ETIKA

ÖKUMENE

www.etika.com
8.6.2003, Pfingsten

15OE3

Christliche Einheit jetzt!

Apostel der letzten Zeiten AIHS: 15 Lösungen

 

Gebet

 

Heilige Schrift:

Jesus betete um die Einheit seiner Jünger:

„Lass sie alle eins sein wie Du, Vater, in mir und ich in dir. So sollen auch sie eins sein, damit die Welt glaube.“ (Johannes 17,21)

 

Euer Herz erschrecke nicht. Glaubet an Gott und glaubet an mich. (Johannes 14,1)

Was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun. (Johannes 14,14)

Alles, was ihr bittet im Gebet, wenn ihr´s glaubet, werdet ihr´ s empfangen. (Matthäus 21,22)

(Wir sind so kühn und bitten, dass wir diese Schrift nicht umsonst verfasst haben.)

 

Zusammenfassung:

Wir sollen alles mit dem Gebet tun. Nur das führt zum Erfolg. Gebet und Leben müssen eins werden.
(Mehr im Handbuch des einfachen Lebens, Kap. 26 Das Atmen der Seele, 27 Gott hilft dem, der ihn bittet, 28 Dank, Lob, Betrachtung, im Internet unter Index 1)

Sehr nützlich ist es, Gebetszeiten einzuhalten.

 

Was trennt folgende Christen im Moment des Gebets?
Trennt sie die Tatsache, dass die einen gefirmt, die anderen konfirmiert sind? Trennt sie der Messopferstreit? Trennen sie die verschiedenen Ansichten über die Stellung des Papstes?

 

Teresa von Avila, katholisch

„Die Seele kann sich Christus als gegenwärtig vorstellen und sich angewöhnen, seine heilige Menschheit recht innig zu lieben, ihn stets mit sich herumzuführen, mit ihm zu reden, ihm ihre Bedürfnisse mitzuteilen, ihre Leiden zu klagen, sich mit ihm zu freuen, wenn es ihr wohl ergeht, und in diesem Wohlergehen seiner nicht zu vergessen. Dazu bedarf sie keiner künstlich ausgedachten Gebete; es genügen ganz einfache Worte, welche ihre Bedürfnisse und Wünsche ausdrücken.“ (Leben, Kapitel 12)

 

Der Verfasser des Buches von der Nachfolge Christi, katholisch, von evangelischer Seite anerkannt, im Mittelalter:

„Herr, du weißt, wie es besser ist. Was und wie Du willst, das und so soll es geschehen. Gib mir das, was Du geben willst; gib mir, soviel Du willst, und gib es mir zu der Zeit, wann Du es geben willst. Schalte und walte mit mir, wie Du willst, wie es Dir besser gefällt, wie es Dir zur größeren Ehre gereicht. Stelle mich hin, wohin du willst, und tu mit mir in allem, frei und ungehindert, wie Du willst. Ich bin in Deiner Hand; wende mich hin und her; drehe mich um und um. Sieh! Ich bin Dein Knecht, bereit zu allem. Ich will nicht mir leben, sondern Dir – könnte ich es doch würdig und vollkommen.“ (III, 15)

Gerhard Tersteegen, evangelisch, 1724:

"Meinem Jesus! Befehle, herrsche und regiere in mir; ich gebe Dir Vollmacht über mich und verspreche, mit Deiner Hilfe und Beistand eher dieses mein Blut bis auf den letzten Tropfen für Dich vergießen zu lassen, als mit Willen und Wissen in- und auswendig Dir untreu oder ungehorsam zu werden."

 

Katharina Labouré, katholisch, um 1830:

„Wenn ich in die Kapelle gehe, knie ich mich vor den lieben Gott hin und sage ihm: Heiland, hier bin ich, gib mir, was Du willst! Gibt er mir dann etwas, dann bin ich zufrieden und danke ihm; lässt er mich leer ausgehen, so danke ich ihm auch, denn ich verdiene ja nicht mehr. Und dann erzähle ich ihm alles, was mir in den Sinn kommt. Ich vertraue ihm auch meine Freuden und Leiden an und höre auf ihn. Höre auch du ihm zu, dann wird er auch zu dir reden.“

 

Bernadette Soubirous, katholisch, 1871:

„Ich werde Dich loben und Dir danken für den Verlust meiner Güter und all dessen, was mir gehört; für die Ungerechtigkeiten, Beschimpfungen, Verleumdungen, denen ich ausgesetzt sein kann, für die Unbequemlichkeiten und für die Schmerzen des Körpers; für die Qualen und die Betrübnisse des Geistes und des Herzens. Ich werde alles annehmen, weil es aus Deiner göttlichen Hand kommt, und aus Liebe zu dir, und weil ich überzeugt bin, dass ein unendlich guter Vater seine Kinder nicht betrüben kann, wenn nicht um sie zu retten.“

 

Ähnlich beteten der hl. Nikolaus von der Flüe und viele andere. Nichts trennt alle diese Christen im Augenblick des Gebets. Sie stehen unmittelbar vor Gott, und da ist keine konfessionelle Schranke mehr zwischen ihnen. Denn Gott wird nicht das inständige Flehen einer armen evangelischen Witwe überhören und das gedankenlose Dahinplappern von Gebetsformeln eines reichen katholischen Geschäftsmannes, der um noch mehr Erfolg für seine Unternehmen bittet, vorziehen, nur weil dieser „das richtige Gesangbuch“ hat.

 

Praxis:

·        Betet täglich das Vaterunser, wenn möglich zu den sieben Gebetszeiten!
Vater unser im Himmel,
geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.

·        Betet ohne Unterlaß! Je- sus Chri- stus! Siehe Unablässiges Gebet -  ETIKA-Gebet

·        Macht euer Leben zu einem Gebet. Begleitet alles, was ihr tut, mit einem Gebet!

·        Betet auch Gebete der anderen Konfessionen! Evangelische, orthodoxe und koptische Christen:
Nutzt den reichen Gebetsschatz der katholischen Kirche!

 


 

Vertiefung von A -Z

 

Arbeiten und beten

Mutter Teresa rät:

"Du kannst beten, während du arbeitest. Die Arbeit hält das Gebet nicht auf und das Gebet nicht die Arbeit. Es bedarf nur einer kleinen Erhebung des Herzens zu ihm:

"Ich liebe dich, Gott, ich vertraue auf dich, ich glaube an dich, ich brauche dich jetzt."

Kleine Dinge wie diese. Das sind wunderbare Gebete."
(Desmond Doig: Mutter Teresa - Ihr Leben und Werk in Bildern. Herder Verlag Freiburg 1976,  S. 177f.)

Luther (siehe weiter unten: Kritik am vielen Beten) hat diese Empfehlung leider nicht gehört.

 

Christliches Beten
Das Gebet ... "ist die Anerkennung und Bejahung der totalen Überlegenheit Gottes und der völligen Abhängigkeit und Unverfügbarkeit unserer menschlichen Existenz.  ... ,oratio´ ... Augustinus ... ,ein Gespräch mit Gott´ ... nicht zu verstehen als ein einseitiges Reden und Erzählen, als eine Art Monolog, sondern auch als ein Hören und Empfänglichsein für den Anspruch und die Antwort Gottes, so daß eine eigentliche Zwiesprache mit dem göttlichen Partner zustande kommt. ... Johannes von Damaskus...: ,Das Gebet ist die Erhebung unseres Geistes zu Gott´.

(P. Peter Morant OFMCap: Unser Weg zu Gott - Das Vollkommenheitsstreben im Geiste des hl. Franziskus, Thomas-Verlag Zürich, Verlag Ferdinand Schöningh, München, Paderborn, Wien, 1965, 231)

 

Franziskus: Von den Moslems lernen

 

Franziskus von Assisi war bei seiner Reise in den Orient fasziniert von den regelmäßigen Gebetszeiten, die alle Moslems, ob Imam oder einfache Gläubige, strikt einhalten, und vom Muezzin, der vom Minarett (gesprochen Minareh) die Gläubigen dazu auffordert. Er wünschte sich einen ähnlichem Glaubenseifer bei den Christen im Abendland. Für die Laienbrüder des Ordens der Minderen Brüder ordnete er an:

 

„Die Laien sollen vierundzwanzig Vaterunser beten für die Matutin, für die Laudes fünf, für Prim, Terz, Sext, Non, für jede dieser Horen sieben, für die Vesper aber zwölf, für die Komplet sieben; und sie sollen für die Verstorbenen beten.“ (Bullierte Regel 3, Zeile 3, Seite 167 in: die Schriften des heiligen Franziskus von Assisi, Dietrich-Coelde-Verlag Werl/Westfalen, 1982)

 

Und die Lenker der Völker rief er auf:

„Und erweist Gott in dem Euch anvertrauten Volk soviel Ehre, daß Ihr jeden Abend durch einen Ausrufer oder durch ein anderes Zeichen das ganze Volk dazu auffordert, Gott, dem allmächtigen Herrn, Lob und Dank zu sagen. Und wenn Ihr dies nicht tut, so wisset, daß Ihr vor eurem Herrn und Gott, Jesus Christus, am Tag des Gerichts Rechenschaft ablegen müsset.“

Wollen wir einen neuen Versuch starten? Es hängt vom einzelnen ab. Wer will, kann mitmachen:

 

Beten wir zumindest ein Vaterunser oder aber den Text oder eine Stelle aus dem Einfachen Brevier des Franziskus zu den entsprechenden Tagzeiten, wegen der Nachrichten im Radio evtl. fünf Minuten vorher oder nach ihnen:

 

Matutin. In Erwartung des Tageslichts

Prim: bei Sonnenaufgang

Terz: 9 Uhr vormittags

Sext: mittags

Non: 15 Uhr, Todesstunde Jesu Christi

Vesper: bei Sonnenuntergang

Komplet: zum Tagesausklang

 

Immerwährendes Herzensgebet

"Das immerwährende Herzensgebet ist die Wissenschaft aller Wissenschaften und die Kunst der Künste." (Johannes Klimakos, zit: in: Das immerwährende Herzensgebet - Ein Weg geistiger Erfahrung. Russische Originaltexte zusammengestellt und übersetzt von Alla Selawry. Otto Wilhelm Barth Verlag, 1986)

 

Kardinal Newmans Gebet um Einheit:
Sie wissen alle nicht, was sie tun

Herr Jesus Christus, Du hast am Kreuz gebetet:

„Vater, vergib ihnen, sie wissen nicht, was sie tun!“

Das ist auch heute noch der Fall bei vielen von uns:

Sie wissen nicht, was sie wissen sollten, oder haben vergessen, was sie einmal wussten.

Sie leugnen, dass es einen Gott gibt, aber sie wissen nicht, was sie tun.

Sie lachen über die Freuden des Himmels und die Qualen der Hölle, aber sie wissen nicht, was sie tun.

Sie sagen sich los vom Glauben an Dich, den Erlöser der Menschen, verachten Deine Worte und Sakramente, schmähen und verleumden Deine heilige Kirche und ihre Priester, aber sie wissen nicht, was sie tun.

Sie führen irre, die unterwegs sind, schrecken die Schwachen und verderben die Jugend, aber sie wissen nicht, was sie tun.

Andere haben Verlangen nach der Religion, aber sie nehmen den Irrtum für Wahrheit, folgen ihren eigenen Vorstellungen, verführen andere und halten sie von Dir zurück.

Sie alle wissen nicht, was sie tun.

Du aber kannst ihnen das Wissen geben.

O Herr, wir beschwören dich bei Deinen eigenen Worten:

„Gott und Vater, verzeih ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!“

Lehre sie jetzt, öffne ihre Augen, ehe die Zukunft kommt!

Gib ihnen den Glauben an das, was sie einst sehen müssen, wenn sie hier nicht daran glauben wollen!

Gib ihnen hier einen starken und rettenden Glauben!

Zerstöre ihre schrecklichen Irrtümer und gib ihnen zu trinken von dem lebendigen Wasser, von dem Du gesagt hast:

„Wer davon trinkt, wird nicht mehr dürsten.“

Amen.

(Entnommen aus: „ewig“, 7+8 / 1995)

Luthers Kritik am vielen Beten zeitbezogen

Wenn Luther das viele Beten kritisiert, so muß man das vor dem Hintergrund der Geschäftemacherei des Klerus sehen:

"Was soll Gott für Gefallen daran haben, wenn die erbärmlichen Vigilien (nächtliche Vorfeier eines kirchlichen Festes oder einzelne Lesungen und Gebete daraus)  und Messen so jämmerlich dahingeplappert werden, weder gelesen noch gebetet! ... um Geldes willen und aus Pflicht und Schuldigkeit vollbracht. Nun ist es doch nicht möglich, daß Gott ein Werk gefällt oder bei ihm etwas erlangt, das nicht in freiwilliger Liebe geschieht. So ist es jedenfalls christlich, daß wir alles abschaffen oder doch verringern, was wir in Mißbrauch kommen sehen und was Gott mehr erzürnt als versöhnt. ... O liebe Christen, es liegt Gott nicht am vielen, sondern am rechten Beten. Ja, er verdammt die langen und vielen Gebete Mt 6,7 und sagt, sie werden sich nur mehr Strafe damit verdienen (Mt 23,14). Aber die Habgier, die Gott nicht vertrauen kann, richtet solches Unwesen an; sie hat Sorge, sie müßte Hungers sterben.
(Martin Luther: Die reformatorischen Grundschriften, Band 2, Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1983, S. 114, An den christlichen Adel deutscher Nation von des christlichen Standes Besserung. 1520)

 

Macht des Gebets

"Das Gebet ist so stark, so mächtig, daß du ,beten und tun kannst, was du willst´, und das Gebet wird dich zum rechten und wahrhaften Wirken hinführen.

(Aufrichtige Erzählungen eines russischen Pilgers. Herder Verlag, Freiburg, 17. Auflage, 1989. S. 209)

"Bete und fürchte nichts; fürchte dich weder vor Unglück noch vor Unheil - das Gebet wird dir zur Abwehr dienen und alles abwenden." (aaO 210)

 

„Ohne Gebet wie Tiere“

Der evangelische indische Religionsphilosoph Sadhu Sundar Singh hat den europäischen Christen vorgeworfen (beifällig zitiert von dem streng katholischen Pfarrer Manfred Adler in seinem Buch "Vom Sinn und Ziel unseres Lebens", Miriam Verlag Jestetten 1984, S. 104)

"Ihr habt keine Zeit zum Beten... Menschen, die keinen Umgang mit Gott im Gebet haben, sind nicht wert, Menschen genannt zu werden, sie sind abgerichtete Tiere."

 

Wandel in Gottes Gegenwart

Zu der so unerfüllbar scheinenden Forderung Jesus "Betet ohne Unterlaß" (1 Thess 5,17)  schreibt P. Peter Morant:

"... die Moral weist darauf hin, daß die Gottvereinigung durch dauernd guten willen nachhaltiger gefördert wird als durch ständiges An-Gott-Denken. ... Ohne Unterlaß betet derjenige, der seinerseits häufig und inbrünstig tatsächlich betete und andererseits sein ganzes Leben durch eine stillglutende Liebe zu einem ununterbrochenen Gottesdienst gestaltet."
(P. Peter Morant OFMCap: Unser Weg zu Gott - Das Vollkommenheitsstreben im Geiste des hl. Franziskus, Thomas-Verlag Zürich, Verlag Ferdinand Schöningh, München, Paderborn, Wien, 1965, 256)

Literatur:

Philokalie, Philakolia, Philokaleia, (äußerst umfangreiche Sammlung von Schriften der Kirchenväter, heute nur Teilausgaben erhältlich); die russische Ausgabe Dobratolubije ist angereichert mit Schriften der Starzen

Aufrichtige Erzählungen eines russischen Pilgers, Herder Verlag Freiburg

ETIKA-Gebetssammlung: www.etika.com/d11/index.htm

Meditationen des Luis von Granada
Nur spanisch: Luis von Granada: Libro de la oración y meditación;
ziemlich ähnlich ein gleichnamiges Buch von Pedro de Alcántara

Index Christliche Einheit jetzt! - Index 15 - Index 1