ETIKA

ÖKUMENE

www.etika.com
8.6.2003, Pfingsten

15OE14

Christliche Einheit jetzt!

Apostel der letzten Zeiten AIHS: 15 Lösungen

 

Ethik

 

Vor allem dem großen Indien gewidmet, das auf unsere Hilfe wartet:
Mahatma Gandhi,
Sr. Nancy Pereira, Rohit Vyasmaan und u. P.

Heilige Schrift:

An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. So bringt jeder gute Baum gute Früchte, aber ein fauler Baum bringt schlechte Früchte. (Matthäus 7,16.17)

Jeder Baum, der nicht gute Früchte bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. (Matthäus 7, 19)

Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater der Weingärtner. Eine jede Rebe an mir, die kein Frucht bringt, wird er wegnehmen; und eine jede, die Frucht bringt, wird er reinigen, dass sie mehr Frucht bringe. (Johannes 15,1.2)

Meditation

 

„, Bei allem dankt!´ Bist du arm, so weißt du sicher einen anderen, der noch ärmer ist. Du hast Speise für zehn Tage, er für einen. Was du mehr hast, teile als guter und edeldenkender Mensch mit dem Armen. Besteht dein Vorrat nur noch aus einem Brote, und steht ein Bettler vor der Türe, so hole dieses eine aus der Speisekammer, nimm es in die Hände, erheb´ es gen Himmel und sprich das mitleidsvolle, gütige Wort:

„Dies eine Brot, das du siehst, o Herr, habe ich noch, und die Gefahr steht mir vor Augen; aber ich halte mir dein Gebot vor und will auch von dem Wenigen dem Hungernden geben; gib nun auch du deinem gefährdeten Diener! Ich kenne deine Güte, vertraue auf deine Macht; du säumst nicht zu lange mit deinen Wohltaten, sondern streust die Gaben aus, wann du willst.“

Und wenn du so redest und handelst, so wird das Brot, das du in der Not gibst, zum Samen der Aussaat, wird reiche Früchte tragen, ein Angeld auf deinen Unterhalt sein und dir Barmherzigkeit verschaffen.“ (S. 269)

 

„Das Leiden des Hungrigen, der Hunger, tut bitter weh. Der Hunger ist der Gipfel menschlicher Pein, der Hungertod schrecklicher als alle Todesarten. Wo sonst das Leben in Gefahr ist, beschleunigt entweder die Schärfe des Schwertes das Ende oder löscht die Wut des Feuers bald das Leben aus, oder zerfleischen wilde Tiere mit ihren Zähnen die lebenswichtigen Teile und lassen uns nicht lange Qual leiden.
Der Hunger aber ist eine langsame Qual, eine lange Pein, ein inneres, verborgenes Leiden, ein immer drohender und immer zögernder Tod: Er verzehrt die natürliche Feuchtigkeit, erkältet die Wärme, lässt den Körper zusammenschrumpfen und nimmt ihm allmählich die Kraft. Das Fleisch umgibt die Knochen wie ein Spinngewebe; die Haut verliert die Farbe. Denn die Röte entschwindet, weil das Blut allmählich vertrocknet. Die weiße Farbe verliert sich, weil das Äußere durch die Magerkeit dunkel wird. Der Körper wird fahl und zeigt infolge des Leidens ein trauriges Gemisch von Blässe und Schwärze. Die Knie tragen nicht mehr, sondern schleppen sich nur mit Mühe fort. Die Stimme ist leise und dünn; die Augen liegen matt in ihren Höhlen... Der Bauch ist leer, eingeschrumpft, ungestaltet, ohne Umfang... und hängt nur noch an den Knochen des Rückgrates. Wer nun an einem solchen Leibe vorübergehen kann, welche Strafe verdient der? Was fehlt dem noch zur größten Grausamkeit? Verdient er nicht, unter die wildesten Tiere gezählt, als ein verruchter Mörder angesehen zu werden?“
(Hl. Basilius: Siebte Predig (Mauriner-Ausgabe Nr. 7). Predigt, gehalten zur Zeit einer Hungersnot und Dürre. (Migne, PG. XXXI, 304-328). Des heiligen Kirchenlehrers Basilius des Großen, Bischofs von Cäsarea, ausgewählte Homilien und Predigten. Aus dem griechischen Urtext übersetzt und mit Anmerkungen versehen von Dr. Anton Stegmann, Stadtpfarrer in Heilbronn. Verlag Josef Kösel & Friedrich Pustet KG, München, 1925. Bibliothek der Kirchenväter, Basilius: II. Band. In der Reihenfolge des Erscheinens Band 47.  S. 270/271)

 

Christ, höre: Ein Drittel oder ein Viertel der Menschheit leidet Hunger und/oder Durst und wartet auf Hilfe – jede Minute, jede Stunde, jeden Tag, doch fast immer vergeblich.
Du aber
hast genug Zeit, dir täglich Filme aus der Hollywood-Welt der Reichen anzusehen, die dich ablenken von der Wirklichkeit und von deinem Auftrag.
Du vergeudest deine wertvolle Lebenszeit, in der du doch Gutes tun sollst, indem du perversen Verführern auf den Leim gehst, die sämtliche modernen Kommunikationsmedien nutzen.
Du willst von den Schreien der Armen auf der anderen Seite des Erdballs nichts hören, um dein Leben in aller Bequemlichkeit ungestört weiterführen zu können.

 

Zusammenfassung

 

Wer nicht gute Frucht bringt wird abgehauen. Dies gilt für den Einzelnen wie für Gemeinschaften, christliche Gemeinschaften und Teilkirchen wohl nicht ausgenommen.

 

·        Die Welt ist voller Aufgaben. Statt untereinander zu streiten, sollen die Christen Leid lindern, Unrecht bekämpfen und eine Ordnung der Barmherzigkeit und Gerechtigkeit schaffen.

 

Solange Milliarden Menschen hungern und dürsten, Millionen ausgebeutet, Tausende gefoltert werden, ist es Sünde, dass die Christen untereinander streiten und der Welt ein schlechtes Beispiel geben. Denn der Streit unter den Christen bewirkt, dass die Menschen gar nicht mehr an Gott glauben oder sich Götzen zuwenden. Also sind Päpste und Bischöfe und Laien maßgeblich mit schuld am Elend in der Welt.

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Auf jeden wartet eine Aufgabe

 

Albert Schweitzer (Schafft euch ein Nebenamt! Ehrfurcht vor dem Leben!) und Mahatma Gandhi (Ahimsa = nicht verletzen, Gewaltlosigkeit) zeigen uns, wie wir das irdische Jammertal wenigstens an manchen Orten in ein Gott wohlgefälliges Paradies verwandeln können, wie wir Inseln der Gerechtigkeit, des Friedens, der Harmonie bauen können. Weithin unterschätzt wird Karl May. Aber vor allem sein Alterswerk (Ardistan und Dschinnistan usw.) zeugt von unnachahmlicher Weitsicht und Liebe zu allen Völkern.

 

Mutter Teresa, die Gründerin der Missionarinnen der Nächstenliebe, hat uns gelehrt, als Christen das Mitleid Christi zu sein. Nur wenige sind in ihre Stapfen getreten. Einer davon ist Papa Alfred, der mit seinem Bund der Freunde der Engel den Armen in Burkina Faso hilft und Kinderpatenschaften vermittelt.

 

Jeder, der sich Christ nennt, kann, soll, muß helfen. Auf jeden wartet ein Spezialgebiet. Freilich haben nur wenige Menschen einen solch weiten Horizont wie Gottfried Müller mit seinem überkonfessionellen  Salem-Hilfswerk; er bemüht sich nicht nur um Hilfe für die Armen und Notleidenden, sondern bezieht auch den Schutz der Tiere, der Pflanzen, der Umwelt ein.

 

Glücklicherweise arbeiten die Kirchen in sozialen Fragen oft zusammen. Katholiken wie Protestanten wie Orthodoxe verurteilten den ungerechten Krieg der USA gegen den Irak im April und Mai 2003. Auch gegen das Klonen von Menschen haben sie scharfe Proteste eingelegt. Auf moralischem Gebiet haben sie allerdings bisher fast nichts erreicht. Es gab sporadische Ansätze – ohne Erfolg.

 

Mit Begeisterung hatte der katholische Prälat Franz Wesenauer vor 20 Jahren „Die Straßburger Botschaft des 4. Europäischen Bekenntniskonvents unter dem Thema ,Evangelische Verantwortung für Europa´“ zitiert. Auch Katholiken könnten diese neun Punkte unterschreiben. Punkt 6 lautete:

 

„Wir sind aufgerufen, unter Einsatz aller politischen Möglichkeiten zu verhindern, dass die Gesetzgebung unserer Länder unter dem Schein individueller Rechte zum Feind von Familie und Gesellschaft wird. Darum verurteilen wir:

·        die Preisgabe der Abtreibung in die Willkür der einzelnen

·        die öffentliche Pornographie

·        den sexuellen Mißbrauch von Jugendlichen

·        die Legitimierung der Homosexualität

·        die aktive Sterbehilfe

·        die öffentliche Anerkennung jeder Form von „wilder Ehe“.

(„Glaube und Kirche“, Salzburg, Nummer 24, April 1983, S. 1)

 

Das Versagen der Kirchen, der Bischöfe und Pfarrer ist für jedermann sichtbar und schreit zum Himmel. Ehebruch, Jugendverführung und Perversionen kennzeichnen unser TV- und Internet-Zeitalter. Die  Kirchen hätten viel Schaden verhütet, wenn sie gewollt hätten. Stolz und beruhigend wird oft verkündet , wie viele Milliarden sich Christen nennen. Aber trotzdem ist die Menschheit heute auf ihrem sittlichen Tiefpunkt angelangt – weil sich die Kirchen nicht gegen die systematische Aufweichung der Moral gewehrt haben.

 

Abtreibung ist Mord und darf als solcher angeprangert werden. Wer tut es? Nur einzelne Abtreibungsgegner, die dann womöglich noch vor Gericht landen. Immerhin hat das Oberlandesgericht Karlsruhe noch im Jahre 2003 entschieden, dass Abtreibung öffentlich als Mord bezeichnet hat. Ebenso war der deutsche Bundesgerichtshof vor drei Jahren nicht umhin gekommen, den Abtreibungsgegner Klaus Günther Annen frei zu sprechen, der Schwangerschaftsabbrüche als „Kindermord im Mutterschoß“ gegeißelt hatte. Hier ist also noch ein großes Betätigungsfeld für die offiziellen Kirchen. Da können sie zeigen, von welchem Wind sie getrieben werden, von dem des Heiligen Geistes oder von dem der Gegenpartei. Ideen liefert die Bewegung für das Leben.

Eine Randfrage: Kirchenschmuck verkaufen? Nein. Wir erinnern daran, dass der Dominikaner Savonarola sich für extrem schlicht gestaltete Kirchen ohne jeden Schmuck und ohne goldene Kelche usw. ausgesprochen hat; er wollte, dass man wertvolle Gegenstände verkauft und das Geld den Armen gibt. Aber heute wird das Argument vorgetragen, dass das Geld im Nu aufgebraucht, die Kirchen aber für immer leer wären; auch das wäre ein Verlust. So ist es wohl sinnvoller, den Armen auf andere Weise zu helfen, indem nämlich die Ausbeutung der armen Länder beseitigt und eine gerechte Gesellschaftsordnung geschaffen wird. Siehe ETIKA Überlebensprogramm 4

Öffnet euch guten Informationen!
Die Menschheit wird überschüttet mit „spam“, schmutzigem Internet-Müll. Umso notwendiger ist es, dass die Christen gute Schriften an ihre Bekannten weitergeben. Ein Vorbild ist unser guter Freund F. J. H., der Gutes tut, wo er kann, und alle seine Bekannten über christliche Fragen ebenso informiert wie über Gesundheit, Tier- und Naturschutz.

Wer Gottes Auftrag erfüllen will, vollkommen zu werden und den anderen zu helfen, hat jedenfalls fürs Fernsehen keine Zeit mehr. Laßt euch nicht euer halbes Leben vom Fernsehen stehlen!

Ethik: Vervollkommnung und Wirken in der Welt

Albert Schweitzer, der evangelische Urwaldarzt von Lambarene, der Theologe und Musiker definiert Ethik als „die auf die innerliche Vollendung seiner Persönlichkeit gerichtete Tätigkeit des Menschen.“ Er soll diese aber erweitern durch „sein Wirken auf Menschen und Welt“.

„Er soll fähig werden, sich als höhere und reinere Kraft unter den Menschen und in der Welt zu betätigen und so an seinem Teile zur Verwirklichung des Ideals des allgemeinen Fortschritts beitragen.

Um aus dem Sinnlosen, das uns gefangen hält, wieder zum Sinnvollen zu gelangen, gibt es keinen andern Weg, als dass ein jeder wieder auf sich selbst zurückkehrt, und dass wir alle miteinander darüber nachdenkend werden, in welcher Weise sich unser Wille zum Wirken und zum Fortschritt aus einem Sinn, den wir unserm Leben und dem Leben um uns herum geben, herleitet.

Die Tor- und Leidenschaftsideale derer, die die öffentliche Meinung und die öffentlichen Ereignisse machen, hätten keine Macht mehr über Menschen, die nur irgendwie über Unendlichkeit und Endlichkeit, Sein und Vergehen denkend geworden wären und darin Maßstäbe für wahr und falsch, wertvoll und wertlos gefunden hätten.“ (Albert Schweitzer: Verfall und Wiederaufbau der Kultur, C. H. Beck, München, 1923, S. 58-64)

Armen helfen

"Die Kirche muss sich viel radikaler um die Interessen der Armen kümmern, der "Verlierenden", der Ausgestoßenen und der Entfremdeten."
(Eugene Carson Blake: Die nächsten Schritte zur einen Kirche, Herder Bücherei Freiburg, 1969, S. 171)

Damit wollen wir nicht der multikulturellen Vermischung das Wort reden, sondern der Hilfe für die Armen in ihren eigenen Ländern (siehe ETIKA Index 4, Stichworte Schwester Nancy, Armenfonds)

 

„Einem Volke, das arbeitslos ist und Hunger leidet, darf Gott nur in einer Form erscheinen: in Arbeit und in Zusicherung von Nahrung durch den Lohn. Gott schuf den Menschen, der er arbeite, um sein Brot zu verdienen. Und sagte, dass diejenigen, die essen ohne zu arbeiten, Diebe seien... Wir müssen an die Millionen denken, die heute weniger sind als Tiere, weil sie am Sterben sind.(Mahatma Gandhi, zit. in Romain Rolland: Mahatma Gandhi, Rotapfel-Verlag, Erlenbach-Zürich, München und Leipzig, 1923, S. 101)

ETIKA Überlebensprogramm 4

Erbarmen mit der leidenden Kreatur

„Ehrfurcht vor allem Lebendigen“, das ist die ethische Forderung des großen Vorbildes Albert Schweitzer. Franziskus von Assisi, der große Heilige, verkündet, dass unsere Sprache das Tier in den Bereich unserer Seele rufen kann. Der Mensch hat die Möglichkeit, das Tier, das im Stufengefüge der göttlichen Ordnung auf der nächsten niedrigen Stufe steht, voll Erbarmen an sein Herz zu heben, das Tier, diesen zur Stummheit verurteilten Weggefährten durch unser Dasein, das unbeirrt seinen Schöpfungsauftrag gehorsam erfüllt... Das Tier sieht ewig fragend zum Menschen auf, der vielleicht sein Gott auf dieser Erde ist, enttäuschen wir seine Hoffnung nicht! Behandeln wir es als ein Geschöpf Gottes! Es braucht unsere Liebe.“ (In Anlehnung an Franziska Kinz, „Das Recht Der Tiere“, Zeitschrift des Bundes gegen den Missbrauch der Tiere, München, Heft 1 / 2 1956, S. 1ff., zitiert in: F. G. Aymara: Die Ethische Revolution, Hilfe für die Schutzlosen, Armen und Unterdrückten, München 1978, Seite 57)

 

Franziskus von Assisi half Mensch und Tier und lebte ein Leben für Gott. Je länger sich der Christ mit ihm beschäftigt, um so größeren Nutzen gewinnt er für sein eigenes Leben und das anderer. Das gilt auch für die Franziskaner; sie sollten seiner Tierliebe mehr Augenmerk widmen. Statt sich entgegen dem Verbot des Ordensgründers mit Kleintierzucht zu beschäftigen, sollten sich manche Gruppen überlegen, wie sie Lämmer und Hasen, Vögel und Fische vor dem Umgebrachtwerden schützen. Wir leben schließlich im dritten Jahrtausend.

 

Der katholische Franziskus von Assisi und der evangelische Albert Schweitzer haben zusammen die Theologie der Mitgeschöpflichkeit entwickelt. Wir sind alle Geschöpfe Gottes, haben einen Vater im Himmel.

 

·        Aber christliche Politiker und Richter fordern Toleranz gegenüber dem grausamen Schächten der Moslems und Juden, denn die Bräuche anderer Religionen müssten respektiert werden, verlangen sie von uns, die wir uns vor Mitleiden mit den Gequälten und vor Entsetzen wegen des blutigen Spektakels verzehren.

·        Und christliche Politiker und Unternehmer setzen trotz der begründeten Proteste von Tierschützern durch, dass viele Millionen grausame und unnötige Tierversuche stattfinden. Den Horror, dem die gequälte Kreatur ausgesetzt ist, werden sie deshalb einst selbst ausgesetzt sein. (ETIKA 6: Manfred Kyber, Peter Rosegger)

·        Und Millionen Christen selbst befolgen die barbarischen Bräuche des Osterlamms, der Silvester-, Aschermittwochs- und Karfreitagskarpfens sowie der Weihnachtsgans.

 

Vergessen wir nicht das Wort der Heiligen Schrift:

Die Schöpfung wartet ungeduldig auf die Offenbarung der Kinder Gottes. (Römer 8,19)

Ethik der Zerstörung

Es gibt auch eine Ethik der Zerstörung. Mehr bei Gandhi, „Young India“, 1.9.1921:

„Die Erfahrung lehrt, dass auch die reichsten Gaben ohne Zögern zerstört werden müssen, wenn sie unsern sittlichen Fortschritt hindern wollen.“

Und fragt Ali Ismail Abbas, ob es wertvolle Gegenstände gibt, die ohne Zögern zerstört werden müssen. Er wird auch antworten: die amerikanischen und britischen Massenvernichtungswaffen. Das Bild des zwölfjährigen irakischen Buben ohne Arme und Beine müsste in jeder Wohnung in den USA hängen – damit die Amerikaner endlich vernünftig werden.

Der Terrorismus und das Geheimnis der Politik

Der Terrorismus wird täglich als größte Gefahr an die Wand gemalt. Aber fast niemand bekämpft die Ursachen:

§        Unrecht

§        Unterdrückung

§        Ausbeutung

§        Armut,

denn auf diese stützt sich die herrschende Weltordnung.

Der Staatsterrorismus und der verdeckte Terrorismus auf finanzieller, wirtschaftlicher, kultureller und psychologischer Ebene üben eine millionenfach stärkere Wirkung aus als die Terrorakte einer Handvoll Desperados.

§        Die Reichen leben auf Kosten der Armen. Eine Minderheit lässt sich täglich neue Tricks und Schlagworte einfallen, damit sie über die Mehrheit herrschen und zu ihren Lasten im Luxus schwelgen kann – das ist das Geheimnis der modernen Politik.

Viele Politiker werden selbst irregeführt, gelenkt, erpresst. Sie stimmen ab, wie ihnen vorgegeben wird. Gering scheint uns angesichts der heutigen Zustände und Skandale die Zahl derer, die integer sind wie Mahatma Gandhi und aus reinem Idealismus handeln. Würde jeder Politiker nach christlichen Grundätzen oder wenigstens nach seinem Gewissen handeln, wäre die Not in allen Bereichen nicht so überwältigend. Aber viele dürfen gar nicht handeln, sondern nur reden – und das ist eine der zersetzendsten Krankheiten unserer Gesellschaft: Alles wird zerredet, und die Leute sind zufrieden, wenn die Experten gesprochen haben.

Aber keines der Probleme wird mit Reden gelöst: von der Armut bis zur Umweltverschmutzung gibt es keine Fortschritte, sondern nur Rückschritte. Die Schönredner am Bildschirm werden die Menschen noch faszinieren, wenn die Erde sich unter allen öffnet. Und die Musik spielt dazu, wie die Bordkapelle der „Titanic“. Denn zur Ruhe, zur Besinnung, zum Nachdenken kommen die meisten Menschen gar nicht mehr - sonst würden sie sich nicht mit einem so elenden, manipulierten, auf Konsum ausgerichteten Massenmenschendasein zufrieden geben. Deshalb werden aus diesen Ausführungen auch nur wenige Nutzen ziehen.

Gerechtigkeit und Sieg!

Nur eine gerechte, gemäß der christlichen Soziallehre aufgebaute Ordnung kann das Elend in der Welt beenden. Ihre Säulen:

§        Unabhängigkeit und Gleichberechtigung für alle Völker

§        Teilen der reichen Völker mit den armen Völkern

§        Freiheit von Versklavung und Manipulation

§        Achtung vor der Identität des anderen statt gewaltsamer Entwurzelung und Integration in ein fremdes Gesellschaftssystem

§        Entfaltung des Einzelnen statt Verführung zur Passivität und Verflachung zu einem Massenmenschentum in einer multikulturellen, in Wirklichkeit akulturellen Gesellschaft

§        Heimat und Geborgenheit statt Anonymität und Kriminalität

§        Entmachtung der von Dämonen gelenkten Kräfte im Hintergrund, die Religion, Völker und Familien zersetzen und damit die göttliche Ordnung zerstören wollen

§        Widerstand gegen den Geist des Antichrist und die vielen Antichristen

Das sind unsere Aufgaben, und der Lohn ist groß.

„7 Wer siegt, wird dies als Anteil erhalten: Ich werde sein Gott sein, und er wird mein Sohn sein.
8 Aber die Feiglinge und Treulosen, die Befleckten, die Mörder und Unzüchtigen, die Zauberer, Götzendiener und alle Lügner – ihr Los wird der See von brennendem Schwefel sein. Das ist der zweite Tod.“ (Offenbarung 21)

„1 Jeder, der glaubt, dass Jesus der Christus ist, der stammt von Gott...
3 Die Liebe zu Gott besteht darin, dass wir seine Gebote halten. Seine Gebote sind nicht schwer.
4 Denn alles, was von Gott stammt, besiegt die Welt. Und das ist der Sieg, der die Welt besiegt hat: unser Glaube.
5 Wer sonst besiegt die Welt außer dem, der glaubt, dass Jesus der Sohn Gottes ist?“  (1. Johannes 5)

Praxis

·        Lieben, raten, beistehen, ertragen, verzeihen, durch gute Beispiele belehren (Luis von Granada: Die Lenkerin der Sünder, Aachen 1853, Zweite Abteilung, Zweites Buch, 14. Kapitel, § 2, Von den Pflichten der Bruderliebe, S. 272)

·        Handeln! Gutes tun! Aktiv sein! Werdet Einzelkämpfer für das Gute! Jeder an seinem Platz.

·        Unterstützt gute Gruppen, die Direkthilfe an Notleidende in der Armen Welt leisten! Keinen Cent für Organisationen, die mit ihrer Hilfe multikulturelle Ziele verfolgen und auf einen Weltstaat = Weltdiktatur hinarbeiten.

·        Praktiziert die Übungen aus dem Handbuch des einfachen Lebens, zum Beispiel
Teilen
Barmherzigkeit
Einsatz für den Frieden
Gerechtes Handeln

·        Schafft euch ein Nebenamt, ein unscheinbares, womöglich ein geheimes Nebenamt! Tut die Augen auf und suchet, wo ein Mensch ein bisschen Zeit, ein bisschen Teilnahme, ein bisschen Gesellschaft, ein bisschen Fürsorge braucht. Vielleicht ist es ein Einsamer, ein Verbitterter, ein Kranker, ein Ungeschickter, dem du etwas sein kannst. Vielleicht ist´s ein Greis, vielleicht ein Kind. Wer kann die Verwendungen alle aufzählen, die das kostbare Betriebskapital, Mensch genannt, haben kann! An ihm fehlt es an allen Ecken und Enden. Darum suche, ob sich nicht eine Anlage für dein Menschentum finde. Laß dich nicht abschrecken, wenn du warten oder experimentieren musst. Auch auf Enttäuschungen sei gefaßt.“ (Albert Schweitzer, Dokumente, Aus den Rundbriefen 1-11, 1930 – 1957, Für den Freundeskreis als Sammelband herausgegeben von Richard Kik, Heidenheim (Brenz), 1965, S. 14) )

·        "Wo du bist, soll, so viel an dir ist, Erlösung sein, Erlösung vom Elend..., wie sie nur der wissende Mensch bringen kann. Das Wenige, das du tun kannst, ist viel - wenn du nur irgendwo Schmerz und Weh und Angst von einem Wesen nimmst, sei es Mensch, sei es irgendeine Kreatur." (Albert Schweitzer)

·        Protestieren wir mit Dr. Friedrich Landa u.a. gegen das Schächten, mit Ilja Weiß u. a. gegen Tierversuche, usw. „Gut bleiben, heißt wach bleiben.“ (Albert Schweitzer, Was sollen wir tun? 12 Predigten über ethische Probleme. Verlag Lambert Schneider, Heidelberg, 1986, 30)

·        Gebet „Mut“:
Ich danke dir, Herr, für die hochfliegende Hoffnung junger Menschen, die überzeugt sind, mit ihrem Leben etwas anfangen zu können. Ich danke dir für die tapfere Hoffnung, die Menschen in Krankheit und Unglück nicht aufgeben läßt. Öffne uns die Augen für die Verheißungen des Lebens und die Möglichkeiten, die in jedem Leben liegen.
(zugesandt von F. J. H.)

Vertiefung

Abtreibung ist Mord
Siehe Sex – Segen und Fluch . Es ist Pflicht aller Christen, die Abtreibung zu bekämpfen. Wir begrüßen es im Interesse der potentiellen Opfer, wenn Christen zusammen mit Andersgläubigen den Mord an Ungeborenen zu verhindern suchen. So haben zum Beispiel Buddhisten, Moslems, Hindus sowie  katholische und evangelische Christen gemeinsam die Absicht der indonesischen Regierung kritisiert, das Abtreibungsgesetz zu liberalisieren. („Lebe“ Nr. 63, März/April 2003, Informationsblatt der Bewegung für das Leben www.bewegung-fuer-das-leben.com , S. 16, LSN)

 

Albert Schweitzers Botschaft: Gutes tun

Schon um 1900 war Albert Schweitzer betroffen vom „Abnehmen des Geistes der Humanität in unserer Kultur“. Wo mögen wir 100 Jahre später stehen? Den alten Geist wieder wachrufen wollen, das hilft nichts, meint der große, alte Mann aus Lambarene. „Das Humanitätsideal erwies sich als zu schwach“, weil es uns nicht zeigte, wie wir mit allen Wesen in Verbindung stehen.

Die Menschen tun so, als ob die Worte Jesu nicht existierten, als ob es keine Sittlichkeit gäbe, wirft der Arzt und Theologe, der den Urwald Europa vorgezogen hat, uns Heutigen vor. Und wie nur einer im vergangenen Jahrhundert, Mahatma Gandhi, geht er bis zur letzten Konsequenz:

 

„Wie die Woge in dem Meere mitwogt mit allen Wogen, müssen wir das Leben, das um uns herum sich abspielt, das in Not ist, das in Angst lebt, miterleben in unserem Leben.“

 

„Gut ist Leben erhalten und Leben fördern; schlecht ist Leben schädigen und zerstören.“

 

Der heilige Franziskus von Assisi würde bei dieser Definition vielleicht etwas die göttliche Dimension vermissen, denn er sah in Gott allein das Gute und in allem Leben nur eine Gabe Gottes mit einem bestimmten Auftrag, nämlich Gott zu dienen und ihn zu verherrlichen. Schweitzers Idee vom Danken und Dienen ist mehr diesseitsbezogen; Mitmensch und Mitgeschöpf sollen davon Nutzen haben. Franziskus hingegen ist durch sein ständiges Beten inniger mit Gott verbunden, setzt auf dessen Eingreifen seine ganze Hoffnung.

 

In vielem aber sind sich die drei Genannten gleich:

„Leiste das Unscheinbare und Verborgene, das viel schwerer ist als das anerkannt Großartige; dann wirst du das Großartige tun...“ –

dieser Satz könnte von jedem von ihnen stammen. Und auch jener, dass es außer der Liebe zu den anderen Wesen ein weiteres Motiv ethischen Verhaltens gibt (siehe dazu auch: Warum sollen wir eigentlich das Gute tun? Analytische Ethik), nämlich „das des innerlichen Vollkommenwerdens“.

 

Hätten sich mehr Leute mit derlei „Texten zum Nachdenken“ befasst, dann hätte Albert Schweitzer nicht schon vor vielen Jahrzehnten die Klage erheben müssen, dass die Zeitungen „früher“ nicht so viel Böses enthielten. Heute, „in diesen schrecklich traurigen Zeiten“, haben wir nicht die Macht, den Menschen das Wort Gottes zu Gehör zu bringen, wenn sie nicht hören wollen. „Nein, das können wir nicht, aber wir haben die Macht, selbst zu tun, was das Wort Gottes uns aufträgt“.
(Albert Schweitzer: „Unser Leben für andere“. Ausgewählt und eingeleitet von Elisabeth Hurth. Herder Taschenbuch 1701. Freiburg, 1990. Texte zum Nachdenken, Band 71. - Rezension D 23.11.1990, le)

 

Amerikas Anti-Ethik der „Freiheit“

“Damals entstand den Amerikanern der Philosoph, den sie brauchten.... einen Philosophen, der ihnen bestätigte, dass der neue Mensch – und die Amerikaner merkten bei der Betrachtung der übrigen Welt, dass sie wirklich eine neue Art im Sinne der Darwinschen und Haeckelschen Deszendenz-Theorie waren - ... eine von Gott und Calvin verbesserte Konstruktion war, der sich keine Gedanken zu machen brauchte. Der Philosoph hieß William James. Der Pragmatismus von James lehrt (Anmerkung ETIIKA: anschaulich gemacht von Wolfowitz und Bush mit dem Irak-Krieg) , dass nicht das Denken oder die Ethik für die Frage nach der Wahrheit oder dem Wahrheitswert entscheidend sind, sondern allein die Tat, die Handlung (Pragma) und ihr Erfolg. Diese Philosophie lehnt alle Maßstäbe der überkommenen Moralbegriffe oder Bezüge auf Seelisches ab und beruft sich auf den Individualismus des Menschen, „der sich selbst seine Erfahrungen organisiert“. ... Seitdem ist „Erfolg“ für sie gleich „Glück“. Das Glücksgefühl des Abendländers ist ihnen nicht mehr verständlich. ... ist die schillerndste Blüte an dem Jamesschen Pragmatismus  die „Freiheit“. Denn die Lossage von der alten Ethik, die Lossage von der idealistischen Gesellschaftsverpflichtung, die Lossage von den Kategorien des Denkens (Kant: Quantität, Qualität, Relation, Modalität), die Lossage vom seelischen Bereich – das alles ist ja nur die bunte Verpackung  für das Wort „frei“. Los besagt ja nichts Geringeres als frei werden. James war es, der leugnete, dass „los“ auch  Verlust bedeuten kann. Für ihn nie. Und das ist ein krankhafter Zug. ... das Wort „frei“ schillernd... Es kommt einem der schwere Verdacht, dass der Mensch durchaus nicht immer von allem „frei“ sein will, sondern nur von Dingen, die ihm nicht in den Kram passen. Daraus ergibt sich eine Erkenntnis, die von allen Hirnlosen mit großem Bedauern vernommen werden wird, nämlich die Erkenntnis, dass das Wort „Freiheit“ zwar etwas aussagt, aber verschweigt, wovon. Es ist ein Wort wie „Wetter“. Gefällt Ihnen das Wetter? Das kommt darauf an, nicht wahr? Eben. ... eine gefährliche Faszination. Es sind meistens Verführer, die sie benutzen, und Dummköpfe, die sie inhalieren. ... Für den neuen Menschentyp, den Amerika repräsentierte, war das Wort Freiheit Opium. ...“Freiheit“ wurde für die Amerikaner die Geliebte, auch wenn sie ihn fortgesetzt betrog... 1886 stellten die Amerikaner dieser Hure zu Ehren vor der Hafeneinfahrt von New York eine Riesenstatue auf, die ihnen Frankreich geschenkt hatte und die, da die Franzosen Scherzbolde sind, innen hohl ist.
(Joachim Fernau: Halleluja – Die Geschichte der USA, Wilhelm Goldmann Verlag München, 1982, S. 195-197)

 

Arme

"Die Kirche muss sich viel radikaler um die Interessen der Armen kümmern, der "Verlierenden", der Ausgestoßenen und der Entfremdeten."
(Eugene Carson Blake: Die nächsten Schritte zur einen Kirche, Herder Bücherei Freiburg, 1969, S. 171)

Damit wollen wir nicht der multikulturellen Vermischung das Wort reden, sondern der Hilfe für die Armen in ihren eigenen Ländern (siehe ETIKA Index 4, Stichworte Schwester Nancy, Armenfonds)

 

„Einem Volke, das arbeitslos ist und Hunger leidet, darf Gott nur in einer Form erscheinen: in Arbeit und in Zusicherung von Nahrung durch den Lohn. Gott schuf den Menschen, der er arbeite, um sein Brot zu verdienen. Und sagte, dass diejenigen, die essen ohne zu arbeiten, Diebe seien... Wir müssen an die Millionen denken, die heute weniger sind als Tiere, weil sie am Sterben sind.“ (Mahatma Gandhi, zit. in Romain Rolland: Mahatma Gandhi, Rotapfel-Verlag, Erlenbach-Zürich, München und Leipzig, 1923, S. 101)

ETIKA Überlebensprogramm 4

 

Einwanderer
Es ist ungerecht, ausbeuterisch, unmoralisch und antichristlich, wenn die Menschen der reichen Länder Menschen aus armen Ländern anlocken, damit diese für sie die schmutzige Arbeit verrichten und später von ihnen die Renten bezahlt bekommen. Dadurch gehen diese Menschen nämlich ihrer Heimat verloren. Gerecht ist es, wenn in jedem Volk die Jungen für die Alten sorgen. Wenn die Jungen, Tüchtigen, gut Ausgebildeten aber ihre Heimat im Stich lassen, verelendet ihr Vaterland und sie verletzen das Gebot Gottes: „Ehre deinen Vater und deine Mutter...“. Viele Christen sind von der multikulturellen Propaganda irregeführt und unterstützen die Feinde der göttlichen Weltordnung, die in Völker und Familien gegliedert ist. Siehe : http://www.etika.com/deutsch4/42ei3.htm und http://www.etika.com/deutsch5/54eu902.htm

 

Gewaltlosigkeit

„Unser Kampf hat Freundschaft mit der ganzen Welt zum Ziel... Die Non-Violenz ist unter den Menschen erschienen und wird unter ihnen bleiben. Sie ist die Verkünderin des Weltfriedens.“

(zit. in: Romain Rolland: Mahatma Gandhi, Rotapfel-Verlag, Erlenbach-Zürich, München und Leipzig, 1923, S. 145)

 

Handeln

“Opus nostrum in operatione consistit – unsere ganze Aufgabe ist: Handeln.“ (Vinzenz von Paul: Worte des Erbarmens, Herder Verlag Freiburg, 1980, S. 62. Quelle: Saint Vincent de Paul, Paris 1920, XI, 40)

 

"GOTT prüft uns. Unsere Handlungen sind der Maßstab für unsere Liebe zu IHM!" (Franz J. Hendricks)

 

Liberalismus ersetzen durch gerechte Wirtschaftsordnung

Der Liberalismus ist das Wirtschafts- und Gesellschaftssystem der Feinde Gottes. Dem kapitalistischen Profit-System und dem freien Welthandel setzen wir die christliche Soziallehre, die „Utopia“ von Thomas Morus und das Swadeshi-Modell Gandhis entgegen. Wir wollen eine gerechte Wirtschaftsordnung, die von jedem, der dazu in der Lage ist, Arbeit verlangt (für Börsenspekulanten ist da gemäß 2 Th 3,10 kein Platz mehr) und jedem nach seinen Bedürfnissen gibt. Größtmögliche Autarkie,  vor allem auf dem Gebiet der Ernährung und Bekleidung, gibt jedem Land Sicherheit, besonders bei weltweiten Krisen.

„... sie teilten sie (die Güter) aus unter alle, je nachdem es einer nötig hatte“. (Apostelgeschichte 2,45)

Literatur: D. Félix Sardá y Salvany, Pbro.: El liberalismo es pecado. – Thomas Morus: Utopia. – M K. Gandhi.

 

Liebe, Schutz der

Kleine Liebe tötet große Liebe Frauen und  Liebe

 

Mitleiden

“Wenn wir nun an seiner Herrlichkeit im Himmel Anteil haben wollen, müssen wir am Leiden seiner irdischen Glieder teilnehmen, also an den Leiden der Armen und Verlassenen, der Bedrückten und Gemarterten.“ (Vinzenz von Paul : Worte des Erbarmens, Herder Verlag Freiburg, 1980, S. 32. Quelle: Saint Vincent de Paul, Paris 1920, XI, 77)

 

Der Hinduismus, Gandhi und das Mitleid
„Die Philosophie Gandhis ist eine Welt für sich. (180)

Gandhi macht sich nicht klar, dass das Ahimsa-Gebot seinem ursprünglichen Wesen nach nur die Enthaltung von Töten und Schädigen, nicht aber die vollkommene Übung des Mitleids fordert. Er nimmt es auf sich, das Gesetz des Nicht-Tötens dem Buchstaben nach zu übertreten, und das überdies in einem Fall, in dem er mit der hinduistischen Verehrung des Rindes in Konflikt kommen muß. Er setzt dem langen, qualvollen Todeskampf eines Kalbs durch Gift ein Ende. Durch diese Tat erregt er bei seinen hinduistischen Anhängern nicht weniger Anstoß, als damals, als er zum ersten Mal Unberührbare in seiner Niederlassung (Ashram) empfing.
So wird das Ahimsa-Gebot, vom Grundgedanken des Nicht-Tuns, aus dem es entsprungen ist, befreit, in Gandhis ethischer Lebensbejahung zu dem Gebot, umfassendes Mitleid zu üben. Damit wird es zu etwas anderem, als es im alt-indischen Denken war.“
(Albert Schweitzer: Die Weltanschauung der indischen Denker – Mystik und Ethik (1935). Dtv München 1982, S. 183)

 

Politiker

Wir Christen müssen handeln. Erwarten wir nichts von den Politikern.

"... das Problem der Großstadt (das bisher keine Religion wirklich in die Hand genommen hat!) und das Problem, mit welchen Programmen die leitenden Computer gefüttert werden sollen, das kann jedem Christen Alpdrücken verursachen. Es gibt kein Anzeichen, daß irgend jemand, der politischen Einfluß besitzt, das Evangelium wirklich ernst nimmt."

(Eugene Carson Blake: Die nächsten Schritte zur einen Kirche, Herder Bücherei Freiburg, 1969, S. 170. Wir wundern uns, wie ein Mann, der solche offenen Worte wagt, in eine so hohe Position gelangen konnte.)

 

Tiere

Neben Albert Schweitzer und Mahatma Gandhi sei Franziskus unser Vorbild. Sein Mitleid war grenzenlos (anders grenzenlos als der gnadenlose Kapitalismus der EU und Welthandelsorganisation WTO). Er befreite zum Beispiel Tiere, die zum Schlachten bestimmt waren. Man findet solche Geschichten in den „Blümlein des heiligen Franziskus“ (Fioretti). Nachstehend weithin unbekannte Episoden von der Freilassung von Fischen eines umbrischen Sees auf italienisch:

„... un pescatore gli offrì con riverenza una tinca che aveva appena pescato; egli accolse lietamente e premurosamente quel pesce, chiamandolo fratello, poi lo ripose nell´acqua fuori della barca e cominciò a lodare il nome del Signore. …Un´altra volta, sullo stesso lago (di Piediluco), viaggiando su di una barchetta, giunse al porto, dove gli fu offerto un grosso pesce ancor vivo. Chiamandolo egli con il nome di fratello, secondo la sua usanza, lo rimise in acqua vicino alla barca. Ma il pesce giocherellava in acqua presso il Santo, che con gioia lodava Cristo Signore. Il pesce non si allontanò da quel posto, fino a ché non gli fu ordinato dal Santo. (Trattato dei miracoli, cap. IV, 846, Fonti Francescane, pag. 753)

Luigi Santucci lässt einen der Fische sprechen:

„... Fu quando il pescatore del lago di Piediluco mi offrì a Francesco, credendo di fargli cosa gradita. Nelle mani del Santo rimasi solo qualche attimo e, malgrado la mia scarsa intelligenza, capii le parole che mi rivolgeva e ne cavai una piccola tregua alla mia disperazione, non so quale oscura speranza.
Francesco mi diceva quello che invano aveva detto ad altri pesci: che non ci facessimo pescare. … “Ora io ti rimetterò nel tuo lago, fratello, ma bada a non farti mai più pescare”. E siccome le mie branchie palpitavano per una crescente soffocazione, Francesco altro non aggiunse, se non tracciare su di me una rapida benedizione e lanciarmi nell´acqua.” … Sulla barca ,,, il viso di Francesco con la sua grama barba mi sorrideva. … compresi ch´egli mi ripeteva: “Sorella tinca, scappa e non farti più pescare”.
(Luigi Santucci: La lode degli animali. Edizioni messaggero padova, 1981, p. 33-36)

Kurz in deutsch: Franziskus nahm die Fische, die man ihm gab, nannte sie Bruder, ermahnte sie, sich ja nicht mehr fangen zu lassen, gab ihnen seinen Segen und warf sie ins Wasser zurück.

 

Wächteramt

“Die Kirchen in dieser Welt haben einen doppelten Auftrag. Sie sind in diese Welt hineingestellt als Diener und zugleich als Wächter. Eines der  großen Motive für die Bildung der ökumenischen Bewegung war die Tatsache, dass die Kirchen nicht mehr ihren schöpferischen und dynamischen Auftrag in unserer Zivilisation wahrnahmen....
Gleichzeitig musste man lernen, was das prophetische Amt bedeutete, wie es von dem Propheten Hesekiel beschrieben wird, nämlich als das Amt des Wächters, das dem Volke im Namen Gottes Warnungen zuruft. Die Kirchen mussten lernen, gemeinsam im Dienst am Nächsten zu handeln, und lernen, gemeinsam zur Welt, zu den großen Problemen des Lebens der Menschheit zu sprechen.“
(Willem A. Visser´t Hooft: Die Aufgaben der Kirchen in der neuen ökumenischen Situation, in A. Bea/W. Visser´t Hooft: Friede zwischen Christen, Herder Verlag Freiburg 1966, s. 132)

 

Literatur

 

Franziskus von Assisi: Blümlein (Fioretti), zum Teil in ETIKA 12FA

Albert Schweitzer

Mahatma Gandhi

 

ETIKA 3
ETIKA 4

ETIKA 6Jordi Mota: Traurige WeihnachtLa triste Navidad - Zalosni Bozic
ETIKA 7

Index Christliche Einheit jetzt! - Index 15 - Index 1