ETIKA

GOTTES REICH

www.etika.com
1.4.2000 – 29.3.2012

15H19

Blicke in den Himmel

Renato Baron, Pfarrer Gustav Hofelich, Marie Feesche, Dietrich u.a.

Karl May

Sei uns gegrüßt! Wir, deine Erdentaten, / Erwarteten dich hier am Himmelstor. / Du bist die Ernte deiner eignen Saaten. / Und steigst mit uns nun zu dir selbst empor.“
Inschrift am Grab des Dichters auf dem Friedhof Radebeul-Ost. Ein Engel schließt den Toten in die Arme. (NWZ 24.3.2012 Gerlinde Buck: Ein echter Dichter)

Kanonikus Johann Mayr: Kommen wir alle in den Himmel?

„Viele sind gerufen, aber nur wenige sind auserwählt.“ … wir müssen bereit sein, das gute Geschenk anzunehmen. Ohne Gefäß, das geeignet ist und bereit steht, kann ich den besten Wein, der mir angeboten wird, nicht in Empfang nehmen. … kann der Schlager nicht stimmen … „Wir kommen alle, alle in den Himmel“ … Das wäre nur möglich, wenn alle mit Gott mittun würden, was leider nicht geschieht. (Kanonikus Johann Mayr: In die Zeit gesprochen, Dolomiten, 8.10.2011)

Der Ausgleich

Zwar ist das Leben im Himmel von einem Ausgleich gekennzeichnet. Es ist dies ein Ausgleich nicht nur zwischen reich und arm, gescheit und dumm, jung und alt, schön und häßlich, sondern auch ein Ausgleich einander zuwiderlaufender Interessen unter den Menschen und im Herzen des einzelnen. Das Ergebnis ist nicht Alltäglichkeit, sondern höchste Vollendung, und nicht lähmende Langeweile, sondern höchst aktiver Friede. ... So gesehen, kann man den Himmel wirklich die eigentliche Heimat des gläubigen Menschen nennen. (Kanonikus Johann Mayr: In die Zeit gesprochen, Dolomiten, 31.10.1981)

Augustinus: Ein ewiges Fest

Im Hause des Herrn ist ein immerwährendes Fest!
Ein ewiges Fest - der Chor der Engel!
Die Gegenwart Gottes
Und das Schauen seines Angesichtes! - Freude ohne Unterlaß!
(Dienst am Glauben, Innsbruck 1/1994)

Pius X.: Verklärter Leib leidensunfähig, hell, schnell

Die Gaben, welche die verklärten Leiber der Auserwählten schmücken werden, sind:

1.   Leidensunfähigkeit, durch die sie nicht mehr Leiden oder Schmerzen irgendwelcher Art unterworfen sein können noch Speise oder Ruhe oder etwas anderes nötig haben;

2.   Helligkeit, durch die sie wie die Sonne und die übrigen Sterne leuchten werden;

3.   Schnelligkeit, durch die sie in einem Augenblick und ohne Ermüdung von einem Ort zum anderen und von der Erde zum Himmel kommen können;

4.   Freiheit von irdischer Materie, durch die sie ohne Hindernis jeden Körper durchdringen können, wie der auferstandene Christus es getan hat.

(Katechismus des hl. Pius X., zitiert von Univ.-Prof. Prälat Dr. F. Holböck: Katechismus der Katholischen Kirche - Der verbindliche Glaube der Kirche, 21. Folge, in der Zeitschrift: Der 13., 13. April 1995)

Renato Baron: Alles in vollkommener Harmonie

Die Heiligste Jungfrau war mir nahe, um mir zu helfen, die Schmerzen zu ertragen, und sie ließ mich große, wunderbare Dinge sehen. ...

Man lebt in einer ganz außergewöhnlichen Atmosphäre, an Orten, die mit nichts auf dieser Erde vergleichbar sind. Es ist ein wunderbarer Anblick, eine wunderbare Welt im Licht, ohne Grenzen, wirklich himmlisch, man könnte sie sich etwa als eine ebene ohne Grenzen vorstellen, über der und unter der nichts als Himmel ist.

Man empfindet ein völliges Wohlgefühl, das Musik ist, Töne, Worte ... ein Glücksgefühl, das alles ist! ... Das Glücksgefühl, das ich auf den Gesichtern der Personen sah, entströmte ihren Seelen...

Dieses Leben ist nicht mehr gegründet auf materielle Dinge; man denkt nicht mehr an die Schwierigkeiten, die man auf dieser Erde erlebt hat, alles ist vergessen! Es ist ein vollkommen neues Leben, in dem alles in vollkommener Harmonie ist.

Diese Seelen im Paradies sind von der materiellen Welt vollkommen losgelöst, sie sind nur Geist, und dennoch müssen sie unsere Anrufungen von hier unten hören können, denn es gibt Heilige, die Wunder wirken... Diese Seelen sind einander alle gleich. Es ist so, als hätten sie alle den gleichen Namen, das gleiche alter, die gleiche Freude, die gleiche Farbe. ... Die Gesichter sind engelsgleich, während ich die Arme und Bene überhaupt nicht gesehen habe. Es ist dies etwas absolut Unerklärliches. ... Ich habe keine einzige Person erkannt....

(Der Seher Renato Baron aus Schio in "Königin der Liebe", Nr. 30, 1999, ab Seite 10.
Adresse: "Königin der Liebe", via Tombon 14, I-36015 Schio (VI)


Pfarrer Gustaf Hofelich: Vom himmlischen Jerusalem

Wir warten eines neuen Himmels und einer neuen Erde nach seiner Verheißung, in der Gerechtigkeit wohnt." So glauben die Christen, mit dem Apostel Petrus (2. Petr. 3,13) sehnsuchtsvoll hoffend, und Johannes (Offb. 21, 2-5) malt uns ein Zukunftsbild vom neuen Jerusalem ...

Weit hinter den Seligen liegt das Dunkelste der Erde, die Welt des Bösen. Das Erlösungswerk ist vollendet. Die Sünde hat keine Verführungskraft mehr. Die Liebe, das Band der Vollkommenheit, umschlingt die Erlösten, und Gerechtigkeit wohnt bei ihnen.

Die Fülle des göttlichen Lebens entfaltet sich immer weiter. "Da gibt es kein Ende, kein Stocken und Rasten", sagt R. Seeberg in seinem Buche vom Ewigen Leben. "Wie die irdische Geschichte ein Fortschreiten war, so bleibt die Geschichte des Geistes im Fortschreiten. Wie könnte es denn anders sein, wenn die Unendlichkeit des Geistes sich in den Geistern erschließt, als daß diese ins Unendliche des Geistes leben. Es gibt keine so abgeschmackte Vorstellung als die, es könnte einmal das Unendliche zu Ende gehen oder es könnten die Geister des Geistes überdrüssig werden oder das ewige Leben in Langeweile umschlagen. Wer so denkt, in dessen Geist ist noch nie ein Empfinden aufgegangen von der wunderbaren Mannigfaltigkeit des geistigen Lebens und der tiefen Lust seiner Tätigkeit. Gottes Licht in Millionen von Personen sich spiegelnd und Gottes Kraft an Millionen von Geistern sich verwirklichend und hierin ein Schauspiel und ein Spielraum für jeden Einzelgeist mit seinem Empfangen und seinem Wirken, - das ist unendliche Gabe und unendliche Aufgabe, tiefster Friede und lebendigste Tat, ewiges Leben."

...Wer .. den Vorgeschmack dieser Seligkeit gekostet, dessen Seele ist erfüllt von heißem Heimweh nach der Heimat der Ewigkeit. Diese Sehnsucht wird erst gestillt, wenn wir vom Glauben zum Schauen gekommen sind und in der Schar der Seligen obpreisen: Herr, du bist würdig zu nehmen Preis und Ehre und Kraft (Offb. Joh. 4,11).

Marie Feesche: Arbeit in seiner Nähe

Ich kann´s nicht glauben, daß der Heiland, dem kein Tag vergebens,
der jede Stunde seines Erdenlebens
gefüllt mit all dem Reichtum seiner Gotteskraft, -
daß er mir droben dann ein ewig Nichtstun schafft.
Das mag ich mir von meinem reichen Herrn nicht denken.
Ich weiß, er wird mich königlich beschenken
und himmelsherrlich wird das Werk sein, das er mich heißt tun.
Arbeit in seiner Nähe ist gleich seligem Ruhn.

(Aus: Wer nur den lieben Gott läßt walten... Ein christliches Lebensbuch von Pfarrer Gustav Hofelich, Verlag für Volkswohl Karl Ehlers St. Gallen, ohne Jahr, vermutlich um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert, Seite 343f.)


Daheim ist´s gut.

Daheim ist´s gut, da wehen Friedenspalmen,
und in des Vaters Schoße ruht man aus.
Man singt dem Heiland seine Jubelpsalmen,
der müde Wandrer weiß sich dort zu Haus.
Der stillen Heimat sichrer Friedenshafen,
er birgt des Fremdlings vielverirrtes Herz;
und die sich weinend hier auf Erden trafen,
sie grüßen selig dort sich, frei von Schmerz.

Des großen Vaterhauses weite Räume,
sie bieten allen Gästen ew´ge Rast,
und Kühlung wehen Edens Lebensbäume
dem, der da trug des heißen Tages Last.
Der Engel reine Lobgetöne schweben
auf hehren Schwingen hin zu Gottes Thron,
und herrlich blüht ein neues, ew´ges Leben
dem Erdenpilger auf zum Gnadenlohn.

Der Glaube schaut, was seines Geistes Flehen
und seiner Hoffnung Gegenstand hier war,
es mahnet ihn des Geistes sanftes Wehen
an manches durchgekämpfte Wanderjahr,
da oft das eigne Streben war zerronnen
vor Gottes weisem, unerforschtem Rat,
der doch, wie dunkel Er auch oft begonnen,
sein Werk so herrlich nun vollendet hat.

Drum, Wandrer, eilt, beflügelt eure Schritte
und strebt nach eurer Heimat Ruheort!
Nehmt Christum in des Lebensschiffleins Mitte,
er bringt das Steuer in den rechten Port.
Bald ziehn wir, selig singend unsre Psalmen,
ein in das stille Tor der Ewigkeit;
dort, dort ist´s gut, dort wehen Friedenspsalmen
im Paradies der Gottesherrlichkeit.

(Als Verfasser wird angegeben: Dietrich. In: Wer nur den lieben Gott läßt walten... Ein christliches Lebensbuch von Pfarrer Gustav Hofelich, Verlag für Volkswohl Karl Ehlers St. Gallen, ohne Jahr, vermutlich um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert, Seite 208f.)

Weitere evangelische Stimmen zum Himmel: 15H50

Index 1-