ETIKA

Pater Martin von Cochem

www.etika.com

18B18B1

Von den vier letzten Dingen

24.7.2011

Von den Zeichen, welche dem Jüngsten Gerichte vorangehen

S. 22-28

Von den
vier letzten Dingen,
dem Tode, dem Gerichte, der Hölle und dem Himmelreiche,
von
Pater Martin von Cochem.
Neue umgearbeitete Auflage.
Landshut, 1859.
Druck und Verlag der Joseph Thomann´schen Buchhandlung.
(J. B. v. Zabuesnig.)

Von den Zeichen, welche dem jüngsten Gerichte vorangehen werden.

Der erschreckliche Richter aller Lebendigen und Todten, Christus Jesus, welcher bei seiner ersten Ankunft ganz mild und friedlich, und in großer Stille auf die Erde gekommen ist, wird bei seiner zweiten Ankunft ganz erzürnt und in der Absicht, die Sünde zu rächen, und in großer Majestät öffentlich zum Gerichte kommen. Damit seine Ankunft uns nicht unversehens überfalle, und in unsern Sünden ertappe, so will er viele schreckliche Zeichen, die uns vom sündigen Leben abmahnen sollen, vorhergehen lassen. Von diesen Zeichen spricht er selbst:

„Und es werden Zeichen an der Sonne, an dem Monde und den Sternen sein, und auf Erden große Angst unter den Völkern wegen des ungestümen Rauschens des Meeres und der Fluten; und die Menschen werden verschmachten vor Furcht und Erwartung der Dinge, die über den Erdkreis kommen werden; denn die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden. Dann werden sie den Menschensohn in den Wolken kommen sehen mit großer Macht und Herrlichkeit“ (Luc. 21, 25 – 27).

„Ja es wird alsdann eine Trübsal sein, desgleichen von Anfang der Welt nicht gewesen ist, noch ferner sein wird. Und wenn dieselben Tage nicht abgekürzt würden, so würde kein Mensch gerettet werden“ (Math. 24, 21 22).

O wohl eine erschreckliche Prophetie! Was könnte noch Erschrecklicheres gesagt werden, als eben das, was wir so eben gehört haben? Wenn es ein heiliger Vater, oder Ausleger der Schrift sagte, so würden wir es kaum glauben, weil es aber die ewige Wahrheit selber sagt, so können wir es nicht verneinen.

Wer will aber erklären, wie viele, wie wunderbare, und wie erschreckliche Zeichen vor der allgemeinen Zerstörung der ganzen Welt vorhergehen werden, und wie lange Zeit dieselben währen, und wie grausam sie die Menschen erschrecken werden? Als Gott die Stadt Jerusalem zerstören wollte, ließ er ein ganzes Jahr zuvor einen schrecklichen Kometen in Gestalt eines flammenden Schwertes über der Stadt sehen, auch ließ er eine ganze Armee gewaffneter Reiter in den Lüften miteinander streitend den Juden vor Augen schweben, damit sie hierüber erschrecken und zur Buße greifen sollten. That er nun dies vor dem Untergang der einzelnen Stadt, oder eines einzigen Landes; was wird er nicht vor dem Untergange aller Länder, und der ganzen weiten Welt thun, wenn er seine strafende Hand ausstrecken wird über die ganze Erde, um Alles zu vertilgen?

Es ist daher wohl anzunehmen, daß eine geraume Zeit vor dem jüngsten Tage in allen Ländern, ja in der ganzen Luft sehr viele schreckliche Zeichen werden gesehen werden, welche so furchtbar aussehen werden, daß die armen Menschen vor Furcht und Schrecken verschmachten möchten. Dies wollte Christus zu verstehen geben, da er sprach:

„Es werden Zeichen geschehen an der Sonne, dem Monde und den Sternen, und die Menschen werden verschmachten vor Furcht und Erwartung der Dinge, die über die ganze Welt kommen werden.“

Denn beim Anblicke dieser furchtbaren Zeichen werden die Leute gleichsam mit Händen greifen können, was für ein schreckliches Elend über sie kommen werde, und wie gewaltig der gerechte Gott über die Sünder erzürnt sein müsse. Solcher Zeichen werden immer mehrere sich sehen lassen, besonders in den letzten Tagen vor dem Untergang der Welt. Es wird dann so fürchterlich hergehen, daß, wenn Gott diese Tage nicht verkürzte, auch die Auserwählten anfangen würden zu verzweifeln und kein Mensch auf Erden selig werden würde.

Denn es wird plötzlich, wie der hl. Hieronymus sagt, die Luft allenthalben mit solchen schwarzen, dicken und erschrecklichen Wolken überzogen werden, dergleichen vom Anfang der Welt nie gesehen worden sind. Zugleich mit diesen Wolken wird sich ein solcher grausamer Sturmwind erheben, welcher nicht nur die Bäume aus der Erde reißen, sondern auch die Dächer von den Häusern abwerfen wird. Er wird die Menschen, die er auf dem Felde findet, in die Luft führen, und jene, die er auf der Straße antrifft, plötzlich niederwerfen.

Alsdann wird in den Wolken ein solches unerhörtes Ungewitter mit Donner, Blitzen, Hageln, Sausen, Knallen und Krachen entstehen, daß die Menschen meinen werden, der Himmel mit dem ganzen Firmamente wolle einfallen. Es werden viele tausend Blitze kreuzweise, und überquer durch die schwarzen Wolken herumschießen, und solche entsetzliche Strahlen und Feuerblitze von sich werfen, daß man meinen wird, Luft und Wolken stünden in vollen Flammen. Die Blitze werden in so viele Thürme, Häuser und Bäume einschlagen, daß an vielen Orten Brand und Mord entstehen, und Jammer über Jammer sein wird.

Von diesen gewaltigen Sturmwinden werden alle Meere sammt allen Flüssen der Erde so gewaltig gepeitscht und nach Außen hin getrieben, daß ihre Wellen über die Berge, ja schier bis an die Wolken hinaufzuschlagen scheinen werden. Deßwegen werden alle Menschen in äußersten Sorgen stehen, sie möchten die ganze Erde überschwemmen, und Alles, was lebt und schwebt, ertränken.

Dieses Sausen und Brausen der Wasserwellen wird eine geraume Zeit währen, und durch das unglaubliche Ungestüm alle Fische und Meerthiere gleichsam wüthend und tobend machen. Diese wilden Thiere werden durch Eingebung der Natur, und durch besondere göttliche Anordnung empfinden, daß ihr Untergang vorhanden, und daß sie sammt allen Kreaturen vernichtet werden sollen. Deßwegen werden sie insgesammt über den wilden Wassern erscheinen, ihre Köpfe in die Höhe heben, und durch ein unerhörtes Wunder mit deutlicher Stimme so fürchterlich heulen und brüllen, daß ihr Geschrei die Luft erfüllen, und die Menschen erstarren machen wird. Bedenke also, o Christ! welche unerhörte Wunder vor dem jüngsten Gerichte geschehen sollen, und wie der gerechte göttliche Zorn sich über alle Kreaturen ausgießen werde.

Dieß Alles aber ist nur ein Anfang der Nöthen,“ sagt Christus. Was aber darnach kommen werde, erklärt er mit den Worten:

„Sogleich nach der Trübsal dieser Tage wird die Sonne verdunkelt werden, und der Mond wird seinen Schein nicht mehr geben, und die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden“ (Math. 24, 29).

Die Sonnenfinsterniß wird mitten am hellen Tage entstehen, und so schrecklich und entsetzlich sein, wie noch keine von Anfang der Welt auf Erden gesehen worden ist. Denn die liebe Sonne, welche sonst Menschen und Vieh erfreut, wird alsdann so dunkel und erschrecklich aussehen, daß Alles, was auf Erden lebt, vor Schrecken zittern und verschmachten möchte. Unter der Sonne wird der liebe Mond stehen, nicht in seinem gewöhnlichen Schein, sondern ganz furchtbar und blutroth. Die Sterne wird man mitten im Tage am Firmament des Himmels sehen, aber nicht glänzend, noch fröhlich schimmernd, sondern düster, ungestaltet und verblichen. Diese entsetzliche Finsterniß wird nicht bloß an einem Orte der Welt, sondern überall gesehen werden; sie wird auch nicht bloß einige Stunden, wie sonst gewöhnlich, sondern einige Tage und Nächte währen, und je länger sie währen wird, desto erschrecklicher wird sie sein, bis es endlich so dunkel wird, daß man Nichts mehr sehen kann.

Alsdann wird der Jammer erst recht angehen, und auf der ganzen Welt wird solches Heulen und Klagen gehört werden, daß die armen Leute vor Leid und Schrecken wie erstarrt sein werden. Denn diese unerhörte Sonnenfinsterniß wird in allen lebenden und empfindlichen Kreaturen solche unnatürliche Angst und Traurigkeit erwecken, daß Alles, was nur Zunge und Stimme hat, vor Leid und Kümmerniß weinen, heulen und klagen wird.

Alle Vögel des Himmels, alle Thiere der Erde, alle Fische der Gewässer, und alle Menschen der ganzen Welt werden solches erschreckliche Leidwesen führen, werden so erbärmlich weinen und seufzen, werden so fürchterlich heulen und brüllen, und werden so unnatürlich rufen und schreien, daß, wenn Gott die elenden Kreaturen zu ihrer größern Strafe nicht erhielte, alle Herzen vor dem Uebermaß des Leides zerspringen müßten.

Ueber Alles aber wird erschrecklich sein das Heulen und Brüllen der leidigen Teufel in den Lüften, was den armen Menschen solchen Schrecken einjagen wird, daß sie fast verzweifeln möchten. Denn weil die leidigen Teufel, welche bisher in den Lüften und wilden Einöden gewohnt haben, durch diese vorhergehenden Zeichen, und besonders durch die grausame Sonnenfinsterniß klar erkennen werden, daß der jüngste Tag nunmehr angebrochen, so werden sie so jämmerlich trauern und klagen, so furchtbar heulen und brüllen, ja so unsinnig wüthen und toben, daß nicht allein die Herzen der Menschen, sondern selbst der Erdboden erzittern wird. Schon von Anfang an haben die Teufel Nichts so sehr gefürchtet, als eben den entsetzlichen jüngsten Tag, weil sie an demselben vor dem strengen Gerichte Gottes erscheinen, den allerschrecklichsten Urtheilsspruch der ewigen Verdammniß anhören und nach demselben in den abscheulichsten brennenden höllischen Kerker auf ewig geworfen werden sollen.

Wie schrecklich diese Dinge sind, weiß keine irdische Kreatur besser, als eben die leidigen Teufel selbst; darum kann sich auch kein Mensch vor dem jüngsten Tage so sehr fürchten, als eben diese vermaledeiten Geister, weil sie zu jener Zeit mit Händen greifen können, daß jener Tag, welchen sie von Anfang so sehr gefürchtet haben, nun angebrochen sei. Ach, was für einen Jammer! ach, was für ein Geschrei! ach, was für ein Geheul werden sie machen. Wie werden sie wüthen und toben, wie werden sie rasen und einander zerreißen und zerfetzen!

Teil 2

Hier sage ich wieder mit Christus: „Diese Dinge sind nur ein Anfang der Nöthen, aber es ist noch kein Ende.“ Denn nach dieser entsetzlichen Finsterniß, wenn es nun endlich zum allmähligen Untergange der Welt gehen wird, wird sich Aller darüber und darunter wenden, und solche erschreckliche Unordnung in allen Elementen und am Firmamente entstehen, daß alle Menschen meinen und fürchten werden, der Himmel falle ein, und die Erde gehe gänzlich zu Grunde. Dies will Christus andeuten, wenn er sagt: „Die Kräfte der Himmel werden erschüttert werden, und die Sterne werden vom Himmel fallen.“ Denn durch Gottes Gewalt und Befehl wird das Firmament mit allen Sternen, die Sonne mit allen Planeten, und die Luft mit allen Wolken so gewaltig, so schrecklich erzittern, erbeben und erschüttert werden, daß in der Luft ein lauteres Krachen und Brechen, Sausen und Brausen, Knallen und Poltern wird gehört werden, so daß vor der Gewalt dieser Erschütterung alle Sterne von ihren Orten gerückt, und die Kometsterne auf die Erde herabfallen werden.

Durch die allgemeine Erschütterung der himmlischen Kräfte wird der Erdboden so sehr verwüstet und bewegt werden, daß er nicht nur erzittern und erbeben, sondern auch zerreißen und in Stücke zerbrechen wird. Dadurch wird es geschehen, daß alle Hecken und Bäume aus der Erde springen, alle Häuser und Palläste zu Boden fallen, alle Thüren und Mauern zerreißen, alle Berge und Hügel versinken, und die Erde an vielen Orten tiefe Ritzen bekommen wird, so daß man bis in die Hölle wird hinunter sehen können. Diese erschrecklichen Zeichen, wovon das heilige Evangelium klare Meldung thut, und andere dergleichen, wovon die heiligen Väter schreiben, werden die Vorboten des jüngsten Tages sein, und aller Welt den Untergang ankündigen.

Nun lasse ich dich urtheilen, wie es wohl den zu jener Zeit lebenden Menschen zu Muthe, und welch ein Jammer unter allen Kreaturen alsdann sein werde. Christus hat es angedeutet mit den Worten: „Es wird auf der Erde eine Angst unter den Völkern sein wegen dem Brausen des Meeres und der Fluten. Die Menschen werden vor Furcht verschmachten in Erwartung der Dinge, welche über den ganzen Erdkreis kommen werden“ (Luc. 21.) Ferner durch die Worte: „Denn es wird alsdann eine große Trübsal sein, dergleichen von Anfang der Welt bis jetzt nicht gewesen ist, noch fernerhin sein wird. Und wenn dieselben Tage nicht abgekürzt würden, so würde kein Mensch gerettet werden“ (Math. 24.) Was hätte er noch Schrecklicheres sagen, und wie hätte er doch klarer das äußerste Elend der armen Menschen beschreiben können, als eben daß sie vor Furcht verschmachten werden?

Ach, die armen Leute, die alsdann leben werden! Ach, des Jammers, denn sie dann leiden werden! Wie ist es möglich, daß sie bei solchem unergründlichen Elend nicht verzagen, ja gar verzweifeln! Wenn schon ein Mensch ganz standhaft wäre, ja wenn er gleichsam ein heiliger Apostel wäre, sollte man doch meinen, es wäre ihm nicht möglich, dieses unsägliche Leid auszustehen. Daher werden die armen Leute nicht anders aussehen, als wie Einer, der ein furchtbares Gespenst gesehen hat. Die Haare werden ihnen vor Schrecken gen Berg stehen, die Gebeine werden ihnen vor Furcht erzittern, die Sprache wird ihnen vor angst entfallen, das Herz im Leibe wird ihnen vor Betrübniß verschmachten, ja sie werden anzusehen sein, wie Solche, die den Verstand verloren haben. Keiner wird dem Andern helfen, Keiner den Andern trösten, ja keiner mit den andern auch nur ein Wort reden können. Sondern Alle werden mit einander heulen und weinen, und sich in die Höhlen der Erde zu verkriechen suchen, wenn es nur möglich wäre.

Wenn dieser Jammer mehrere Tage oder Wochen lang gewährt, alsdann wird der gerechte Gott dem Elend ein Ende machen, und Alles, was unter dem Firmamente ist, durch das Feuer verzehren. Denn durch seine göttliche Allmacht wird Feuer vom Himmel fallen, und Alles, was es ergreift, in Brand stecken. Es wird auch an vielen Orten Feuer aus der Erde schlagen, und die armen Leute so erschrecken, daß sie nicht wissen werden, wo sie hinlaufen, und wie sie dem Feuer entkommen möchten. Viele werden in die Höhlen und Keller kriechen, und Viele in die Brunnen und Flüsse sich eintauchen. Das wüthende Feuer aber wird allmählig so groß werden, daß es alle Wälder und Bäume ergreifen, und alle Städte und Dörfer anzünden wird. Alsdann wird die ganze Erde an allen Orten anfangen zu brennen, und eine erschreckliche, nimmer erhörte Feuersbrunst entstehen.

Die Hitze dieses fressenden Feuers wird so groß sein, daß sie alle Steine und Felsen zerschmelzen, und alle Berge und Hügel wie Wachs erweichen wird. Alle Meere und Wasser werden wie Wasser in einem Kessel wallen und sieden; ja wie Einige meinen, wie Oel und Schmalz brennen und flammen, wodurch alle Fische, sammt allen Menschen und Thieren, die in das Wasser geflohen sind, erbärmlich sieden und brennen, und erbärmlich sterben und umkommen werden.

Diejenigen, die sich in die Höhlen und Keller verkrochen haben, werden ersticken, und sammt allen Anderen zu Asche und Pulver verbrannt werden. Ach, was wird dann für Jammer und Noth auf Erden entstehen, und was für ein Grausen wird es sein, die armen Menschen in vollen Flammen liegen zu sehen! Ach Gott! wie werden sie so grausam heulen und schreien, und mit ihrem Geschrei den ganzen Luft- und Erdkreis erfüllen! Auf diese Weise wird die ganze Welt ein erschreckliches Ende nehmen, und Alles, was Gott erschaffen hat, entweder verzehrt, oder durch´s Feuer geläutert werden. Denn diese gewaltige Hitze wird die Luft ganz reinigen, und wird die Wasser klarer, als lauter Rosenwasser machen. Es wird auch die grobe Erde ganz verkochen und zerschmelzen, und so hell und durchscheinend machen, als wäre sie lauter Kristall. So wird sie dann bleiben in alle Ewigkeit und nie mehr wird Etwas darauf wachsen. (Anmerkung ETIKA: Hierüber gibt es verschiedene Ansichten.)

 

Anmerkung ETIKA: In den Texten dieses weisen Ordensmannes ist der wahre katholische Glaube enthalten, den der Papst und die Bischöfe heute leider nicht mehr verkündigen, weil sie selbst nur noch das glauben, was ihnen paßt.

Wird fortgesetzt, es wird immer spannender

Index 18 B ETIKA-Bibliothek