ETIKA

ÖKUMENE

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20.02.2002

15O5

Erneuerung der Kirche (I. Teil)

Handbuch des einfachen Lebens, Kapitel 25

II. Teil

15O5A ERNEUERUNG DES EINZELNEN, siehe Buße

15O5B STANDORTBESTIMMUNG UND GLIEDERUNG IN EINZELAUFGABEN

1505B1

"Wir müssen alle bekehrt werden zu dem biblischen Begriff, daß die Kirche das Volk Gottes, der Leib Christi ist. Zweitens muß man dafür sorgen, daß jeder die Möglichkeit hat, eine echte ökumenische Erfahrung zu machen. Darum muß der ökumenische Dialog auf allen Ebenen in Angriff genommen werden. Miteinander für die Einheit zu beten heißt bereits, die ersten Früchte dieser Einheit zu empfangen." (Willem A. Visser´t Hooft im Herder-Taschenbuch 269: Friede zwischen Christen, Freiburg 1966, 140f.)

15O5B2

"Wenn man in der Politik befürchtet, daß die Annäherung zwischen den einen die Entfremdung von den anderen zur Folge haben kann, so sind in der Kirche Gottes alle Glieder desselben Mystischen Leibes, dessen Haupt Jesus Christus ist, und jede Vermehrung der Liebe zwischen einzelnen Gliedern wird zur Wohltat für die anderen und für den ganzen Leib." (Augustin Kardinal Bea: Friede zwischen Christen, Freiburg 1966, S. 77)

15O5B3

Darin besteht Gemeinsamkeit, daß Einigung nicht Rückkehr meint. An einer solchen Forderung würden, wie Kardinal Ratzinger 1976 und 1982 erklärt hat, alle ökumenischen Bemühungen scheitern. (Dolomiten, Bozen, 19.1.1984)

15O5B4

"Die Kirchen sind die Hüter ihrer Schwesterkirchen. Es gibt eine Seelsorge, die die Kirchen aneinander üben müssen. Für die Kirchen kann die Koexistenz nicht genügen. Sie sind gerufen, die einheit des Volkes Gottes sichtbar zu machen." (Visser t´Hooft aaO 138)

15O5B5

"Die Kirchenvereinigung verschieben heißt sie ablehnen." (Eugene Carson Blake: Die nächsten Schritte zur einen Kirche, Herder Freiburg 1969, S. 133)

15O5B6

Der ökumenische Weg könne nur über die Erkenntnis weiter führen, daß die einzelnen Glaubenssätze im Rahmen einer Hierarchie der Wahrheiten zu sehen seien, in dem sie einen unterschiedlichen Stellenwert im Gesamtgefüge des Glaubens und in ihrer Bedeutung für das Heil des Menschen bekämen, so der Tübinger katholische Theologe Dr. Arno Schilson. Der bleibende Wahrheitsgehalt der Glaubenssätze müsse immer neu ausgelegt und vergegenwärtigt werden. (Hohenzollerische Zeitung Hechingen 8.11.1974)

15O5B7

"Ich bin überzeugt, daß die Kenntnis der katholischen Dimension bei Luther den Katholiken wie den Protestanten nützt." (P. Massimiliano Mizzi in "San Francesco", Assisi, 1/1984, S. 42)

15O5B8

"Die Franziskaner müßten die Führer der ökumenischen Bewegung sein, schon weil der heilige Franziskus und die franziskanische Tradition eine natürliche Brücke zwischen Katholiken und Protestanten bilden." (Paul Chapman in: R. Schutz: Francesco Uomo Ecumenico, in: Studi Francescani 68 (1971), 169, zit. in "Missione Francescani" 8/1978, S. 17)

15O5B9

"Die Kirchen in dieser Welt haben einen doppelten Auftrag. Sie sind in diese Welt hineingestellt als Diener und zugleich als Wächter. Eines der großen Motive für die Bildung der ökumenischen Bewegung war die Tatsache, daß die Kirchen nicht mehr ihren schöpferischen und dynamischen Auftrag in unserer Zivilisation wahrnahmen... Gleichzeitig mußte man neu lernen, was das prophetische Amt bedeutete, wie es von dem Propheten Hesekiel beschrieben wird, nämlich als das Amt des Wächters, der dem Volke im Namen Gottes seine Warnungen zuruft. Die Kirchen mußten lernen, gemeinsam im Dienst am Nächsten zu handeln, und lernen, gemeinsam zur Welt, zu den großen Problemen des Lebens der Menschheit zu sprechen." (Visser´t Hooft aaO 132). Sie müssen es immer noch lernen.

15O5B10

"Eine vereinigte Kirche, evangelisch, katholisch und reformiert, bedeutet nicht eine Abweichung der Aufmerksamkeit von der prophetischen Mission der Kirche in der Welt und an die Welt, sondern sie kann Gottes Weg sein, uns fähig zu machen, sie zu erfüllen." (Blake aaO 145)

1505B11

"Es ist eine Einheit am Weg, die aus dem Strom der Gnade Gottes kommt und alle selbstgemachten Grenzen überschreitet." (Prälat Franz Wesenauer in "Glaube und Kirche", Salzburg, Nr. 24, April 1983)

15O5C GOTTES WORT, EVANGELIUM, HEILIGE SCHRIFT

15O5C1

"An Gottes Wort liegt mehr denn an der ganzen Welt." (Martin Luther in seiner Schrift gegen Heinrich VIII., zit. Heim aaO 66)

15O5C2

"Das Evangelium ist eine Macht der Versöhnung der Sünder mit Gott und aller Menschen mit allen Menschen." (Blake aaO 84)

15O5C3

"In der Frage von Schrift und Tradition sagt auch die katholische Kirche: Die Schrift sei die "norma normans", der Kanon. Und wie sich die Väter über der Schrift getrennt haben, so müßten sie sich über der Schrift wiederfinden." (Heinz Schütte, Professor für systematische - kath. - Theologie, Bonn, laut "Miteinander", Kirchenblatt für die eevangelisch-lutherischen Gemeinden in Italien, Rom/Bozen, Oktober 1983, Nr. 10, S. 11)

15O5C4

"Gemeinsames Hören auf das Wort, gemeinsames Leben aus dem Wort - gerade so wächst Jesu Gegenwart zwischen uns, auch und zumal zwischen getrennten Christen." (Aus dem Buch von (Bischof) Klaus Hemmerle: Der Himmel ist zwischen uns, Verlag Neue Stadt München 1977, 80)

15O5D CHRISTUSVERSTÄNDNIS, KIRCHENVERSTÄNDNIS, GLAUBENSBEKENNTNIS

15O5D1

"Beide Konfessionen gehen von Christus aus. Es ist auch ein gemeinsamer Glaube an Christus. Wenn Christus das Lamm ist, das der Welt sünde trägt, so ist er auch der, an dem sich das Schicksal der Menschen entscheidet. Christus ist also das unsichtbare Du, auf das alle Taten der Menschen, auch derer, die ihn gar nicht kennen, immer gerichtet sind. Alle Menschen haben es immer mit ihm zu tun, auch wenn sie es gar nicht wissen. Beiden Konfessionen ist also nicht nur der Glaube an die göttliche Vollmacht Christi gemeinsam, sondern auch der Glaube an den lebendig gegenwärtigen christus, der durch die Weltgeschichte schreitet. Die Spannung des Dramas liegt darin, daß der Gesandte Gottes, an dem sich aller Schicksal entscheidet, der, "vor dem sich beugen sollen alle Kniee", als der Allerverachtetste durch die Welt ging, als der Machtlose, der Entrechtete, der Entthronte und der Verhöhnte. Wann löst sich diese ungeheure Spannung? Nach dem katholischen Christusverständnis tritt die Wendung schon mit der Auferstehung Jesu ein. Wir stehen seitdem in der Machtperiode Jesu. Nach dem protestantischen Christusverständnis dagegen kommt die Entspannung der Weltlage erst mit dem Ende der jetzigen Welt." (Heim aaO 52f.)

Ist vorstehender Gegensatz nicht zweitrangig? Genügt es nicht, den Leitspruch "Omnia ad maiorem Dei gloriam" (alles zur größeren Ehre Gottes) zu befolgen, den sich sowohl der Reformator Johannes Calvin als auch Ignatius von Loyola, der Gründer des Jesuitenordens, gewählt haben - den Leitspruch des von beiden besuchten Kollegs Montaigu in Paris? Dessen Zeichen war das von einem Flammenkranz umgebene JHS (Anfang des Namens Jesu in griechischen Buchstaben; man findet es noch heute in reformierten Kirchen wie an jeder von Jesuiten erbauten Kirche. (So Gerd Mohr zum 400. Geburtstag Calvins, Zeitungsausschnitt, vermutlich NWZ Göppingen)

15O5D2

"Wir stehen alle unter dem Kreuz Jesu Christi." (Pfarrer Harald Popp von der amerikanisch-lutherischen Kirche am 13.11.1983 in Bozen)
"Wir alle stehen unter der Gnade unseres Herrn Jesus Christus. Er ist die Mitte und der Angelpunkt, in dem alles Sein, der Sinn und das Heil dieser Welt und unseres Lebens beschlossen sind."
(Papst Johannes Paul II. in Roms Luther-Kirche am 11.12.1983 laut dpa-Pressemeldungen)

15O5D3

Das christlich-apostolische Symbolum oder die drei Artikel, das Nicäische und das Athanasische Glaubensbekenntnis haben allgemeine Gültigkeit in der ganzen christlichen Kirche. (nach Friedrich Gustav Lisco: Das christlich-apostolische Glaubensbekenntnis - ein Hülfsbuch für Lehrer beim Katechumenen-Unterricht, Berlin 1842, 187)

"Ich glaube an den heiligen Geist und eine heilige, allgemeine, christliche Kirche." (laut Lisco aaO 174) Alle Konfessionen könnten z. B. diese ursprüngliche Formulierung (oder mit dem Wort katholische, oder ohne das hier eigentlich unnötige Wort christliche) annehmen, zumal das griechische Wort katholisch nichts anderes bedeutet als allgemein. "Allgemein heißt die Kirche, weil sie alle Gläubige und Heilige im Himmel und auf Erden wirklich schon umfaßt und alle Sünder zu ihrer Gemeinschaft einladet." (so der Protestant Lisco aaO 180) "Alle haben Einen Herrn, Ein Wort Gottes, Einen Glauben, Einen Himmel etc." (ebd) "Die christliche Kirche ist die ganze heilige Christenheit." (aaO 175)

Also: "Laßt uns tilgen die parteiischen Namen und Christen heißen." (Eine treue Vermahnung Martini Luther zu allen Christen, sich zu verhüten für Aufruhr und Empörung, zit. bei Meißinger aaO 204)

15O5D4

"In der Antwort auf die Frage, was Kirche sei - Kirche als Gemeinschaft der Glaubenden, deren Glaube an Jesus Christus orientiert ist, an seiner Person, an seinem Leben, an seiner botschaft, an der von ihm eröffneten Hoffnung - gibt es durchaus ein gemeinsames Verständnis... Dazu kommt, daß die katholische Kirche sich nicht mehr exklusiv mit der Kirche Jesu Christi identifizierte, sondern... ein Kirchsein der anderen christlichen Bekenntnisse anerkannte... Nicht einig sind die Kirchen dort, wo es um das Wie der Verwirklichung der Kirchenstrukturen geht." (Heinrich Fries, Prof. für - kath.- Fundamentaltheologie, München, Süddeutsche Zeitung 4.6.1971)

15O5E GLAUBE; GNADE; GUTE WERKE; ABLASS (RECHTFERTIGUNGSLEHRE)

15O5E1

"Die Rechtfertigung des Sünders begründet unsere evangelisch-protestantische Kirche allein auf Gottes freie Gnade in Christo, auf Christi, des einzigen Mittlers, Verdienst und auf den Glauben an Jesum Christum; die römisch-katholische Kirche redet von einem Verdienste des Menschen Gott gegenüber und sieht die Werke als zur Rechtfertigung mit nothwendig an, während dieselben nach der Schrift... nur Früchte und Kennzeichen der Echtheit des Glaubens sind, der den Sünder vor allen Werken und ohne sie rechtfertigt. Mit der Rechtfertigungslehre der römisch-katholischen Kirche hängt eine Menge von Lehren und Gebräuchen in ihr zusammen, die der heiligen Schrift durchaus zuwider sind: Die Lehre von den guten Werken - als Fasten, leibliche Bußübungen, Wallfahrten, Almosen, Geschenke an Kirchen, Abbeten des Rosenkranzes u. dgl. - wodurch der sündige Mensch ein Verdienst vor Gott sich erwerben und die ewige Seligkeit sich verdienen könne. Weiter die Lehre vom Schatze überflüssiger guter Werke, von den Heiligen durch Gutes, was sie über Gottes Willen und ihre Pflicht hinaus gethan haben, zusammengebracht und unter die Verwaltung der Kirche (d. h. des Papstes und der Geistlichkeit) gestellt, welche daher Ablaß - Indulgenz - für begangene Sünden ertheilen, und selbst Seelen aus dem Fegfeuer (Reinigungsfeuer) in den Himmel befördern kann. Ferner die Lehre von der Mutter Gottes, der Jungfrau Maria, und den Heiligen, deren Fürbitte man suchen und denen man eine gewisse Verehrung darbringen solle, damit sie uns Hülfe gewähren und Christum uns geneigt machen..." (Lisco aaO 185f.)

15O5E2

LUTHERS STANDPUNKT. "Wir werden nicht dadurch gerecht, daß wir gerechte Werke vollbringen; sondern weil wir gerecht gemacht sind, tun wir gerechte Werke." (These 40 bzw. 42 vom 4.9.1517) "Deshalb ist es unmöglich, das Gesetz irgendwie ihne Gnade Gottes zu erfüllen." (These 68 bzw. 69, 71) Wie kam Luther zu dieser Anschauung?

"Ich aber fühlte mich, obwohl ich als Mönch ein untadeliges Leben führte, vor Gott als einen von Gewissensqualen verfolgten Sünder, und da ich nicht darauf vertrauen konnte, Gott durch meine Genugtuung versöhnt zu haben, liebte ich nicht, sondern ich haßte förmlich jene gerechte, die Sünder bestrafende Gottheit... Bis nach tage- und nächtelangem Nachsinnen sich Gott meiner erbarmte, daß ich den inneren Zusammenhang der beiden Stellen wahrnahm: "Die Gerechtigkeit Gottes wird im Evangelium offenbar" und wiederum: "Der Gerechte lebt durch seinen Glauben". Da fing ich an, die Gerechtigkeit Gottes zu begreifen, kraft deren der Gerechte aus Gottes Gnade selig wird, nämlich durch den Glauben: daß die Gerechtigkeit Gottes, die durch das Evangelium offenbart werde, in dem passiven Sinne zu verstehen ist, daß Gott in seiner Barmherzigkeit uns durch den Glauben rechtfertigt, wie geschrieben steht: "Der Gerechte lebt aus Glauben." Nun fühlte ich mich geradezu wie neugeboren... Nachher las ich Augustins Schrift "Über den Geist und den Buchstaben", wo ich wider Erwarten fand, daß auch dieser die Gerechtigkeit Gottes auffaßt als diejenige, die Gott uns beilegt, indem er uns rechtfertigt." (Martin Luther am 5.3.1545 in der Vorrede zum ersten Band seiner lateinischen Schriften, zit. bei: Luther - ausgewählt von Karl Gerhard Stock, Darmstadt 1961, 22)

15O5E3

NICHT NEU. Bei der Rechtfertigung allein aus Glauben handelt es sich also um keine Erfindung Luthers. Sie wurde auch von katholischen Theologen anerkannt. Schon 250 Jahre vor Luther betonte Thomas von Aquin das "sola fide" (allein durch den Glauben), so Schütte ("Miteinander" 10/1983). In dem Thomas von Kempen oder Philipp Neri zugeschriebenen Buch von der Nachfolge Christi heißt es (III 55): "Oh, wie höchst notwendig habe ich deine Gnade, um das Gute anzufangen, fortzusetzen und zu vollenden! Ohne diese Gnade kann ich nichts tun; aber wenn mich diese Gnade stärkt, vermag ich durch dich alles."

Im Jahre 1498, als Luther noch in Magdeburg die Lateinschule besuchte, nahm in Florenz der Dominikaner Girolamo Savonarola den Kern von Luthers Lehre schon vorweg: "Rechtfertigst du mich aber durch deine Gnade, so besitze ich schon deine Gerechtigkeit. Denn deine Gnade wird in uns zu deiner Gerechtigkeit... Vor Gott wird keine Kreatur durch die Werke des Gesetzes gerechtfertigt. Die Gerechtigkeit Gottes ist durch die Gnade Jesu Christi erschienen, auch ohne die Werke des Gesetzes... Der Glaube ist ein Geschenk Gottes; wir erlangen ihn nicht durch unsere Werke, damit keiner sich deswegen rühme." (Meditation über den Psalm "In te Domine speravi") An anderer Stelle: "Das ganze christliche gute Leben entspringt der Gnade unseres Heilandes Jesu Christi, ohne die niemand Rettung erlangt." (Regel des guten Lebens) Noch kürzer: "Die Gnade ist die einzige Wurzel des christlichen Lebens." (Einfachheit des christlichen Lebens I 8)

Zum besseren Vergleich noch einmal Luther:

"Sieh, also mußt du Christum in dich bilden und sehen, wie in ihm Gott seine Barmherzigkeit dir fürhält und anbietet ohn alle deine vorkommende Verdienste, und aus solchem Bild seiner Gnade schöpfen den Glauben und Zuversicht der Vergebung aller deiner Sünden. Darum hebt der Glaube nicht mit den Werken an, sie machen ihn auch nicht, sondern er muß aus dem Blut, Wunden und Sterben Christi quellen und fließen. In welchem so du siehst, daß dir Gott so hold ist, daß er auch seinen Sohn für dich gibt, muß dein Herz süß und Gott wiederum hold werden, und also die Zuversicht aus lauter Gunst und Lieb herauswachsen, Gottes gegen dich und deiner gegen Gott." (Von guten Werken, I 17)

15O5E4

Längst fällig war folgende Erkenntnis: "Das jüngst zu Ende gegangene Gespräch zwischen katholischer Kirche und Lutherischem Weltbund kam bei der Behandlung dieses klassischen Kontroverspunktes zu dem Ergebnis, daß heute im Verständnis der Rechtfertigung ein weitreichender Konsens besteht und folglich von einem kirchentrennenden Unterschied nicht mehr die Rede sein kann." (Harding Meyer, Professor am Lutherischen Institut für Ökumenische forschung, Straßburg, Süddeutsche Zeitung 4.6.1971) Dies bestätigt der erwähnte Prof. Fries mit der Feststellung, daß diese Frage inzwischen geschichtlich und theologisch aufgearbeitet worden sei. "Dies geschah in dem Sinn, daß es zwar für die begriffliche Fassung dieser Glaubenswahrheit verschiedene Möglichkeiten und Kategorien gibt, daß aber diese Verschiedenheiten keinen Widerspruch zur Einheit zur Folge haben müssen." (ebenda)

15O5E5

Umgekehrt findet man den katholischen Verdienstgedanken auch bei Luther (Von guten Werken, z. B. I 7). Er wendet sich nämlich nicht gegen die guten Werke selbst, sondern gegen das Verhalten jener, die "nicht auf göttliches Wohlgefallen, sondern auf ihre getanen Werke ihre Zuversicht, das ist auf den Sand und Wasser bauen, davon sie zuletzt einen grausamen Fall tun müssen, wie Christus Matthäus 7,26 sagt." (aaO I 9). Ihm geht es in erster Linie um die Erfüllung des ersten Gebots: "Nun siehst du selbst, daß alle die, welche Gott nicht allezeit vertrauen, und sich nicht seiner Gunst, Huld und seines Wohlgefallens versehen in allen ihren Werken oder Leiden, im Leben oder Sterben, sondern bei anderen Dingen oder bei sich selbst solches suchen, dies Gebot nicht halten und wahrhaftig Abgötterei betreiben, ob sie gleich auch aller anderen Gebote Werk täten, dazu aller Heiligen Gebete, Fasten, Gehorsam... (I 10) Als falsche Propheten bezeichnet Luther "alle, die durch viel gute Werke (als sie sagen) Gott sich wohlgefällig machen wollen und Gott seine Huld gleichsam abkaufen, als wär er ein Trödler oder Taglöhner, der seine Gnad und Huld nicht umsonst geben wollte." (Ebd) Diese Sätze werden auch Katholiken unterschreiben können, zumal Luther auch folgendes sagte:

"Das erst Werk ist Glauben, ein gut Herz und Zuversicht zu Gott haben. Aus dem fließt das andere gute Werk, Gottes Namen preisen, seine Gnad bekennen, ihm alle Ehre geben allein. Darnach folgt das dritte, Gottesdienst üben mit Beten, Predigthören, Dichten und Trachten Gottes Wohltat, dazu sich kasteien und sein Fleisch zu zwingen." (III 24)

Er fordert noch weitere gute Werke, wie dies: "Christus wird am Jüngsten Tag nicht fragen, wieviel du für dich gebeten, gefastet, gewallfahrt, dies oder das getan hast, sondern wieviel du den andern, den allergeringsten wohlgetan hast." (III 16)

Diese Gedanken faßt Heim wie folgt zusammen: "Ein Mensch, dessen Seele voll ist von überströmender Dankbarkeit, tut ... freiwillig mehr als befohlen ist... er hat gar nicht das Bewußtsein, daß er etwas Besonderes tut. Der Glaube fragt gar nicht, ob gute Werke zu tun seien, er hat sie schon getan." (Heim aaO 100f.)

15O5E6

ABLASS. In der katholischen Lehre vom Ablaß kommt die Überzeugung zum Ausdruck, daß durch das Sakrament der Buße zwar die Sünden getilgt werden, aber dadurch nicht auch schon alle Folgen der Schuld beseitigt sind. (Dolomiten 8.4.1983) Dieser Ausgangspunkt sollte auf protestantischer Seite keinen Widerspruch hervorrufen, erklärte doch beispielsweise der evangelische Prediger Sadhu Sundar Singh: "Sündenvergebung bedeutet noch nicht völlige Erlösung, denn diese kann nur kommen durch vollkommene Freiheit von der Sünde." (zit. bei Friso Melzer: Indische Weisheit und christliche Erkenntnis, Tübingen 1948, 129) Die Ablaßfrage sollten die Protestanten nicht so wichtig nehmen, zumal die katholische Seite einräumt:

"Der Ablaß ist ine Möglichkeit, die die Kirche sieht, den Sünder auf dem Weg zu Gott fürbittend zu begleiten. Die Lehre vom Ablaß gehört nicht zum wesentlichen Glaubensgut der katholischen Kirche." (Karl Wölffl im "Regensburger Bistumsblatt", zit. im Kath. Sonntagsblatt Bozen 7.8.1983)

"Der Ablaß gehört zu den Freiräumen christlicher Lebensgestaltung. Es geht um ein Angebot, um eine Hilfe", schreibt Prof. Dr. Wolfgang Beinert (in den Bozner "Dolomiten" vom 8.4.1983) und fährt fort: "Ein Ablaß ist der vollständige oder teilweise Nachlaß der ,zeitlichen Sündenstrafen´ für Sünden, die bereits vergeben sind; er kann auch den Toten zugewendet werden; die Kirche beansprucht Vollmacht im Ablaßwesen, weil sie aus dem ,Schatz der Kirche´solche Nachlässe anzubieten befugt ist." Zeitliche Sündenstrafen seien nicht von außen zugefügt wie die Sanktionen eines Strafgesetzbuches, sondern aus der Untat folgendes Verhängnis, "Leiden, Not und Mühsal des Lebens und besonders der Tod" (Paul VI.). Der Autor verdeutlicht diesen Sachverhalt wie folgt: "alles dies ist mit der Vergebung der Sünde noch nicht behoben (sowenig wie Trunksucht dadurch, daß die Frau dem Man verzeiht)."

Beinerts Meinung nach weist das Lehrstück vom Ablaß auf eine Thematik, welche die Christen tiefer einen, nicht weiter trennen sollte. "Geht es nicht beiden (Luther und dem Papst) um das eine, um das es jedem Christen gehen muß: daß ich und daß wir alle Gottes Gnade finden? Und ist nicht allen Christen bewußt, daß sie nicht aus der eigenen Leistung kommt, sondern allein in der Gemeinschaft der Gnade Gottes und der fürbittenden Liebe der Christen gefunden wird?"

15O5F SAKRAMENTE, EUCHARISTIE (KOMMUNION, ABENDMAHL), GOTTESDIENST

15O5F1

WAS SIND SAKRAMENTE? "Das Wort bedeutet soviel wie heilige Sache, Geheimnis. Seit dem 12. Jahrhundert wird dieser Name als Sammelbezeichnung für die sieben von Christus eingesetzten Gnadenzeichen gebraucht, nämlich die Taufe, die Firmung, die Eucharistie, das Bußsakrament, die Priesterweihe, die Ehe und die Krankensalbung." (Der katholische Glaube, herausgegeben von der Katholischen glaubens-Information Frankfurt/Main, 4. Auflage, ohne Jahr, 13,3)

"Unsere evangelische Kirche hat nach der heiligen Schrift nur die beiden Sacramente der heiligen Taufe und des heiligen Abendmahls." (Lisco aaO 205)

"Was Gott in seinem Wort an Gnade und Gabe uns verheißt, das giebt und reicht er uns dar im Sacrament... der Allwissende kennt unsere Glaubensschwachheit, und wie wir als sinnliche Wesen auch sinnlicher Mittel bedürfen, die übersinnlicher Gnade uns gewiß machen; da hüllt und wickelt er nun seine Gnadengabe, in herablassender Liebe in ein sichtbares Mittel ein und versichert uns zugleich durch sein Wort, daß Er im Sichtbaren zugleich auch das Unsichtbare uns darreicht. Sichtbares und Unsichtbares also, in unzertrennlicher Verbindung und unauflöslicher Einheit, machen recht eigentlich das Sacrament aus; aus dem Element (Besprengung mit Wasser, Genuß von Brot und Wein) und dem Worte Gottes besteht es wesentlich. Großer Katechismus: ,St. Augustinus sagt: Wenn das Wort zum Element oder natürlichen Wesen kommt, so wird ein Sacrament daraus, das ist ein heilig göttlich Ding und Zeichen.´ Die unsichtbare Gnade und Gabe Gottes im Sacrament verlangt unsrerseits eine geistige Hand, welche sie hinnimmt und sich aneignet, und das ist der Glaube; wo er fehlt, bietet Gott im Sacrament freilich seine Gnade auch dar, aber der Unglaube verursacht es auf seiten des Menschen, daß er derselben doch nicht heilhaftig wird, wenn er auch die Handlung des Sacraments äußerlich vollzieht." (Lisco aaO 206f.)

Dazu Leidl: "Nicht einig mit Luther sind die Katholiken darin, daß er die Wirksamkeit der Sakramente allein auf den Glauben zurückführte."

Ob man den Gegensatz so formulieren kann? Wir erinnern an das, worauf Franziskus so großen Wert legte, daß man nämlich nicht unwürdig zum Tisch des Herrn gehen darf (siehe Brief an die Gläubigen, Index 1, 12F). Im katholischen Katechismus heißt es: "Wer ein Sakrament unwürdig empfängt, begeht eine Todsünde, einen Gottesraub." Voraussetzung ist, daß man seine Sünden bereut. Ist das denn nicht im Glauben eingeschlossen?

15O5F2

ABENDMAHL - EUCHARISTIE. Das Abendmahl oder Nachtmahl heißt auch "Sacrament des Altars, weil es am Altar, dem Opfertisch, genossen wird; Tisch des Herrn; Communion, weil wir durch den Genuß desselben unsere Gemeinschaft mit Christo und untereinander bezeugen und befestigen; Eucharistie, Mahl der Danksagung (im Griechischen)". (Lisco aaO 216)

"Das Nachtmahl Christi ist ein Sakrament und göttlich Wortzeichen, worin uns Christus wahrhaftig und gegenwärtig mit Blut und Wein seinen Leib und Blut schenkt und darreicht und vergewissert uns damit, daß wir haben Verzeihung der Sünden und ein ewiges Leben. Essen und Trinken tut´s freilich nicht, sondern die Worte, so dastehen: für euch vergeben und vergossen zur Vergebung der Sünden. Welche Worte sind neben dem leiblichen Essen und Trinken das Hauptstück im Sakrament; und wer diesen Worten glaubt, der hat... Vergebung der Sünden." (Evangelischer Katechismus, Stuttgart 1951)

Im Verständnis von Eucharistie konstatiert Harding Meyer (aaO) eine wachsende Übereinstimmung. Einen positiven Aspekt enthält auch Heinz Schüttes Bemerkung zur Kritik Luthers am Meßopfer (laut "Miteinander", Oktober 1983): "Luthers Vorwurf sei gewesen, daß damit dem Kreuzesopfer Christi etwas hinzugefügt würde. Jedoch bestünde auch hier Einigkeit zwischen den Theologen, daß das Kreuzesopfer Christi einmalig und unteilbar sei."

Der wunde Punkt: "Gemeinsame Eucharistie soll, so hoffe ich, durch das gemeinsame Gebet, durch gemeinsames Studium und auch in gemeinsamer Arbeit für soziale Zwecke allmählich vorbereitet werden." (Kardinal Jan Willebrands, Präsident des Sekretariats für die Einheit der Christen, gegenüber dem Kath. Sonntagsblatt Bozen, 22.1.1984) Schreiten wir endlich zur Tat, beginnen wir mit diesen Vorbereitungen.

15O5F3

BEICHTE. Die Einrichtung der Beichte (Sündenbekenntnis) ist in der evangelischen Kirche immer mehr verkümmert. Über den Brauch zur Zeit Luthers schreibt Samhammer: "Die Ohrenbeichte ist nützlich, aber nicht gefordert. Die äußerliche Vorbereitung, etwa das Fasten, ist freigestellt." (Heinrich Samhammer: Leben und Werk Martin Luthers, 6. Folge, München 1983)
Um die Mitte des vorigen Jahrhunderts gibt der evangelische Prediger Lisco zum (allgemein gehaltenen) Sündenbekenntnis folgende Erläuterung: "Man kann auch mit anderen Worten beichten; Beichtvater ist derjenige, dem man zu beichten pflegt, um die göttlich verheißene Absolution zu empfangen... Gott ist es, der Sünden vergiebt; Menschen können diese Vergebung nur verkündigen; die Verkündigung aber, welche auf Erden geschieht, gilt auch im Himmel..." Welcher evangelische Christ heutzutage kann seinen Beichtvater nennen? Wäre es nicht an der Zeit, die Beichte neu zu beleben und die Gruppenbeichte beim allzu selten gefeierten Abendmahl um andere Formen zu erweitern und dadurch dem katholischen Bußsakrament anzunähern?
Ein Hoffnungsstrahl leuchtet aus Finnland herüber, wo die lutherische Kirchengemeinde in Valkeakoski mit Billigung des Bischofs von Tampere einen Beichtstuhl nach katholischem Vorbild aufgestellt hat. Mit dem Bau des Beichtstuhls hat man lediglich das Beichten erleichtern, die Rolle des Pfarrers als Mittler sowie das Beichtgeheimnis hervorheben wollen, verlautete seitens des Ortspfarrers Reijo Nystedt.
(Dolomiten 21.3.1984)

Andrerseits wäre anzumerken, daß viele katholische Priester in ihren Predigten nicht allein zur Beichte als rascher Gelegenheit zur Sündenbefreiung aufrufen sollten, sondern noch viel mehr dazu, die Sünde von vornherein zu vermeiden.

15O5F4

GOTTESDIENST. Auf Luthers Spuren sieht Gerhard Kaiser (in der Osterbeilage 1983 der Südwestpresse Ulm) das römische Konzil unter Johannes XXIII. in mancherlei Hinsicht: "So hat die katholische Kirche viel profitiert vom protestantischen Gottesdienst: mit der Hereinnahme der Volkssprache, durch den höheren Stellenwert, den die Bibel, die Verkündigung, das deutende Wort der Predigt erlangte, durch den prägenden Beitrag der Lieder Luthers, durch die Wiederentdeckung des allgemeinen Priestertums der Gläubigen. Die konziliare Liturgiereform hat nach viereinhalb Jahrhunderten Luthers Attacken gegen die Messe eigentlich den Boden entzogen (wie auch verschiedene andere Anklagen gegenstandslos geworden sind)."

Luther hatte immer wieder erklärt, nicht die geweihten Kleider und die lateinische Sprache seien die eigentlichen Mißbräuche beim Gottesdienst, sondern daß Gottes Wort verschwiegen werde und daß aus Gottesdienst und Abendmahl ein Opfer und verdienstvolles Werk geworden sei. (nach Samhammer aaO) Der Mann aus Wittenberg hatte die Predigt in den Mittelpunkt gestellt. Sie solle nichts anderes sein als die Verkündigung des Testaments Christi, und sie solle "dazu reizen, den Sündern ihre Sünd leid zu machen und des Schatzes Begierd anzuzünden" (Luther: Von guten Werken III 3). Jeder Gemeinde ließ er (laut Samhammer aaO) die Freiheit, eine eigene Gottesdienstordnung zu erstellen. "Ferner, ob schon andere ein andre Weise hielten, so soll doch keiner den andern weder richten noch verachten." Heute werden auch innerhalb der katholischen Kirche die Gottesdienste von Land zu Land und von Gemeinde zu Gemeinde recht unterschiedlich gestaltet. Übrigens sind von Luthers 40 Kirchenliedern fünf ins katholische "Gotteslob" aufgenommen worden. (Dolomiten 10.11.1983) Wir ergänzen, daß sich auch in den evangelischen Gesangbüchern viele Weisen und Texte von katholischen Autoren aus der Zeit vor der Reformation finden.

15O5F5

SEGEN UND KREUZZEICHEN. Fremdartig klingt in protestantischen Ohren das Wort "benedeien". Lassen wir es uns von Savonarola erklären: "Wenn wir den Herrn benedeien (preisen), bedeutet dies, daß wir ihm danken. Wenn wir die Geschöpfe benedeien (segnen = benedire = ben dire = gut sagen), ist dies nichts anderes, als daß wir Gott loben und danken für die Gnade, die er jenen Geschöpfen gewährt hat, oder daß wir wahrhaft wünschen, daß Gott ihnen irgendeine Gnade angedeihen lasse." (Auslegung des Gebets zur Jungfrau, 1492)

Unbekannt ist vielen Protestanten auch der Sinn des Kreuzzeichens. Dabei hat der evangelische Landesbischof von Hannover, Eduard Lohse, seinen Pfarrern empfohlen, beim Gebet wieder das Kreuzzeichen zu machen. Er beruft sich dabei auf niemand anderen als Luther, der geraten hatte, am Morgen nach dem Aufstehen das Kreuz zu schlagen und zu sprechen: "Das walte Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist. Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, deinen Sohn." Lohse wies auch auf die "schöne und ausdruckskräftige Sitte" des Kreuzzeichens bei den Katholiken hin. ("das Neue Groschenblatt", Wien, 9/1982)

Das Kreuzzeichen ist schon seit dem zweiten Jahrhundert gebräuchlich. Ursprünglich wurde es nur als kleines Kreuz mit dem Daumen auf die Stirn gezeichnet, bei der Taufe und bei "jedem Anfang und Ende" eines Tuns (Tertullian). Heute wird es in der Regel mit der leicht gewölbten Hand von der Stirn zur Brust und von der rechten zur linken Schulter gemacht. (nach J. H. Emminghaus)

"Das gläubig gemachte heilige Kreuzzeichen ist ein besonders gnadenvolles Sakramentale. Vom Kreuze ergießt sich ein Segensstrom durch die Welt, in jede Seele, die an Gott und an die Kraft des Kreuzes glaubt." Man beachte diese "lutherische" Anschauung des "streng katholischen" Pfarrers Alfons M. Weigl in seinem Büchlein "Sei auch du Segensspender" (Credo-Verlag Wiesbaden). Es heißt dann weiter: "Jeder gottverbundene Mensch darf mit dem heiligen Kreuzzeichen jedesmal Erlösung mitvollziehen. Der Segen des Kreuzes ist ja der Segen des Blutes Christi. Das Kreuz ist das Zeichen, das immerzu Liebe ausstrahlt. Das Kreuzzeichen bedeutet ein Heimholen zu Christus und durch ihn zum Vater. Wer den Glauben eines Kindes hat, wird das begreifen."

Der Pfarrer von Ars schreibt (150): "Man soll das Zeichen des Kreuzes mit großer Ehrfurcht machen. Man beginne beim kopf: Das ist das Haupt, die Schöpfung, der Vater; dann das Herz: die Liebe, das Leben, die Erlösung, der Sohn; die Schultern: die Kraft, der heilige Geist. Alles erinnert uns an das Kreuz. Wir selbst sind gemacht in Form des Kreuzes."

Einen Aufruf an alle richtet der Franziskanerpater Rudolf Haindl (im 493. Vinzenzbrief Bozen): Alle Christenhände sind Segenshände. Die Laien dürfen segnen kraft ihres Glaubens an das Kreuz und den Namen Jesu Christi, dürfen segnen als lebendige Glieder des geheimnisvollen Leibes Christi, als Tempel des Heiligen Geistes. Mit dem Kreuzzeichen segnen sich alle Christen selbst. So oft sie das Kreuz über sich machen, segnen sie ihr Denken, ihr Reden und Wollen. Mit dem Kreuzzeichen dürfen Christen auch andere segnen. Der hl. Franz von Assisi gab seinen berühmten, eigenhändig geschriebenen Laiensegen als Testament für alle kommenden Jahrhunderte. So lautet er: "Der Herr segne und behüte dich! Er zeige dir sein Angesicht und sei dir gnädig! Er wende dir seinen Blick zu und gebe dir Frieden! Der Herr segne dich, ..."

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