ETIKA

ÖKUMENE

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17.1.2004

15OE11

Christliche Einheit jetzt!

Apostel der letzten Zeiten AIHS: 15 Lösungen

 

Gegen Papstkult (Papolatrie) - Für heiligmäßige Priester und Laien

 

Papolatrie = Fehlentwicklungen der Papstverehrung

Heilige Schrift:

Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen. (Matthäus 16, 18)

Wer unter euch groß sein will, der sei euer Diener, und wer unter euch der erste sein will, der sei euer Knecht. (Matthäus 20, 26.27)

8 Aber ihr sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn einer ist euer Meister, ihr aber seid alle Brüder.
9 Und ihr sollt niemanden unter euch Vater nennen auf Erden; denn einer ist euer Vater, der im Himmel ist.
10 Und ihr sollt euch nicht Lehrer nennen lassen. Denn einer ist euer Lehrer: Christus.
11 Der größte unter euch soll euer Diener sein. (Matthäus 23)

 

Zusammenfassung:

Jesus Christus hat die obigen Worte nicht umsonst gesagt. Wer Christ ist, beherzigt sie.

 

Der Papst wird von den Katholiken als Oberhaupt der Kirche betrachtet. Aber sind die Protestanten Ketzer, wenn sie – wie Bischof Dieter Knall im Juni 1988 in Wien -  behaupten, für sie sei „Gott das Oberhaupt der Kirche“? Deshalb sei es jedermann unbenommen, wie er den Papst anredet, ob als „Eure Heiligkeit“ - was wir fast als blasphemisch empfinden -, als Bischof von Rom oder als „Bruder in Christus“ (alles beim ökumenischen Gottesdienst in der Salzburger Christuskirche am 26.6.1988 praktiziert).

 

Der Papst ist weder der Herrscher über alle Christen noch Meister noch Vater noch Lehrer, denn er soll der Diener aller sein. Unfehlbar ist er nur dann, wenn sein Handeln dem Willen Gottes entspricht, der die Liebe und die Barmherzigkeit und die Gerechtigkeit ist, und wenn seine Worte mit der Heiligen Schrift übereinstimmen.

 

Leider können nicht alle Worte und Taten der Päpste der Vergangenheit als unfehlbar bezeichnet werden.

Wenn die Päpste, selbst Asche und Staub laut Luis von Granada, sich nicht als Diener Gottes verhalten, sondern als sündige Menschen und Verbrechen begehen oder anordnen, ist niemand gebunden, Gehorsam zu leisten.

 

Kein Mensch ist verpflichtet, einem anderen Menschen, und sei er Kaiser oder Ministerpräsident, Papst oder Bischof, zu gehorchen, wenn ein Verbrechen oder eine schwere Sünde begangen werden soll.

 

Wer an die Unfehlbarkeit des Papstes glaubt, die mit  dem Ersten Vatikanischen Konzil 1870 verkündet wurde, soll es weiterhin tun. Es dürfte extrem schwierig sein, dasselbe von Christen anderer Konfessionen zu verlangen, denn in der Heiligen Schrift steht nichts von der Unfehlbarkeit. In der Volksmeinung werden ihre Worte oft fälschlich für „unfehlbar“ gehalten. Doch zeigt das bisherige Verhalten der Päpste leider, dass im Namen des Gehorsams viel Unrecht geschehen ist und schwere Irrtümer begangen worden sind.

 

Bei der heutigen Not an Priestern ist die Aufwertung der Laien unumgänglich. Ihnen sind neue Aufgaben zu übertragen. Viele Heilige sind Laien gewesen, waren verheiratet. In der Urkirche waren auch Apostel verheiratet, ebenso Bischöfe und Priester. Der Zölibat, die Verpflichtung zur Ehelosigkeit, ist „in der katholischen Kirche seit 4. Jh. üblich, aber erst 1074 von Gregor VII. für alle Geistlichen angeordnet“ (DBG-Handlexikon, Darmstadt 1994). Also kann man nicht sagen, dass diese Tradition in der Kirche immer schon vorhanden war.

 

Am besten fasst die hl. Birgitta von Schweden (http://www.stjosef.at/dokumente/birgitta_vortrag_drfux.htm )     zusammen, worum es geht:

Ewiger Vater, durch die unbefleckten Hände Mariä und das göttliche Herz opfere ich Dir Deinen göttlichen Sohn am Kreuze auf, seine Annagelung und seine Erhöhung, seine Wunden an Händen und Füßen und die drei Ströme seines heiligen Blutes, die sich daraus für uns ergossen, seine äußerste Armut, seinen vollkommenen Gehorsam, all seine Körper- und Seelenqualen, seinen kostbaren Tod und dessen unblutige Erneuerung in allen heiligen Messen der Erde - ... für heiligmäßige Priester und Laien...
(Die Sieben Vaterunser der hl. Birgitta von Schweden)

Es gibt keinen Heiligen Vater außer dem im Himmel

 

Niemand soll sagen: Vater. Aber der Papst in Rom lässt sich mit "Heiliger Vater" (Anmerkung ETIKA: oder sogar „Heiligster Vater“ oder gar „Eure Heiligkeit“, z. B. im Brief von Mary Ward an Papst Urban VIII. vom 28.11.1630) anreden. Dazu eine Überlegung des katholischen Prälaten Franz Wesenauer, der mehr als andere, von Vorurteilten geprägte „Ultrakonservative“, die nicht zum Umdenken bereit sind, den Kern des Problems, das Nuklearpotential der Kirchenspaltung erfasst hat und nach Lösungen gesucht hat, die für beide Seiten praktikabel sind:

„Die evangelischen Christen tun sich etwas schwer mit dem Wort ,Heiliger Vater´. Sie brauchen aber gar nicht so zu sagen, ja sie brauchen sich auch nicht einmal zur Unfehlbarkeit zu bekennen. Es genügt zu sagen: ,Ich glaube an die Unfehlbarkeit der heiligen Schrift.´ Da begegnet ihnen auf alle Fälle der heilige Petrus. In der Schrift steht nichts vom Heiligen Vater. Ganz im Gegenteil. Christus sagte: „Niemand soll sich Vater nennen lassen. Einer ist euer Vater, .., ihr alle aber seid Brüder.  (in der katholischen Zeitschrift „Glaube und Kirche“, Nr. 24/1983, jetzt „Der 13.“)

 

„Auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen“, heißt es in Matthäus 16,18. Die Kirche ist zwar auf Petrus aufgebaut, doch bedeutet dies nicht, daß der jeweilige Papst wirklich im Sinne von Petrus wirkt. Negatives Paradebeispiel: Alexander VI.

 

„Kein Mensch ist durch den Gehorsam gebunden, wenn ein Vergehen oder eine Sünde begangen werden soll.“ (Franziskus von Assisi, Brief an die Gläubigen, Handbuch des einfachen Lebens, S. 15)

 

Unfehlbarkeit hat Grenzen
Vatikan widerlegt selbst Unfehlbarkeit des Papstes.
Beispiele: Savonarola. Mary Ward. Himmel und Hölle. Und andere

 

Der Vatikan verkündete die "Unfehlbarkeit des Papstes".

„Dieser Unfehlbarkeit ... (Anm. ETIKA: warum die Auslassungszeichen im offiziellen Katechismus?)  erfreut sich der Römische Bischof, das Haupt des Kollegiums der Bischöfe, kraft seines Amtes, wenn er als oberster Hirt und Lehrer aller Christgläubigen, der seine Brüder im Glauben stärkt, eine Lehre über den Glauben oder die Sitten in einem endgültigen Akt verkündet.“ (Katholischer Katechismus Nr. 891)

Wir sehen für die Praxis keinen großen Unterschied, ob der Papst eine ellenlange Enzyklika vorlegt, die kaum ein Laie liest, oder wichtige Aussagen über Glaubensgüter im Fernsehen vor einem weltweiten Millionenpublikum macht.
Und dann müssen die Handlungen der Päpste selbstverständlich ihrem hohen Anspruch gerecht werden. „Nun aber vollbringt auch das Tun“ (2. Kor 8,11). Aber da hat es oft gehapert:

 

Papst Alexander VI. ließ den frommen Dominikaner Girolamo Savonarola am 23. Mai 1498 in Florenz hinrichten. Ausschweifungen und Herrschsucht kennzeichneten seine Zeit als Oberhaupt der Kirche („Simonia, nepotismo, lussuria, perversioni sessuali, sete di dominio: un catalogo senza fine di vizi...“); der Borgia-Papst (Rodrigo Borja) wird charakterisiert als gewalttätig und unbarmherzig („Violento e spietato, nepotista ad oltranza, stratega e fragile uomo“, la Repubblica, Rom, 1.10.2002) Hat drei Kinder von der ersten Frau und vier von der zweiten; nach anderen Angaben insgesamt zehn Kinder; soll mit seiner Tochter Lucrezia Borgia in Blutschande gelebt haben. 1498 exkommuniziert er Savonarola und ordnet an, ihn auf dem Scheiterhaufen zu verbrennen und aufzuhängen. (Alessandro VI. Nel 1456 diventa cardinale. Ha tre figli dalla prima moglie e 4 dalla seconda: Cesare, Giovanni, Lucrezia e Goffredo. Diventa papa nel 1492, è accusata di simonia da Savonarola che critica la sua vuita dissoluta. Nel 1498 scomunica Savonarola e ordina di bruciarlo e impiccarlo. Muore nel 1503, forse avvelenato. la Repubblica, Roma, 31.5.2003, p. 25)
Trotz aller Absichtserklärungen hat die Amtskirche Savonarola bis heute nicht selig gesprochen, wie dies von den Dominikanern von Florenz beantragt worden ist: „Der Vorwurf der Häresie, betonen die Dominikaner heute, sei inzwischen eindeutig widerlegt. Savonarolas Schriften entsprächen durchaus der kirchlichen Lehre. Niemand zweifle an seiner Treue zur christlichen Botschaft. Viele Heilige, die nach ihm lebten, haben ihn als ,kristallklares Beispiel christlicher Tugenden verehrt´.“ (D 1.2.1997, Bernhard Müller-Hülsebusch)

Im Fall der Ordensgründerin Mary Ward hat die Kirche ebenfalls Jahrhunderte lang gefehlt:
Papst Urban VIII.
leitet die Generalkongregation der Propaganda Fide im Quirinal, die am 7. Juli 1628 mit einem Dekret die Aufhebung sämtlicher bestehender Häuser der Englischen Fräulein beschließt. Im Januar 1631 unterzeichnet Urban VIII ein noch härteres Dekret. Die Inquisition befiehlt: „Nehmen Sie Maria Ward als Häretikerin, Schismatikerin, Rebellin gegen den Heiligen Stuhl gefangen.“ Die heiligmäßige Engländerin wird ohne Verhör, ohne Prozess im Münchner Klarissenkloster am Anger eingekerkert. Die Biographin Mathilde Köhler schreibt: „Für Maria Ward ist dieser Verdacht, diese Gefangennahme, der totale Ehrverlust. Sie wird in den Abgrund von Schande und Verachtung geworfen.“ (S. 245) Später lässt der Papst sie wieder frei und entschuldigt sich bei ihr, der er stets freundlich und wohlwollend gegenübertrat, er habe sie sozusagen nur auf den Prüfstand stellen wollen. Doch ihre Rehabilitation lässt Jahrhunderte auf sich warten. Papst Benedikt XIV. verbietet mit der Konstitution „Quamvis iusto“ („Wiewohl durch Gottes gerechte Fügung“), Maria Ward als Stifterin des Instituts zu bezeichnen. Köhler: „160 Jahre lang – von 1749-1909 – ist es Gesetz geblieben!“ Erst 1978, nach mehr als 350 Jahren, wird der Wunsch der Ordensgründerin erfüllt und das Institut Beatae Mariae Virginis (IBMV) empfängt die Konstitutionen des heiligen Ignatius von Loyola als Grundgesetz. (Mathilde Köhler: Maria Ward – ein Frauenschicksal des 17. Jahrhunderts, Kösel-Verlag München 1985, S. 301)

Der gleiche Urban VIII. bezeichnete Mary Ward sechs Jahre später als „Heilige“. Um seiner Bulle nicht zu widersprechen, verbot Benedikt XIV. am 30. April 1749 mit der Konstitution “Quamvis iusto”, Mary Ward als Ordensgründerin zu bezeichnen. Pius X. hielt anno 1909 aber offensichtlich wenig von der Unfehlbarkeit und Fehlerlosigkeit seiner beiden Vorgänger und erlaubte von nun an die Anerkennung Mary Wards als Gründerin des „Instituts Selige Jungfrau Maria“. Und 1928 durfte sogar mit den Vorbereitungen zum Seligsprechungsprozess begonnen werden. Pius XII. nannte Mary eine unvergleichliche Frau”, Johannes Paul II. eine “unverstandene ” und “vollkommene Frau”. (Alfredo Lopez Amat: Mary Ward. Il dramma di una pioniera (El drama de una pionera). Trento 1994, S. 236f. Copyright B.A.C. Madrid)

Soweit die Geschichte einer der größten Frauen der neueren Kirchengeschichte (der Historiker Louis von Pastor, 1854-1928). Wer die Gedanken Maria Wards in einem kleinen Büchlein, herausgegeben von Immolata Wetter) gelesen hat, weiß, dass ihr ganzes Denken und Tun um den Willen Gottes kreiste, dass sie eine Heilige war – eine Heilige, die verfolgt wurde vom Vatikan.

 

Wir haben genügend weitere Schauergeschichten auf Lager, auch aus den Heiligenbüchern. Ein erzürnter hoher  spanischer Würdenträger („Homero“) erinnert in der katholischen Zeitschrift „María Mensajera“, Zaragoza (Nr. 261, Oktober 2002) an etliche historische Fehlleistungen von Päpsten und stellt die berechtigte Frage, wie diese mit dem Dogma der Unfehlbarkeit in Übereinklang zu bringen sind. Hier seine Beispiele von den Päpsten Liberius, Vigilius, Bonifaz IV. und Honorius. , vorerst aus Zeitgründen nur auf spanisch:

“... Ya otros Papas hicieron alguna cosa similar.
En
el año 359 el Papa Liberio firmó una fórmula semiarriana.

En el 553, el Papa Vigilio favoreció la herejía de los monotelistas, rechazando el declarar abiertamente la doctrina de las dos voluntades de Cristo y no condenó más a los monofisistas, los negadores de las dos naturalezas.

Lo mismo hizó después el Papa Bonifacio IV, en el año 612, cuando adoptó sobre tal cuestión una actitud para la cual sería recriminado por San Columbano.

El papa Honorio dejó en el año 634 que la herejía de los monotelistas se propagase por toda la Iglesia "para no retrotraer - decía él - viejas controversias sobre cuestiones de palabras".

Estos pontífices y aun otros pudieron errar e inducir a error a los fieles, como hoy en día, no obstante el carisma de la infalibilidad.” (Homero“ en: „María Mensajera“, Zaragoza, núm. 261, octubre 2002)

 

Und auch Papst Johannes Paul II. ist nicht unfehlbar und schuldlos. Er

·        bezweifelt, daß Himmel und Hölle Orte sind, obwohl die Bibel den Himmel einen Ort nennt (1. Könige 8,39) und Jesus die Hölle selbst als Ort bezeichnet (Lukas 16,28). Auch die Kirche ist „heilig und sündig“, und auch ihre Amtsträger sind Sünder (KK 827), und allen Menschen inklusive Papst gilt die Warnung: „Wenn jemand etwas wegnimmt von den Worten des Buchs dieser Weissagung, so wird Gott ihm seinen Anteil wegnehmen am Baum des Lebens und an der heiligen Stadt...“ (Offenbarung 22,19) Die Aussagen des Papstes laut italienischer Presse, die korrekter und ausführlicher berichtet: Il Paradiso secondo Wojtyla "Non è in cielo fra le nuvole". Paradiso addio… Il papa: "Il cielo o la beatitudine nella quale ci troveremo non è un´astrazione e neppure un luogo fisico tra le nuvole - (La Repubblica, Roma, 22.7.1999, p. 22)

·        behauptet, dass die Hölle leer sein könnte, hofft, dass sie leer ist, und außerdem sei sie kein Feuerofen wie es in Matthäus 13,42 heißt (laut „Corriere della Sera“ und „La Stampa“ vom 29.7.1999, gleicher Link wie vorher, nämlich zum Artikel „Der Schock: Für Papst Johannes Paul II. sind Himmel, Hölle und Fegfeuer keine Orte“); damit widerspricht er der Heiligen Schrift, stellt sich gegen den Willen Gottes und seine Gerechtigkeit und leugnet fundamentale christliche und damit auch katholische Glaubenswahrheiten, denn bei Judas lesen wir: 7 So sind auch Sodom und Gomorrha und die umliegenden Städte, die gleicherweise wie sie Unzucht getrieben haben und anderem Fleische nachgegangen sind, zum Beispiel gesetzt und leiden die Pein des ewigen Feuers. 8 Ebenso sind auch diese Träumer, die ihr Fleisch beflecken, jede Herrschaft verachten und die himmlischen Mächte lästern. – Allein diese beiden Punkte bedeuten: Alle Botschaften an Seher, in denen angeblich Maria oder Jesus erklären, man müsse ihrem „geliebten Sohn“ Johannes Paul II. in allem folgen, sind falsch. Italienische Presse: Il Papa: L' Inferno? Può anche darsi che sia vuoto. L'interpretazione di Giovanni Paolo II: la dannazione non è un luogo fisico. (Corriere della Sera, Milano, 29.7.1999, Cronache, p. 12) Il Papa: "Prego perché l´Inferno sia vuoto". - "Non è una fornace ardente". Niente diavoli con forconi e pece bollente… (La Stampa, Torino, 29.7.1999, p. 10)

·        hintertreibt - trotz schöner Worte bei jeder Gelegenheit - mit seinen Kardinälen (z. B. dem fälschlich als konservativ geschilderten Ratzinger) die Einigung der Christenheit mit einer Erklärung der Glaubenskongregation und seiner neuen Enzyklika zur Eucharistie (siehe Kapitel 12)

wirbt für die multikulturelle Gesellschaft - das Konzept des Antichrist zur Auflösung der göttlichen Völkerordnung. Er politisiert wie die Päpste im Mittelalter und verherrlicht die UNO, die doch schuld ist an so vielen Verbrechen: von der Förderung der Abtreibung und Unzucht (unchristliche Sexualaufklärung, siehe SEX EDUCATION - U. N. PLOT ,  Kondom-Verteilung) über die Sanktionen gegen den Irak, die eine halbe bis eine Million Menschenleben gefordert haben, bis zur Schwächung der Souveränität der Nationen und gleichzeitigen Vorbereitung eines Welteinheitsstaates. Das Oberhaupt der katholischen Kirche, die doch besser als alle anderen über die Ränke der Feinde Gottes unterrichtet ist, plädiert dafür, dass die Organisation der Vereinten Nationen eine „starke Rolle“ spielt und „der zentrale Ort für Entscheidungen“ wird (zu zwölf Botschaftern am 15.5.2003 im Vatikan). Dieselbe Politik verfolgt sein Sprachrohr, die Jesuiten-Zeitschrift „Civiltà Cattolica“ nach dem Irak-Krieg. Wissen der Papst und die Jesuiten, was sie tun? Wir fürchten, ja. Der jetzige Papst ist der Prophet der Globalisierung, ein Wegbereiter des antichristlichen Weltstaates: „UNO soll Welt führen. Johannes Paul II. hat an Neujahr eine neue internationale Rechtsordnung unter Führung der UNO gefordert.“ (D 2.1.2004)

·        duldet Kinderschänder im Klerus und in der heiligen Katholischen Kirche. Auf unsere Appelle, die fast immer rückfälligen Triebtäter zum Schutz der Kinder aus der Kirche auszuschließen, wie der Apostel Paulus anordnet (1. Korinther 5,13), hat er nicht reagiert.

Päpste haben erklärt, Simon von Trient sei als Märtyrer gestorben und damit heilig und Anderl von Rinn sei selig. Sie erlaubten die Verehrung dieser beiden angeblich ermordeten Kinder. In der vergangenen Jahrhunderthälfte aber hat die Kirche durch die Ortsbischöfe den Kult um die beiden verboten. Im Ökumenischen Heiligenlexikon heißt es:

„Papst Sixtus V. bestätigte 1588 den Kult für Simon. 1965 machte eine päpstliche Kommission die Kanonisierung des Heiligen Simon rückgängig und stellte fest, dass die Trienter Juden einem Justizirrtum zum Opfer gefallen waren, im neuen römischen Martyrologium von 2001 ist er nicht mehr verzeichnet.“
http://www.heiligenlexikon.de/BiographienS/Simon_von_Trient.html

  (siehe unter Vertiefung, Stichwort Unfehlbarkeit).

 

Papstamt Haupthindernis für Ökumene

 

Rom beharrt bisher auf allem, was Jahrhunderte lang üblich war, besonders auf seiner Hierarchie und seinem weltweiten Führungsanspruch. Papst Johannes Paul II. hat zwar Lippenbekenntnisse bezüglich der Schuld der Kirche (natürlich der Amtskirche, denn die wahre Kirche, der Leib Christi, ist ohne Sünde) abgelegt, aber die notwendigen Änderungen lassen auf sich warten. Rom sollte noch mehr in sich gehen.

 

Ist sich die Römisch-Katholische Amtskirche sicher, dass es richtig war, im Jahre 1054 das Oberhaupt der Ostkirche in Byzanz zu exkommunizieren (was auch umgekehrt erfolgte, kein schönes Beispiel für brüderliche Liebe)?

 

Was ist, wenn zum Beispiel der nächste Papst (unserer Einschätzung nach nicht der erste) ein Freimaurer wäre? Deshalb unsere These: Die Kirche sind nicht jene hohen Würdenträger, die der Synagoge Satans dienen.

 

Überhaupt ist das Amt des Papstes das Haupthindernis für die Einigung mit den anderen Konfessionen. Seine Unfehlbarkeit ist geradezu das Symbol des Klerikalismus, gegen den sich nach außen hin sogar der jetzige Papst wendet. (Papa Wojtyla veinticinque anni dopo: „La Chiesa non deve essere clericale.“ la Repubblica, Roma, 9.5.2003) Johannes Paul II. hat selbst eine gemeinsame Untersuchung über die Bedeutung und Ausübung des päpstlichen Primats vorgeschlagen, um den ökumenischen Dialog zu erneuern. Er selbst gibt zu, dass diese Frage das größte historische Hindernis für die Wiederherstellung der vollen Einheit unter Orthodoxen und Katholiken darstellt. (D 18.1.1996 APA)

 

Was spielt sich hinter den Kulissen ab?

Man weiß wenig, außer den Enthüllungen einiger weniger gottesfürchtiger Männer aus dem Vatikan. Und was man von traditionalistischer Seite dazu an Einzelheiten hört, ist furchtbar. Wenn das alles wahr wäre, dann handelte es sich um den größten Betrug in der Geschichte der Menschheit: ein wahrhafter Greuel an heiliger Stätte. Der Zweifel allein bringt uns nicht weiter, und so viele Persönlichkeiten stehen im Zwielicht. Wem darf man noch glauben? Was soll der biedere Katholik davon halten, dass die Freimaurer in einer italienischen Stadt ein Denkmal für Paul VI. errichtet haben? (Literatur: Franco Adessa: A Paolo VI. un monumento massonico, Editrice Civiltà, Brescia, 2000. Vgl.: sac. Luigi Villa: Paolo VI beato?, Editrice Civiltà, Brescia, 1998) Paul VI. selbst hat davon gesprochen, daß der Rauch Satans in die Kirche eingedrungen ist; das hätte er doch vielleicht nicht getan, wenn er selbst zu den Verschwörern gehört hätte. Auch Kardinal Bea, der so viel Gutes für die Ökumene getan hat, wird vorgeworfen, dass er für die Feinde Gottes gearbeitet habe, usw. Was aber jeder selbst nachprüfen kann:

 

Papst und Kardinäle verschweigen weiter das 3. Fatima-Geheimnis. In dem mit Genehmigung von Johannes Paul II. veröffentlichten Text des Vatikans fehlt jede Angabe über den Mangel an Glauben in der Welt, über die Krise im Inneren der Kirche und über die Apostasie, den allgemeinen Abfall vom Glauben sowie die Verbindung mit den Kapiteln XII und XIII der Offenbarung. Diese müssen aber enthalten sein nach allen vorherigen Verlautbarungen und Forschungen, wobei wir hier nur den Bruder Michel de la Trinité, Pater Joaquín María Alonso sowie Bischöfe und Kardinäle sowie Schwester Lucía erwähnen. Die Interpretation der Kardinäle Sodano und Ratzinger des Vatikan-„Geheimnisses“, es beziehe sich auf das Attentat auf den Papst 1981, hat weder Hand noch Fuß (wir beziehen uns auf unsere eigenen Untersuchungen in etika.com sowie auf den Artikel von Luis E. López Padilla in „María Mensajera“, Zaragoza, Nr. 2263, Dezember 2002), sondern muß bei jedem Menschen mit Verstand Stirnrunzeln hervorrufen, ja wird von vielen als unglaubwürdig und lächerlich empfunden.

 

1.    So wurde der Papst am 13. Mai 1981 entgegen dem veröffentlichten mutmaßlichen Teil des Geheimnisses nicht „auf einem Berggipfel von einer Gruppe Soldaten“ getötet, sondern nur verletzt.

2.    Es stimmt auch nicht, dass Johannes Paul II. vor dem Attentat „durch eine große Stadt (ging), die halb zerstört war und halb zitternd mit wankendem Schritt, von Schmerz und Sorge gedrückt, ... für die Seelen der Leichen (betete), denen er auf seinem Weg begegnete.

3.    Nach dem Anschlag auf Wojtyla wurde keiner der Anwesenden umgebracht. Im Vatikan-Text aber heißt es:  „Genauso starben nach und nach die Bischöfe, Priester, Ordensleute und verschiedene weltliche Personen, Männer und Frauen unterschiedlicher Klassen und Positionen.“ Die Vision Lucías muss sich also, immer nach Luis E. López Padilla, auf ein Ereignis der Zukunft beziehen.

4.    Noch ein Grund zum Zweifeln: Warum wartete die Kirche denn fast 20 Jahre, bis sie den angeblichen 3. Teil des Geheimnisses von Fatima veröffentlichte, fragt der mexikanischen Marien-Experte weiter.

Doch sind wir anderer Meinung als López Padilla, der den Papst entschuldigt und glaubt, dieser habe den vollständigen Text veröffentlichen wollen, und nur gewisse schwerwiegende Interessen hätten zu einer Manipulation des Inhalts und zu Hindernissen bei der Veröffentlichung geführt. Wir vermuten, dass Papst Johannes Paul II. den falschen Erklärungen der beiden Kardinäle absichtlich nicht widersprach, sondern sie hinnahm und damit wohl billigte und sich damit auf die Seite der Lüge und des Betruges an den katholischen Gläubigen stellte.

Die 3. Vatikan-Version widerspricht auch früheren Aussagen des Papstes selbst in Fulda.

 

Was die Traditionalisten den Protesten vorwerfen, der Nicht-Gehorsam gegenüber dem Papst, dessen machen sie sich ja selbst schuldig. Luther erkannte den Papst seiner Zeit nicht mehr an, und sie tun es auch nicht.

 

Es geht zeitweilig auch ohne Papst

"Nur durch die Päpste ist das Lehramt gewährleistet. Aber es ist nicht erforderlich, daß die Kirche immer einen Papst hat. Bereits nach dem Tode eines jeden Papstes ist die Kirche eine zeitlang ohne Papst. So hat es schon viele Zeiten der Sedisvakanz (der päpstliche Stuhl ist unbesetzt) gegeben. Bisweilen dauern diese jahrelang. Auch gab es Zeiten mit einem oder mehreren Gegenpäpsten, wo oft keiner wußte, wer der richtige Papst war. So kann es auch Christus zulassen, daß es in der Endzeit über längere Zeit keinen Papst mehr gibt oder gar, daß bis zur Wiederkunft Christi kein Papst mehr die Kirche leitet. Statt dessen leitet Christus, das eigentliche Haupt der Kirche, die Gläubigen."

(Katechismus des Oratoriums, Römisch-katholischer Katechismus und Unterweisung der Gläubigen für die heutige Zeit. Herausgegeben vom Oratorium von der Göttlichen Wahrheit (Oratorium divinae veritatis, SAKA-Verlag Saarbrücken, 2. Auflage, 1990, S. 362)

 

·        Wenn es wirklich nur am Papst liegt, daß die Christenheit gespalten ist, dann ist es besser, es gibt wieder einmal vorübergehend keinen Papst wie schon so oft - damit die Einigung vollzogen werden kann.

 

Luis von Granada reduziert den Wert des Menschen:

"Die Heilige Schrift sagt, daß Gott den Menschen aus Schlamm schuf. Aus diesem minderwertigsten Stoff bestehen auch die Könige, Kaiser und Päpste."
(Luis von Granada, zitiert im Handbuch des einfachen Lebens, ETIKA 2000, Kap. 118 Meditation Dienstagabend, S. 194)

Spanisch: "Dice la escritura divina que crió Dios al hombre del cieno de la tierra. ... parece haber criado Dios al hombre de la más vil y baja cosa del mundo. De manera que los reyes, los emperadores, y los papas, por muy altos y esclarecidos que sean, cieno son. ... Pues si tal es la miseria de que somos compuestos, ? de qué te ensoberbeces, polco y ceniza?  ¿De qué te ensoberbeces, paja y cieno?" (Fray Luis de Granada: Libro de la oración y meditación. Ediciones Palabra,. Madrid, 1979, Cap. VIII, Consideración de las miserias de la vida humana, p. 54)

 

Luther: Papst ist abzusetzen, wenn er Seelen zum Teufel führt
Luther geht es nicht ein, "daß wir stillhalten und schweigen sollten, wenn der Papst oder die Seinen teuflische Worte oder Werke versuchen". Er warnt:

"Fürwahr, wir wären für alle Seelen verantwortlich, die dadurch verlassen und verführt würden. Darum muß das der Hauptteufel selber gesagt haben, was im geistlichen Recht steht: Wenn der Papst so gefährlich böse wäre, daß er die Seelen gleichsam in großen Scharen zum Teufel führte, könnte man ihn dennoch nicht absetzen." Dazu Anmerkung 19: So der päpstliche Hoftheologe Silvester Prierias (1456-1523) in Epitoma responsionis ad M. Luther. Prierias stützt sich auf: Corp. IC, Decr. Prima pars. Dist. 40 can. 6...
((Martin Luther: Die reformatorischen Grundschriften, Band 2, Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1983, S. 74, An den christlichen Adel deutscher Nation von des christlichen Standes Besserung. 1520)

Da ist kein Unterschied zwischen Savonarola, Luther und so manchen Sehern, die marianische Prophezeiungen zur Weiterverbreitung erhalten (etliche vor allem in spanischer Sprache sind in etika.com veröffentlicht). Wenn der Papst zum Antichrist werden sollte, darf der Christ nicht mehr gehorchen. Das ist doch selbstverständlich.

 

Nachfolgend  die Bestätigung aus katholischer Sicht. Wir zitieren aus „SAKA-Informationen, Januar 1993, abgedruckt in: „Einsicht - römisch-katholische Zeitschrift“ – demnächst auch im Internet - , 33. Jahrgang, Nr. 3, München, April 2003. S. 103-109:

 

Papst Paul IV.: Die Bulle „Cum ex apostolatus officio“
über häretische Würdenträger

(von Dr. Homero Johas, übersetzt von Elisabeth Egger)

Seite 103 „Der Kernpunkt der Bulle ist ihre Definition der Vakanz „ipse facto“ jedes kirchlichen Amtes aufgrund einer eindeutigen und öffentlichen Häresie. Diese Definition berührt ... auch das Amt des Papstes...

Seite 106 ... verdeutlicht Paul IV.: Der Papst, „der Gottes und unseres Herrn Jesu Christi Stellvertreter auf Erden ist, (hat) über die Völker und Reiche unbeschränkte Vollmacht und entscheidet richterlich über alle, ohne selber in dieser Welt richterlichem Urteil zu unterliegen; jedoch wenn er als vom Glauben abgewichen erfunden wird, darf ihm widersprochen werden.“

 

Paul IV. stützte sich dabei auf die traditionelle Lehre der Kirche:

a)    Die Heiligen Väter wie der heilige Hilarius, der heilige Hieronymus und der heilige Eusebius haben geurteilt, dass Papst Liberius in häretische Verworfenheit gefallen sei.

b)   Das Römische Konzil von 503 gesteht zu, dass ein Papst vom Glauben abfallen kann. ... ist es verboten, einen Papst zu richten, es sei denn „er sei vom wahren Glauben abgewichen“ (Harduinus 2, col. 984)

c)    Innozenz III. in Predigt „In Consecratione Pontificis“... Joh 3,18

d)   Dekret Gratians – Kanon „Si papa“...

e)    6. Ökumenisches Konzil – Papst Honorius ist verdammt, „weil er in allem dem Häretiker Sergius folgte und seine gottlosen Lehren bekräftigte“ (DS 662)

f)      Der heilige Leo II. – Verdammung des Honorius: „Er reinigte diese apostolische Kirche nicht durch die Lehre der apostolischen Tradition, sondern versuchte, in gottlosem Verrat den reinen Glauben zu zerstören“ (DS 563)

g)   Hadrian I. – Ansprache auf dem 8- Ökumenischen Konzil: Honorius „ist der Häresie angeklagt, das einzige Delikt, das den Widerstand Untergebener gegenüber Vorgesetzten und die Ablehnung ihrer schädlichen Lehren legitimieren kann“. (Harduinus 6, col. 866.) Die Ökumenischen Konzile VI, VII und VIII erklärten Honorius zum Häretiker und als exkommuniziert. Sie sind dabei alle im Bekenntnis ihres Glaubens von den Päpsten im Glaubensbekenntnis „Fides papae“ bestätigt. Der heilige Robert Bellarmin hat geschrieben: „Das 8- Ökumenische Konzil war einheitlich der Meinung, dass Päpste im Fall von Häresie verurteilt werden können.“ (De Rom. Pontif. 2, c. 30, S. 418)

 

Seite 107 ... die Kirche lehrt uns mit göttlichem Recht: Wenn Ermahnungen nichts fruchten, muss der Häresieverdächtige „als Häretiker betrachtet werden, der den Strafen gegen Häretiker verfallen ist“ (Kanon 2315). Also muß der Häretiker sein Amt verlieren (Kanon 188, Nr. 4)

... Innozenz III. stellte fest: „Es wäre allzu unsinnig, dass ein Lästerer Christi Macht über Christen ausüben dürfte.“

 

Definition der Vakanz „ipse facto“ jedweden kirchlichen Amtes aufgrund von Häresie

Der zentrale Punkt der Bulle steht im 3. Kapitel...:

In der Bulle, „die für immer gelten soll“, sagt der Papst, legen wir

„in der Fülle apostolischer Vollmacht fest, verordnen und definieren wir (et definimus), dass ... alle und jeder einzelne der Bischöfe ..., der vom Glauben abgewichen oder in Häresie gefallen ... ist, über die vorgenannten Urteilssätze, Zensuren und Strafen hinaus eo ipso (von selbst) und ohne irgendeine rechtliche oder konkrete Amtshandlung, ganz seine Ämter und Bischofssitze ... sowie seine aktiven und passiven Wahlrechte verliert ... Sie sollen als Abgefallene von allen betrachtet und ... gemieden werden“.

Der Papst ... erfüllt .. ohne jeden Zweifel die Bedingungen des Vatikanischen Konzils, nach denen es sich hier um eine Definition ex cathedra handelt.

Paul IV. verteidigt hier jedoch nur die traditionelle Lehre der Kirche, die von den heiligen Vätern kommt und die sich, wie der heilige Robert Bellarmin erklärt, von daher nicht auf das menschliche Recht stützt. Die Bulle gründet vielmehr auf göttlichem Recht und steht zugleich in der Tradition. ... „von einem Häretiker ... halte dich fern“ (Tit 3,10)

 

Nicht-Bestehen der Jurisdiktion bei Häretikern... Belege aus der Kirchengeschichte sind folgende:

a)    das Konzil von Ephesus...

b)   Lateransynode (649): Sie bestätigt, dass die Strafen der Häretiker leer, ungültig und unbegründet sind (DS 520).

c)    Das 2. Konzil von Konstantinopel beruft sich auf die göttliche Offenbarung (Joh 3,18; Tit 3,10) und lehrt, dass „der Gottlose, auch wenn er von niemandem exkommuniziert wird, den Kirchenausschluß doch durch seine Gottlosigkeit auf sich zieht, die ihn vom ewigen Leben trennt“. (Anmerkung ETIKA: Deshalb befürchten wir auch nichts z. B. von eventuellen Kardinälen, die Homosexualität praktizieren, Satansmessen feiern und dem Bösen und den Bösen dienen, denn diese habe sich selbst aus der heiligen römisch-katholischen Kirche ausgeschlossen und uns nichts zu sagen.)

Der Häretiker „kann nicht exkommunizieren“ und „wenn er es macht, ist nichts geschehen“. (Thomas, S. th. 2-2,39,3.)

 

All dies ist konform mit der Tradition, betont der hl. Robert Bellarmin: „Wer nicht Glied ist, kann nicht Haupt der Kirche sein.“ Belege aus der Kirchengeschichte sind folgende:

 

a)    Der heilige Athanasius: Er weigerte sich, Papst Liborius zu gehorchen, der ihm unter Androhung der Exkommunikation gebot, sich in Rom aufzuhalten.

b)   Der heilige Bruno: Er verurteilte die Handlung als häretisch, mit der Papst Paschalis II. weltlichen Herrschern Macht über bischöfliche Lehen zu geben gedachte. (Hefele-Leclerq, V, p.I., S. 555) Paschalis II. erkannte an, dass die Jurisdiktion bei solchen entfällt, die Häresien verbreiten, auch wenn sie Päpste sind, und sagte: „Mit seinen Argumenten nimmt mir der hl. Bruno die Leitung der Kirche.“ (Ibidem, S. 530, ...)

c)    Der heilige Hugo von Grenoble, der heilige Gottfried von Amiens und Guido von Vienne (der spätere Papst Calixtus II.) schrieben an Paschalis II., - falls er es nicht verdamme, dass man eine solche Lehensgewalt an weltliche Herrscher abtreten dürfe – „entfernt ihr uns von der Gehorsamspflicht euch gegenüber“ (Hefele Leclerq, S. 536) Julius II. hat auch definiert, dass eine Papstwahl nichtig ist aufgrund der „Häresie der Simonie“ (Ämterkauf). (Bulle „Cum tam divino“)

Seite 109 Die Unvereinbarkeit der päpstlichen Aufgabe mit der Abweichung vom Glauben ist in der Bulle mehrmals unterstrichen worden und muß als Glaubenswahrheit betrachtet werden. Ferner bestätigt die Bulle die Möglichkeit (Anmerkung ETIKA: Papsttreue Katholiken aufgepasst, wir erinnern auch an den Fall des zum Papst gewählten Freimaurers Rampolla), dass jemand als Papst anerkannt wird, der „a fide devius“ (vom Glauben abgefallen) ist; die Nichtigkeit der Wahl eines Häretikers zum Papst; die Freiheit, einem Häretiker in päpstlichen Würden den Gehorsam zu verweigern...

 

Seite 110 Pius XII. erklärte die Situationsethik für falsch, weil dies das Ablehnen universell gültiger Gesetze bedeutet. ... Im besonderen Fall können sich deshalb nicht „zwei Klassen“ von Häretikern herauskristallisieren, um die einen, die eine höhere Funktion haben (Kardinäle und Päpste), vom Verlust ihrer Ämter auszuschließen.“

(Soweit die römisch-katholische Zeitschrift „Einsicht“)


Vertiefung von A - Z

Evangelische Sicht: Jesus ist der Eckstein, Petrus und die anderen Apostel sind Fundamente und Säulen, die nach ihnen sind nur Backsteine

"Du bist Petrus; und auf diesen Felsen will ich bauen meine Gemeinde; und die Pforten des Hades werden sie nicht überwältigen."

Der ob seiner Demut gelobte Tübinger Theologe Karl Heim (1878-1958) erklärt das Wort, das Jesus bei Cäsarea Philippi sprach, wie folgt:

"Die Weltgeschichte ... ist .. ein fortwährendes Bauen. ... Gott ... baut ein "pneumatisches Haus", d. h. ein Haus, das aus lebendigen Steinen, aus menschlichen Persönlichkeiten besteht, die gott geweiht sind."

Er zitiert Epheser 2,20f.:

"Ihr seid Gottes Hausgenossen, aufgebaut auf den Baugrund (den Grundstein) der Apostel und Propheten, wobei Jesus Christus der Eckstein ist, auf welchem der ganze Bau ineinandergefügt wächst zu einem heiligen Tempel in dem Herrn, auf welchen auch ihr miterbauet werdet zu einer Behausung Gottes im Geist."

In diesen Worten sieht Heim, der auch auf Off. 21,14 und den "Hirten des Hermas" verweist,  den ersten Schichtenplan des göttlichen Architekten:

"Die unterste Schicht wird uns vor Augen gestellt, die gottgesetzten Fundamente, die das Ganze tragen. Der Eckstein ist Christus, die Quadersteine der Grundmauer sind die Propheten und die Apostel."

Paulus benutzte laut Heim einen "Ausdruck, der wieder ein helles Licht auf Jesu Wort an Petrus wirft":

"Jakobus und Kephas und Johannes, die als Säulen galten" (Gal 2,9).

Heim sieht in diesen Männern  die "tragenden Säulen des Gottesbaus" mit einer besonderen Bestimmung in der Endzeit: "Sie sollten sitzen auf zwölf Stühlen und richten die zwölf Geschlechter Israels." Zurück zu Petrus. Heim fährt fort:

"Jesus sagt zu Petrus: "Du bist Petrus, auf diesen Felsstein will ich bauen meine Gemeinde", d. h. ich mache dich zum Fels, zum Fundamentstein, zum Säulenmann, auf dem das ganze Haus von lebendigen Steinen aufgebaut sein soll. Ich gebe dir eine ganz besondere Vollmacht. Ich gebe dir die Schlüssel des Himmelreichs. Ich mache dich also zum Hausverwalter. Die Entscheidungen, die du treffen wirst, sollen überirdische Bedeutung haben. Was du auf Erden binden wirst, soll auch im Himmel gebunden sein. Petrus ist also der erste in der Reihe der Säulenmänner, die die Gemeinde tragen."

Heim behauptet nun von obigem Jesus-Wort "das Gegenteil von dem, was die Päpste heiningelegt haben, nämlich:

"Petrus erhält als Apostel eine Aufgabe, eine Würde, für die ganze werden Gemeinde, die nicht erblich sein kann, die eben gerade nicht auf eine kommende Generation übertragbar ist. Diese Stellung ist absolut unwiederholbar. Das ist der Sinn des Bildes vom Grundstein und dem Bau, den er trägt. Es gibt nur eine Schicht von Fundamentsteinen. Die Rolle, die diese innerhalb des ganzen Baus spielen, gibt es nur einmal: in der Gründungszeit. Sie kann nicht wiederholt werden. Sie schließt jede Sukzession aus. Es ist eine merkwürdige Ironie der Weltgeschichte, daß gerade dieses Christuswort in riesenbuchstaben an der großen Basilika des Papstes prangt, gerade dieses Christuswort, das, in seinem ursprünglichen Sinn verstanden, das Papsttum in jeder Form ausschließt und  verbietet, weil es wie kaum ein anderes dem Apostel eine einzigartige, schlechterdings unwiederholbare Stellung im pneumatischen Gottesbau anweist. Alle anderen, so sagt dieses Wort, alle kommenden, so groß und führend und bahnbrechend sie sein mögen, können eben gerade nie Apostel sein, sie können nie die "sedes apostolica" einnehmen, sie können nie die Bedeutung und Vollmacht der Säulenapostel erhalten. Alle kommenden sind immer nur eingefügt als lebendige Steine in den unsichtbaren Bau, der von jenen Quadersteinen der Grundmauer getragen wird. Den Aposteln gegenüber sind sie alle Epigonen, einfache Werksteine, gewöhnliche Backsteine und niemals Fundamente. "

Heim wehrt sich im Namen der Protestanten dagegen, "daß ein Mensch, und wäre er der idealste, die Vollmacht der Apostel über Glauben und Leben für sich in Anspruch nimmt."

Aber Heims Argumentation hat einen Pferdefuß. Sie ist nur zum Teil und sicher nicht für jedermann nachvollziehbar, denn was hätte es für einen Sinn für die Gesamtkirche damals und heute, wenn Jesus Petrus die Schlüssel des Himmelreichs nur für die damals lebende Generation übergibt?

Aber in einem hat er recht, denn die Heilige Schrift irrt nie. "In dieser Kirche (des Geistes)  kann kein Streit darüber entstehen, wer der Größte sei. Sie ist auf das Wort gegründet:

"Einer ist eurer Meister, ihr aber seid alle Brüder."

(Karl Heim: Das Wesen des evangelischen Christentums, Quelle & Meyer, Leipzig, 1926, S. 33-38)

 

Das Wort Priester  scheint die Konfessionen zu spalten. Die evangelischen Christen kennen nur Pfarrer. Sie haben eben Luther nicht gelesen, zum Beispiel schreibt er bei der Erläuterung der vierten Vaterunserbitte "Unser tägliches Brot gib uns heute":

"Hilf, daß alle Priester  das hochwürdige Sakrament würdig verwalten und es zur Besserung der ganzen Christenheit heilsam austeilen."

(Martin Luther: Die reformatorischen Grundschriften, Band 4, Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1983, S. 75, Eine kurze Form des Vaterunsers, geschrieben 1520)

Also nichts davon, daß es auch Frauen austeilen, wie es in der heutigen katholischen Kirche üblich geworden ist.

Laien

Mehr Aufgaben und Rechte für die Laien! Es geht heute nicht mehr anders.

“Papst Johannes Paul II. hat sich angesichts der Probleme der modernen Gesellschaft für eine verstärkte Mitarbeit von Laien in der katholischen Kirche ausgesprochen.» (D 11.6.1999 APA/AFP/dpa)

Damit sind wir voll einverstanden.

Mittelalter: wahre Christen gegen untreue Päpste

Schon im Mittelalter gab es einmal einen

„Kampf der wahren Christen gegen den Papst, den unbestrittenen Repräsentanten der alten Traditionen der Kirche, welchen er aber untreu geworden war. ... Die kirchliche Reformation wurde im fünfzehnten Jahrhunderte von zahlreichen Predigern gepredigt; aber keiner hat solches Aufsehen erregt als Savonarola. Außer den Talenten, welche er von der Natur erhalten hatte, fand dieser reformatorische Mönch die Wege durch die Ketzerei und durch den Abscheu vorbereitet, welchen das Leben Alexander´s VI. und seines Hofs allen wahrhaft christlich gesinnten Herzen einflößte.“
(Hieronymus Savonarola. Nach Originalurkunden und größtentheils ungedruckten Schriften. Von F. T. Perrens. Eine von der französischen Akademie gekrönte Preisschrift. Nach der zweiten Auflage des französischen Originals übersetzt von Dr. Joh. Friedrich Schröder. Braunschweig, Verlag der Schulbuchhandlung. 1858, S. 9f.)

Papsthymne

3. Strophe:

"Und sucht falsche Weisheit,
voll Stolz und List,
den kostbarsten Trost uns zu rauben,
so lehrt uns die Schrift, daß der Papst es ist,
der stets uns behütet im Glauben;
sein Wort, das erlösend vom Throne er spricht,
bringt allen Nationen, wo immer sie wohnen,
Himmelslicht."

(Hymnus Lacensis, Übersetzung Anton Koch, in: Gotteslob, Hrsg. Apostolische Administratur Innsbruck, Verlag Felizian Rauch, Innsbruck, ohne Jahr, dem Schriftbild nach zwischen 1945 und 1965)

Was mag der traditionsbewußte Innsbrucker Geistliche denken, der nur das alte Gotteslob benutzt, weil ihm dies absolut verläßlich erscheint, wenn er dies Lied singt?

Wie vereinbart er diesen Text mit den heutigen Verhaltensweisen des Papstes? Da bleibt ihm wohl nur Kopfschütteln. Er hält die lateinische Messe für "das Heiligste, was wir haben", und muß hören, daß in Sachen Messerneuerung "Johannes Paul II. die Protestanten fragt: Was sollen wir streichen?"

Und wir fügen hinzu, daß dieser Papst eine seltsame Art von Himmelslicht bringt, wenn er sich anmaßt zu behaupten, dass der Himmel "kein physischer Ort zwischen den Wolken" sei, sondern etwas anderes.

 

Papst Johannes Paul II. mit zwei Gesichtern

Papst Johannes Paul II. predigt allenthalben Toleranz gegenüber sämtlichen Religionen usw., Frieden mit allen, preist die "Menschenrechte" der unchristlichen UNO, äußerte schon mehrmals "Vergebungsbitten an alle und für alles", bekennt sich häufig zum Ökumenismus (z. B. Ende Juni 1997, oder Klage in Siedlce: „Seit fast zehn Jahrhunderten ist das Christentum uneins, D 11.6.1999)
- aber gegenüber der orthodoxen Kirche ist er hart wie Granit und unversöhnlich. Der orthodoxe usbekische Patriarch Wladimir hat ihn deshalb "schlimmer als Bin Laden" bezeichnet; er sei "weniger eine religiöse Figur als ein politischer Fuchs antiorthodoxer und antirussischer Prägung" (die römische Tageszeitung "la Repubblica", 26.3.2002, S. 18).

Ähnliches denken sich evangelische Christen bezüglich der jüngsten anti-ökumenischen Verlautbarungen aus dem Vatikan (2003). Ist es nicht scheinheilig, wenn derselbe betonharte Papst bei einer angeblich „historischen ökumenischen Begegnung“ am 26.6.1988 in Salzburg erklärt, dass es ihn „sehr schmerzt, wenn wir unsere Trennung unter Christen gerade am Tisch des Herrn so hart erfahren müssen“? Ob es ihn auch schmerzt, dass der Priester, der beim deutschen Ökumenischen Kirchentag eine Woche vor Pfingsten 2003 auch evangelischen Mitchristen die Kommunion gereicht hat, von seinem Bischof suspendiert worden ist?

 

Mit maßloser Kritik wird der Papst von etlichen Traditionalisten überschüttet. So wird ihm in einem französischen Flugblatt vorgeworfen, er habe eine "UNO der Religionen" gegründet: jener, die an den ewigen Gott glauben, jener, die an tausend Götter glauben, und jener, die an keinen konkreten Gott glauben.

Französisch: L´Apostasie de Jean Paul II, quelques dates significatives: 27 octobre 1986: J.P. II "invente et préside l´O.N.U. des religions: ceux qui croient en l´Éternel, ceux qui croient en mille dieux, ceux qui ne croient en aucun dieu précis". (La presse). ND de Fatima fut refoulé, expulsée des sanctuaires et abandonnée par force dehors tandis que bonzes et lamas tibétains adoraient leur Bouddha en or massif sur le tabernacle de l´autel majeur de l´église à Assise! (Liste dressée par Mgr Lefebvre, d´après "Fideliter".)

Auch Vatikan-Kenner wie Vittorio Messori berichten von starker kircheninterner Kritik. Die Konservativen begehren auf:

"Per costoro, sono intollerabili cose come le continue richieste di perdono a tutti per tutto; le adunate di Assisi, tacciate di sincretismo; le visite in sinagoghe e moschee; l´insistenza sui "diritti umani" di giacobina memoria; il silenzio (per non turbare il "dialogo") sul martirio di alcune cristianità o, per la stessa ragione, il rifiuto di procedere alla beatificazione di personaggi scomodi come Isabella la Catolica e Marco d´Aviano..." (Vittorio Messori, Corriere della Sera, 25.3.2002, p. 15, Cronache)
Anmerkung: Inzwischen ist der letztgenannte Vorwurf hinfällig geworden. Vermutlich muss der Papst den Konservativen irgendwo entgegenkommen.

 

Konservative Katholiken trösteten sich angesichts der grenzenlosen Vergebungsbitten mit dem Hinweis darauf, daß es sich um "interne Vorgänge in der Kirche, in der konkreten Gemeinschaft und nicht der Kirche, die heilig ist" handelt und zu der wir uns im "Credo" bekennen. (Don Dario Composta: La purificazione della memoria, Riflessioni sulla riconciliazione e perdono della Chiesa, in: Instaurare Omnia In Christo, Udine, anno XXIX, n. 1, Gennaio-aprile 2000)

Andere wiederum betonten, daß das historische "Mea culpa" (Allgemeines Schuldbekenntnis, Bekenntnis der Schuld im Dienst der Wahrheit, Bekenntnis der Sünden gegen die Einheit des Leibes Christi, Schuldbekenntnis im Verhältnis zu Israel, Schuldbekenntnis für die Verfehlungen gegen die Liebe, den Frieden, die Rechte der Völker, die Achtung der Kulturen und Religionen, Bekenntnis der Sünden gegen die Würde der Frau und die Einheit des Menschengeschlechtes, Bekenntnis der Sünden auf dem Gebiet der Grundrechte der Person) innerhalb der Eucharistie erfolgt sei und nur an Gott gerichtet gewesen sei. Von einer "Entschuldigung" gegenüber betroffenen Menschen könne daher keine Rede sein. (so Prof. Johann Gamberoni, Professor der Theologie, in: "Dolomiten", Bozen, 14.3.2000)

In Kairo rief Wojtyla nicht nur zum x-ten-Mal zur Einheit auf ("Die Zeit drängt"), sondern diesmal sogar zur Diskussion über sein Primat. ("D", 26.2.2000) Wir kommen diesem Wunsch hiermit gerne nach.

 

Bei einem Empfang für die belgischen Bischöfe verurteilte Johannes Paul II. Kinderschändungen mit Worten ("D", 8.11.1997, AGI), ebenso in Toronto ("D", 29.7.2002) und in einem Brief von 2001 (repubblica.it 16.4.2002 "Il Papa contro i preti pedofili"), aber ein scharfes Maßnahmenpaket, das die US-Bischöfe vorgeschlagen hatten, lehnte das Kirchenoberhaupt ab. (la Repubblica, 18.10.2002) Nach wie vor dürfen Kinderschänder als Priester der heiligen katholischen Kirche fungieren. Alles wird intern geregelt, die Öffentlichkeit erfährt wenig. Sexualvergehen gegenüber Minderjährigen verjähren nach zehn Jahren. ("D", 9.1.2002, APA) Die Presse meint es gut und fällt dabei oft in die Falle. So titelte der "Corriere della Sera" (Mailand, 8.11.1997) "Anatema del Papa contro i pedofili". Von einem solchen Anathema gegen die Pädophilen ist bis heute nichts zu merken. Wir fordern es aber weiterhin.

 

Der Papst dankt der Madonna von Fatima und spricht zwölf Minuten mit Schwester Lucia Dos Santos, der noch lebenden Seherin ("D“, 14.5.1991), doch er lässt ein offensichtlich verkürztes Dokument als "3. Geheimnis von Fatima" veröffentlichen. Was wohl Maria davon hält? Ob sie damit einverstanden ist, dass sie zusammen mit dem Papst auf einem "Wunderphoto aus Rom" von 1993 zu sehen ist, wobei sie ihn tröstend umarmt? (uns zugeschickt aus Kroatien). Oder daß sie gleich in mehrfacher Form zusammen mit den ebenfalls mehrfachen Jesus zusammen mit einem doppelten Johannes Paul II, der Hostie und Kelch in erhobenen Händen hält, unter dem Heiland am Kreuz abgebildet wurde? Dieses in Spanien verbreitete "Wunderfoto" vom 15.4.2001 soll das unmittelbar bevorstehende Kommen Jesu symbolisieren, ist aber wie das zuerst genannte nichts anderes als Reklame für den gegenwärtigen Papst; dies ist unsere Ansicht.

 

Für alle möglichen Nationen setzt sich der Papst energisch ein, aber zur Vertreibung der Deutschen durch Polen 1945 hat er kein Wort gefunden, worüber sich der Bund der Vertriebenen enttäuscht gezeigt hat. ("Dolomiten", 19.6.1999, dpa, APA) Immerhin besuchte der Vater von Karol Wojtyla als "Karl Wojtyla" die deutsche Volksschule in Biala und war österreichischer Unteroffizier im k.u.k. Infanterieregiment Graf Daun Nr. 56. ("D", 20.10.1997)

 

Wojtyla gegen Todesstrafe – „Barmherzigkeit für Gefangene“ – Falsche Toleranz

Der jetzige Papst scheint seine "neue Sicht der Allbegnadung" (Johannes Dörmann: Der theologische Weg Johannes Pauls II. zum Weltgebetstag der Religionen in Assisi, Sitta Verlag Senden/Westf., 1994, 204) auf grundsätzlich alles auszudehnen (siehe auch Kapitel 15).

So forderte er unlängst wieder "Erbarmen für die Gefangenen" (Il Papa: Pietà per i carcerati". La visita di Giovanni Paolo II al Parlamento. Ha parlato dell´indulto chiedendo "riduzione di pena" per chi è in prigione. La Repubblica, Rom, repubblica.it, 14.11.2002)  Er forderte einen Strafnachlaß für jene, die in Haft sind. Denkt er nicht an die grausamen Serienmörder und -vergewaltiger und Kinderschänder, die dann wieder auf die Menschheit losgelassen werden? Es dünkt uns fast kriminell, eine solche allgemeine Amnestie zu verlangen, ohne zu differenzieren zwischen gnadenlosen Gewaltverbrechern und harmlosen Typen. Wir verweisen auf unser Werk: „Kinder retten die Welt“. Wir müssen die Schwächsten schützen, nicht die von grausamen Gelüsten Getriebenen, oft wohl vom Teufel Besessenen auf die Schwächsten loshetzen. Da hat der Papst eine falsche Menschensicht. Wir können kaum glauben, daß er im Sinne der weltumspannenden Idee der "allumfassenden Toleranz" dafür ist, daß die Bösen ungehindert und ungestraft Unschuldigen Böses antun. Und trotzdem stellt er das humanistische Ideal der Toleranz über das Mitleid die Gerechtigkeit. Gott sieht in sein Herz, wir nicht.

 

Offen kritisieren wir die Toleranz des jetzigen Papstes gegenüber grausamen Verbrechern, die unbarmherzig Menschen quälen und morden und keine Reue zeigen. Ständig fordert Johannes Paul II. die Abschaffung der Todesstrafe, im Einklang mit dem Europarat, der mit erstaunlicher Machtvollkommenheit  auch die Staaten in Osteuropa gezwungen hat, die Todesstrafe abzuschaffen oder auszusetzen, obwohl gerade dort perverse Massenmörder in der Bevölkerung gewütet haben. Wir aber sind auf Seiten der Schwächeren, der tatsächlichen und potentiellen Opfer. Ihr Schutz muß Vorrang haben vor der scheinheiligen Toleranz gegenüber grausamen Schwerverbrechern. Denn in den meisten Staaten bedeutet die Höchststrafe „lebenslänglich“, dass die Verbrecher nach wenigen Jahrzehnten oder noch früher – wenn wir uns nicht irren, sind es in Großbritannien im statistischen Durchschnitt 13 Jahre – wieder auf freien Fuß gesetzt und damit auf die Bevölkerung losgelassen werden.

 

Die katholische Kirche hat in den vergangenen zwei Jahrtausenden stets an der Todesstrafe festgehalten, wenigstens im Prinzip. Wir sind vor allem aus Gründen des Opferschutzes so hartnäckig dafür. Gleichzeitig wissen wir, dass auch dem größten Verbrecher die Chance zur Reue und Buße gegeben werden soll. Wir haben nichts dagegen, die Todesstrafe auszusetzen, solange 100-prozentig garantiert ist, dass die schlimmsten Verbrecher total isoliert bleiben (unser ETIKA-Überlebensprogramm 9 mit dem Projekt der Isolationszonen). Wir halten es aus christlicher Sicht durchaus für zulässig, was der hl. Thomas Morus vorschlägt:

 

„Warum sollten wir denn Bedenken tragen, jene alte Methode der Bestrafung von Verbrechen für nützlich zu halten, die schon im Altertum, wie man weiß, die Römer so lange verwandt haben, diese alten Praktiken der Staatskunst? Sie pflegten nämlich Schwerverbrecher zur Arbeit in Steinbrüchen und Erzgruben zu verurteilen, wo sie beständig Fesseln zu tragen hatten.“
(Thomas Morus: Utopia, übersetzt von Gerhard Ritter, , Philipp Reclam jun., Stuttgart, 1990, Erstes Buch, S. 34)

 

Also, wenn man gegen die Todesstrafe ist, muß man todsichere Alternativen ergreifen, damit die Bevölkerung sicher ist. Nicht falsche Toleranz gegenüber Bösen, die Böses tun, sondern Mitleid mit den Opfern und Verhütung von Verbrechen! Das ist die wahre christliche Nächstenliebe.

 

Johannes Paul II. für multikulturelle Gesellschaft
"Seine Wunschvorstellung sei ,die Integration der Völker, eine multikulturelle und multirassische Gesellschaft´, sagte der Papst in seiner allsonntäglichen Ansprache. ("D", 20.2.1995, Reuter, APA)

"Il Papa: porte aperte ai fratelli immigrati. Appello all´Angelus domenicale: "... la costruzione di questo futuro richiede uomini e donne di pace", che dovranno costruire "il cammino dell´integrazione tra i popoli, nella società multiculturale e multirazziale". (Corriere della Sera, Milano, 20.2.1995)

Dazu paßt, daß der Papst Ende September 1997 an einem Rock-Konzert mit der Woodstock-Kultfigur Bob Dylan ausgerechnet zum Abschluss des Eucharistischen Kongresses in Rom teilnahm. Wir warnen vor Rock, der Papst geht hin. Übrigens gefällt ihm eine solche Musik auch noch:

E Papa Wojtyla confessa: "Sì, mi pace anche il rock". (Corriere della Sera, 29.11.1986, Melbourne)

 

Weiß Johannes Paul II. nicht um die Gefahren und Folgen der von ihm angestrebten Entwicklung? Die jungen Frauen aus Osteuropa, die im Tourismusgewerbe in Westeuropa arbeiten, fehlen den osteuropäischen Männern und sind im Ausland größten sittlichen Gefahren ausgesetzt. Wenn der Papst die massive Auswanderung der Jungen und Kräftigen gutheißt und fördert, verrät er seine eigene Heimat.

 

Gastfreundschaft für alle, nur nicht für Protestanten und Russisch-Orthodoxe

"Gastfreundschaft ist fehl am Platz", lesen wir überrascht am 16.4.2003 in der Zeitung, unter dieser Überschrift ein Bild des Papstes. Seit wann denn das? Der Untertitel gibt die Aufklärung: Morgen unterzeichnet Johannes Paul II. sein Lehrschreiben zur Eucharistie. Laut "Civiltà Cattolica" erlaube die katholische Kirche keine "Interkommunion" oder "eucharistische Gastfreundschaft", also die Möglichkeit, dass getaufte Christen, "die nicht in voller Glaubensgemeinschaft mit der katholischen Kirche stehen - wie etwa die Protestanten - an der Kommunion teilnehmen. Und umgekehrt könnten Katholiken nicht am Abendmahl der protestantischen Gemeinden teilnehmen." ("D", 16.4.2003, KAP)

Da ist es ja höchst erstaunlich, wenn Papst Johannes II. in vielen anderen Lebensbereichen große Toleranz offenbart und vor allem Gastfreundschaft gegenüber Einwanderern - ganz gleich welchen Glaubens - verlangt:

-         Il Papa: "No al razzismo, accogliete gli immigrati"  Così Wojtyla apre il terzo millennio. (la Repubblica, 2.1.2001)

-         Gnade für Gefangene gefordert. Johannes Paul II. im römischen Gefängnis Regina Coeli: "Im Namen Jesu, der zu unserer Befreiung gekommen ist, bitte ich die Behörden um ein Zeichen der Gnade ggenüber allen Gefangenen." Strafe und Haft seien nur sinnvoll, wenn sie der Erneuerung dienten. ("Dolomiten", 10.7.2000; Anmerkung: Strafe und Haft sind im Gegenteil sehr notwendig, um die potentiellen Opfer zu schützen und um vor Verbrechen abzuschrecken!!)

-         Il Papa: "Prego perché l´Inferno sia vuoto. "Non è una fornace ardente". (la Stampa, 27.7.1999)

-         Kirchenoberhaupt verschärft Urteil über Todesstrafe ("D", 11.9.1997, Bernhard Hülsebusch)

-         Papst Johannes Paul II. hat eine Amnestie für alle illegalen Einwanderer in Italien im Jubiläumsjahr 2000 gefordert. (Südwestpresse Ulm, 12.10.1998)

-         Papst und Italien setzen sich für verurteilten Mörder und Vergewaltiger ein. ("D", 19.12.1996, dpa)

-         Il Papa: porte aperte ai fratelli immigrati. Gli immigrati che vengono "da Paesi lontani" devono essere "rispettati e amati come fratelli e sorelle": l´ ha detto ieri il Papa all´Angelus. (Corriere della Sera, 20.2.1995)

-         Der Vatikan gab „Entwarnung in Sachen Harry Potter“. Peter Fleetwood, Mitglied des Päpstlichen Kulturrates in Rom, stellte den Magie-Büchern „ein gutes Zeugnis aus“ (D 12.2.2003), obwohl viele Katholiken und Protestanten vor der Verführung zur Zauberei in den Büchern von J. K. Rowling voller Sorge um das Seelenheil der Kinder gewarnt haben: ETIKA 39BHPOT Harry Potter: Gift für Kinderseelen. Rat: Finger weg! Auch wenn der Leser skeptisch an das Buch herangeht, beim Lesen entwickelt er vermutlich automatisch Sympathie für den Titelhelden und unterschätzt die Gefahren der Magie.

 

Johannes Paul II. verweigert den anderen Christen die brüderliche  Tischgemeinschaft. Nichtchristen aber nennt er Brüder. So bei einer Erinnerung an das Gebetstreffen vom 27. Oktober 1986 in Assisi:

"Diese große Begegnung von Brüdern, die im Gebet um den Frieden vereint waren, ist ein Zeichen für die Welt gewesen." (Botschaft von Papst Johannes Paul II zur Feier des Weltfriedenstages am 1. Januar 1988, wobei er sich für die Religionsfreiheit stark macht)

 

Und außerdem läßt Johannes Paul II. im Jubiläumsjahr 2000 beten:

"Vater, reinige das Gedächtnis der Jünger deines Sohnes und gib, daß sie ihre Schuld erkennen. Laß sie eins sein, damit die Welt glaube. Der Dialog unter den Anhängern der großen Religionen weite sich." (Herausgeber: Pastoralamt der Erzdiözese Wien)

 

Dem Engelwerk (Opus Angelorum), gefördert von dem auch von uns geschätzten Innsbrucker Bischof Paulus Rusch und gelobt von drei Päpsten, hat Johannes Paul II. aber am 6. Juni 1992 mit einem Dekret den Todesstoß versetzt, "obschon man in 30jähriger Prüfung keine Aussage in den Offenbarungen (Gabriele Bitterlichs) gefunden hatte, die gegen das hinterlegte Glaubensgut wäre". (I.K.F. Internationaler Förderkreis für Kirche und Volk, Basel, Fest Mariä Lichtmess 1999)

 

Traditionalisten kritisieren:

"Wir erleben z. Zt. die schleichende Umstrukturierung der Kirche, bei der die katholische Fassade bei gleichzeitiger dogmatischer Entleerung stehen bleibt. ... Merkwürdigerweise spricht die heutige Kirche nicht mit Christusgläubigen, die die hl. Messe im altehrwürdigen lateinischen Ritus feiern, wohl aber pflegt sie den Dialog mit Irrgläubigen und fremden Religionen." (Kathotio, Kreis katholisch-apostolischer Tradition, Cloppenburg, April 1994) Dort wird auch Reinhard Raffalt zitiert (Der Antichrist, Lins Verlag):

 

"Der allgemeine Glaubensabfall wird nicht nur die Scheinchristen ergreifen, sondern die Kirchen selbst - und wenn diese erst einmal das soziale Element der christlichen Religion an die Stelle der Gotteskindschaft und der Erlösung gesetzt haben, werden Heerscharen tiefgläubiger, aber kritikloser Menschen von Gott abfallen, ohne es überhaupt zu merken." Dafür werden eben andere Schwerpunkte gesetzt (siehe Stichwort UNO).

 

Unfehlbarkeit

„Denz. 1839 (3073-3074): Indem Wir an der Überlieferung von den ersten Anfängen des christlichen Glaubens  treu festhalten, lehren und verkünden (definieren) Wir zur Ehre Gottes, unseres Heilandes, zur Erhöhung der katholischen Religion, zum Heil der christlichen Völker, unter Zustimmung des heiligen Konzils als göttlich geoffenbartes Dogma: Der Römische Bischof, wenn er ex cathedra (amtlich) spricht, d. h. wenn er, seines Amtes als Hirt und Lehrer aller Gläubigen waltend, in seiner apostolischen Vollgewalt in Sachen der Glaubens- oder Sittenlehre eine Entscheidung für die ganze Kirche fällt (definiert), besitzt er durch göttlichen Beistand, der ihm im heiligen Petrus versprochen ist, dieselbe Unfehlbarkeit, mit der der göttliche Heiland seine Kirche in der Entscheidung über die Glaubens- und Sittenlehre ausgestattet haben wollte. Daher sind derartige Entscheidungen (Definitionen) des Römischen Bischofs schon von sich aus, nicht erst durch die Zustimmung der Kirche unabänderlich (irreformabel).

Denz 1840 (3075): Wer aber, was Gott verhüten wolle, dieser Unserer Entscheidung zu widersprechen wagt, der sei im Banne.“
(Zeugnis der Schrift und der Konzilien. Zusammenfassung von Aussagen des kirchlichen Lehramtes zum Primat und zur Unfehlbarkeit des Papstes von Univ.-Prof. Dr. Ferdinand Holböck, „Der 13. – Glaube und Kirche“, 13. Jänner 1988, Seite 7)

 

„Die vielzitierte, beim Ersten Vatikanischen Konzil 1870 festgeschriebene Unfehlbarkeit komme dem Papst nur dann zu, wenn er als „oberster Lehrer“ mit „höchster Autorität“ und in „Übereinstimmung mit der ganzen Kirche“ eine Glaubens- und Sittenfrage endgültig entscheide, betonte (Univ.-Prof. Walter) Kern (SJ).“ („D“ 1.6.1988. Anmerkung ETIKA: Der Verfasser hat zusammen mit den damals dominierenden kommunistischen Anti-Revisionisten bei dem späteren Innsbrucker Fundamentaltheologen eine Hegel-Vorlesung besucht, als der Jesuit noch in München lehrte.)

 

Die Unfehlbarkeit des Papstes hebt sich selbst auf, wenn ein Dogma der Hl. Schrift widerspricht. Siehe 1. Kapitel unter „Vertiefung“ „Die Wahrheit der Heiligen Schrift“

 

SJ-Kritik an Infallibilismus, Papolatrie (Fehlentwicklungen der Papstverehrung) und kurialem Zentralismus
In der Jesuitenzeitschrift „Civiltà Cattolica“ strich P. Giuseppe De ROSA SJ heraus, dass die Tendenz zur Zentralisierung in der Kirche mit der Unfehlbarkeitserklärung 1870 ihren Höhepunkt erreicht habe. Als eine der positiven Seiten sah er die dadurch erleichterte Abwehr kirchenfeindlicher Ideologien. Negativ nannte er  den „kurialen Zentralismus“, den Konformismus, der „Nährboden für überkritische und antiautoritäre Haltungen ist“, ein falsches Gefühl der Sicherheit und eine Haltung der Servilität, die „dem christlichen Zeugnis nicht zur Ehre gereicht“.

Die Unfehlbarkeitserklärung habe Missverständnisse und Fehlinterpretationen ausgelöst, die den Dienst des Papstes ins Zwielicht stellten. Die „Aura der Transzendenz“ um den Papst habe sich verstärkt. Das sichtbare Oberhaupt der Kirche sei seither „allein, zu allein vor Gott“ erschienen. Aufgrund der psychologischen Isolierung von den anderen Mitgliedern der Kirche sei dem Lehr- und Leitungsamt des Papstes ein „fast göttlicher Nimbus“ zugekommen. Heute sehe es so aus, als ob der Papst eine über der Kirche schwebende Wesenheit sei. Tatsächlich aber habe er eine „funktion in der Kirche und für die Kirche“, „nicht aber außerhalb der Kirche oder über der Kirche auszuüben“.  („Dolomiten“, Bozen, 21.11.1985)

 

Manchmal geht von Päpsten gerade das Gegenteil von Unfehlbarkeit aus, nämlich Unsicherheit.

„Papst Paul VI. hat 1972 von der Unsicherheit in der Kirche gesprochen: ,Man hatte geglaubt, daß nach dem Konzil für die Kirchengeschichte ein sonniger Tag anbrechen würde. Doch stattdessen ist es ein Tag voller Wolken, Unwetter und Dunkelheit geworden.´
Dazu Bischof Krenn: ,Nur hat er selber auch Schuld. Die Akzente, die Paul VI. gesetzt hat, waren am Anfang sehr missverständlich´. Paul VI. hat sich aber ,gegen diese Vergewaltigung des Zweiten Vatikanums durchgesetzt, als er ,Humanae Vitae´ erließ´.“  (Stephan Baier, Interview mit Bischof Kurt Krenn, „Die Tagespost“ Nr. 34/2003, zit. in: das Neue Groschenblatt, 5/2003)

 

Folgender Abschnitt ist besonders den hartnäckigen "Papsttreuen" gewidmet:

 

Simon von Trient und Anderle von Rinn

 

Simon von Trient ist von Papst Gregor XIII. in das römische Martyrologium aufgenommen worden. Damit ist er heilig gesprochen worden.

Der Trentiner Erzbischof Alessandro Gottardi hat aber den Kult verboten und damit auch „der Legende vom angeblichen jüdischen Ritualmord ein Ende gesetzt“ (D 4.9.2002, gh) "In der Diözese Trient, wo ich selbst 1955 die letzte große Feier zu Ehren des "Simele von Trient" erlebt habe, ging das Verbot des Kultes 1965 ohne größeres Aufsehen über die Bühne." (P. Z., in "Dolomiten", 30.6.1998, S. 16)

 

Damit ist eine Entscheidung des Papstes von der Kirche für falsch erklärt worden.

 

In einem ähnlichen Fall ist der Kult um den vom Papst ebenfalls nach Prüfung der Umstände der Ermordung als selig bezeichneten Anderle von Rinn mehrfach verboten worden.

 

1954 hob Bischof Paulus Rusch den Kult auf. (Der 13., 13.9.1987) Er schaffte das Fest, den Kult sowie die Meß- und Breviertexte des Anderl vom Rinn ab (Dolomiten, 2.9.1987)

 

1985 schreibt Bischof Reinholf Stecher: "Die - nicht geschichtliche Legende - vom Anderl von Rinn ... Die sogenannten Kindermordlegenden waren ein Teil jener Kampagne, die durch Jahrhunderte von christlicher Seite aus gegen die Juden geführt wurde, und die schon in früheren Jahrhunderten unsägliches Leid über dieses Volk gebracht hat. ... Und darum ist der Kult rund um diese Legende für die Kirche nicht mehr tragbar und abgeschafft worden. Es kann kein Zurück zur Intoleranz früherer Jahrhunderte geben." (präsent, Innsbruck, 27.8.1987, ähnlich Dolomiten, 20.7.1985)

 

1988 erklärte der Vatikan die Angelegenheit in einem offiziellen Schreiben für eine "Sache des Bistums Innsbruck". (Mitteilung von Gilbert Rosenkranz, Leiter des Pressedienstes der Diözese Innsbruck, in: Dolomiten, 27.7.1994, "Es gab keinen jüdischen Ritualmord" und Kath. Sonntagsblatt, Bozen,  31.7.1994, "Kein jüdischer Ritualmord")

 

1989 wird der Anderle-von-Rinn-Kult vom Innsbrucker Bischof faktisch abgeschafft. (laut Rosenkranz, aaO)

 

1994 beendete der Innsbrucker Bischof Reinhold Stecher mit einem Dekret, das in der Juli-Ausgabe des Verordnungsblattes der Diözese Innsbruck veröffentlicht wurde, den Anderle-von Rinn-Kult "endgültig" bzw "definitiv". (laut Rosenkranz, aaO; Dolomiten, 25.7.1994, APA)

 

1995 verschärfte Bischof Stecher das Kultverbot mit den Worten: "Aufgrund meiner Verantwortung als Diözesanbischof verbiete ich jegliche öffentliche Verehrung des sogenannten Anderle von Rinn." (Dolomiten, 27.6.1995)

 

Uns geht es hier nicht um den Anderle von Rinn, sondern allein um das Thema Unfehlbarkeit und die Widersprüche zwischen Aussagen der Kirche. Und da kommen wir nicht umhin, aus der Bulle "Beatus Andreas" von Papst Benedikt XIV. vom 22.2.1755 zu zitieren, so daß sich jeder Leser selbst ein Urteil bilden kann. Die Paragraphen 1, 3, 4 und 5 dieser Bulle sind abgedruckt in dem Buch von Kaplan Gottfried Melzer: Das selige Kind Andreas von Rinn - Ein wahrer Märtyrer der katholischen Kirche (Verlag Pro Fide Catholica, Anton Schmid, Durach, 1989).

 

Kaplan Melzer schreibt im einleitenden Kapitel:

"Der unschuldige Knabe und Märtyrer Andreas von Rinn wurde von der römisch-katholischen Kirche seliggesprochen. Nach der Lehre der Kirche ist eine Heiligsprechung ein Akt der päpstlichen Unfehlbarkeit und kann nicht rückgängig gemacht werden. Die Seligsprechung kommt der Heiligsprechung sehr nahe. Sie ist die letzte Vorstufe zur Kanonisation (Heiligsprechung) und ist, wenn auch nicht theoretisch, so doch faktisch eine Unfehlbarkeitsentscheidung des Papstes...
Papst Benedikt XIV. hat am 15. Dezember 1752 nach eingehender Prüfung der alten Dokumente die öffentliche Verehrung des Märtyrerkinder Andreas von Rinn durch Bewilligung eines eigenen Meßformulares und Offiziums ihm zu Ehren bestätigt. Diese Bestätigung im außerordentlichen Prozeßweg kommt einer "beatificatio aequipollens" gleich, ist also einer förmlichen Seligsprechung nach einem ordentlichen Prozeß als völlig gleichwertig anzusehen." (Melzer 9f.)

 

Aus der Bulle "Beatus Andreas" von Benedikt XIV. vom 22.2.1755 (bei Melzer S. 12-15:

 

"... hat dies ... Unseren Ehrwürdigen Bruder, den Bischof von Brixen, und Unseren geliebten Sohn vom Prämonstratenserorden, den Abt des Klosters Wilten, sowie andere verdiente Kirchenmänner dazu bewogen, vom Hl. Stuhl untertänig die Genehmigung zu erbitten für eine Eigenmesse und ein Eigenoffizium mit entsprechenden Lesungen, zur Ehre des Seligen zu lesen am Tag des Martyriums, den 12. Juli, vom Weltklerus und den Ordensleuten beiderlei Geschlechts in der Stadt und in der gesamten Diözese Brixen...

 

Wir haben nun alles genau erwogen ... und dann ... am 15. Dezember 1752 eine Eigenmesse und ein Eigenoffizium mit besonderen Lesungen genehmigt... Und außerdem haben Wir ... am 15. Januar einen vollkommenen Ablaß allen jenen gewährt, die nach Beichte und Empfang der hl. Kommunion am 12. Juli eines jeden beliebigen Jahres die Kirche in Rinn, in der die Reliquien des seligen Andreas ruhen, besuchen...

 

Wie Wir in Unserem Werk ÜBER DIE KANONISATION DER HEILIGEN, Buch 3, Kapitel 15/6, aufgezeigt haben, hat .. Papst Sixtus V. im Jahre 1588 durch ein Breve die Meßfeier und das Eigenoffizium bewilligt, zu lesen am festgesetzten Tag in der Stadt und im ganzen Bistum Trient zu Ehren des seligen Simon.

 

Zwischen dem jedoch, was Wir selbst für die Verehrung des seligen Andreas genehmigt haben, und was Unsere Vorgänger über die Verehrung des seligen Simon verfügt haben, besteht der einzige Unterschied darin, daß der Name des seligen Simon, und dies auf Anordnung von Papst Gregor XIII., in das römische Martyrologium aufgenommen worden ist..."

 

Dazu wäre anzumerken, daß Simon von Trient die ganzen Jahrhunderte hindurch weltweit als Heiliger verehrt worden ist. So ist ihm zum Beispiel eine ganze Seite gewidmet in dem argentinischen Heiligenbuch des Jesuiten P. Francisco De Paula Morell, S. J.: FLOS SANCTORUM DE LA FAMILIA CRISTIANA (Editorial Difusión, Tucuman/Buenos Aires, 1943, pág. 90: San Simón, inocente y mártir. - 24 de marzo. † 1475). Stoff genug zur Meditation für jene, die auf die absolute Unfehlbarkeit aller Päpste pochen.

Als Literatur bieten sich dem Internet-Leser außer dem oben genannten Ökumenischen Heiligenlexikon das Biographisch-Bibliographische Kirchenlexikon an: http://www.bautz.de/bbkl/j/Johannes_hin.shtml sowie Web-Seiten über die Ritualmordlegende: http://www.lgd.de/projekt/judentum/2-3.htm .

Zusatz am 7.10.2003: Josef Freinademetz (1852-1908, ladinischer Missionar aus Oies/Gadertal/Südtirol in China), Arnold Janssen und Daniele Comboni (Ordensgründer) sind am Sonntag, 5. Oktober 2003, 10.30 Uhr, von Papst Johannes Paul II. heilig gesprochen worden. Nach Angaben des Bischofs von Bozen/Brixen, Wilhelm Egger,  (4.10.2003) fällt eine Heiligsprechung unter das Unfehlbarkeitsdogma. Also müsste auch Simon von Trient weiterhin heilig sein – oder das Unfehlbarkeitsdogma ist falsch und ungültig – auch nach Meinung der Kardinäle des 19. Jahrhunderts, die vergeblich versuchten, es zu verhindern. Entweder hat uns Gott einen Verstand geschenkt oder nicht, entweder gibt es eine Logik oder keine, entweder gibt es eine Basis der Vernunft, auf der alle Menschen miteinander reden können – oder es gibt keine und ewigen Streit ohne Versöhnung. Entweder gibt es noch eine christliche, katholische, ökumenische Kirche – oder es gibt keine mehr offiziell, nur noch die in den Herzen der katholischen, orthodoxen, evangelischen  und koptischen Gläubigen. Jesus Christus, marána tha!

Weitere Beweise, dass das Unfehlbarkeitsdogma heute ungültig ist

 

UNO - Menschenrechte von 1789 – „Eine Welt“

"Die Aufgabe der Kirche und ihr Verdienst in der Geschichte, immer und überall die Grundrechte des Menschen verkündet und verteidigt zu haben, befreien sie nicht davon, sondern verpflichten sie vielmehr, für die Welt "Spiegel der Gerechtigkeit" zu sein."(Johannes Paul II.: Hunger nach Verständnis und Liebe, Wegweisende Worte 2, Kanisius Verlag 1980, S. 27)

Die sogenannten Menschenrechte sind am 10.12.1948 von der UNO "erklärt" worden. Man müsste die Hintergründe erläutern, aber wir haben wenig Zeit. Und so überlassen wir die Antwort hierauf den katholischen Dogmatikern und den Traditionalisten (z. B. Johannes Dörrmann, den "SAKA-Informationen", der Zeitschrift "Einsicht", herausgegeben vom Freundeskreis der Una Voce in München) sowie den wachsamen evangelischen Experten (siehe z. B. die Bücher von Wolfgang Borowsky). Da aber Messori weiter oben von "Menschenrechten jakobinischen Gedenkens" gesprochen hat, wagen wir es doch, Manfred Adler zu Wort kommen zu lassen, der "eine antichristliche und antikirchliche Revolution von weltweitem Ausmaß" erkennen zu glaubt:

"Die Französische Revolution ist noch nicht abgeschlossen. Zwar glaubte J. Goebbels, Minister für Volksaufklärung und Propaganda unter Hitler, daß der Nationalsozialismus die Französische Revolution vollenden werde." Heute seien es andere Kräfte, "die den Plan und das Werk Voltaires zu Ende führen wollen." (Manfred Adler: Die antichristliche Revolution der Freimaurerei, 1975, S. 146)

 

Wie wenig die christlichen Anschauungen der UNO-Politik entsprechen, ersieht man aus folgenden Meldungen:

·        UN-Helfer und -Soldaten, die in Afrika Frauen vergewaltigt und Kinder missbraucht haben nach dem Motto "Nahrungsmittel nur gegen Liebesdienste" (D 28.2.2002 dpa), wurden nicht entlassen, sondern werden weiterbeschäftigt.

·        Die Soldaten der Friedenstruppen im Kongo und Sierra Leone erhalten pro Tag ein Kondom. (Südwestpresse 20.3.2000) Wofür? Um die dortige Bevölkerung zu verderben? Soll das die multikulturelle Zukunft sein? In früheren Armeen wurde den Soldaten Enthaltsamkeit gepredigt, sogar noch in der Bundeswehr.

·        "UN-Truppe bringt Frieden und Aids" (D 19.7.2000 Thomas Burmeister)

·        Belgischer Unteroffizier bot 1993 in Somalia Kameraden eine junge Somalierin als Geschenk an. (D 8.5.1998 AFP)

·        "Gli stupri dei soldati Onu a Sarajevo" - Un giornale locale rivela: i serbi fornivano adolescenti musulmane ai caschi blu. (la Repubblica, Roma, 20.6.1996)

·        Ein 32 Seiten umfassendes Handbuch gegen Aids für UN-Soldaten vom Mai 1996 gleicht einer Anleitung zu Unzucht und Ehebruch.

·        Onu New York: il Palazzo delle molestie. Negli armadi dell´Onu decine di storie di avances sessuali. (Corriere della Sera, 8.3.1995)

·        "Save the Children" wirft italienischen Blauhelmen vor, daß bei der Abschiedsfeier für einen hohen Offizier ganze "Wagenladungen" voll junger Mozambiquanerinnen in das Haus gebracht worden seien. (D 29.1.1994)