ETIKA

HIMMEL

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19.5.2003

15H50

Der Himmel als Ort und Zustand

 

Der Lehrer im Himmel pflegt nämlich seine Geheimnisse
gerade Einfältigen und Kleinen zu offenbaren.
P. DDr. Sophronius Clasen OFM: Franziskus, Engel des sechsten Siegels.
Sein Leben nach den Schriften des heiligen Bonaventura.
Dietrich-Coelde-Verlag, Werl/Westfalen 1962, Seite 240

15H50A Der Schock: Für Papst Johannes Paul II. sind Himmel und Hölle keine Orte
15H50B Jesus, der Himmel und wir
15H50C Der zerredete Himmel gewisser Theologen (kath. und ev.)
15H50D Das Paradies beim Propheten Jesaja
15H50E Klärende Worte von Msgr. Dr. Franz Burger: 1. Zustände, 2. Orte
15H50F Katholische Dogmatik, Lehrbücher: Der Himmel ist ein Ort und Zustand
15H50G Der evangelische Himmel
neu

15H50H Der Himmel der Heiligen, Kirchenväter, Kirchenlehrer

Pater noster, qui es in caelis. Fiat voluntas tua, sicut in caelo, et in terra.
Padre nostro che sei nei cieli. Sia fatta la tua volontà come in cielo così in terra.
Our Father in heaven. Your will be done on earth as it is in heaven.
Notre Père qui es aux cieux. Que ta volonté soit faite sur la terre comme au ciel.
Oce nas, koji nesi na nebesima. Neka se cini tvoja volja, kao u nebu tako isto na zemlji.
Alaj pachankir Aukisa. Munañamx luraspanaya, uk"amaraki uraqins alajpachansa.

Rückblende auf etika.com Ende 1999:
etika.com beweist: Heilige und Päpste haben wie die meisten Gläubigen Himmel und Hölle als Orte verstanden. Die Schüler der Apostel der letzten Zeiten (AIHS) bitten Papst Johannes Paul II. zum zweiten Mal, seine Aussagen vom 21. und 28. Juli 1999 zurückzunehmen.
Die AIHS berufen sich unter anderem auf den hl. Alfons von Liguori, den hl. Bonaventura, auf die hl. Franziska Romana, auf Fray Luis de Granada, auf den hl. Petrus von Alcántara, auf die hl. Theresia von Avila, auf den hl. Paul vom Kreuz, den hl. Franz von Sales sowie auf den römischen Katechismus von Papst Pius V. und Clemens XIII.
Der heilige Alfons von Liguori sagt sogar, es sei eine Häresie (Ketzerei) anzunehmen, daß die Auserwählten keinen festen Ort hätten, an dem sie die ewige Glückseligkeit genießen, so wie es auch keinen bestimmten Ort der Strafe für jene gäbe, die zur ewigen Pein verdammt seien.
Kirchenlehrer Alfons Maria von Liguori über den Himmel -
Pressemitteilung: Streit um Himmel und Hölle eskaliert - Neues Hindernis für die Ökumene


15H50B Jesus, der Himmel und wir

Die kath. Glaubenslehre versteht den H. nicht mythisch, als einen Ort außerhalb der Erde, ein räumliches Jenseits, sondern als einen Zustand übernatürlicher und ewig fortdauernder Beglückung durch die unmittelbare Anschauung Gottes (Seligkeit). (Brockhaus Enzyklopädie in zwanzig Bänden, 17. Auflage, Wiesbaden, 1969, Achter Band, Himmel)

Wir sind baß erstaunt. Haben uns bisher alle angelogen, die uns den Himmel als Land der Verheißung "verkauft" haben, die vom "himmlischen Jerusalem" geschwärmt haben? Wir können es nicht glauben und halten an unserem Kinderglauben fest.

Vater unser im Himmel (Matthäus 6,9)

Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden. (Mt 6,10)

Wenn der Himmel kein Ort wäre, sondern nur ein Zustand, wie Papst Johannes Paul II. behauptet, was hätten dann die Worte Jesu Christi für einen Sinn? Warum dann die häufigen Gegensatzpaare?

Daß der Himmel auch ein Ort und nicht nur ein Zustand ist, beweisen neben vielen anderen auch die folgenden Worte aus dem heiligen Evangelium:

Schwört überhaupt nicht, weder beim Himmel, denn er ist Gottes Thron, noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel seiner Füße. (Mt 5, 34)

Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr!, wird in das Himmelreich kommen, sondern nur, wer den Willen meines Vaters im Himmel erfüllt.

Er... blickte zum Himmel auf, sprach den Lobpreis, brach die Brote und gab sie den Jüngern. (Mt 14,19)

Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein. (Mt 16,19)

... verkauf deinen Besitz ... so wirst du einen bleibenden Schatz im Himmel haben. (Mt 19,21)

Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. (Mt 28,18)

... wurde er aufgehoben gen Himmel und setzte sich zur Rechten Gottes. (Markus 16,19)

Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens. (Lukas 2,14)

Als die Engel sie verlassen hatten und in den Himmel zurückgekehrt waren (Lk 2,15) Frage: In den Zustand zurückgekehrt waren, in welchen Zustand?

Euer Lohn im Himmel wird groß sein. (Lk 6,23)

Freut euch nicht darüber, daß euch die Geister gehorchen, sondern freut euch darüber, daß eure Namen im Himmel verzeichnet sind. (Lk 10,20)

Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde. (Lk 10,21)

Ebenso wird auch im Himmel mehr Freude herrschen über einen einzigen Sünder, der umkehrt, als über neunundneunzig Gerechte, die es nicht nötig haben umzukehren. (Lukas 15,7)

... fuhr auf gen Himmel (wurde zum Himmel emporgehoben) (Lk 24,51)

Ihr werdet den Himmel geöffnet und die Engel Gottes auf- und niedersteigen sehen über dem Menschensohn. (Johannes 1,51)

Ich bin nicht vom Himmel herabgekommen, um meinen Willen zu tun, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat. (Joh 6,38)

Dann sah ich einen neuen Himmel und eine neue Erde. (Offenbarung 21,1)

Franziskus von Assisi schrieb in seinem Testament:

Und allen meinen Brüdern, Klerikern und Laien, befehle ich streng im Gehorsam, daß sie keine Erklärungen zur Regel und auch nicht zu diesen Worten hinzufügen, indem sie sagen: So wollen sie verstanden werden, sondern wie mir der Herr gegeben hat, einfältig und lauter die Regel und diese Worte zu sagen und zu schreiben, so sollt ihr sie einfältig und ohne Erklärung verstehen und mit heiligem Wirken bis ans Ende beobachten.
Und wer immer dieses beobachtet, werde im Himmel erfüllt mit dem Segen des höchsten Vaters und werde auf Erden erfüllt mit dem Segen seines geliebten Sohnes in Gemeinschaft mit dem Heiligen Geiste, dem Tröster, und allen Kräften des Himmels und allen Heiligen.

Wenn Jesus uns vom Himmel predigt, warum sollten wir dies nicht ebenso "einfältig und ohne Erklärung verstehen und mit heiligem Wirken bis ans Ende beobachten"?

Genauso Martin Luther:

Das Evangelium ist so klar, daß es nicht viel Auslegens bedarf, sondern es will nur wohl betrachtet, angesehen und tief zu Herzen genommen sein.

Und der Evangelist Lukas in 18, 17:

Wer das Reich Gottes nicht annimmt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen.

Ebenso der Evangelist Matthäus:

Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, könnt ihr nicht ins Himmelreich kommen. (18,3)

Raubt uns und vor allem den Kindern nicht den Glauben an den Himmel, rufen wir Schüler der Apostel der letzten Zeiten in höchster Sorge!

Hütet euch davor, einen von diesen Kleinen zu verachten! Denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel sehen stets das Angesicht meines himmlischen Vaters. (Mt 6,10)

Wenn der Himmel total identisch wäre mit der Anschauung Gottes, hätte Jesus ja nicht gesagt: ihre Engel im Himmel.

So will auch euer himmlischer Vater nicht, daß einer von diesen Kleinen verlorengeht. (Mt 18,14)

Lasset die Kinder zu mir kommen und hindert sie nicht daran! Denn Menschen wie ihnen gehört das Himmelreich. (Mt 19,14)

Nicht ohne Grund stellt Johannes an den Schluß seiner Offenbarung (19,22) die Warnung:

Und so jemand davontut von den Worten des Buchs dieser Weissagung, so wird Gott abtun sein Teil vom Holz des Lebens und von der heiligen Stadt, davon in diesem Buch geschrieben ist.


15H50C Der von gewissen Theologen zerredete Himmel

Lexikon für Theologie und Kirche, 2. Auflage, 5. Band, Verlag Herder Freiburg, 1960

Stichwort Himmel
II. Die Himmelsvorstellungen der Schrift
2. Das Spätjudentum hat mit dem Weltbild des Alten Testaments auch dessen Anschauung vom Himmel als Wohnstätte Gottes festgehalten. Im Zusammenhang mit der apokalyptischen Umgestaltung national-irdischer Zukunftshoffnung wird jetzt der Himmel zum Heilsort. In den 3. Himmel verlegt man seit dem 1. Jahrhundert nC. (vgl. 4 Esra 4,7ff) das Paradies, mit dem offenbar das Himmlische Jerusalem identisch ist (Volz 373f) (Aufenthaltsort der verstorbenen Gerechten).

3. Das Neue Testament

Für die Auserwählten ist der Himmel der Ort des Heils. Die himmlischen Güter sind die wahren und wirklichen. (Hebr. 8,2; 9,24). Hier wartet der Lohn für die guten Werke wie ein aufbewahrter Schatz (Mt 6,20; Mk 10,21). Darum soll das Trachten der Christen auf das, "was oben ist", gerichtet sein (Kol 3,1).

III. Systematisch

Himmel ist das theologische Bildwort für den endgültigen Heilszustand der durch Christus mit Gott für immer vereinten, geretteten Menschen.

Himmel in diesem Glaubensverständnis ist 1. christologisch bestimmt. Er ist nicht ein geschichtsloser Ort, "in den" man kommt, sondern beruht auf dem in Christus gegründeten Einssein von Gott und Mensch...

2. theologische, 3. ekklesiologische, 4, anthropologische Komponente

5. Schließlich ergibt sich aus dem christologischern Verständnis des Himmels auch noch dessen kosmische und eschatologische Komponente. Die Erhöhung Christi bedeutet ja nicht seine einstweilige Absenz von dieser Welt in einem "überhimmlischen" Raum, sondern ist Bildwort für die neue Form seiner Anwesenheit: die Existenzweise des Auferstandenen ist das "Sitzen zur Rechten Gottes", d. h. die Teilhabe an der königlichen Macht Gottes über die Geschichte... So ist der erhöhte Christus nicht "entweltlicht", sondern weltüberlegen und dadurch auf die Welt bezogen. Himmel bedeutet Teilhabe an dieser Existenzform Christi. Er kann daher nicht räumlich bestimmt werden, weder außerhalb noch innerhalb der Welt, aber er kann auch nicht einfach als "Zustand" vom Zusammenhang des Kosmos abgelöst werden. Vielmehr bedeutet er jene Weltmächtigkeit, die dem neuen "Raum" des Leibes Christi, d. h. des Einsseins vor Gott und Mensch, zukommt, welcher als eine neue Dimension gegenüber den physikalischen Dimensionen dasteht, in dieser schlechterdings nicht einzuordnen ist, aber doch reale Beziehung hat. Himmel ist demnach nicht räumlich, sondern essentiell "oben". Die Bildworte "oben", "über", "Himmel" usw. sind berechtigt, sofern das räumliche Oben ein Ursymbol der essentiellen "Über"legenheit darstellt, um die es geht. Falsch werden sie, wenn sie eine Ausgrenzung des Himmels aus der Welt oder eine Eingrenzung in einen bestimmten Teil der Welt besagen wollen.

6. eschatologischer Aspekt...

Soweit das katholische Lexikon für Theologie und Kirche

Was wissen nun die evangelischen Theologen? Wir zitieren aus:

Die Religion in Geschichte und Gegenwart - Handwörterbuch für Theologie und Religionswissenschaft, 3. Auflage, 3. Band, J.C.B. Mohr (Paul Siebeck) Tübingen, 1959

Himmel, II Biblisch und dogmatisch

2. Die Anschauung vom Himmel als Aufenthaltsort der Toten ist spekulative Ausweitung der nt. Aussage, daß die im Glauben Entschlafenen "mit Christus" bei Gott sind (I Thess 5,10; 2 Kor 13,4).

Die Kirche fügte in Aufnahme der Physik des Aristoteles die biblischen Himmelsvorstellungen dem ptolemäischen Weltbild (:ID) ein. Obwohl die Reformation dies Weltbild voraussetzte, gelang es Luther im Streit um das Abendmahl (:II,3, III,1), mittels der Ubiquitätslehre das topologische Verständnis des Mittelalters auf das theologische des Neuen Testaments zurückzuführen. Der Himmel wurde ihm zum "unräumlichen Ort" (Elert) der in Wort und Sakrament geschehenden Gegenwart Christi.

Die gegenwärtige kath. wie ev. Dogmatik sieht im Himmel das Zeichen der weltbezogenen Überweltlichkeit (Transzendenz und Immanenz) Gottes.

... Der Himmel ist nicht der unsichtbare Teil der Welt, sondern die Welt im Geheimnis göttlicher Verborgenheit. Der Himmel läßt sich mittels der Kategorie des (auch mehrdimensionalen) Raumes nicht erfassen, wohl aber bild- und gleichnishaft bezeichnen.

Der "H." entfaltet das Wesen der geschaffenen Welt in dreifacher Hinsicht:
a) als "Raum" des unaufhörlichen Gotteslobs ...
b) als Grund und Grenze aller Menschenmächtigkeit ...
c) als Integration der Welt ...

Kommentar von etika.com:

Wenn man den Himmel mittels der Kategorie des Raumes nicht erfassen kann, wie kann man dann sagen, daß der Himmel kein Raum ist, wie es jetzt der Papst getan hat?

Aus Wien kommt Kritik an unserer Pressemitteilung: "Wollen Sie die unbegreifliche Größe Gottes wirklich auf "Orte" einengen?" Diesem Argument halten wir die Frage entgegen:
Ist Gott so klein, daß sein Himmel, den er uns verheißt, nicht auch Orte beinhaltet?

Wie werden die Theologen staunen, wie einfach und vollkommen und alles umfassend der Himmel ist!

Wie werden sie sich wundern, daß die kleinen Kinder verstanden haben, was der Himmel ist, sie aber mit all ihrer Gelehrsamkeit nicht!

Denn auch Gott ist wahrhaft einfach, wie Savonarola dargelegt hat, und nichts ist groß, was nicht einfach ist.


15H50D Das Paradies beim Propheten Jesaja

11,6 Da werden die Wölfe bei den Lämmern wohnen und die Panther bei den Böcken lagern. Ein kleiner Knabe wird Kälber und junge Löwen und Mastvieh miteinander treiben.

7 Kühe und Bären werden beisammen weiden, daß ihre Jungen beieinander liegen, und Löwen werden Stroh fressen wie die Rinder.

8 Und ein Säugling wird spielen am Loch der Otter, und ein entwöhntes Kind wird seine Hand stecken in die Höhle der Natter.

9 Man wird nirgends Sünde tun noch freveln auf meinem ganzen heiligen Berge; denn das Land wird voll Erkenntnis des Herrn sein, wie Wasser das Meer bedeckt.

65,17 Denn schon erschaffe ich einen neuen Himmel und eine neue Erde.

65,25 Wolf und Lamm weiden zusammen, der Löwe frißt Stroh wie das Rind / (doch die Schlange nährt sich von Staub). Man tut nichts Böses mehr und begeht kein Verbrechen auf meinem ganzen heiligen Berg, spricht der Herr.


15H50E Klärende Worte von Msgr. Dr. Franz Burger: Der Himmel ist 1. Zustand, 2. Ort

Papst Johannes Paul II. ... hat dies bei einer Generalaudienz, also in einer Predigt getan, als Bischof, der das Charisma der Unfehlbarkeit nicht zukommt. ...

Die Offenbarung lehrt die Örtlichkeit der jenseitigen Zustände zwar nicht ausdrücklich, legt sie aber doch nahe. Die leibfreie Seele bleibt auch nach ihrem Tod auf ihren Leib hingeordnet, und da sie bei der Auferstehung des Fleisches mit ihrem Leib wieder vereint wird, sie also im Leib im Himmel oder in der Hölle ist und es zum Wesen des Leibes gehört, an einem Ort zugegen zu sein, scheint es - unbeschadet der Vergeistigung des Auferstehungsleibes - naheliegend zu sein, daß sich die Menschen auch in ihrem Endzustand an einem Ort befinden, Himmel und Hölle also jenseitige Örtlichkeiten sind.

Das sind sie aber - und das dürfen wir nicht übersehen - in zweiter Linie; in erster Linie sind Himmel und Hölle Zustände.

Der Gerettete trägt den Himmel in sich und der Verdammte trägt die Hölle in sich. Ich habe in den Allerseelenpredigten diese Wahrheit öfter auf hypothetische Weise verständlich zu machen gesucht und gesagt: Wenn ein Heiliger in die Hölle kommen könnte, dann trüge er auch in der Hölle den Himmel in sich; und wenn ein Verdammter in den Himmel kommen könnte, dann trüge er auch in der Hölle den Himmel in sich.

Natürlich gehört zum Himmel wie zur Hölle auch das Ambiente, die Gemeinschaft der Heiligen oder die "Gemeinschaft" der Verdammten sowie die Herrlichkeit des himmlischen Jerusalem und die ewige Nacht des Abgrunds, also der anziehende oder abstoßende Aufenthaltsort der jenseitigen Bewohner.

Vielleicht wollte der Papst einem primitiven Schwarz/Weiß-Denken entgegenwirken und das etwa so aussieht: Kommst du links beim Türl hinein, bist du in der Hölle, und kommst du rechts hinein, bist du im Himmel, so daß alles also nur auf den Ort ankäme, an dem man landet.

Es hat mit beiden seine Gültigkeit, mit dem Ort und mit dem Zustand; das Erste und Entscheidende ist aber der Zustand, der Ort folgt zwar automatisch, aber erst an zweiter Stelle, hintennach. Das wollte ich Ihnen gesagt haben, damit im Eifer des Gefechts nicht ein falscher Akzent gesetzt wird.

(Brief vom 11.8.1999 an etika.com)


15H50F Katholische Dogmatik, Katechismen, Lehrbücher: Der Himmel ist ein Ort und Zustand

Überlieferung und Liturgie

Die Väter und die Kirchenlehrer sprechen vom Himmel. Nennen wir als Beispiel den heiligen Clemens (1. Jahrhundert): "Die in der Liebe sterben, werden die Wohnung der Heiligen teilen", und der heilige Cyprian (253): "Welcher Ruhm und welche Freude, zur Schau Gottes zugelassen zu sein, zusammen mit unserm Herrn Jesus Christus geehrt zu werden! Es wird die Freude des Heils und des ewigen Lichtes sein, die in diesem Reich, in dem die Unsterblichkeit allen zugesichert ist, allen Gerechten und allen Freunden Gottes geschenkt wird... Wenn das Licht Gottes auf uns scheinen wird, werden wir uns eines unvorstellbaren Glücks erfreuen, und wir werden für immer am Reiche Christi teilhaben." Widersprechende Häresien sind von den Päpsten Clemens V. (1311), Benedikt XII. (1336), und Pius V. (1567) verurteilt worden. Die Wahrheit der Glaubenssätze über den Himmel wird vom Apostolischen, Nizäanischen und Athanasischen Glaubensbekenntnis bezeugt. Mehrere Konzilien haben diese Dogmen definiert, unter anderem das Konzil von Lyon (1274) und von Florenz (1439).

Die Liturgie verkündet den Glauben an den Himmel. Der Kanon der Messe nennt (im Gedächtnis der Toten) den Himmel "den Ort der Erquickung, des Lichtes und des Friedens". In der Präfation vom Feste Christi Himmelfahrt lesen wir: "Unser Herr Jesus Christus ist in den Himmel aufgefahren, um uns seiner Gottheit teilhaftig werden zu lassen."
(zit. in der Schrift: "Was ist der Himmel?" von Pfarrer Michael Dobler +, Hollenthon NÖ, Seite 17)

Großer Katechismus der Katholischen Religion
zitiert in: Dienst am Glauben, P. Fridolin Außersdorfer OFM, A-6020 Innsbruck, Höttinger Gasse 15a, Heft 4, Oktober - Dezember 1999

428 Was ist der Himmel?
Antwort: Der Himmel ist der Ort, wo die Engel und Heiligen sich der ewigen Seligkeit ewig erfreuen.

Katholischer Katechismus der Bistümer Deutschlands
Kösel-Verlag München 1960, Kapitel 128, Seite 255
Das Wort "Himmel" bezeichnet 1. den sichtbaren Himmel, den unser Auge über der Erde erblickt, 2. den unsichtbaren Himmel, den Zustand oder Ort, in dem die Seligen Gott schauen. Wo dieser Himmel ist, hat uns Gott nicht geoffenbart.

Ludwig Ott: Grundriß der katholischen Dogmatik,
5. Auflage, Herder Verlag Freiburg 1961, S. 568

Die Seelen der Gerechten, die im Augenblick des Todes von aller Sündenschuld und Sündenstrafe frei sind, gehen in den Himmel ein. De fide.

Der Himmel ist ein Ort und Zustand vollendeter übernatürlicher Glückseligkeit, die in der unmittelbaren Anschauung Gottes und der damit verbundenen vollkommenen Gottesliebe ihren Grund hat.

Katechismus des Oratoriums
Römisch-katholischer Katechismus und Unterweisung der Gläubigen für die heutige Zeit. Herausgegeben vom Oratorium von der göttlichen Wahrheit (Oratorium divinae veritatis), SAKA-Verlag Saarbrücken, 2. Auflage, 1990, Kapitel 116, Seite 64

Für die Gerechten ist ein neuer Himmel und eine neue Erde als Aufenthaltsort verheißen (2 Ptr 3,13; Offb 21,1)

Glaubenskompass,
herausgegeben vom Marianischen Apostolat, A-2812 Hollenthon-Stickelberg, Niederösterreich (Pfarrer Michael Dobler †), Gedanken zum katholischen Katechismus

Was ist der Himmel? Der Himmel ist der Ort, wo die Engel und Heiligen die ewige Seligkeit genießen.

Goldenes ABC
Weg zu wahrer Innerlichkeit, von P. Sellemond SSS (Eucharistiner, Bozen). Ein Geschenk des "Heiligen Jahres"1975 für alle wachen Christen. Emmanuel Verlag Rottweil.

Der Himmel nur ist unsere Heimat...! ("Vater unser, im Himmel!") 1. Himmel deutet nicht nur einen Ort an, sondern noch mehr einen Zustand der Freude, größten Glückes und größter Seligkeit... 2. Unser Himmel, der unsere ewige Heimat sein wird, der ist freilich auch ein Ort, der Aufenthaltsort auch unseres verklärten Leibes nach der Auferstehung am jüngsten Tage.


15H50G Der evangelische Himmel

Evangelisches Kirchengesangbuch

Ausgabe für die Evangelische Landeskirche in Württemberg 1953
Lied 26 Nun singet und seid froh, nach dem lateinisch-deutschen "In dulci jubilo" (14. Jahrhundert), Hannover 1646
4. Wo ist der Freuden Ort? Nirgends mehr denn dort, da die Engel singen mit den Heilgen all

Lied 515 Himmelan, nur himmelan soll der Wandel gehn!, Text von Johann Gottfried Schöner (1749 - 1818):
4. Himmelan erheb dich gleich, wenn dich Kummer drückt, weil dein Vater, treu und reich, stündlich auf dich blickt. Was quält dich so? Droben in dem Land des Lichts weiß man von den Sorgen nichts; sei himmlisch froh!
8. Himmelan führt dich zuletzt selbst die Todesnacht. Sei´s, daß sie dir sterbend jetzt kurze Schrecken macht, - harr aus, harr aus! Auf die Nacht wird´s ewig hell; nach dem Tod erblickst du schnell des Vaters Haus.

Lied 513 Erheb, o Seele, deinen Sinn!, Text von Ehrenfried Liebich (1713 - 1780):
1. Erheb, o Seele, deinen Sinn! Was hängst du an der Erden? Hinauf! Schwing dich zum Himmel hin! Ein Christ muß himmlisch werden.
5. Der Christen hohes Bürgerrecht, ist dort im Vaterlande; der Christ, der irdisch denkt, denkt schlecht und unter seinem Stande.
6. Dort ist das reiche Kanaan, wo Lebensströme fließen; blick oft hinauf! Der Anblick kann den Leidenskelch versüßen.

Lied 21 Lobt Gott, ihr Christen alle gleich, in seinem höchsten Thron, Text von Nikolaus Herman (um 1480 - 1561):
6. Heut schleußt er wieder auf die Tür zum schönen Paradeis; der Cherub steht nicht mehr dafür. Gott sei Lob, Ehr und Preis.

Lied 5 O Heiland, reiß die Himmel auf..., Köln 1623
1. O Heiland, reiß die Himmel auf, herab, herab vom Himmel lauf!
4. O komm, ach komm vom höchsten Saal, komm, tröst uns hier im Jammertal!

und die Psalmen klingen im hohen Himmelssaal. Eia, wärn wir da.

Lied 86 Auf, auf, mein Herz, mit Freuden, Text von Paul Gerhardt (1607 - 1676):
8. Er bringt mich an die Pforten, die in den Himmel führt,

Lied 121 "Wachet auf", ruft uns die Stimme, Text von Philipp Nicolai (1556 - 1608):

Gloria sei dir gesungen, mit Menschen- und mit Engelzungen, mit Harfen und mit Zirbeln schön. Von zwölf Perlen sind die Tore an deiner Stadt, wir stehn im Chore der Engel hoch um deinen Thron.

Lied 122 Ermuntert euch, ihr Frommen, Text von Lorenz Lorenzen (1660 - 1722):

8. Hier ist die Stadt der Freuden, Jerusalem, der Ort, wo die Erlösten weiden, hier ist die sichre Pfort, hier sind die güldnen Gassen, hier ist das Hochzeitsmahl, hier soll sich niederlassen, die Braut im Freudensaal.
Weitere evangelische Himmelsschilderungen 15H19

Und um all das wollen uns die modernistischen Theologen betrügen? Wir lassen uns das himmlische Jerusalem weder zerreden noch nehmen!

Die Schüler der Apostel der letzten Zeiten AIHS

wird fortgesetzt

Fegefeuer - Hölle - Index 1