ETIKA

Pater Martin von Cochem

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Von den vier letzten Dingen

1-7-2011

Vorrede

Von den
vier letzten Dingen,
dem Tode, dem Gerichte, der Hölle und dem Himmelreiche,
von
Pater Martin von Cochem.
Neue umgearbeitete Auflage.
Landshut, 1859.
Druck und Verlag der Joseph Thomann´schen Buchhandlung.
(J. B. v. Zabuesnig.)

Vorrede.

Die Betrachtung des jüngsten Gerichtes ist sehr kräftig, das menschliche Herz von den Lastern abzuwenden, und zur heilsamen Furcht Gottes anzutreiben. Denn wenn Einer es ernstlich überdenkt, daß alle seine bösen Gedanken, Worte und Werke vor aller Welt zu seiner größten Schande offenbar werden, so wird er ohne Zweifel bei sich denken und sprechen:

„Ei so will ich mich vor bösen Werken hüten, damit ich nicht an jenem Tage von allen Menschen und Engeln beschämt werde.“

Und wenn er dann auch liest, wie schrecklich die Bösen ihr furchtbares Loos bejammern, und wie sie zuletzt mit allen Teufeln in die Hölle gestürzt werden, so wird er wieder bei sich sprechen:

„Ei so will ich nach Möglichkeit die Gesellschaft und Bosheit der Gottlosen meiden, damit ich nicht ewig mit ihnen verdammt werde.“

Ich hab die gute Hoffnung, daß meine einfache und schlichte Beschreibung des jüngsten Gerichtes, mit der göttlichen Gnade, bei allen Denen, die nicht ganz verstockt sind, viel Gutes bewirken und viel Böses verhindern werde, wenn sie nur aufmerksam und mit guter Meinung gelesen wird. Ich glaube auch, die Herren Prediger würden sehr wohl daran thun, und nicht geringe Frucht daraus schöpfen, wenn sie über diesen Gegenstand im Advent, oder auch zu einer andern Zeit des Jahres ihren Zuhörern predigen würden. Wenn dieselbe ihnen aber zu einfältig scheinen sollte, so könnten sie leicht einige Figuren und Citationen aus der heiligen Schrift und den heiligen Vätern hinzufügen. Ich glaube jedoch nach meinem geringen Verstande, daß eine einfältige Predigt, wofern sie nur mit Eifer gehalten wird, mehr auswirke, als eine gelehrte und spitzfindige.

Der gnadenreiche heilige Geist wolle Allen, welche diese Abhandlung lesen oder hören, das Herz erweichen, und ihnen eine heilsame Furcht Gottes und vor dem jüngsten Gerichte einflößen, damit sie durch dieselben vor der zukünftigen schrecklichen Furcht bewahrt werden. Amen.

 

 

 

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