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15OE12 |
Christliche
Einheit jetzt! |
Apostel der
letzten Zeiten AIHS: 15 Lösungen |
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Eucharistie –
Abendmahl - Messopfer |
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„Der
Heiland hat in der Einsetzung des Abendmahls seinen Leib und sein Blut uns
nicht zum Lehrstreit, nicht zum Grübeln, nicht zum Erklären und Bezweifeln,
sondern lediglich zum Genuß, zum Essen und Trinken, zum Wachstum in der Gnade
und Liebe und besonders in der Gemeinschaft und Vereinigung miteinander und mit
ihm gegeben.
Die Ehrfurcht, der Hunger, das Verlangen, mit Christus so innig vereinigt und
seines Leibes und Blutes teilhaftig zu werden, so daß er in uns und wir in ihm
sind, das soll alle anderen Gedanken verscheuchen, soll uns ganz einnehmen,
damit wir nur Christi, seines Verdienstes, seiner Kraft und Gnade, seiner
Innewohnung teilhaftig werden. Das „Wie“ dürfen wir ihm ganz überlassen.“
(Johannes Goßner, zitiert im Konstanzer Großdruckkalender, 19.3.1991)
Matthäus 5,23 Wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst und
dort kommt dir in den Sinn, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, 24 so laß dort vor dem Altar deine Gabe und geh zuerst hin und
versöhne dich mit deinem Bruder und dann komm und opfere deine Gabe.
(Anmerkung: Das gilt auch für Päpste und Bischöfe und Priester und Pfarrer
wie für alle Gläubigen!)
Matthäus 26,26 Als sie aber aßen, nahm Jesus das Brot, danke
und brach´s und gab´s den Jüngern und sprach: Nehmet, esset; das ist mein
Leib.
Und er nahm den Kelch und dankte, gab ihnen den und sprach: Trinket
alle daraus; das ist mein Blut des Bundes, das vergossen wird für viele zur
Vergebung der Sünden.
Johannes 6,53 Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich
sage euch: Wenn ihr nicht das Fleisch des Menschensohns esst und sein Blut
trinkt, so habt ihr kein Leben in euch.
54 Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der hat das ewige Leben, und
ich werde ihn am Jüngsten Tage auferwecken.
55 Denn mein Fleisch ist die wahre Speise, und mein Blut ist der wahre Trank.
56 Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich in
ihm.
1. Korinther 11,27 Wer nun unwürdig von dem Brot isst
oder aus dem Kelch des Herrn trinkt, der wird schuldig sein am Leib und
Blut des Herrn.
29 Denn wer so isst und trinkt, dass er den Leib des Herrn nicht achtet, der isst
und trinkt sich selber zum Gericht.
Römer 12,1 Ich ermahne euch nun, liebe Brüder, durch die Barmherzigkeit Gottes, daß ihr eure Leiber hingebet zum Opfer, das da lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sei; das sei euer vernünftiger Gottesdienst.
1 Petrus 2,5 Und auch ihr, als die lebendigen Steine, bauet euch zum geistlichen Hause und zum heiligen Priestertum, zu opfern geistliche Opfer, die Gott angenehm sind durch Jesum Christum.
Epheser 5,2 Wandelt in der Liebe gleichwie Christus uns hat geliebt und sich selbst dargegeben für uns als Gabe und Opfer, Gott zu einem süßen Geruch.
Hebräer 7, 27 Er hat es nicht nötig, wie jene Hohenpriester, täglich zuerst für die eigenen Sünden Opfer darzubringen und dann für die des Volkes; denn das hat er ein für allemal getan, als er sich selbst opferte.
Hebräer 9,28 Also ist Christus einmal geopfert, wegzunehmen vieler Sünden.
Hebräer 10
1 Denn das Gesetz hat nur einen Schatten von den
zukünftigen Gütern, nicht das Wesen der Güter selbst. Deshalb kann es die,
die opfern, nicht für immer vollkommen machen, da man alle Jahre die
gleichen Opfer bringen muß.
3 .. geschieht dadurch alle Jahre nur eine Erinnerung an die Sünden.
4 Denn es ist unmöglich, durch das Blut von Stieren und Böcken Sünden
wegzunehmen.
5 Darum spricht er, wenn er in die Welt kommt (Psalm 40,7-9): „Opfer und Gaben
hast du nicht gewollt; einen Leib aber hast du mir geschaffen.
6 Brandopfer und Sündopfer gefallen dir nicht.
7 Da sprach ich: Siehe, ich komme – im Buch steht von mir geschrieben -, daß
ich tue, Gott, deinen Willen.“
10 Nach diesem Willen sind wir geheiligt ein für allemal durch das Opfer des
Leibes Jesu Christi.
14 Mit einem Opfer hat er für immer die vollendet, die geheiligt werden.
18 Wo aber Vergebung der Sünden ist, da geschieht kein Opfer mehr für die
Sünde.
Hebräer 11,6 Aber ohne Glauben ist´s unmöglich, Gott zu gefallen; denn wer zu Gott kommen will, der muß glauben, dass er ist und dass er denen, die ihn suchen, ihren Lohn gibt.
Hebräer 13,15 Lasset uns opfern das Lobopfer Gott allezeit!
Die Trennung beim Abendmahl bzw. der Eucharistiefeier ist das sichtbarste Zeichen des Streites unter den Christen.
Wer wirklich Gottes Gebot zur Einheit befolgen will, tritt für ein gemeinsames Abendmahl ein. Wir suchen verzweifelt irgendeinen gangbaren Weg aus der Misere und schlagen zunächst vor:
· Wer sich nicht in seiner Heimatgemeinde befindet, sondern an einem anderen Ort, und sich von der Liebe zu Gott und seinen christlichen Brüdern und Schwestern getrieben fühlt, darf - unter gewissen Voraussetzungen? - am Abendmahl (Eucharistiefeier) in der Kirche einer anderen Konfession (katholisch, evangelisch, orthodox usw.) teilnehmen.
· Wer bereit ist, die Daseinsberechtigung und Traditionen der katholischen Konfession anzuerkennen, erfülle die Voraussetzungen, damit er die hl. Kommunion empfangen darf: er mache sich mit der katholischen Glaubenslehre vertraut, lege vor einem katholischen Priester eine Lebensbeichte ab und spreche das Credo: Ich glaube an die heilige katholische Kirche (bedeutet: allgemeine christliche Kirche, im Prinzip kein Unterschied zur evangelischen Version). Denn mit „die heilige katholische Kirche“ wird ja die wahre, die eine heilige katholische oder allgemeine Kirche, nämlich der mystische Leib Christi gemeint, nicht die aus sündigen Menschen bestehende Amtskirche.
Appell an die reformierten Christen: Christus hat nicht
gesagt: „Das ist mein Zeichen.“ Christus hat gesagt: „Das ist mein Leib.“ (P.
Fidelis Kepplinger Ocist: Das Geheimnis der Eucharistie: Kein Zeichen, sondern
Wirklichkeit!, „Glaube und Kirche“, Mai 1986, S. 3)
Die Lösung des Messopferstreits, neben der Stellung des Papstes das Haupthindernis für die Wiedervereinigung der Christen, ist in dem Wort Dankgottesdienst (= Eucharistie) enthalten. Demnach ist das Abendmahl sowohl eine Dankesfeier, bei welcher der Christ den Leib und das Blut Christi dankend entgegennimmt, als auch ein Gottesdienst, also ein Dienst, den der Mensch leistet. Und welcher Dienst ist vollkommener als die völlige Hingabe, das Opfer seiner selbst! Und an diesem Opfer nimmt Jesus teil, weil er in uns lebt und weil wir ein Leib sind als Kirche. Genauso dürfen wir an seinem Opfer am Kreuz teilnehmen – eine große Gnade Gottes!
·
Wir Gläubige sind es satt, uns von den Mühlsteinen
der Theoretiker zermahlen zu lassen.
·
Wir wollen Einheit, Tischgemeinschaft mit allen
Menschen, die an Jesus Christus und den dreieinigen Gott glauben.
„Man kann sich nicht an der
,Familie Gottes´ erfreuen, wenn nicht alle zu Tische sitzen, um sich an der
göttlichen Gabe zu laben. Unsere Freude ist wahre Freude, wenn sie Freude für
alle ist.“ (Giuliano Agresti,
Präsident der Bischöflichen Kommission für den Ökumenismus, Kleinschrift,
settimana di Preghiera per l´Unità dei Cristiani, 1982. Che tutti trovino in Te
la loro dimora, o Signore. Edizioni Paoline, Rom 1981, S. 3)
Italienisch: “Non si può godere della ,famiglia di
Dio´ se tutti non vi siedono a mensa per nutrirsi del dono divino. La nostra
gioia è vera gioia se è gioia di tutti.” (Giuliani Agresti, Presidente della
Commissione Episcopale per l´Ecumenismo, Settimana di Preghiera per l´Unità dei
Cristiani, 1982. Che tutti trovino in Te la loro dimora, o Signore. Edizioni
Paoline, Roma 1981, p. 3)
Abendmahlsfeier:
Urchristen, Tridentinum, Reformation (Übersicht)
„Da die Mahlzeiten des unbegüterten Palästinensers meist nur aus Brot, Salz und Wasser bestanden, hat man auch beim Herrenmahl vermutlich oft reines Wasser statt des mit Wein gemischten genommen; Kommunion mit Brot und Wasser gab es in Kleinasien und Afrika noch bis ins 3. Jahrhundert (Mart. Pion. 3,I; Cyprian ep. 63) Im syrischen Osten führten asketische Motive (Enkratiten) und vielleicht Abscheu vor Blutgenuß zu einer dann offenbar grundsätzlichen Ablehnung des Weines.“ (RGG, Stichwort Abendmahl, Sp. 40)
„Sehr viel deutlicher als bei Justin werden bei Irenäus die eucharistischen Elemente als Opfer bezeichnet (Adv. haer. IV, 17,5). Christus macht sie zu Opfergaben des neuen Bundes.“ (RGG, Stichwort Abendmahl, Sp. 22)
„Gregor der Große lässt den unsterblichen und unverderblich lebendigen Christus noch einmal in der Darbringung des heil. Mysteriums geopfert werden. Dieses Opfer übermittelt uns sein Leiden zu unserer Lossprechung und nützt auch den Seelen im Fegefeuer.“ (RGG, Sp. 25)
„Die Entscheidungen des Tridentinums ... bilden ... die unwiderrufliche (Anmerkung ETIKA: offenbar eine irrige Behauptung, denn sonst wäre der Grimm der Traditionalisten wegen der Änderungen durch das 2. Vatikanische Konzil nicht so groß) Grundlage der katholischen Abendmahlslehre ... 13. Sitzung ... Gegen Luthers konsubstantianische Auffassung legte man sich endgültig auf die Transsubstantiation fest (877. 884)... Unhaltbar, weil ungeschichtlich ist für die meisten dieser Lehren (Konkomitanzlehre, Präsenz vom Moment der Konsekration an...) die Behauptung, sie hätten stets in der katholischen Kirche gegolten. Für die Verweigerung des Laienkelchs, die in der 21. Sitzung ausgesprochen wurde, berief man sich allerdings nur auf die Autorität der Kirche (930. 931. 934-936). Die Frage, ob die Kirche für immer an der Kelchentziehung festhalten müsse, blieb offen. ... in der 22. Sitzung ... behauptete (man), dass das Messopfer ein wirkliches Sühnopfer sei. Seine Darbringung fürt die Sünden, Strafen, Genugtuungen und andere Nöte der Gläubigen wird genauso verteidigt wie die für die armen Seelen im Fegefeuer (940. 950). ... Im Kommunionsdekret Pius´ X. vom 20.12.1905 wurde täglicher Empfang empfohlen. Kommunionsempfang außerhalb der Messe war vor allem im 18. und 19. Jahrhundert das Übliche.“ (RGG, Sp. 28f.)
Reformation: „In der Verwerfung des Messopfers sind
sich alle reformatorischen Richtungen einig. Man sah in ihm Werkfrömmigkeit und
Gefährdung des einen Opfers Christi am Kreuz. Mit der Messe fiel das
Priestertum, die Winkelmesse und das Messstipendienwesen, der isolierte
Hostienkult. Das Abendmahl (Sp. 29) wurde wieder Mahlfeier der
Gemeinde.“ (RGG, Sp. 30)
Lateinische Messe bei Luther:
Überrascht nehmen wir zur Kenntnis: „Statt der täglichen Messe führt Luther
Morgen- und Abendgottesdienste mit biblischer Lektion, Predigt und Gesang ein.
Am Sonntag soll weiter die lateinische Messe gehalten werden, freilich mit
schriftgemäßer Liturgie und einer
biblischen Predigt, am Morgen über das Evangelium, am Abend über die Epistel.“
(Heinrich Samhammer, München: Leben und Werk Martin Luthers, 6. Folge, in:
Miteinander, Oktober 1983, Nr. 10, Kirchenblatt für die ev.-luth. Gemeinden in
Italien) Heute haben nicht einmal mehr die offiziellen Katholiken eine
lateinische Messe, aber die Protestanten damals sehr wohl! Verrückte Zeit!
„Dies
ist mein Leib – Dies ist mein Blut“
gilt für Katholiken ebenso wie für evangelische Christen -
Nur reformierte Kirchen abseits
Bitte Vorurteile ablegen!
Die Eucharistie ist ein wahres Sakrament, von Christus eingesetzt. In ihr ist der wahre ident. Leib und das wahre Blut Jesu wirklich gegenwärtig. (LTK, Stichwort Eucharistie, Sp. 1147)
„Bultmann (erblickt) in der bei Justin überlieferten Form „Dies ist mein Leib – Dies ist mein Blut“ (ap. 66,3) die älteste.“ (RGG, Stichwort Abendmahl, Spalte 13)
LTK zur Einstellung Luthers: „Luther hält zeitlebens an der realen Gegenwart des Leibes und Blutes Christi fest, sieht in ihr eine Fortführung der Inkarnation und den eigentlichen Inhalt des Sakramentes, der die Sündenvergebung wirkt. Für Luther folgt die Realpräsenz aus den Einsetzungsworten: das „ist“ erklärt er realistisch, das idealistische Verständnis ... Zwinglis u. a. (“bedeutet”) weist er energisch zurück. Anstelle der Transsubstantiation tritt die Konsubstantiation, wonach in, mit, “unter” den Elementen Christi Fleisch und Blut wirklich, aber unsichtbar zugegen sei.“ (LTK, Eucharistie, 3. Band 1959, Sp. 1152)
Der Gegensatz der Reformatoren in der Abendmahlsauffassung, der auch durch das Marburger Gespräch 1529, die Wittenberger Konkordie 1536 und die CA variata 1540 nicht beseitigt wurde, verhinderte mit entscheidend die Union der Reform.bew. Seitdem ist die Abendmahlsgemeinschaft innerhalb des Protestantismus ein umstrittenes Problem. ((LTK, Eucharistie, 3. Band 1959, Sp. 1153)
RGG zur Einstellung Luthers: „Die Bestimmung der
Abendmahlsgabe als Sündenvergebung, in den Einsetzungsworten exegetisch begründet,
entsprach der reformatorischen Grundanschauung, dass die Vergebung der Sünde
die Summe des Evangeliums sei. Diese Konzentration auf die Sündenvergebung
... bedeutet ... auch eine Einengung gegenüber den reichen Bezügen, in denen in
der kirchlichen Tradition das Abendmahl stand.“ (RGG, Sp. 30)
Luther, der stets an der realen Gegenwart von Leib und Blut Christi in den
Elementen festgehalten hat..., nahm (etwa seit 1525) eine Umorientierung seiner
Abendmahlslehre vor. Die Realpräsenz rückte ins Zentrum und wurde ...
leidenschaftlich verteidigt (Ubiquitätslehre, unio sacramentalis). Obgleich
Luther die Konkomitanz ablehnt (WA 11, 449f.), liegt ihm an der leibhaftigen
Gegenwart Christi in unserer Mitte. Nur durch eine Realpräsenz, die manducatio
oralis et impiorum in sich schließt, glaubt Luther diese Anliegen
ausreichend sichern zu können. Er hat seinen Standpunkt stets kompromißlos
festgehalten, auch bei und nach Abschluß der Wittenberger Konkordie (1536).“
(RGG, Sp. 30)
Während im lutherischen Gottesdienst viele römische Zeremonien beibehalten wurden und man das Abendmahl in jedem Gottesdienst feierte, gestalteten die reform. Kirchen die Feiern in zeremonieller Nüchternheit neu ... und begingen sie nur wenige Male im Jahr.“ (RGG, Sp. 32)
Lehre von der manducatio impiorum... auch die Ungläubigen empfangen Leib und Blut des Herrn, wenn auch nicht zum Segen, sondern zum Fluch. (RGG, Sp. 36)
„Die Messe ist Opfer, ... von Christus eingesetzt. Sie ist Vergegenwärtigung und Zuwendung des Kreuzesopfers, daher keine Lästerung und Verkürzung desselben. Christus selbst ist Opferpriester und Opfergabe, die Darbietung geschieht aber auf unblutige Weise. Die Messe ist nicht nur Lob-, Dank und bloßes Gedächtnisopfer, sondern auch Sühnopfer für Lebende und Verstorbene und wird geziemenderweise auch zu Ehren der Heiligen dargebracht.“ (LTK, 3. Band 1959, Eucharistie, Sp. 1147)
(Sp. 1150) „Das Tridentinum definierte ... auf
der 22. (Sitzung) die Messe als wirkliches und eigentliches Opfer (D
948-951). Die Theologie bildete die Meßopfertheorien aus (vgl. Adduktions-,
Konversions-, Reproduktionstheorie). Zur Sicherung des Opfercharakters der
Messe übertrug man den allgemeinen, aus (Sp. 1151) Religionsgeschichte
und AT abgelesenen, als Vernichtung der Opfergabe bestimmten Opferbegriff auf
die Messe und suchte in ihr eine reale Destruktion bzw. Schlachtung
nachzuweisen (Destruktionstheorien). ... Einen entscheidenden Fortschritt
brachte die Besinnung auf den sakramentalen Charakter auch des Opfergeschehens,
die von A. Vonier eingeleitet wurde... O. Casel(s) Mysterientheologie
... ihr Grundgedanke aber, getragen durch die von Pius XII (Mediator Dei)
ausdrücklich gebilligte liturgische Erneuerung, nämlich die sakramentale
Vergegenwärtigung des einmaligen Heilshandelns Jesu, scheint sich
durchzusetzen.“ (LTK, 3. Band 1959, Eucharistie)
„Messopfertheorien heißen die zahlr. Bemühungen der
kath. Theologen um tieferes Verstehen der Trienter Lehre, in der Messe werde
Gott ein wahres und eigentliches Opfer dargebracht“ (D 948) ... Erst in
jüngster Vergangenheit scheint, im Rückgriff auf die trad. ältere Auffassung
der Messe als eines sakramentalen Opfers, der method. Fehler jener Epoche
überwunden, diese selbst in etwa abgeschlossen und nur mehr von hist. Interesse
zu sein.“ (LTK, 7. Band 1968, Sp.
350)
Unwichtiger Exkurs: Prof. Karl Rahner hatte wie die Protestanten offenbar auch Schwierigkeiten mit der Verwendung des Begriffes Opfer im religiösen Leben. So sprach er bezüglich des Gebets, das der Engel in Fatima Lucia lehrte:
„Allerheiligste Dreifaltigkeit, Vater, Sohn und Heiliger Geist, in tiefster Ehrfurcht bete ich Euch an und opfere euch auf den kostbaren Leib, das Blut, die Seele und die Gottheit unseres Herrn Jesus Christus, der in allen Tabernakeln der Welt gegenwärtig ist, zur Sühne für die Schmähungen, Entweihungen und die Gleichgültigkeit, wodurch Er selbst beleidigt wird. Durch die unendlichen Verdienste seines Heiligsten Herzens und durch jene des Unbefleckten Herzens Mariä bitte ich Euch um die Bekehrung der armen Sünder.“
von einem „theologischen Schnitzer“, was aus Leserbriefen im Kath. Sonntagsblatt der Diözese Bozen-Brixen (1983, leider ohne Datum, ab 21. August) hervorgeht. Wir selbst haben das entsprechende Geheimnis der Sieben Vaterunser der hl. Birgitta auch noch nicht ergründet, obwohl wir sie vertrauensvoll seit ca. einem halben Dutzend Jahren beten. Da tröstet uns Rahners Satz: „Gott ist unbegreiflich.“ (am 24.11.1983 in Bozen-Gries, eigene Notizen)
„Für die Reformation ist eigentliches und entscheidendes
Gnadenmittel das Wort, in dem uns die Sündenvergebung, die Summe des
Evangeliums, zugesprochen wird. Das Sakrament trifft als zusätzliche
Bestätigung, Besiegelung und Vergewisserung dieser Verheißungen hinter das Wort
zurück. Bei stärksten Gegensätzen in der Wesensbestimmung des Abendmahls sind
sich alle Reformatoren einig in der Verwerfung der römischen Messe. Ihr
Opfercharakter gilt als Widerspruch gegen die Exklusivität des Kreuzopfers
und als Werkheiligkeit, ebenso wird die ex opere operato gewirkte Transsubstantiation
abgelehnt.“ (LTK, Stichwort Eucharistie, 3. Band 1959, Spalte 1152)
Was ist die Transsubstantiation? Sehen wir nach unter diesem Stichwort, und wir finden folgende Erklärung:
„Wesenswandlung, ist die theologische Kurzfassung der kath.
Kirche, gemäß der in der Feier der Eucharistie aus Brot und Weib Leib und Blut
Christi werden... Der Glaube an die Realpräsenz ist hier vorausgesetzt.“ Dann
wird noch verwiesen auf einen 1. Abendmahlsstreit im 9. Jahrhundert und
einen 2. im 11. Jahrhundert.“ (LTK, 10. Band 1965, Sp. 311)
Ein Lichtblick: Bisher wurde in den evangelischen Kirchen vielfach nur an Weihnachten und Ostern ein Abendmahl gehalten. Dies scheint sich zu ändern. Auch bei anderen Anlässen werden der Leib und das Blut Christi gereicht – jedenfalls nach protestantischer Auffassung, denn nach katholischer Auffassung sind die evangelischen Pfarrer nicht gültig geweiht.
Katholische Messe ist nicht neues, sondern relatives
Opfer.
(LTK, 3. Band 1959, Sp. 1154) “Die prinzipale Aktualpräsenz Jesu darf nicht
dahin verstanden werden, als würde der Erhöhte bei jeder Messe mit einem je
neuen Willensakt sich darbringen oder konsekrieren. (ab hier Sp. 1155)
Die Messe ... ist nicht neues, absolutes, sondern relatives Opfer... (ab hier Sp. 1156) die Tat Christi nachbildend
vergegenwärtigendes Tun (memores offerimus). Damit wird die Eucharistiefeier
die opferhaft-qualifizierte Vergegenwärtigung des Kreuzesopfers. ... Damit ist
die Konsekration zugleich Bestätigung, dass unser Opfer von Gott angenommen und
endgültig eins mit dem Opfer Jesu ist. Ist so die Realpräsenz die „Entelechie“
des kirchlichen Opferns, die Garantie, dass unser Opfer zum Opfer Christi wird,
die Grundlage für die Zueignung der Kreuzesfrucht an uns, so wird die Betonung
dieses Dogmas durch das kirchliche Lehramt verständlich.“ (LTK, 3. Band
1959, Sp. 1154ff)
Ott: Dogmatik 486:
Kommunion: Christus als Genuß ist etwas anderes als die
Opferhandlung!
(Damit der protestantischen Kritik der Boden entzogen)
Kommunion für Messopfer nicht erforderlich. (Ott)
Darstellung des Kreuzesopfers (Ott 478-494)
Die katholische Amtskirche hat sich in vielem entfernt von dem, „was immer“ gegolten hat, zumindest viele Jahrhunderte lang. Ist die katholische Kirche von heute dieselbe wie die zur Zeit des Franziskus von Assisi? Er schrieb in seinem Brief an die Gläubigen:
„Wir müssen auch fasten und uns enthalten von Lastern und Sünden sowie vom Überfluß an Speisen und Trank, und wir müssen katholisch sein (Anmerkung: Dieser Satz und auch die folgenden haben einen ausgesprochenen antikatharischen Akzent.). Wir müssen auch häufig die Kirchen aufsuchen und den Klerikern Hochachtung und Ehrfurcht erweisen, nicht allein um ihrer selbst willen – wenn sie Sünder wären -, sondern wegen des Amtes und der Verwaltung des heiligsten Leibes und Blutes Christi, den sie auf dem Altare opfern und den sie empfangen und austeilen. Und wir alle sollen fest wissen, dass niemand gerettet werden kann als nur durch die heiligen Worte und das Blut unseres Herrn Jesus Christus, welche die Kleriker sprechen, verkünden und darreichen. Und nur sie allein dürfen diesen Dienst ausüben und niemand sonst.“ (Seite 20)
Aber heute wird der Leib Christi in vielen katholischen Kirchen von Kommunionhelfern, sogar Frauen, ausgeteilt. Franziskus würde sich entsetzen.
Was sonst noch am Wesen der hl. Messe verändert wurde, findet man bei den traditionalistischen Kritikern.
In der Bibel heißt es: Das ist mein Blut des neuen Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden.
Von katholischen Priestern hört man jetzt aber auch die Worte:
„das für alle vergossen wird zur Vergebung der Sünden“.
Dies widerspricht dem Wortlaut und Sinn dessen, was Jesus gesagt hat. Es steht auch im Gegensatz zu der Stelle in der Bibel:
„Wer den Sohn hat, der hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht. Das habe ich euch geschrieben, damit ihr wisst, dass ihr das ewige Leben habt, die ihr glaubt an den Namen des Sohnes Gottes.“ (1 Johannes 5,12.13).
Die nicht an ihn glauben, sind also ausgeschlossen. Wer hat also das Evangelium verfälscht?
Jesus sagt auch voraus:
„Dann werden zwei auf dem Felde sein; der eine wird angenommen, der andere wird preisgegeben.“ (Matthäus 24,40)
Konkretes zu diesem Betrug aus einem traditionalistischen Flugblatt, das aus einem Artikel von Monsignore Klaus Gamber zitiert: Warum die Übersetzung „für euch und für alle“ falsch ist; in: Zum Herrn hin!, Regensburg 1987, S. 71):
Jesus Christus reichte im Abendmahlssaal den Kelch
und sprach: „Trinkt alle daraus. Das ist der Kelch meines Blutes..., das für
euch und für viele vergossen wird.“
Änderung in: für „alle“ geschah im deutschen Messbuch, das die
deutschsprachigen Bischöfe am 23.9.1974 approbierten. Dies ist keine
„muttersprachliche Übersetzung des lateinischen Textes“ (SC 36.§4). Wie jedes
lateinisch-deutsche Wörterbuch beweist, heißt „pro multis“ auf deutsch „für viele“.
Die falsche deutsche Fassung ist nicht approbationsfähig und nichtig. Ihr
Gebrauch verstößt als Verfälschung von Gottes Wort gegen göttliches Recht (Gal
1,8). „Alle“ ist unzutreffend, weil nur „viele“ die heilige Kommunion
empfangen.
Zumutung ist es, wenn am Palmsonntag und an Fronleichnam in der heiligen Messe
zuerst im Evangelium gemäß Lektionar feierlich verkündet wird: für „viele“ und
kurz danach bei der heiligen Wandlung: für „alle“. – Unmöglich ist „alle“ im
Kontext. Mehr als „alle“ oder 100 % gibt es nicht. Auf: „für euch und für...“
kann logisch: „viele“, niemals aber: „alle“ folgen. Papst, Bischöfe und
Priester, die dennoch: „für euch und für alle Sagen“, reden Unsinn.
Zerstörung der Glaubwürdigkeit ist die Folge der Für-„alle“-Lüge. Sie ist „unter
schwerer Sünde“ verboten (vgl. P. Heribert Jone, Katholische Moraltheologie,
Paderborn 1949, Nr. 496).
(Für „alle“? Herausgegeben von Sanctus – Eucharistische Bewegung zur
Verherrlichung Gottes, Postfach 10 48 45, D-69038 Heidelberg)
Anerkennung
der orthodoxen und katholischen Tradition
Die Gottesdienste der orthodoxen Kirche erheben die Herzen der Anwesenden zu großer Gottesliebe.
Wer in der katholischen Kirche wagt es zu behaupten, daß die orthodoxe Liturgie gegen die katholische Tradition gerichtet und deshalb zu verwerfen ist?
Und wer behauptet, daß die Liturgie der Messe seit dem II. Vatikanischen Konzil die Menschen heute zu größerer Andacht und Ehrfurcht gegenüber Gott bewegt als die lateinische Messe, die bis zum Konzil gültig war, oder die orthodoxe Messe?
Die Messe war nicht
"schon immer so"
Über das Abendmahl ganz am Anfang, das kein Destruktionsopfer war, schrieb Justinus.
"Wir behaupten, daß Gott kein Schlachtopfer, Trankopfer und Räucheropfer braucht... Wir erkannten als die seiner allein würdige Ehrung nicht etwa die Verbrennung des von ihm zur Nahrung Geschaffenen, sondern vielmehr die Weihe, es uns und denen zukommen zu lassen, die es brauchten, und ihm dafür zum Dank Huldigungen in Worten und Gesängen hinaufzusenden." (Erste Apologie 13, zit. in Eberhard Arnold (Hrsg.): Am Anfang war die Liebe, Dokumente, Briefe und Texte der Urchristen, coprint Verlag Wiesbaden 1986, Seite 189, Neuauflage eines Buches von 1926 im Eberhard-Arnold-Verlag, Sannerz und Leipzig)
Ungefähr im Jahr 138 schilderte Justinus den Verlauf einer Eucharistiefeier. Wie der Leser sieht, kann man nicht sagen, daß irgendeine Form der Messe, zum Beispiel die lateinische, "schon immer so" gefeiert worden ist.
"Wir führen den, der gläubig geworden ..., nach seinem Tauchbad zu den Brüdern... Nach Beendigung des Gebets grüßen wir uns mit dem Kuß. Darauf wird dem Vorsteher der Brüder Brot und ein Becher mit Wasser und Wein gebracht., Er nimmt beides und lobt und preist den Vater des Alls durch den Namen des Sohnes und des Heiligen Geistes. Er sagt eingehend Dank... gibt das ganze anwesende Volk seine Zustimmung und sagt Amen... geben die, welche bei uns Speisediener (Diakonen) heißen, jedem der Anwesenden von dem mit Dank angenommenen Brot, Wein und Wasser, und bringen den Abwesenden davon ins Haus. Diese Mahlzeit heißt bei uns Danksagung (Eucharistie).
An ihr darf niemand teilhaben als nur, wer glaubt, daß das von uns Gelehrte wahr ist (Anmerkung ETIKA: damit bekommt auch Luther recht!), wer das zur Vergebung der Sünden und zur Wiedergeburt dienende Bad empfangen hat, und wer so lebt, wie Christus es überliefert hat ...
Durch den Logos Gottes ist .. unser heilender Retter Jesus Christus Fleisch geworden und hat um unseres Heiles willen Fleisch und Blut angenommen. So ist es uns gelehrt worden: So ist denn die Speise, welche durch das Gebet, wie es von ihm her zu uns kommt, mit Dank genommen ist, das Fleisch und das Blut jenes fleischgewordenen Christus. Mit diesem Essen und Trinken wird unser Fleisch und Blut für unsere Umwandlung gestärkt. ...
(Justin der Märtyrer, Erste Apologie I, c. 65-67, am angebenen Ort zitiert auf den Seiten 189ff.)
Jesu Kelch - unser Kelch
Der Opfergedanke verbindet den Kelch, den Jesus trank, mit dem Opfer, das wir bringen sollen. Der Märtyrer Polykarp sprach in seinem letzten Gebet im Jahre 155 folgende Sätze:
"Herr, du allgewaltiger Gott... Ich preise dich, daß Du mich dieses Tages und dieser Stunde gewürdigt hast, daß ich in die Zahl der Märtyrer aufgenommen werde, um an dem Kelch Deines Christus teilzuhaben, zur Auferstehung ewigen Lebens für Seele und Leib in der Unvergänglichkeit des Heiligen geistes. Möchte ich in ihrer Reihe heute als reiches Opfer zu Deiner Freude, vor Deinen Augen Aufnahme finden, als ein Opfer, wie Du es vorher bereitet und vorher kundgetan und nun erfüllt hast!"
Das ist der springende Punkt. Wir können das Opfer Jesu nicht wiederholen, weil es einmalig ist. Wir sollen Jesus aber nachahmen und ein eigenes Opfer bringen, das nicht unbedingt das Leben sein muß wie bei Polykarp. Es genügt, wenn es asketische Übungen sind wie Gebet und Buße.
Und damit sind wir auf einmal weit weg von Luther, der sich einbildete, ohne Opfer in den Himmel zu gelangen und der in dieser Frage (hängt alles mit "sola fide" und der Rechtfertigungslehre zusammen) wohl irrte, um eigene Schuld zu verdrängen, wie ihm jemand aus der katholischen Ecke vorgeworfen hat. Dafür aber kommen wir jetzt zu der auch von evangelischer Seite als einigendes Band gewürdigten "Nachfolge Christi".
Dort findet sich die Lösung des Meßopfer-Streits: Kapitel 4, 8 Sich Christus hingeben und 4,9 Alles Gott aufopfern
Zum Empfang der Kommunion berechtigt ist jedes trinitarisch getaufte Kirchenmitglied (nicht Kinder, Katholiken im Bann und acatholici).
Es ist mehr als merkwürdig, dass die katholische Kirche Protestanten manchmal zu Eucharistie und Kommunion zulässt, obgleich der Vatikan behauptet, die Schwierigkeiten rührten von einem verschiedenen Abendmahlsverständnis her. Wenn das wahr wäre, dürfte er in keinem einzigen Fall Protestanten zulassen. So aber verfährt er nach lügnerischen Motto: „Einmal ist keinmal“, das schon Johann Peter Hebel als lügnerisch entlarvt hat.
Das römische „Direktorium für die Anwendung von Prinzipien und Normen zur Ökumene“ hat nämlich erklärt:
„Auch in bekenntnisverschiedenen
Ehen könnten die Ehepartner nur im Ausnahmefall gemeinsam an der
Eucharistiefeier teilnehmen.“ (D 16.6.1993)
Ein Bumerang. Warum nur bei der Hochzeit mit Genehmigung des katholischen Bischofs und dann nicht mehr? Der Vatikan erkennt also im Grundsatz an, dass lutherische Christen und Katholiken eine gemeinsame Auffassung von Abendmahl und Kommunion haben, nämlich :„Dies ist mein Leib – Dies ist mein Blut“. Wenn es in diesen Fällen geht, dann muß es immer gehen. Wenn nicht, dann stecken Täuschung, Aufrechterhaltung von Machtpositionen oder andere Motive dahinter.
Papst Johannes Paul II. hat mit seiner neuesten Enzyklika „Ecclesia De Eucharistia“ (Über die Eucharistie, 2003) untersagt, dass Katholiken am Abendmahl evangelischer Kirchen teilnehmen (Interkommunion).
Trotz seiner häufigen schönen Worte über die Notwendigkeit der Ökumene und trotz seiner Verbrüderung mit den Vertretern der anderen Religionen („brüderliche Agape“ mit Moslems und Juden, Buddhisten und Hindus, Sikhs, Shintoisten und Animisten im Franziskanerkonvent zu Assisi, D 25.1.2002) sowie seiner Werbung für die multikulturelle Gesellschaft scheint er die Verbrüderung mit den Mitchristen anderer Konfession nicht zu wollen.
Natürlich machen die Protestanten dem Vatikan das „Bremsen“ leicht, wenn sie so ausgefallene Ideen haben wie vor dem Deutschen Evangelischen Kirchentag am 15. Juni 2001 in Frankfurt/Main: ein „Feierabendmahl mit Obst und Käse“
Obwohl der Papst mit Nichtchristen in Assisi eine „Agape“ hielt, das „brüderliche“ Liebesmahl der Urchristen, werden in der vom Vatikan herausgegebenen Erklärung „Dominus Iesus“ die Protestanten nicht als „Schwesterkirchen“ anerkannt, sondern nur als „kirchliche Gemeinschaften“ bezeichnet.
Mit der Billigung Wojtylas (in dem „Motu proprio“ „Sacramentorum sanctitas tutela“) hat der Kurienkardinal Joseph Ratzinger (Vorsicht!, wir erinnern an seine manipulierende Auslegung des 3. Fatima-Geheimnisses und schärfste Maßnahmen gegen gottesfürchtige, traditionell eingestellte nordamerikanische Ordensbrüder) mit seiner Glaubenskongregation Richtlinien herausgegeben, wonach Priester, die zusammen mit evangelischen Pfarrern gemeinsam die Eucharistie feiern, eines „schweren Vergehens“ schuldig sind. (Januar 2002)
Man sieht: Die größten Hindernisse für die Einheit der Christen kommen aus dem Vatikan. Es war in Deutschland bisher schon üblich, dass Katholiken zum evangelischen Abendmahl gegangen sind; die evangelische Kirche hat dies gutgeheißen. Ob dies richtig war, zumal diese Aktivitäten eher von progressiven Kreisen ausgehen dürften, lassen wir dahingestellt. Doch sei auch dem Papst in Rom und seinen Ratgebern gesagt:
„Es ist eine Einheit am Weg, die
aus dem Strom der Gnade Gottes kommt und alle selbstgemachten Grenzen
überschreitet.“ (Prälat Franz Wesenauer in „Glaube und Kirche“, Nr. 24/1983)
Evangelische Kirche:
Berechtigt zur Teilnahme am Abendmahl sind grundsätzlich nur getaufte und
konfirmierte Kirchenmitglieder (kein Pfarrzwang, vorherige Anmeldung in
lutherischen Kirchen üblich, aber nicht überall Rechtspflicht)
Ausschluß: durch den Pfarrer und mitwirkende Älteste – sogenannter „kleiner
Bann“ (Verweis auf Stichwort Exkommunikation – Anm. ETIKA: gibt es also auch
in der evangelischen Kirche) (Sp. 49)
Gastweise Teilnahme am Abendmahl einer anderen Konfession begründet keinen Übertritt... Vorschriften der Kirchenzucht werden durch gastweise Zulassung „nicht berührt“ (Abs. 4., S. 4) (RGG, Stichwort Abendmahl)
„Die Grundordnung der EKD v. 1948 konstatiert, dass über die Zulassung zum Abendmahl innerhalb der Ev. Kirche in Dtl. keine volle Übereinstimmung besteht. (LTK, Stichwort Eucharistie, Sp. 1153)
Beim ökumenischen Gottesdienst am 26.6.1988 in Salzburg sagte Bischof Dieter Knall sinngemäß, die evangelische Kirche sehe sich nicht ermächtigt, jemanden vom Abendmahl auszuschließen, den es dazu dränge, weil Jesus ihn eingeladen habe.
Die Enzyklika des Papstes von 2003 ist ein Rückschritt und zu korrigieren.
Nicht nur gemischt-konfessionelle Brautpaare haben die Kommunion gemeinsam empfangen. In vielen deutschen Gemeinden wurde die Interkommunion in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten immer wieder praktiziert. Ausgerechnet die Synode der Diözese Rottenburg-Stuttgart (aus welcher der jetzt in Rom federführende Kardinal Walter Kasper kommt!) hat die Deutsche Bischofskonferenz aufgefordert, evangelische Christen, die das katholische Eucharistieverständnis teilen, zum Empfang des Abendmahls in der katholischen Kirche zuzulassen. (Katholisches Sonntagsblatt, Bozen, 23.3.1986 Kathpress)
Und auch im Ausland haben katholische Würdenträger schon öfters mit protestantischen Kollegen die Eucharistie „konzelebriert“
Und bereits um 1970 herum hat Kardinal Samoré, Vertreter von Papst Paul VI. bei der Lateinamerikanischen Bischofskonferenz, mit Gutheißung durch den Erzbischof von Quito, Kardinal Landázuri, und dem brasilianischen Erzbischof Avelar Brandao fünf Protestanten die Erlaubnis erteilt, zusammen mit fast 200 in Medellin (Kolumbien) versammelten Bischöfen die Kommunion zu empfangen. (Ausschnitt aus der von Rodrigo Royo herausgegebenen Zeitschrift „Revista SP“, Madrid, leider ohne Datum, vermutlich 1969 oder 1970, S. 45)
Den Kardinälen war bewusst, dass ein Text des II. Vatikanischen Konzils (Número 55 del Directorio Ecumenico) die gemeinsame Teilnahme der „getrennten Brüder“ mit den Katholiken verbietet. Und sie wussten auch, dass die darin genannten Ausnahmen von dem Verbot nicht zutrafen, als da sind: zum Beispiel bei Todesgefahr, Verfolgung und Kerker oder dass der getrennte Bruder keinen Zugang hat zu einem Priester (Sakramentenverwalter, ministro) seiner eigenen Gemeinschaft. Die fünf Protestanten hatten eine Eingabe gemacht, dass sie nicht aus den erlaubten Gründen heraus, sondern „getrieben durch die Liebe“ („urgidos por la caridad“) den Wunsch zur gemeinsamen Kommunion hätten. Und dieser Grund, so argumentierten sie, stehe höher als jeder andere. Und die Kardinäle erfüllten den Wunsch – obwohl ihnen eine Kirchenstrafe drohte. Wir berufen uns auf sie. Päpste und Zeiten ändern sich, die Liebe und Gott nie.
Die Kardinäle haben bewusst das Verbot von Menschen übertreten.
· Die Strafe, die ein theologisch ungebildeter katholischer Laie bekommt, der entgegen der neuen Enzyklika des Papstes, aber „von der Liebe gedrängt“ und um den Willen Gottes zur Einheit seiner Kinder zu entsprechen, an einer evangelischen Abendmahlsfeier teilnimmt, darf nicht höher ausfallen als die Strafe für die Kardinäle und Bischöfe, die in Medellin das Verbot Nr. 51 missachtet haben („Está prohibida la participación de los hermanos separados con los católicos, sobre todo en los sacramentos de la eucaristía, penitencia y unción de los enfermos.“, número 55 del Directorio Ecuménico, aaO)
Sonst ist der Papst nicht gerecht und barmherzig. Denn wenn er das nicht ist, kann er auch nicht von sich sagen, er sei der Stellvertreter Christi. Denn über allem steht die Liebe, sagt der Apostel Paulus.
·
Christen aller Konfessionen, betrachtet und
behandelt einander weltweit als Brüder und Schwestern, achtet einander, helft
einander, besonders den Ärmsten und allen anderen , die in Not sind oder
verfolgt werden!
·
Versöhnt euch vor der Eucharistiefeier mit euren
Brüdern und Schwestern!
·
Geht so oft wie möglich zur Kommunion und esst den Leib
und trinkt das Blut Christi!
·
Esst den Leib und trinkt das Blut Christi nur
würdig!
·
Besucht regelmäßig die Gottesdienste in euer
heimischen Kirche!
· Wer sich auswärts befindet und keinen Zugang hat zu einer Eucharistiefeier seiner eigenen kirchlichen Gemeinschaft, kann auch an den Gottesdiensten einer anderen Konfession teilnehmen.
·
Wer „getrieben ist von der Liebe“ und die
Voraussetzungen erfüllt, darf auch im Gottesdienst einer anderen Konfession zur
Kommunion gehen. Man prüfe, was erstrangig und
was zweitrangig ist. Wenn wir im
Erstrangigen einig sind, muss auch die Tischgemeinschaft erlaubt sein. Für
erstrangig erklären wir vor allem: Glaube an Jesus Christus, wie er im Credo
zum Ausdruck kommt, Einhalten der Zehn Gebote, Beten des Vaterunsers,
Anerkennung der sieben Sakramente, „Das ist mein Leib – Das ist mein Blut“, Treue zur Heiligen Schrift. Für
zweitrangig erklären wir Liturgiefragen und die Papstproblematik in der
Endzeit.
Wer evangelisch ist, bekennt sich zur allgemeinen christlichen Kirche. Er kann das Wort allgemein aber durchaus mit katholisch ersetzen, wenn er nämlich das Glaubensbekenntnis von Nizäa-Konstantinopel spricht, das „aus den beiden ersten Ökumenischen Konzilien (325 und 381) hervorging und noch heute allen großen Kirchen des Ostens und des Westens gemeinsam ist“ (Katechismus der Katholischen Kirche, 1993, 195) und bei ökumenischen Treffen von den Kirchenführern gemeinsam gebetet wird, und also „an die eine, heilige, katholische (= allgemeine) und apostolische Kirche“ glaubt. Es ist dann kein inhaltlicher Unterschied mehr zur Formulierung im offiziellen katholischen Credo, dem alten Taufbekenntnis der Kirche von Rom, dem Apostolischen Glaubensbekenntnis, in dem es heißt: Ich glaube an ... die heilige katholische Kirche“.
Er kann auch durchaus das in der katholischen Kirche übliche Glaubensbekenntnis laut mitbeten, wenn er unter dem Begriff katholische Kirche die wahre allgemeine Kirche versteht, die ja – wie wir zum Beispiel schon im ersten und neunten Teil gezeigt haben - nicht in allem identisch ist mit der römisch-katholischen Amtskirche in ihrem gegenwärtigen Zustand (d. h. in ihrer ganzen aufgezeigten Zerrissenheit zwischen Tradition und Moderne, mit Kinderschändern als Seelsorgern usw.)
Wer sich zur einen, allgemeinen, umfassenden Kirche Christi bekennt – es kann nach dem Willen Gottes nur eine geben, nur einen Hirten und eine Herde –, der sieht im katholischen Priester wie im evangelischen Pfarrer und im orthodoxen Popen seinen Glaubensbruder. Und wer will, kann als Zeugnis seines Willens zur christlichen Einheit die drei für die Teilnahme an der katholischen Kommunion unerlässlichen Bedingungen erfüllen: Er vertieft sich in die Glaubenslehre, er legt vor einem katholischen Priester eine Lebensbeichte ab und er spricht das Apostolische Glaubensbekenntnis – er kann es ja in Gedanken als verkürzte Form des Nizäno-konstantinopolischen Glaubensbekenntnisses betrachten und er braucht vor dem Priester und Gott auch nicht mehr zu bekennen als im Apostolischen Glaubensbekenntnis enthalten ist.
Wer katholisch ist, „von der Liebe getrieben“ wird und Gottes Willen zur Einheit der Christen befolgen will, kann an einer evangelischen Abendmahlsfeier teilnehmen, wenn er dies vor seinem Gewissen verantworten kann (die Enzyklika des Papstes ist kein Dogma). Dies ist in Deutschland seit Jahren üblich, und die evangelische Kirche billigt dies. Wenn beim Abendmahl nach streng-katholischer Anschauung nicht der wirkliche Leib Christi gereicht wird, weil die Wandlung durch einen katholischen Priester fehlt, dann empfängt der Katholik den Leib Christi ja nicht unwürdig, weil das, was er empfängt, nach streng katholischer Auffassung ja nur ein Symbol oder eine „Waffel“ ist, keine richtige Hostie. Das wäre dann vielleicht eine lässliche Sünde – je nachdem wie der jeweilige Papst oder Bischof die diesbezügliche Schuld bemisst. Immerhin hat der Christ ein Zeugnis abgelegt, dass er sich zur gottgewollten Einheit der Kirche bekennt.
Und Gott soll man mehr gehorchen als jenen Menschen, die diese gemeinsame Eucharistiefeier vielleicht verbieten. Christ sein heißt gegen den Strom schwimmen. Christ sein heißt: zum Märtyrer berufen sein. Auch bei Savonarola stand das Gewissen über dem Gesetz, und die damalige Amtskirche war gegen ihn und er wurde hingerichtet – und trotzdem hatte er recht, und die Amtskirche irrte wie so viele andere Male.
Was die orthodoxe Eucharistiefeier betrifft, so erkundige man sich beim jeweiligen Priester, ob man teilnehmen darf. Orthodoxe Christen erkundigen sich bei ihrer Kirche, ob sie an evangelischen oder katholischen Eucharistiefeiern teilnehmen dürfen.
Vertiefung von A - Z
Abendmahl =
Eucharistiefeier
Auch die katholische
Eucharistiefeier ist ein Abendmahl. Das Gemälde von Leonardo da Vinci heißt
„Das letzte Abendmahl“ und nicht „Die erste Eucharistiefeier“. Viele deutsche
Katholiken setzen fälschlich den Begriff Abendmahl mit dem evangelischen
Abendmahl gleich, das aber freilich auch eine Eucharistiefeier
(Dankgottesdienst) ist. Keine Konfession hat diese Begriffe für sich allein
gepachtet.
Peter Rosegger erzählt: Ein Vikar sollte erstmals in einer Berggemeinde Abendmahl halten. Er verpasste aber den Zug und kam zu spät. Die Gemeinde war noch in einem Gartensaal beisammen. Ein alter Mann las gerade etwas stockend einige Bibelstellen. Dann nahm er einen Laib Brot, sprach die Einsetzungsworte, schnitt sich ein Stück ab und gab den Laib weiter. Er griff nach einem irdenen Krug, trank daraus und reichte ihn seinem Nachbarn. Mit den Worten: „Wir werden selig durch die Gnade „Jesu Christi“ schloß er die Feier. Dem hinzutretenden Vikar sagte der alte Mann: „Da wir nicht wussten, ob Sie noch kommen könnten, haben wir´s gehalten, wie wir´s gewohnt waren, als wir noch keinen Pfarrer hatten.“
(aus dem evangelischen Konstanzer Großdruckkalender, 18.1.1986)
Martin Luther: Von der Babylonischen Gefangenschaft
der Kirche, 1520
(Luther: Ausgewählt von Karl Gerhard Steck, Eingeleitet von Helmut Gollwitzer,
Deutsche buch-Gemeinschaft Berlin, Darmstadt, 1961)
S. 65 Gott ... hat mit den Menschen niemals anders gehandelt, handelt auch noch nicht anders mit ihnen denn durch das Wort der Verheißung. Hiergegen können wir mit Gott nicht anders handeln denn durch den Glauben an das Wort seiner Verheißung. Unserer Werke achtet er nicht, bedarf ihrer auch nicht...
66 Darum habe ich recht geredet, daß die ganze Kraft der Messe bestehe in den Worten Christi, mit denen er bezeugt, daß die Vergebung der Sünden allen denen geschenkt werde, die da glauben, sein Leib werde dahin gegeben und sein Blut werde vergossen für sie.
68 Der Glaube aber ist kein Werk,
sondern ein Meister und das Leben der Werke. ... Wo ist der Erbe, der seinem
Vater, der ihm was vermachet, vermeint Gutes zu tun, indem er den
Testamentsbrief mit den beschiedenen Gütern empfängt. Wie sind wir denn so
gottlos und unbesonnen, daß, wenn wir das göttliche Vermächtnis wollen empfangen, wir kommen, als wollten wir Gott ein gutes Werk tun?
... Da wir sollen dankbar sein wegen der empfangenen Gaben, da kommen wir
hoffärtig und wollen geben, was wir nehmen sollten, verspotten mit
unerhörter Ruchlosigkeit das Mitleiden des Gebers, indem wir das geben als ein Werk, was wir empfangen
als eine Gabe...
69 Ist nun in einem Sakrament und Testament kein gutes Werk, das anderen kann mitgeteilt werden, so wird auch in der Messe keines sein. Weil auch dieselbe nichts anderes ist denn ein Testament oder Sakrament; daher ist es ein öffentlicher und gottloser Irrtum, die Messe für die Sünde, für die Genugtuung, für die Toten oder für sonst seine andere oder anderer Not zu opfern (sic) oder zuzueignen und applizieren.
... Denn wer kann Gottes Verheißung, die da eines jeden Glauben insonderheit erfordert, für einen andern empfangen oder zueigen oder applizieren? ... kann ich machen, daß ein andrer glaube? Das müßte aber geschehen, wenn ich die Messe einem andern kann zueignen...
Dieses aber lasse ich leichtlich zu, daß die Gebete, die wir, versammelt, die Messe zu empfangen, vor Gott sprechen, gute Werke sind... Das sind aber nicht die Messe, sondern die Werke der Messe... Die Messe oder Gottes Verheißung wird nicht erfüllet mit Beten, sindern allein mit Glauben.
70 Nun ist noch ein Anstoß aus dem Wege zu tun ..., d.i., daß allenthalben geglaubet wird, die Messe sei ein Opfer, das Gott aufgeopfert wird. ... Daher Christus genannt wird ein Opfer des Altars. Hierzu kommen auch die Sprüche der Heiligen Väter...
Diesen allen, weil es so fest eingewurzelt ist, muß man standhaft entgegensetzen die Worte und das Exempel Christi. ... in diesen Worten stehet nichts vom Werke oder vom Opfer. ...
71 Christus hat in dem letzten Nachtmahl, als er dieses Sakrament und Testament gestiftet, es nicht Gott seinem Vater geopfert oder als ein gutes Werk für andere verrichtet, sondern er saß an dem Tische und legte einem jeden eben das Sakrament vor und gab ihnen das Zeichen. Die Messe nun, je näher und gleichförmiger sie ist der allerersten Messe, die Christus nach dem Nachtmahl gehalten, desto christlicher ist sie.
... das Brot und der Wein werden zuvor dargeleget zum Segnen, daß sie durch das Wort und Gebet geheiliget werden. Nachdem es dann aber gesegnet und konsekrieret (Anmerkung auf S. 197: Konsekrieren: weihen und wandeln) ist, wird es nicht geopfert, sondern als ein Geschenk von Gott angenommen. Und in diesem Handeln soll ein Priester gedenken, daß das Evangelium müsse vorgezogen werden allen Kanons und Kollekten, die durch Menschen gemacht sind. Das Evangelium aber, wie du gehöret hast, läßt die Messe kein Opfer sein.
72 Nun ist aber die Messe ein Teil des Evangeliums, ja eine Summa und ein kurzer Begriff des Evangeliums. Denn was ist das ganze Evangelium anderes denn eine gute Botschaft von der Vergebung der Sünden? ... Daher auch die allgemeinen Predigten nichts anderes sein sollten den Auslegungen der Messe, d.i. Erklärungen der göttlichen Verheißungen dieses Testaments; denn das wäre den Glauben lehren und recht die Kirche bauen.
Von guten Werken (die erste der klassischen Schriften aus dem Entscheidungsjahr 1920)
Seite 79 „... heißet die Meß auf Griechisch Eucharistia, das ist Danksagung.“ (III,2)
Nachdem Luther (auf Seite 80) Sankt Bernhard zitiert hat, der zum Glauben an die Wirkung des Gebets aufruft, fordert er den Leser auf, "daß du... (S. 82) mit einem schwachen Funken des Glaubens anhebest, denselben täglich mehr und mehr durch seine Übung in allem Leben und Wirken zu stärken." (für Meißinger die wichtigste Stelle das ganzen Traktats)
83 „Niemand weiß, wie groß es ist, Gott allein trauen, denn wer es anfähet und mit Werken versucht!“ ( Martin Luther - Glauben und Tun - Ein Luther-Brevier. Zusammengestellt von Karl August Meißinger. R. Piper Verlag München 1947.)
„Oft hört man heute die Behauptung, der moderne
Kommunionempfang: Spendung der heiligen Hostie auf die Hand – sei schon in der
urchristlichen Gemeinde praktiziert worden – also nichts Neues. Wie war es aber
tatsächlich? Die an den Altar gebrachte, für die heilige Wandlung
bereitgestellte Opfergabe war ein – aus primitiven Handmühlen stammendes –
rauhes Brot. Um die heilige Gabe austeilen zu können, musste sie der Priester
auf einer großen tellerförmigen Patene in Bröcklein brechen. Wie hätte er diese
mit eigener Hand ehrfürchtig in den Mund der Empfänger bringen können? Darum
die genaue Weisung:
“Mache deine Linke zu einer Art Thron für die Rechte, die den König empfangen
soll!“ (Cyrill von Jerusalem, V. Myst. Katechese) Die dargereichte
heilige Gabe wurde nicht mit den Fingern der rechten Hand aus der linken zum
Munde geführt (wie das heute geschieht), sondern unmittelbar aus der von der
linken gestützten rechten Hand direkt mit dem Munde genommen. Dazu wurde immer
wieder gemahnt: „Gib aber wohl acht, dass dir von der heiligen Gabe (weil ,
kostbarer als Gold und Edelstein´) nicht das geringste entgleite!“ ... sobald
man das Hostienbrot in Scheibchenbrot herstellen konnte, ist man davon
abgegangen, den heiligsten Leib des Herrn den Gläubigen auf die Hand zu geben.
Die Kommunion ist knieend mit dem Mund zu
empfangen, erklärt die „Legion der Apostel der letzten Zeiten“ (Toledo,
12.12.1996, www.etika.com/0/0t4.htm
) und beruft sich unter anderem auf das Konzil von Rouen (878), das Konzil von Trient
(11.10.1551, Sitzung XIII, c. 8), Papst Pius X., eine Umfrage von Papst Paul
VI. unter Bischöfen (1969), seine Unterweisung „Memoriali Domini“ vom
26.5.1969, eine Aussage von Papst Johannes Paul II. am 1.3.1989 in der
römischen Pfarrkirche „SS. Nome di Maria“ – wieder merkwürdig, daß er sich
nicht mehr zu dem damals ausgesprochenen Verbot der Handkommunion bekennt!
Siehe auch:
Das seltsame Schweigen des
Papstes zur Handkommunion
Entschieden zu weit gehen die Traditionalisten von „Sanctus – Eucharistische Bewegung zur Verherrlichung Gottes“ aus Heidelberg mit ihrer Behauptung: „Täuschung sind angebliche Belege für abweichende Praktiken in früherer Zeit. Es ,ergibt sich bei näherer Nachprüfung, dass es sich um Häretiker und Schismatiker handelt, aus denen zitiert wird oder um gefälschte oder entstellte Auszüge aus rechtgläubigen Kirchenvätern´ (Schultes). Der am meisten geannte Pseudo-Cyrill von Jerusalem war Arianer.“ (Flugblatt „Handkommunion?“)
Wir bleiben lieber bei der Wahrheit. Und da lesen wir beim Kirchenvater Basilius, dass zu seiner Zeit die Handkommunion üblich war:
„...alle, die in den Wüsten, wo kein Priester ist, ein Einsiedlerleben führen, haben die Kommunion zu Hause und empfangen sie aus eigener Hand. Sodann in Alexandrien und Ägypten hat für gewöhnlich auch jeder Laie die Kommunion daheim und reicht sie sich selbst, so oft er will. Wenn nämlich der Priester das Opfer einmal dargebracht und ausgeteilt hat, dann hat doch der, der es ganz auf einmal empfangen hat und täglich davon nimmt, zu glauben, er empfange und nehme es rechtmäßig von dem an, der es gespendet hat. Denn auch in der Kirche reicht der Priester den Teil nur dar, und wer ihn empfängt, verfügt darüber ganz frei und führt ihn mit eigener Hand zum Munde.“
(Des heiligen Kirchenlehrers
Basilius des Großen, Bischofs von Cäsarea, Ausgewählte Briefe. Aus dem
griechischen Urtext übersetzt mit Einleitung und Anmerkungen versehen von Dr.
Anton Stegmann, Stadtpfarrer in Heilbronn a. N., Verlag Josef Kösel &
Friedrich Pustet K.-G. München, 1925, Seite 140; Mauriner-Ausgabe Nr. 93)
Wichtiger als alle Äußerlichkeiten ist die innere Haltung: Ehrfurcht, Andacht, Ergriffenheit. Das Knien und der Empfang mit dem Mund sollen ja nur Ausdruck der Ehrfurcht vor dem Könige aller Könige sein.
Ludwig Ott gibt in seinem „Grundriss
der katholischen Dogmatik“ (Herder Verlag Freiburg, 1961) eine gute Übersicht:
478 Die Eucharistie als Opfer
479 Unterschied zwischen
Sakrament und Opfer
“Sakrament ist die Eucharistie, insofern Christus darin als Seelenspeise
genossen wird; Opfer ist sie, insofern Christus sich darin Gott als Opfergabe
darbringt. Das Sakrament bezweckt primär die Heiligung des Menschen, das Opfer
die Verherrlichung Gottes. Als Sakrament ist die Eucharistie eine bleibende
Realität, als Opfer eine vorübergehende Handlung.“
479 Beweis aus dem Alten Testament
Das Opfer des Melchisedech. Gn 14,18f:“Melchisedech brachte Brot und Wein heraus...“ (proferens). Anmerkung ETIKA: Für Protestanten wenig überzeugend
480 Die Weissagung des Propheten Malachias. Mal 1,10f: „... an allen Orten wird meinem Namen ein Opfer dargebracht, und eine reine Opfergabe.“
Beweis aus dem Neuen Testament
Die Einsetzungsworte ... Christus bezeichnet seinen Leib als Opferleib und sein Blut als Opferblut ... „für euch hingegeben“, „für euch vergossen“.
481 Christus bezeichnet sein Blut ferner als Bundesblut. Ex 24,8.
482 Zeugnis der Tradition
„Die Didache (c. 14) gibt die Anweisung: ,Am Tage des Herrn versammelt euch, brechet Brot und saget Dank, nachdem ihr zuvor eure Sünden bekannt habt, damit euer Opfer rein sei.´“
„Justin der Märtyrer († um 165): „Dass Gebete und Danksagungen, von würdigen Personen dargebracht, allein vollkommene und Gott wohlgefällige Opfer sind, behaupte auch ich.“
483 Ott zitiert als weitere Zeugen Cyrill von Jerusalem, Johannes Chrysostomus, Ambrosius und Augustin sowie die Scholastik und meint: „Die tiefere Begründung und spekulative Entfaltung der Lehre vom Meßopfer blieb der Theologie der Neuzeit vorbehalten.“
Das Wesen des Meßopfers
kleidet Ott in folgende Sätze:
484 „Im Meßopfer wird das Kreuzesopfer Christi sakramental dargestellt, das Gedächtnis desselben begangen und die Heilskraft desselben zugewendet. De fide. Während das Kreuzopfer ein absolutes Opfer ist, ist das Meßopfer ein relatives Opfer, da es eine wesentliche Beziehung zum Kreuzesopfer hat.“
485 „Beim Meßopfer und beim Kreuzesopfer sind die Opfergabe und der primäre Opferpriester identisch; verschieden ist nur die Art und Weise der Darbringung. De fide.“
486 „Die wesentliche Opferhandlung besteht allein in der Wandlung. Sent. Communis.“ (Anm.: und nicht im Offertorium, in der Kommunion des Priesters, in dieser in Verbindung mit der Konsekration, im Aufopferungsgebet nach der Wandlung oder in der Brechung der Hostie und der Vermischung der Gestalten, wie Ott zuvor ausführt.) In der „Doppelkonsekration“, so Ott, werde die „reale Trennung des Leibes und Blutes Christi auf sakramentale Weise“ dargestellt.
489 Wirkungen des Meßopfers
490 Lob- und Dankopfer:
„Wenn die Kirche Messen zu Ehren und zum Gedächtnis der Heiligen feiert, so
bringt sie das Opfer nicht den Heiligen, sondern Gott allein dar.“ Dabei
verfolgt sie auch die Absicht, „die Fürbitte der Heiligen anzurufen“.
“Als Sühnopfer erwirkt das Meßopfer Nachlassung der Sünden und
Sündenstrafen; als Bittopfer erwirkt es übernatürliche und natürliche
Gaben.“ Dem Konzil von Trient zufolge kann das Sühnopfer sowohl für die
Lebenden als „auch für die armen Seelen im Fegfeuer gemäß der apostolischen
Überlieferung dargebracht werden“. Nach Hebr 5,1 soll jeder Priester „Gaben und
Opfer darbringen für die Sünden“.
491 Ott unterscheidet das Selbstopfer Christi, das Opfer der Kirche und drittens: „Als Opfer des zelebrierenden Priesters und der mitopfernden Gläubigen wirkt das Meßopfer wie jedes gute Werk ex opere operantis entsprechend dem Grad ihrer persönlichen sittlichen Disposition. S. th. III 82. 6.“
492 Den äußeren Wert des Lob- und Dankopfers bezeichnet Ott als unendlich, da sich die Wirkungen auf Gott beziehen, denjenigen des Sühn- und Bittopfers aber als endlich, da sie sich auf Menschen beziehen.
493 Interessant ein Beschluß der Synode von Pistoia 1786: Sie sah darin, daß der Priester die Opferfrüchte zuwenden kann, wem er will, einen Eingriff in die Rechte Gottes; falsch sei auch, daß die Stipendiengeber eine besondere Opferfrucht empfangen. Pius VI. wiederum hat die Ansicht der Synode von Pistoia verworfen.
Franziskus von Assisi warnt scharf davor in seinem Brief an den gesamten Orden (19.20):
„Denn der Mensch verachtet das Lamm Gottes, verunehrt es und tritt es mit Füßen, wenn er, wie der Apostel sagt, das heilige Brot Christi nicht unterscheidet und auseinanderhält von anderen Speisen oder Werken (1 Kor 11,29) oder es unwürdig isst oder auch, wenn er würdig wäre, es sinnlos und ungeziemend isst, da der Herr durch den Propheten sagt: „Verflucht der Mensch, der das Wort Gottes in trügerischer Weise vollzieht“ (vgl. Jer 48,10) Und die Priester, die sich dies nicht zu Herzen nehmen wollen, verdammt er in Wahrheit, indem er sagt: „Fluchen will ich euren Segnungen“ (Mal 2,2)
(Die Schriften des heiligen Franziskis von
Assisi, Dietrich-Coelde-Verlag, Werl/Westf., 1982, S. 91)
„Vor Jahren stand es in der Zeitung: Ein ungläubiger
deutscher Arzt wollte die Wirklichkeit der Gegenwart Christi in der Hl.
Kommunion überprüfen. Als Krankenhausarzt holte er sich an einem Sonntag eine
konsekrierte Hostie aus dem Tabernakel und legte sie unter ein
hochempfindliches Mikroskop. Was er gesehen hat, wissen wir nicht. Er wurde
bald darauf tot aufgefunden. Der Befund für die Todesursache lautete: Ein
Lichtstrahl von ungeheurem Ausmaß muß sein Augenlicht zerstört haben und hat im
Augenblick den Tod herbeigeführt.“ (Pfarrer Josef Bauer in „Glaube und Kirche“,
Salzburg, Mai 1986, S. 3; jetzt „Der 13.“)
Wandlung
"Die eigentliche Opferhandlung, d. h. der Akt, in dem die höchste Gottesverehrung und die wirksamste Begandigung der Menschen stattfindet, vollzieht sich in der hl. Wandlung. Diese Opferhandlung besteht nicht einfach darin, daß der verklärte Christus unter den Erscheinungsformen von Brot und Wein gegenwärtig wird. ... Der Kernpunkt ... liegt darin, daß Christus, wie die getrennten Gestalten es symbolisch oder zeichenhaft andeuten, im verklärten Opfer- oder Hingabezustand, der die ganze Wirksamkeit des Kreuzopfers umschließt, gegenwärtig wird. Die ganze Heilskraft des Kreuzleidens lebt hier ... umsäumt von der Teilnahme der Kirche sakramental wieder auf."
(P. Peter Morant OFMCap: Unser Weg zu Gott - Das Vollkommenheitsstreben
im Geiste des hl. Franziskus, Thomas-Verlag Zürich, Verlag Ferdinand Schöningh,
München, Paderborn, Wien, 1965, 179)
„Der Glaube der Kirche, o Verständiger!
ist der: dass Brot und Wein in den Leib und das Blut Christi verwandelt
werden!“
(Jakob von Badnä, zit. in: Jesus Christus im wunderbaren Sakrament –
Lichtglanz und Wohlduft der Wesensverwandlung und der Realpräsenz. Aus
biblisch-patristisch-liturgischen Quellen. Herausgegeben von P. Fridolin
Außersdorfer. Höttinger Gasse 15a, A-6020 Innsbruck. Seite 104)
Literatur:
RGG = Die Religion in Geschichte und Gegenwart, 3. Auflage, Mohr Tübingen 1957, 1. Band A-C, Stichwort Abendmahl
LTK = Lexikon für Theologie und Kirche, Verlag
Herder Freiburg
3. Band 1959, Stichwort Eucharistie.
7. Band 1968, Stichworte Opfer, Opfergang; Meßopfertheorie usw.
9. Band 1964
10. Band 1965
Franziskus von Assisi: Brief an die Gläubigen, im Handbuch des einfachen Lebens, oder in: Die Schriften des heiligen Franziskus von Assisi, herausgegeben von Lothar Hardick OFM und Engelbert Grau OFM, Dietrich-Coelde-Verlag Werl/Westfalen, Franziskanische Quellenschriften, Band 1, Taschenbuchausgabe, 1984.
Jesus Christus im wunderbaren Sakrament – Lichtglanz und Wohlduft der Wesensverwandlung und der Realpräsenz. Aus biblisch-patristisch-liturgischen Quellen. Herausgegeben von P. Fridolin Außersdorfer. Höttinger Gasse 15a, A-6020 Innsbruck. 248 Seiten. Dort Vermerk auf Seite 4:
Nach dem von Papst Paul VI. approbierten und von ihm
in den A.A.S. 58/16 vom 29. Dezember
1966 promulgierten Dekret der Kongregation für die Glaubenslehre vom 15.
November 1966 ist es gestattet, ohne „Imprimatur“ religiöse Schriften zu
veröffentlichen.