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Gedichte

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18LP16

Irrungen

22.7.2013 K. B. D.

Franziskus, du hast auch geirrt.
Totale Armut!“ ‒ Utopie.
Hier und dort ein eignes Haus,
ein Psalter für den Bruder: „Nie!“ 1

So hat Jesus es gewollt:
Ohne Tasche, Schuh´ und Stab 2
sollen die Apostel gehn,
also ohne Gut und Hab.

Wir sind da regelrecht verwirrt:
Jesus, das versteh´n wir nicht.
Verzeih, wenn wir es anders tun,
nimm uns hier nicht in die Pflicht.

Auch Teresa war zu streng,
ließ die Lieben ganz allein. 3
Ein Abt zwang all´ zur Feldarbeit;
Buchabschreiben: dreimal nein! 4

Benedictus, weiser Mönch,
gib uns Rat, wie Er es mag:
Gehorsam, Liebe, Gottvertrau´n,
Gebet und Arbeit 5 jeden Tag.

Rainer Lechner, etika.com

Anmerkungen:

1 Le Goff; Sabatier; Fioretti

2 Matthäus 10,10

3 Leben 7. Kapitel

4 Raymond: Los Tres Rebeldes

5 ORA ET LABORA

Nachdruck dieses Gedichts bis September 2013 jedermann bei Quellenangabe etika.com gestattet

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