ETIKA

3. Reformation – Ökumene in Wahrheit

www.etika.com

15OE22

Retten wir die Kirche!

3.4.2006
Bereitet dem Herrn den Weg! (Lukas 3,4)

Christliche Einheit nur ohne Papstkult -
Zurück zur wahren Katholischen Kirche

Teil I
gewidmet vor allem den konservativen und traditionalistischen Katholiken

Der Irrweg der päpstlichen Unfehlbarkeit

„Wir also, die wir Christen sind und heißen, glauben nicht an Petrus, sondern den, an welchen Petrus glaubte.“ (Aurelius Augustinus: Vom Gottesstaat, Band II, Achtzehntes Buch „Weltstaat und Gottesstaat", Zürich 1955, Artemis-Verlag, übertragen von Wilhelm Thimme, Seite 519)

„... wenn er (der Papst) als vom Glauben abgewichen erfunden wird, darf ihm widersprochen werden.“
(Paul IV. in seiner Bulle „Cum ex apostolatus officio“, laut SAKA-Informationen, Januar 1993, zit. in „Einsicht“, XXXIII, 106)

Weil sich die Amtskirchen verselbständigt und von Gott entfernt haben, laufen ihnen die Gläubigen davon.

Machthunger hat sie oft getrieben, und mit den Mächtigen der Erde haben sie sich verbündet. Heute faseln sie von den Menschenrechten der UNO und schweigen von den Geboten Gottes. …

(Anmerkung: Wenigstens die folgenden Abschnitte erscheinen uns momentan zu brisant und folgenreich, deshalb und wegen des schärfsten Protests von Magister Johannes Rothkranz halten wir sie vorerst zurück.)

Im sechzehnten Jahrhundert schrieb Kardinal Baronius in seinen „Kirchlichen Annalen“:

„Die wichtigste Lehre dieser Zeiten ist, daß die Kirche sehr gut ohne Päpste auskommen kann (Anmerkung: was auch die Sedisvakantisten von heute für einen gewissen Zeitraum zugeben, siehe im Internet www.einsicht-online.org oder „Einsicht“, Freundeskreis der Una Voce, Riedhofweg 4, D-82544 Egling). Was für das Überleben der Kirche wichtig ist, ist nicht der Papst, sondern Jesus Christus. Er ist das Haupt der Kirche, nicht der Papst.“ (zit. von Peter de Rosa: Gottes erste Diener – Die dunkle Seite des Papsttums, Wilhelm Heyne Verlag München, aktualisierte Neuausgabe 2005, S. 67f.)

Nicht ohne Grund hat die römische Jesuitenzeitschrift  „La Civiltà Cattolica“ 1985 Fehlentwicklungen der Papstverehrung (Papolatrie), den jeder päpstlichen Äußerung zugeschriebenen Unfehlbarkeitscharakter (Infallibilismus)  und kurialen Zentralismus angegriffen. Der Papst schwebe nicht über der Kirche. Er habe eine „Funktion in der Kirche und für die Kirche“, „nicht aber außerhalb der Kirche oder über der Kirche“ auszuüben. Nach dem Ersten Vatikanischen Konzil habe sich die „Aura des Transzendenz“ um den Papst verstärkt. („Dolomiten“, 21.11.1985)

Wir behaupten, der nicht von Jesus gewollte Papstkult und ungerechte Entscheidungen von Päpsten in zwei Jahrtausenden sind das größte Hindernis für die Einheit der Christen.

Jesus heilte Kranke und Seelen. Die heutige Amtskirche macht Seelen krank.

Der Papst wird zunehmend an die Stelle Gottes gesetzt, er wird angehimmelt, als Heiliger verehrt, vergötzt. Das darf nicht sein.

„Sofort heiligsprechen“ („Santo subito“) schrie die Menge nach dem Tod Wojtylas auf dem römischen Petersplatz; auch am ersten Jahrestag seines Todes wurde in Polen dafür gebetet; doch wer weiß, ob er nicht schon in der Hölle ist, von der er auf häretische Weise gehofft hat, daß sie leer ist.

„Die Treue zur Eucharistie führt zur Treue gegenüber dem Heiligen Vater!“, mahnt das Institut Christus König und Hoherpriester (August 2005). Ja, ist denn der Papst das Ziel, nicht Gott?

Wer die Geschichte der Päpste objektiv verfolgt hat oder das sensationelle Buch von Peter de Rosa: „Gottes erste Diener – die dunkle Seite des Papsttums“  gelesen hat, bezweifelt die Feststellung des Hl. Offiziums in einem Brief an die Bischöfe Englands vom 16. 9. 1864 (in: Denzinger/Hünermann, 2885-2888, S. 794-795), „Prinzip, Wurzel und unabdingbarer Ursprung (der Einheit der katholischen Kirche sei) die höchste Autorität und der ,vorzügliche Vorrang´ des seligen Apostelfürsten Petrus und seiner Nachfolger auf dem Römischen Stuhl“.

Wo ist denn die von Pius XI. beschworene „wahre Kirche Christi“, „die fürwahr allen erkennbar ist, und die nach dem Willen ihres Stifters ständig so bleiben wird, wie Er selbst sie zum Wohle der Gesamtheit eingerichtet hat“? (Enzyklika Mortalium animos vom 6. Januar 1928, Karl Haselböck: „Freude an der Wahrheit“, Wien 1990, S. 12) Erkennbar ist, daß die römisch-katholische Amtskirche in allzu vielem versagt hat. Sie schließt zum Beispiel Kinderschänder nicht aus, sondern beschäftigt sie weiter. Und das soll der Stifter Jesus gewollt haben?

Papsttreue nennen unter Berufung auf das Vatikanische Konzil von 1870 (Dogmatische Konstitution Pastor aeternus vom 18. Juli 1870, 4. Sitzung, DH 3060, S. 828-829) jeden einen Häretiker, der „behauptet, dass man einem Papst in Fragen des Glaubens, der Sitten, der Disziplin und der Leitung der Kirche nicht immer gehorchen müsse“. (A. P., E-Mail, erhalten am 22.8.2005). Wer ist dann nicht Häretiker, wer gehorcht dem Papst in allen Fragen des Glaubens, der Sitten, der Disziplin und der Leitung der Kirche?

Weil die Christen nicht eins sind, gehen Milliarden Menschenseelen verloren. Weil sie kein Zeugnis geben und ihren Glauben nicht leben, verlieren so viele Menschen ihren Glauben oder bleiben im Unglauben oder im Glauben an die Götzen der nichtchristlichen Religionen gefangen. Deshalb ist die 3. Reformation notwendig. Jetzt, bevor es zu spät ist.

Johannes Paul II. hat selbst anerkannt, dass der päpstliche Primat das größte historische Hindernis für die Wiederherstellung der vollen Einheit und Orthodoxen und Katholiken darstellt. („Dolomiten“, 18.1.1996, APA) Wegen des Machtanspruchs eines einzigen Menschen sollen Milliarden Christen in Trennung leben und der Mitwelt ein Dauerschauspiel der Zerstrittenheit bieten? Das kann nicht Gottes Wille sein. Deshalb erklären wir:

Jene, die dem Papstkult frönen und nicht für die wahre Ökumene eintreten, welche Jesus mit den Worten fordert: „Seid alle eins!“, sind nicht mehr katholisch (= Mitglieder der allgemeinen, weltumspannenden = ökumenischen Kirche), sondern nur noch römisch.

Jene, die an ihrer Konfession oder Sekte festhalten und nicht für die wahre Ökumene eintreten, die Jesus will, und sich nicht zur allgemeinen (= katholischen), weltumspannenden Kirche bekennen, sind Sektierer.

Teil II

An alle Christen

Zurück zu einer wahrhaft allgemeinen (= katholischen) Kirche

4. Oktober 2005, Fest des hl. Franziskus

„Franziskus, geh und stelle mein Haus wieder her, das, wie du siehst, ganz verfallen ist.“
(Stimme vom Kreuzbild in der Kirche von San Damiano bei Assisi)

1 . Die katholische Kirche ist nicht der Papst – Das Unfehlbarkeitsdogma war ein Fehler.

Päpste haben geirrt und irren, die heutigen noch schlimmer als die früheren. Selbst Innozenz IV. gab zu: „Natürlich kann ein Papst in Glaubensdingen irren.“ Und Hadrian VI. eröffnete der Welt klipp und klar:

“In Wahrheit waren viele römische Oberhirten Häretiker. Der letzte von ihnen war Papst Johannes XXII.“ (zit. von Peter de Rosa: Gottes erste Diener – Die dunkle Seite des Papsttums, Wilhelm Heyne Verlag München, aktualisierte Neuausgabe 2005, S. 253)

Paul IV. erklärte alle Handlungen früherer Päpste für null und nichtig, wenn sie häretische oder schismatische Neigungen gehabt hätten. (Bulle Cum ex Apostolatus officio, zit. in: Gottes erste Diener, 261)

Ja, haben denn gewisse Traditionalisten keine Kirchengeschichte studiert, wenn sie behaupten, man müsse Päpsten stets gehorchen?

Liberius, Vigilius, Bonifaz IV. und Honorius vertraten häretische Lehren. („Homero“, ein hoher katholischer Würdenträger,  in der gut katholischen spanischen Zeitschrift  „María Mensajera, Zaragoza, núm. 261, octubre 2002)

Oft gab es zwei und mehr Päpste, manchmal gar keinen (Sedisvakanz), und die Kirche existierte doch.

Auch Päpste sind Menschen, aus dem Nichts geschaffen, „Schlamm und Staub und Asche(Fray Luis de Granada: Libro de la Oración y Meditación, Ediciones Palabra, Madrid, 1979, S. 54) und die wenigsten heilig.

Und keiner außer Gott verdient die Anrede „Heiliger Vater“, denn Jesus sagte:

„Und ihr sollt niemanden unter euch Vater nennen auf Erden; denn einer ist euer Vater, der im Himmel ist.“ (Matthäus 23,9)

Sind denn die Katholiken alle schwerhörig?

Der Papst ist nur anzuerkennen als erster der Diener:

„Der größte unter euch soll euer Diener sein.“ (Mt 23,11)

Euer Diener, nicht Herr. Denn Gott allein ist Herr. Der Papst kann durchaus als erster der Bischöfe bezeichnet werden, doch muß er die an ihn in der Bibel gestellten Anforderungen erfüllen. Schurken wie die vielen in Teil I genannten Päpste kann die Christenheit der Welt nicht akzeptieren. Denn noch gilt bei Christen, die auf Gott hören, die Heilige Schrift mehr als die Selbstbeweihräucherung mancher Päpste:

Ein Bischof aber soll untadelig sein, Mann einer einzigen Frau, nüchtern, maßvoll, würdig, gastfrei, geschickt im Lehren, kein Säufer, nicht gewalttätig, sondern gütig, nicht streitsüchtig, nicht geldgierig, einer, der seinem eigenen Haus gut vorsteht und gehorsame Kinder hat in aller Ehrbarkeit. ... Er muß aber auch einen guten Ruf haben bei denen, die draußen sind, damit er nicht geschmäht werde und sich nicht fange in der Schlinge des Teufels.“ (1. Timotheus 3, 2-7)

Wladimir Solowjew schließt seine prophetische Erzählung vom Antichrist mit der Umarmung von Bruder Peter durch den orthodoxen Vater Johannes und den evangelischen Professor Pauli.

„Möge er hinfort die Lämmer Christi weiden“, sagte Johannes. „So vollzog sich die Vereinigung der Kirchen in finsterer Nacht an einem hochgelegenen und einsamen Orte.“ (Wladimir Solowjow: Die Erzählung vom Antichrist, Vita Nova Verlag Luzern, 1937, S. 77f.)

Und so wird es wohl kommen, erst am Ende der Zeiten, nach der großen Christenverfolgung, denn der orthodoxe und katholische Solowjew hatte zwar Fehler, aber er war guten Willens, und diese Vision schenkt ihm der Heilige Geist, was auch auf die Vision von Robert Hugh Benson (Der Herr der Welt, Herder Freiburg und Paul Pattloch Verlag Aschaffenburg, 1960. englisch: Lord of the World) zutrifft.

Die Traditionalisten wollen nur die Fehler der letzten Päpste wahrhaben, die gewiss unverzeihlich sind, verschließen aber die Augen vor den Untaten und Fehlern früherer Päpste. Hier nur zwei Beispiele:

·        Mary Ward, die fromme und mutige Gründerin der Englischen Fräulein, wurde auf Geheiß von Urban VIII. 1631 von der Inquisition ohne Prozeß als Ketzerin und Rebellin eingekerkert.

·        Manche Namen sind aus dem römischen Martyrologium gestrichen worden. Doch ihre Träger waren jahrhundertelang als Selige verehrt worden. (siehe etika.com)

Die Päpste haben durch widersprüchliche Erklärungen und Handlungen das Unfehlbarkeitsdogma selbst widerlegt und aufgehoben. Weitere beredte Beispiele bei Peter de Rosa, siehe im Register das Stichwort Unfehlbarkeitsdogma. Ein Verzicht des Vatikans auf das Dogma ist nicht unbedingt erforderlich, denn kein vernünftiger und informierter Mensch glaubt mehr daran.

2. Die katholische Kirche ist nicht das Konzil – Auch Konzilien irren.

Wer steht höher – der Papst oder ein Konzil? Früher zweifelte kaum jemand daran, dass ein Konzil über einem Papst steht, denn ein solches Gremium setzte auch Päpste ab. Das Konzil von Konstanz erklärte, „daß alle Menschen jeglichen Ranges und Standes, auch der Papst selbst, gebunden sind, ihm in Glaubensdingen ... zu gehorchen.“ (Gottes erste Diener, 119) Süffisant fügt Peter de Rosa hinzu, dass während jenes Konzils 500 Leichen in den Bodensee geworfen wurden und 1200 Prostituierte rund um die Uhr arbeiteten (120).

Auch Konzilien irren. An Beispielen aus früherer Zeit mangelt es Peter de Rosa nicht (siehe Stichwort Konzil).  Wir selbst führen nur zwei Beispiele von Irrlehren an, die seit dem  II. Vatikanischen Konzil gelten:

In Artikel 3 von „Nostra Aetate“ heißt es: „Mit Hochachtung betrachtet die Kirche auch die Muslime, die den alleinigen Gott anbeten..., der zu den Menschen gesprochen hat.“

Im 16. Kapitel von „Lumen gentium“ steht:  „Der Heilswille umfasst auch die, die den Schöpfer anerkennen, unter ihnen besonders die Muslime, die sich zum Glauben Abrahams bekennen und mit uns den einen Gott anbeten...“

(Dies widerlegt der Kurier der Christlichen Mitte, Nr. 6, Juni 2003, www.christliche-mitte.de)

 

3. Die katholische Kirche ist die Gemeinschaft aller Gläubigen mit Jesus Christus: Wer an ihn glaubt, wird gerettet.

“Der heilige Ambrosius .. zeigt ..., daß das Heil allen verheißen ist, die an Jesum Christum glauben.“ (J. P. Silbert: Das Leben des heiligen Ambrosius, Wien 1841, 296)

Irgendwo - wir vermuten beim heiligen Johannes Chrysostomus -  haben wir die frohe Botschaft gelesen:

Jeder, der Gott anruft mit den Worten „Herr Jesus Christus, Sohn Gottes, hab Erbarmen mit mir Sünder“ wird gerettet.

Ähnlich Tröstendes sagt die Bibel:

„Wenn du mit deinem Munde bekennst, daß Jesus der Herr ist, und in deinem Herzen glaubst, daß ihn Gott von den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet.“ (Römer 10,10)

Wir werden sehen, wer beim Jüngsten Gericht richten wird, die modernen Pharisäer oder der liebende, gerechte Jesus.

4. Die Eucharistie darf kein Vorwand für die weitere Spaltung der Kirche sein.

Maßgebend ist die katholische Form: Bei den Worten Jesu „Das ist mein Leib – das ist mein Blut“ werden Brot und Wein in seinen heiligen Leib und in sein kostbares Blut verwandelt. (Katholischer Katechismus der Büstümer Deutschlands, Kösel Verlag München, 1960, Seite 144) Brot und Wein sind nicht nur Symbole, wie die reformierte Kirche behauptet. Das Konzil von Trient hat sich auf die Transsubstantiation festgelegt. Die Sachlage ist wegen der verschiedenen katholischen Messopfertheorien ungeheuer kompliziert (siehe www.etika.com/d15/15oe12.htm ). In das Geheimnis führt P. Fridolin Außersdorfer OFM mit seinem Buch ein: Jesus Christus im wunderbaren Sakrament – Lichtglanz und Wohlduft der Wesenswandlung und der Realpräsenz. (Höttinger Gasse 15a, A-6020 Innsbruck)

Die katholische Auffassung haben alle Christen anzunehmen, wenn sie sich der wahren Kirche Christi zugehörig fühlen. Freilich darf der Christ nicht die Für-alle-Lüge in der modernen katholischen Messe akzeptieren. In der Bibel heißt es: „Das ist mein Blut des neuen Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden“ (Matthäus 26,28). Heute hört man oft: „das für alle vergossen wird zur Vergebung der Sünden“. Dies widerspricht dem Wortlaut und Sinn dessen, was Jesus gesagt hat.

Die ideale Form der Messe ist die lateinische Messe, wie vom Konzil von Trient festgelegt. Die orthodoxe Messe in ihrer erhabenen Schönheit ist ihr gleichgestellt. Andere Formen des Gottesdienstes sind zulässig, wenn Gott und nicht der Mensch im Mittelpunkt steht und die Feier würdig verläuft.

Die Liturgie ist dazu da, die Gläubigen zu Gott zu erheben, nicht um die Kirchenspaltung zu zementieren.

5. Sexualität bedeutet nicht nur Fortpflanzung

Unserer Ansicht nach hat die Sexualität drei Dimensionen:

·        die biologische, die der Mensch mit den Tieren gemeinsam hat: Fortpflanzung

·        die menschliche: Erfüllung der Liebe zwischen Mann und Frau, Hingabe an eine geliebte Person

·        die göttliche: Keuschheit aus Gehorsam und Liebe zu Gott und seinen Geboten= ständiger Kampf um Reinheit. Wille und göttliche Gnadenmittel gemeinsam erlangen den Sieg über die Natur und die Erbsünde. Wer die wahre Liebe in ihrer Fülle ersehnt, muß in der Jugend – bis zur Hochzeit – enthaltsam leben.

Pius XI. hat in der Enzyklika „Casti Conubii“ 1930 unter Berufung auf Augustinus die Fortpflanzung, das heißt die „Zeugung und Erziehung des Kindes“,  zum Hauptziel der Ehe erklärt. Peter de Rosa urteilte über ihn zu kritisch, denn Pius XI. sah unter Bezug auf den Römischen Katechismus als „Hauptgrund und eigentlichen Sinn der Ehe“, daß die Gatten einander „zur Vollendung führen“ sollen. Die Sexualität tat er freilich mit der Bemerkung ab: „Wir meinen also eine Liebe, die nicht nur auf sinnlicher, schnell verfliegender Neigung beruht...“ (Rundschreiben des Heiligen Vaters Pius XI.: Über die christliche Ehe, Val. Höfling Verlag München, o. J., S. 8)

Erst Pius XII. duldete die Knaus-Ogino-Methode zur Empfängnisverhütung (Gottes erste Diener, 390 - 409) und öffnete den Horizont.

Radikal verboten später Paul VI. und Bischof Johannes Pohlschneider jeden Sexualakt, der nicht zur Fortpflanzung führt:

„Richiamando gli uomini alla osservanza delle norme della legge naturale interpretata dalla sua costante dottrina, la Chiesa insegna que qualsiasi atto matrimoniale deve rimanere aperto alla trasmissione della vita.” (Paolo VI., Humanae vitae, zit. von Pohlschneider 35)

“Ogni atto contro questa finalità, contro questa struttura, sarebbe una mutilazione della pienezza del valore esistenziale insito, per legge di natura, nella facoltà sessuale en nella sua attuazione. L´apertura alla procreazione si dovrà esigere per ogni singolo atto sessuale.” (Johannes Pohlschneider, vescovo di Aquisgrana: Principii morali  per l´educazione sessuale in famiglia e a scuola, Colibri ed. Verona, 1980, 35; Sittliche Normen christlicher Sexualerziehung in Schule und Elternhaus, Verlag Ludwig Auer, Donauwörth, 1976).

Ehepaare, bei denen ein Partner unfruchtbar ist oder die zu alt sind, dürften dann überhaupt keine Beziehung körperlicher Liebe mehr haben. Die meisten Ehepaare würden dann zehn oder 20 Kinder bekommen – eine in der heutigen Zeit mit ihren mannigfachen schulischen Anforderungen fast nicht zu erfüllende Erziehungsaufgabe, zumal wenn die Mutter nicht Hausfrau ist, sondern berufstätig. Hier haben sich Paul VI. und Pohlschneider vergaloppiert. Ihr strenges Verbot widerspricht auch der Erlaubnis von Pius XII., an den unfruchtbaren Tagen eheliche Beziehungen zu haben. Letztere werden als Akte der Liebe von der offiziellen katholischen Kirche unterbewertet. Denn die Menschen lieben sich mit Leib und Seele.

Da ist der Apostel Paulus viel verständnisvoller, wenn er beide Partner mahnt:

„1. Korinther 7,5 Entziehe sich nicht eins dem andern... und dann kommt wieder zusammen, damit euch der Satan nicht versucht, weil ihr euch nicht enthalten könnt.

9 Wenn sie (die Ledigen und Witwen) sich aber nicht enthalten können, sollen sie heiraten; denn es ist besser, zu heiraten als sich in Begierde zu verzehren.“

Kein Wort von Fortpflanzung. Da hat Paul VI. eine Sonderlehre fortentwickelt, die nicht durch die Schrift gedeckt ist und von vielen Gläubigen nicht eingehalten werden kann und wird.

Die Kirche hat die Moral während der sexuellen Revolution ungenügend verteidigt. Die meisten Päpste, Bischöfe und Priester haben fast nichts getan, um die von den Feinden Gottes gesteuerte Sexualisierung des öffentlichen Lebens (Pornographie, Mode) aufzuhalten. Die Amtskirchen lockern die Akzeptanz und Toleranz gegenüber Homosexuellen, halten aber bei den normalen Menschen an unverständlichen rigiden Positionen fest, die viele in seelische Verzweiflung stürzen und von Gott so nicht gewollt sind. Viele Millionen Betroffene laufen deshalb Gefahr, den Glauben zu verlieren.

Nochmals: Die Sexualität in der Ehe hat nicht nur – wie fälschlich von Paul VI. behauptet – allein den biologischen Sinn, dass sie auf die Fortpflanzung gerichtet ist. Sie dient auch der Erfüllung der Liebe.

6. Das totale Verbot der Ehescheidung war ein Irrtum.

„Einer Frau gestatte ich nicht, daß sie über den Mann Herr sei, sondern sie sei still.“ (1. Timotheus 2,12)

Die katholische Kirche lehrt, „daß das Eheband nicht einmal wegen Ehebruchs gelöst werden kann“. (Pius XI.: Über die christliche Ehe, aaO 28) Dies verstößt gegen das Wort Jesu in der Heiligen Schrift:

“Wer sich von seiner Frau scheidet, es sei denn wegen Ehebruchs, und heiratet eine andere, der bricht die Ehe.“ (Matthäus 19,9, Lutherbibel)

„Wer seine Frau entlässt – nicht gerechnet Begründung mit Unzucht (Dt 24,1)! – und eine andere heiratet, bricht die Ehe, und wer eine Entlassene heiratet, bricht die Ehe.“ (Mt 19,9, Die Heilige Schrift, Hamp/Stenzel/Kürzinger, Paul Pattloch Verlag Aschaffenburg, 1975)

„Ich sage euch, daß jeder die Ehe bricht, der sich von seiner Frau trennt und eine andere heiratet, es sei denn, seine Frau lebt selbst im Ehebruch.“ (Mt 19,9, Hoffnung für alle, Das Neue Testament, Brunnen Verlag Basel und Gießen, 1983)

„Dico autem vobis quia quicumque dimiserit uxorem suam, nisi ob fornicationem, et aliam duxerit, moechatur.“ (Secundum Matthaeum, 19,9, Nestle-Aland: NOVUM TESTAMENTE LATINE, Novam Vulgatam ..., Deutsche Bibelgesellschaft Stuttgart, 1992)

Eigentlich klar. Jesus und die Bibel sind menschlicher als der Vatikan. Der hl. Basilius war es auch, die Ostkirche ist es noch. Er erlaubte, sie erlaubt die Scheidung wegen Ehebruchs.

Doch was ist mit jenen, deren Partner sich ihnen entziehen, obwohl geschrieben steht:

1 Kor 7,4 Die Frau verfügt nicht über ihren Leib, sondern der Mann. Ebenso verfügt der Mann nicht über seinen Leib, sondern die Frau.

Wenn dies nicht mehr der Fall ist, wenn keine eheliche Beziehung mehr aufrecht erhalten wird, existiert dann die Ehe in ihrem Kern noch? Ist sie nicht zerrüttet, zerbrochen, wenn keine Aussicht auf Besserung besteht? Wer denkt an die sexuelle Not der benachteiligten, manchmal sogar bewusst betrogenen Partner? Der Apostel Paulus denkt daran:

„... es ist besser, zu heiraten, als sich in Begierde zu verzehren“. (1. Korinther 7,9)

Er ahnte nicht, dass sich heute Pornographie und Prostitution ausdehnen wie die Pest.

Weil viele Ehen nicht mehr existieren, deshalb kann Satan so erfolgreich die Welt mit verbotenem Sex bombardieren, damit viele ins Verderben fallen.

Was ist besser, Beibehaltung einer Ehe voll Antipathie, Streit und sogar Haß, in der ein Partner der Pornographiesucht verfällt und zu Prostituierten geht und in der zum Schluß beide Seelen verloren gehen, oder die Auflösung der Ehe, bei finanzieller Absicherung beider Teile und zufriedenstellender Lösung des Kinderproblems? Dann könnten beide Partner, wenn sie wollen, eine neue Ehe eingehen, in der die Chance auf Harmonie besteht und die eheliche Liebe zu ihrem Recht kommt.

Gott, du hast uns Menschen der Endzeit mit der Unauflöslichkeit der Ehe eine oft unendlich schwierige Bewährungsprobe gestellt, an der viele scheitern und zugrunde gehen.

Dürfen wir nicht Dein Wort – keine Scheidung, ausgenommen bei Unkeuschheit – so interpretieren wie es in der evangelischen Bibel steht: ausgenommen bei Ehebruch?

Wenn die Ehe nämlich zerrüttet, gebrochen, zerbrochen ist und die Ehe also keine Ehe mehr ist,  könnte auch die Kirche eine Annullierung oder Scheidung genehmigen. Die Einzelnen sind mit der Entscheidung gewissensmäßig überfordert, aber die Führer der Kirche könnten neue Ehen ermöglichen, einen neuen Anfang, wenn eine mißglückte Ehe beide Partner in den Ruin führt. Was ist wichtiger: eine künstlich aufrecht erhaltene Ehe oder die Befreiung aus einer Zwangsehe und die dann vielleicht eher mögliche Rettung der Seelen?

Einen Hoffnungsschimmer birgt das Buch Peter de Rosas. Er macht darauf aufmerksam, daß im achten und zwölften Jahrhundert die Päpste Gregor II., Urban III., Colestin III. und Innozenz III. entschieden, einige vollzogene christliche Ehen könnten aufgelöst werden (427f). Im vergangenen Jahrhundert lösten Pius XI., Pius XII. und – „um des Glaubens willen“ – Johannes XXIII. Ehen auf. Der Autor wirft haarsträubende Fragen auf, beleuchtet die vielen Gründe, die Annullierungen rechtfertigen, und formuliert revolutionäre Sätze wie: „Die Ehe sollte der Einsamkeit ein Ende setzen, nicht sie verewigen, indem man den Partnern die Wiederheirat verbietet. ... Der Zweck der Ehe ist, daß zwei einander beistehen und in einer Gemeinschaft der Liebe zusammenleben. Wenn es geschieht, oft durch Schuld verursacht, daß die Gemeinschaft unmöglich ist, existiert die Ehe nicht mehr. Ohne Liebe wäre das Paar nicht zwei in einem Fleisch... Wie sollte der ehelose Klerus wissen, daß die Ehe nicht nur vereinen, sondern auch trennen und zerstören kann? ... Wurde die Ehe für den Menschen gemacht oder der Mensch für die Ehe?“ (443f).

7. Die Aufhebung des Zölibats erscheint heute sinnvoll

Der Zölibat ist der ideale Weg der Priester zum Heil ihrer Seele. Die Kirche ist aber 1000 Jahre lang ohne ihn ausgekommen. Der Apostel Petrus war wie andere Apostel verheiratet, auch die Bischöfe der ersten Zeit, was hunderttausendmal besser ist als das Lasterleben vieler Päpste mit Mätressen. Unter anderem sind heute - wie man aus der Presse erfährt -  bei afrikanischen Priestern Verstöße gegen den Zölibat häufig.

„Festzustehen scheint, daß in den ersten christlichen Jahrhunderten neben dem stets betonten Ideal der auch ausgeübten Ehelosigkeit ebenso die Priesterheirat anerkannt war.“ (Norbert Schandry, Stuttgarter Zeitung, 12.3.1970)  Erst 1139 hatte ein Konzil die Ehelosigkeit von Priestern beschlossen. Das Kirchengebot gilt aber nicht für die mit Rom unierten Ostkirchen.

In der heutigen Endzeit hat die Sexualisierung des öffentlichen Lebens unerträgliche Ausmaße erreicht. Wer weiß dies besser als die Priester? Ihr Sitzen im Beichtstuhl gleicht einer Tortur. Auch deshalb sollte die Ehelosigkeit heute freiwillig sein und von der Entscheidung des einzelnen Priesters abhängen. Eben dies hat der australische Priesterrat gefordert („Dolomiten“, 5.2.2005).

In Holland hatten sich schon 1969 68 Prozent von 8000 Priestern für die Aufhebung des Zwanges ausgesprochen („Der Spiegel“, 14/19969, S. 195). Die Bitte wurde mißachtet. Was ist aus Holland geworden? Ein Sündenbabel, in dem sich nicht nur Homosexuelle im Klerus tummeln, sondern auch viele Geistliche Geliebte haben. Das ist schlimmer als damals im 11. Jahrhundert, als Benedikt VIII. die verheirateten Priester als „Schweine des Epikur“ beschimpft hat (Epikureer gelten als Genußmenschen). Der Innsbrucker Diözesanbischof Manfred Steurer hat es auf den Punkt gebracht: „Verheiratete Priester sind besser als gar keine.“ (tirol.com 27.9.2004)  Mit der Aufhebung des Zölibats gingen nicht so viele Priesterseelen durch Bruch des Gelübdes verloren - und der Vormarsch der Homosexuellen in der katholischen Kirche würde gestoppt.

Peter de Rosa veröffentlicht eine Liste mit einer zweistelligen Zahl von Päpsten, die den Zölibat nicht einhielten, und fragt: „Warum päpstlicher sein als der Papst“? (488f) Entsetzlich die Unverfrorenheit eines Cusanus-Freundes und Lebemannes (W. Baum, „Dolomiten“, 30.1.1982), des späteren Papstes Enea Silvio Piccolomini, der einem von ihm betrogenen Ehemann schrieb:

„ ... was ist süßer für den Menschen, als sein eigenes Ebenbild zu zeugen...? Ich danke Gott, der das Kind dieser Frau zu einem Knaben gemacht hat. ... Ich bin kein Eunuch ... ich bin weder heiliger als König David noch weiser als Salomo.“ (Gottes erste Diener, 490)

Lassen wir jene Priester heiraten, die wollen. Denn auch der Vorsitzende des Rates der katholischen Bischofskonferenzen Europas, Kardinal Basil Hume, hielt die Priesterweihe verheirateter Männer für durchaus möglich. (Katholisches Sonntagsblatt, Bozen, 11.8.1985) Eine Weihe von Priesterfrauen kommt aufgrund der Heiligen Schrift natürlich nicht in Betracht.

Wer war in der Neuzeit so streng? Ausgerechnet der dubiose Papst Paul VI. (siehe das Enthüllungsbuch von sac. Luigi Villa: Paolo VI. Beato?, 1998, Editrice Civiltà, Via Galileo Galilei, 121, I-25123 Brescia) hatte erklärt:

“Der heilige Zölibat der Priester ist ein Hauptgesetz unserer lateinischen Kirche. Es aufzuheben oder zur Diskussion zu stellen ist nicht möglich.“ (Deutsche Volkszeitung, Nr. 7, 13.2.1970)

Paul VI. war wieder der Scharfmacher – mit welchen Absichten? Wir ahnen sie. Am Ende steht die Zerstörung der Kirche.

8 . Die Kirche hat sich mit den Mächtigen arrangiert, statt für die Armen, Unterdrückten und Ausgebeuteten zu kämpfen.

Die Werbung der katholischen Amtskirche für die politische Weltorganisation UNO spricht Bände. Was die UNO will, wer dahinter steckt, haben erstaunlicherweise konservative Amerikaner ausposaunt. Siehe unter etika.com: „Sex Education U.N. Plot“.

Und viele haben unwillkürlich bestimmte, machtausstrahlende Honoratioren der heutigen Kirche in Deutschland vor Augen, wenn sie den Satz von Peter de Rosa lesen:

„Nur allzu oft haben die Prälaten sich mit den Reichen gegen die Armen verbündet.“ (Gottes erste Diener, 47)

Warum spricht und schreibt denn niemand von dem Sozialrebellen Savonarola? Der florentinische Dominikanermönch ist zu gefährlich für das heutige Machtgeflecht. Aber wir werden seine Lehren weiter verkünden. Denn ihm geht es wie uns allein um Gottes Willen und nicht um irdische Macht.

9. Die Kirche ist ihrem Auftrag zur Fürsorge für die Kreatur nicht gerecht geworden.

Jesus hat sicherlich zur Barmherzigkeit gegenüber den Tieren aufgerufen. Warum ist sein folgender Ausspruch nur in der koptischen Bibel enthalten, nicht auch in den übrigen?

„Mensch, was schlägst du das Tier! Wehe euch, die ihr nicht hört, wie es zum Schöpfer im Himmel klagt und um Erbarmen schreit. Dreimal wehe aber über dem, über welchen es in seinem Schmerz schreit und klagt! Schlage es niemals mehr, damit auch du Erbarmen findest.“ (zitiert im Handbuch des einfachen Lebens, Etika 2000, 1985, 130f.)

Aber die Nachfolger Jesu waren und sind weniger barmherzig. Für den Apostel Petrus ist das Töten wie einst für Mose ein natürlicher Vorgang, obwohl P. Petrus Pavlicek darauf hingewiesen hat, daß das fünfte Gebot eigentlich das Töten überhaupt verbietet. So gebar der Vorgänger und das Vorbild der heutigen Päpste den dummen Gedanken, daß „die unvernünftigen Tiere ... von Natur dazu geboren sind, daß sie gefangen und geschlachtet werden“ (2. Petrus 12). Mit verhängnisvollen Folgen wie Mose.

Wir distanzieren uns diesbezüglich von Petrus und gehen lieber über zu seinem Widersacher Paulus. Er – einer der wenigen Männer der Kirche mit einem umfassenden, auf das Paradies gerichteten Horizont - hat die Kreatur nicht vergessen und schreibt die ihm vom Heiligen Geist eingegebenen Worte:

„Denn die ganze Schöpfung wartet sehnsüchtig auf das Offenbarwerden der Kinder Gottes. Auch die Schöpfung soll von der Sklaverei und Verlorenheit befreit werden zur Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, daß die gesamte Schöpfung bis zum heutigen Tag seufzt und in Geburtswehen liegt.“ (Römer 8,19.21.22)

Diese Worte sind Sprengstoff, bilden die Grundlage für die Anklage Tolstois gegen die Gesellschaft und die Amtskirche (León Tolstoi: Placeres crueles, Barcelona, o. J.) Der russische Revolutionär wirft ihnen Christentum ohne Moral vor (was viele heute sogar wollen, siehe die Auseinandersetzung Prominenter in der italienischen Presse im September 2005, sie trennen das Christentum von Moral und Ethik, was nicht zulässig ist). Er hält das Töten und Essen unserer Brüder und Schwestern aus der Tierwelt für nicht vereinbar mit dem christlichen Gebot der Barmherzigkeit. Doch Tolstoi, Dostojewski (sein Staretz Sossima), Franziskus von Assisi, Albert Schweitzer und Mahatma Gandhi (laut Vatikan ein „Apostel christlicher Tugenden“) sind tot. Und so klammern sich jene Christen, die Mitleid mit der gequälten Kreatur empfinden, in ihrer Verzweiflung an obiges Wort aus den Paulusbriefen.

Während die Einheitsbibel lediglich kommentiert: „Die Leiden dieser Zeit können im Blick auf die verheißene Vorstellung ertragen werden“, hoffen jene, die kein Fleisch essen, auf ein Wunder. Daß nämlich durch göttliche Erleuchtung die Bräuche von Osterlamm, Weihnachtsgans und Silvesterkarpfen, die Tierversuche, das Schächten und das Töten überhaupt abgeschafft werden. Damit Franziskus ohne schlechtes Gewissen singen darf :

„Alle Kreaturen, lobet den Herrn!“

In den „Aufrichtigen Erzählungen eines russischen Pilgers“ (Herder Freiburg, 1989) wird von einer Stelle in der „Tugendliebe“ (Philokalie) berichtet, wo es darum geht, die „Sprache der Kreatur“ zu verstehen. Die Bäume, die Gräser, die Vögel, die Erde, die Luft, das Licht, alles ist voller Lobpreisungen Gottes (50). Und daneben das Weinen, das Sehnen:

„Das geheimnisvolle Seufzen der Kreatur ist das innere Gebet. Es ist in allem und in allen enthalten.“

(Großteils entnommen dem von der Caritas, Diözese Bozen-Brixen herausgegeben Band „Im Vertrauen“, Athesia Bozen 2004, Beitrag von Rainer Lechner, Seite 132f.)

Wir schließen ab mit der von uns seit fast einem halben Jahrhundert ständig wiederholten Forderung: ... und wenn schon töten, dann wenigstens schmerzlos und augenblicklich.

10. Der wahren katholischen Kirche gehören keine Kinderschänder an – Pädophile ausschließen

Die Pest der Pädophilie hat sich sogar unter Teilen des Klerus ausgebreitet. Das Traurige, was dazu zu sagen ist, haben wir alles gesagt unter www.etika.com/d15/15oe9/htm

„Verstoßt ihr den Bösen aus eurer Mitte!“ (1. Korinther 5,13)

 

Die Päpste zumindest der jüngsten Zeit decken solche gnadenlosen Verbrecher mehr oder weniger. Denn sie ermahnen die Pädophilen zwar, aber sie lassen sie weiter in der Kirche wirken, was für viele unverständlich und für wahre Christen nicht hinnehmbar ist. Eine katholische Kirche, der Kinderschänder angehören, ist nicht die von Gott gewollte wahre katholische Kirche. Das sind offenbar zwei verschiedene Organisationen.

11. Jedem wird im Jenseits gerecht vergolten gemäß seinem Wirken. Wer leugnet, dass die Hölle ein Ort ist, oder wer hofft, dass sie leer ist,  ist ein Häretiker

Es gibt einen strafenden Gott, auch wenn dies die meisten modernen Geistlichen bestreiten.

Die Rache ist mein, ich will vergelten, spricht der Herr.“ (wie 5. Mose 32,35, so Römer 12,19)

„Denn es wird ein unbarmherziges Gericht über den ergehen, der nicht Barmherzigkeit getan hat.“ (Jakobus 2,13)

„Denn es wird geschehen, dass der Menschensohn kommt in der Herrlichkeit seines Vaters mit seinen Engeln, und dann wird er einem jeden vergelten nach seinem Tun.“ (Matthäus 16,27)

Jesus erzählt vom reichen Mann und vom armen Lazarus:

„23 Als er (der Reiche) nun in der Hölle war, hob er seine Augen auf in seiner Qual und sah Abraham von ferne und Lazarus in seinem Schoß... 24 Und er rief: Vater Abraham, ... sende Lazarus, damit er die Spitze seines Fingers ins Wasser tauche und mir die Zunge kühle, denn ich leide Pein in diesen Flammen. 25 Abraham aber sprach: Gedenke, Sohn, daß du Gutes empfangen hast in deinem Leben, Lazarus dagegen hat Böses empfangen; nun wird er hier getröstet, und du wirst gepeinigt.“ (Lukas 16).

Die Päpste Wojtyla und  Ratzinger haben sich schwer versündigt, weil sie behaupten, daß Himmel und Hölle keine Orte seien. Alles dies haben wir ausführlich in etika.com dargelegt und angeprangert. Diese Päpste verstoßen  in gröbster Weise gegen den allgemeinen Glauben, gegen all das, was in 2000 Jahren verkündet worden ist, zum Beispiel vom Kirchenlehrer Thomas von Aquin:

„Gleichwie nun die Leiber der Seligen aufgrund ihrer Erneuerung in Herrlichkeit über alle Himmelskörper hinaus erhoben werden, so wird analog den Leibern der Verdammten ein unterster, düsterer und strafevoller Ort zugewiesen werden. Daher heißt es Ps 55,16: „Es komme der Tod über sie. Lebendig sollen sie fahren zum Abgrund.“

„Sicut autem corpora Beatorum propter innovationem gloriae supra caelestia corpora elevabuntur; ita et locus infimus, et tenebrosus, et poenalis, proportionaliter deputabitur corporibus damnatorum. Unde et in Psalm. (LIV) dicitur: „Veniat mors super eos, et descendant in infernum viventes“.
(Thomas von Aquin: Summa contra gentiles, Vierter Band, Buch 4, 89. Kapitel. Herausgegeben, übersetzt und mit einem Nachwort versehen von Markus H. Wörner, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt, 2001, S. 532f)

Für Thomas von Aquin und uns und wohl jeden Christen „ist die Hölle der Ort, an dem die Seelen bestraft werden“ (aaO 543, 91. Kapitel)

Wer dies nicht glaubt, ist ein Häretiker nach der Auffassung des Kirchenlehrers Alfons Maria von Liguori:

„Otra de las herejías que anduvo sembrando Almerico fué la de suponer, que los elegidos carecen de lugar fijo en donde disfruten de su eterna felicidad, así como tampoco existe lugar determinado de castigo para los condenados á las  eternas penas...”
(S. Alfonso M. de Ligorio: Disertacion IX. Del estado de los bienaventurados despues del juicio. §. 1. Si el cielo empireo es la mansion de los bienaventurados, pág. 366. En: La Verdad de la Fé. Pons Madrid/Barcelona, 1847)

Also sind Wojtyla und Ratzinger Häretiker oder Ketzer, Johannes Paul II. auch noch deswegen, weil er den Wunsch ausgesprochen hat, die Hölle möge leer sein.

12. Der Himmel ist das Ziel des christlichen Lebens. Wer leugnet, daß der Himmel ein Ort ist, ist ein Häretiker.

Siehe voriges Kapitel. Vater unser im Himmel, wie kann man dich nur so schmähen? Selbst Päpste wagen es heute, den Himmel zu einer menschlichen Angelegenheit zu machen, ihn als Begegnung zwischen den Menschen zu interpretieren, den Himmel herunterzuholen, als ob Du nicht existieren würdest.

"Himmel deutet nicht nur einen Ort an, sondern noch mehr einen Zustand der Freude, größten Glücks und größter Seligkeit." (Sellemond: Das goldene ABC)

"Alle Wünsche werden dort in Erfüllung gehen." (Nachfolge Christi III 49)

"Gott schauen heißt, an seinem Leben teilnehmen, in den ganzen Reichtum des Lebens des dreieinigen Gottes eingetaucht sein, dieses Leben in seiner Fülle mitleben." (W. Grafe 152, zitiert im Handbuch des einfachen Lebens, Kapitel 40)

Papst Pius V. und Clemens XIII.: Großer Katechismus der Katholischen Religion
428 Was ist der Himmel? Antwort: Der Himmel ist der Ort, wo die Engel und Heiligen sich der ewigen Seligkeit ewig erfreuen. 429 Wer kommt in den Himmel? Antwort: In den Himmel kommt, wer im Stand der Gnade gestorben und die begangenen Sünden abgebüßt hat. (Zitiert in: Dienst am Glauben, P. Fridolin Außersdorfer OFM, A-6020 Innsbruck, Höttinger Gasse 15a, Heft 4, Oktober - Dezember 1999)

Wir verstehen jene Katholiken nicht, die diesen Widerspruch in päpstlichen Erklärungen für zweitrangig ansehen. Pius V. und Clemens XIII. legen im Katechismus als Dogma fest, daß der Himmel ein Ort ist. Wojtyla und Ratzinger behaupten, daß der Himmel kein Ort ist. Wer von diesen ist nun unfehlbar, und wer nicht?

13. Der Glaube vereint alle Christen – Außer bei Gott gibt es keine Sicherheit

Es gibt auf Erden keine Sicherheit (Bruder Luis von Granada: Meditation für Dienstagabend: Das Elend des menschlichen Lebens, im Handbuch des einfachen Lebens, 194), auch nicht im kirchlichen Lehramt, das sich so oft widersprochen hat. Das meiste war und ist hilfreich, aber manches verwirrt. Gott allein ist die Wahrheit. Seine angeblichen Stellvertreter haben allzu oft ihre Position mißbraucht. Jesus Christus sagte: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.“ (Johannes 14,6) Katholiken, beißt euch nicht fest an der Papstfrage, sondern blickt wie die anderen Konfessionen mehr auf Christus! Mensch bleibt Mensch, und Gott ist Gott.

Natürlich finden Konfessionen, Sekten und sogenannte progressive Katholiken, Protestanten und Anglikaner in einer erneuerten Katholischen Kirche keinen Platz, wenn sie an den Fundamenten des Glaubens und der christlichen Moral rütteln. Die Altkatholiken zum Beispiel „sind offen für homoerotisch empfindende Menschen und sprechen ihren Freundschaften Gottes Segen zu“. (Mitteilung per E-Mail am 17.7.2000) Diese Haltung richtet sich gegen die Verdammung der Homosexuellen durch Gott in Sodom und Gomorrha und gegen ihre radikale Verurteilung von Mose bis zu den Aposteln.

Andrerseits ist auch die heutige römisch-katholische Kirche nicht mehr dieselbe wie zur Zeit des Konzils von Trient, und schon jene hatte mit der Urkirche nicht sehr viel gemeinsam. Die von sündigen Menschen geprägte Amtskirche war selten identisch mit der wahren Kirche Christi, die allen als Ideal vorschwebt. Die Pforten der Hölle haben Teile des Vatikans schon längst überwältigt – entgegen dem dort angebrachten Spruch „ET PORTAE INFERI NON PRAEVALEBUNT“.

Aber die wahre Kirche können sie nicht überwältigen, denn Gott ist mit und in ihr. Deshalb müssen wir alle die wahre katholische = allgemeine Kirche wieder herstellen. Die abgespaltenen Konfessionen müssen sich einer gereinigten römisch-katholischen Kirche wieder anschließen, aber mit einem Papst, der kein Häretiker ist und welcher der Diener aller ist. Möge der Heilige Geist die Herzen der Kirchenführer und der Gläubigen erfüllen!

Es geht darum, endlich Gottes Willen zur Einheit zu erfüllen und irdische Machtpositionen als zweitrangig zu behandeln. Vorrangig sind jetzt Glaube und Gebet. Die Hierarchien sind eher irdisch, und „in der Schrift steht nichts vom Heiligen Vater. Ganz im Gegenteil: Christus sagte: „Niemand soll sich Vater nennen lassen. Einer ist euer Vater, ihr alle aber seid Brüder.“ (Matthäus 23,9.8, Prälat Franz Wesenauer in der katholischen Zeitschrift „Glaube und Kirche“, Nr. 24, April 1983)

Die Einheit der Christen aller Konfessionen findet schon jetzt ihren Ausdruck im gemeinsamen Glauben an Gott Vater, Jesus Christus und den Heiligen Geist, im Vaterunser, in dem von allen anerkannten Glaubensbekenntnis (Credo) von Nizäa-Konstantinopel und im unablässigen Gebet der Mönchsväter in der Wüste (Philokalia) und des russischen Pilgers (Aufrichtige Erzählungen):

Herr Jesus Christus, erbarme dich meiner!

Damit existiert und lebt die wahre katholische Kirche, die allgemeine Kirche, die der Leib Christi auf Erden ist, auch in uns. Wer Gott liebt, hält Seine Gebote. Jesus sagte nicht: Wer an die Unfehlbarkeit des Papstes glaubt, ist gerettet, sondern er sagte:

„Wer den Willen Gottes tut, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter.“ (Markus 3,35)

Gott ist größer als die Amtskirche, die von Kräften der Unterwelt unterwandert ist (siehe die Bücher „Via col vento in Vaticano“, Kaos edizioni, Milano; Malachi Martin: El último Papa, Ed. Planeta, Barcelona; englische Ausgabe New York). Wer an rigiden Kirchengeboten verzweifelt, aber das Gute will, dessen erbarmt sich vielleicht der barmherzige und gerechte Schöpfer aller Wesen.

Auch im Namen von Franziskus von Assisi, Katharina von Siena, Girolamo Savonarola, Teresa von Avila und Luis von Granada.

Etika, christlicher Informationsdienst - Wache der Barmherzigkeit – AIHS – www.etika.com

Literatur:

Peter de Rosa: Gottes erste Diener – Die dunkle Seite des Papsttums, Wilhelm Heyne Verlag München, 2005, als Taschenbuch in Buchhandlungen für 9.90 Euro zu bestellen; Erstausgabe von 1989 auch in Bibliotheken; englische Ausgabe „Vicars of Christ“, Bantam Presse, 1988

www.etika.com, 15, Ökumene

Handbuch des einfachen Lebens, ETIKA 2000 (gegen freiwillige Spende und Portoersatz)

Aufrichtige Erzählungen eines russischen Pilgers, Herder Verlag Freiburg

Das immerwährende Herzensgebet. Zusammengestellt von Alla Selawry. Otto Wilhelm Barth Verlag

Igor Smolitsch: Leben und Lehre der Starzen. Der Weg zum vollkommenen Leben. Herder Verlag Freiburg

Tatjana Goritschewa: Heilige Mutter Erde, Kösel Verlag München

3. Reformation ausführlich - Index 15 - Index 1