ETIKA

HIMMEL

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29.7.2000

15H50H

Der Himmel als Ort bei den Heiligen, Kirchenvätern, Kirchenlehrern

 

15H50 Der Himmel als Ort und Zustand
Wir verfügen leider über keine theologische Bibliothek, deshalb müssen wir uns auf jene wenigen Heiligen beschränken, deren Werke uns zugänglich sind.

Bonaventura und Franziskus
Franziskus erbt den Thron Luzifers
Wir zitieren aus: Franziskus - Engel des sechsten Siegels. Sein Leben nach den Schriften des heiligen Bonaventura. Einführung, Übersetzung, Anmerkungen P. DDr. Sophronius Clasen OFM, Dietrich-Coelde-Verlag, Werl/Westfalen 1962, Franziskanische Quellenschriften, Herausgegeben von den deutschen Franziskanern, Band 7).

Am Franziskustag 1267 predigte dann Bonaventura ... Da die Demut die Wurzel jeglicher Heiligkeit ist und Franziskus sie stets in der heroischsten Form geübt habe, solle er einmal den Thron Luzifers (es ist nicht mehr, wie im Großen Franziskusleben, bloß der Thron eines gefallenen Engels) im Himmel als Lohn erhalten: "Diesen Thron hat Luzifer wegen seines Stolzes verloren, und er steht für den heiligen Franziskus wegen seiner Demut bereit."
(Einführung von P. DDr. Sophronius Clasen OFM, Bonaventuras Franziskusbild, S. 157)

Während er (Franziskus) dann in der folgenden Nacht schlief, zeigte ihm der Herrgott einen herrlichen, großen Palast voller Waffen, die mit dem Zeichen des Kreuzes Christi geziert waren; Gott wollte ihn dadurch belehren, das Werk der Barmherzigkeit, dae er dem armen Ritter aus Liebe zum höchsten König erwiesen hatte, verdienen unvergleichlichen Lohn. Als er daher fragte, wem dies gehöre, ward ihm vom Himmel die Antwort zuteil, alles werde ihm und seinen Streitern gehören.
(Das Große Franziskusleben, I. Kapitel, Das Leben des heiligen Franziskus in der Welt, S. 258)

Als man ihn (Franziskus) einmal fragte, wie er sich bei so dünner Kleidung gegen die grimmige Kälte im Winter schützen könne, gab er im Eifer des Geistes zur Antwort: "Wenn unser Herz vor Sehnsucht nach dem himmlischen Vaterland brennte, ertrüge unser Leib diese Kälte leicht."
(Das Große Franziskusleben, V. Kapitel, Sein strenges Leben und der Trost, den ihm die Geschöpfe bereiteten, S. 290)

Wenn er (Franziskus) von der Armut sprach... Die Lebensweise der Pilger verlange nämlich, daß man sich unter fremdem Dach beherbergen lasse, heißes Verlangen nach dem Vaterlande habe und friedfertig durch die Welt gehe.
(Das Große Franziskusleben, VII. Kapitel, Seine Liebe zur Armut und Gottes wunderbare Hilfe in der Not, S. 309f.)

Da er (Franziskus) schon Bürger in den himmlischen Wohnungen bei den Engeln war, suchte er mit eifrigem Verlangen seinen Geliebten, von dem ihn nur noch die Wand seines Leibes trennte.
(Das Große Franziskusleben, X. Kapitel, Sein eifriges und machtvolles Beten, S. 339)

Während das glühende Verlangen eines Seraphs ihn (Franziskus) zu Gott emporhob und sein zärtliches Mitleid ihn in Liebe dem gleichmachte, mit dem er aus überreichem Verlangen gekreuzigt zu sein wünschte, sah er an einem Morgen um das Fest der Kreuzerhöhung, da er an der Seite des Berges betete, die Erscheinung eines Seraphs, der sechs leuchtende, feurige Flügel, besaß, aus Himmelshöhen herabkommen; er flog in raschem Fluge herbei und schwebte nahe dem Gottesmann in der Luft.
(Das Kleine Franziskusleben, VI. Seine heiligen Wundmale, 1. Lesung, Seite 467)

In eben dieser Stunde sah einer seiner Brüder und Jünger, ein Mann von anerkannter Heiligkeit, wie eine kleine lichte Wolke seine selige Seele in Gestalt eines helleuchtenden Sternes geradewegs über viele Wasser hinweg in den Himmel trug.
(4. Predigt über den hl. Vater Franziskus, S. 474)

Die Sanftmut ist endlich zum himmlischen Lohne notwendig, darum sagt der Herr (Mt 5,4): Selig sind die Sanftmütigen, denn sie werden das Erdreich besitzen, und der Psalmist (Ps 36,11): Die Sanftmütigen aber besitzen das Land und erfreuen sich der Fülle des Friedens. Denn weil sie auf Erden friedfertig und gut gelebt und von den Streitsüchtigen Bedrückung erduldet haben, werden sie das Land besitzen - nicht das irdische Land, sondern das Land der Lebendigen, das ihnen durch das künftige Gericht überlassen und zugeschrieben wird, wenn Gottes gerechtes Urteil jene vertrieben hat, die keine Sanftmut besessen haben. So erhalten auch Arme, die freiwillig die Erde verlassen und die Güter des Himmels ersehnt haben, das Geschenk des Himmels.
(5. Predigt über den hl. Vater Franziskus, Seite 556f.)

Cajetan
Es ist kein anderer Weg in den Himmel als der Weg der Unschuld und der Buße.
Wer vom ersten Weg abgewichen ist, muß notwendigerweise den zweiten betreten, sonst ist er verloren!
(zitiert in: das Neue Groschenblatt 3/1984)

Dorotheus von Gaza
Wie die Heiligen, dank des Guten, das sie vollbracht haben, einen Platz finden an Orten des Lichts und der Freude und zusammen sind mit den Engeln, so finden auch die Sünder einen Platz an finsteren und dunklen Orten, die voll Schrecken und Entsetzen sind, wie die Heiligen sagen. Was gibt es schrecklicheres und elenderes als jene Orte, an die die Dämonen geschickt worden sind?

(Doroteo di Gaza: Scritti e Insegnamenti Spirituali, Vita di Dositeo, Insegnamenti Spirituali, Lettere e Detti, Introduzione, traduzione e note a cura di Lisa Cremaschi della comunità di Bose, Edizioni Paoline, 1980, p. 178)

Franz von Sales
Oh, wie ist dieser Ort erstrebenswert und so angenehm, wie ist diese Stadt kostbar!
Gehen wir, o meine liebe Seele, gehen wir zu dieser unendlichen Ruhe, machen wir uns auf den Weg in dieses gesegnete Land, das uns verheißen ist.
(Einführung in das fromme Leben, I, 16, Achte Meditation: Vom Paradies)
Im Original:
Francois du Sales: Introduction à la vie dévote, Du paradis

Petrus von Alcántara
Betrachte zuerst die Herrlichkeit des Ortes

Wird fortgesetzt

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