus Daseins Not und Qual
Ein frisches, ein volles Gesunden?!

Sie möchten, gelagert am Bergeshang,
Erlauschen des Seraphs Sonnengesang,
Ihr gierendes Herz zu erfrischen;
Sie zögen dem Heiligen gerne nach,
Zu hören, was er im Wald und am Bach
Vorpredigt den Vögeln und Fischen.

Doch es ducken sich stumm die Fischlein im Ried,
Und es tönet der Vöglein lobpreisendes Lied
Unverständlich den Ohren der Toren -
Verständen sie´s, würden sie schelten laut
Den blöden Hansnarren, der sich zur Braut
Die Armut hat erkoren.

Sie hungern und dürsten nach Friede und Licht,
Sie hören die Botschaft, doch folgen nicht
Frommgläubig der himmlischen Kunde
Von Armut und Demut, von Kreuz und Leid,

Vom Dornenwege zur Seligkeit -
Und gehen im Elend zugrunde...

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