ETIKA

Luis von Granada
Meditationen und Gebete

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18B3M12B

Donnerstagabend.
Das letzte Gericht. Das Ende der Welt und die Auferstehung der Toten.

4.1.2010
Mit 5 Bildern

Gebet und Betrachtung vom ehrwürdigen Ludwig von Granada aus dem Predigerorden.

Aus dem Spanischen übersetzt von Dr. phil. Theol. Jakob Ecker, Professor am Priesterseminar zu Trier. (Anm.: *1851, † 17.11.1912)
Herdersche Verlagsbuchhandlung, Freiburg im Breisgau, 1912. Erstes Bändchen. Erster Teil. Zweites Kapitel.
B. Sieben Abendbetrachtungen. Seite 297-302.

Donnerstag. Das letzte Gericht.

2    . Das Ende der Welt und die Auferstehung der Toten.

Nach all diesen Zeichen wird die Ankunft des Richters nahe bevorstehen. Vor ihm her geht eine allgemeine Feuerflut, die alle Herrlichkeit der Welt in Brand setzt und in Asche verwandelt. Dieses Feuer wird für die Bösen der Anfang ihrer Strafe sein, für die Guten der Anfang ihrer Glorie, für die, welche noch etwas abzutragen haben, das Reinigungsfeuer ihrer Schuld.

Hier wird ein Ende nehmen alle Herrlichkeit der Welt; hier wird aufhören die Bewegung des Himmels, der Lauf der Planeten, die Fortzeugung der Kreaturen, der Wechsel der Zeiten und alles, was vom Himmel abhängig ist. Der hl. Johannes schreibt in seiner Offenbarung:

„Und ich sah einen starken Engel von dem Himmel niedersteigen, in eine Wolke gehüllt, den Regenbogen auf dem Haupte; sein Antlitz war wie die Sonne, und seine Füße glichen Feuersäulen. . . . Er setzte seinen rechten Fuß aufs Meer, den linken auf das Land . . . . Und dieser Engel erhob seine Hand zum Himmel und schwur bei dem, der lebt in alle Ewigkeit: . . . Es soll nun keine Frist mehr sein.“ (Offb 10, 1 2 5 6.)

Es wird von nun an keine Bewegung des Himmels mehr geben; es wird nichts mehr sein, was mit derselben zusammenhängt; und, was noch weit wichtiger ist: es gibt keine Gelegenheit mehr zur Reue, zum Verdienst oder zur Verschuldung für das andere Leben.

(Anmerkung ETIKA: Welcher Schrecken wird die protestantischen Prediger ergreifen, die ihre Gläubigen irregeführt haben mit der Behauptung, der Mensch brauche von sich aus nichts tun, keine Verdienste erwerben, denn alles werde ohne sein Zutun von der Gnade Gottes entschieden! Welche Panik wird der Pfarrer in E. empfinden, der am 3.1.2010 den Schluss der Offenbarung verfälscht hat oder aus einer gefälschten Bibel zitiert hat: „Die Gnade des Herrn Jesus sei mit allen!“, statt die Wahrheit zu verkünden: „Die Gnade des Herrn Jesus sei mit euch (Christen, die Gott treu sind) allen!“ Denn die Gläubigen, die von Verfälschern des Evangeliums irregeführt worden sind, werden aus Fegefeuer oder Hölle laut nach Gerechtigkeit und Bestrafung ihrer Verführer schreien! Dasselbe gilt natürlich für all jene katholischen Geistlichen, die ebenfalls der Allerlösungslehre der letzten Päpste sowie des Antichrist huldigen und deren falscher Ökumene dienen! Mehr dazu am Schluss des folgenden Kapitels unter der Überschrift: Allerlösungslehre gebiert Monster.)

Nach diesem Feuer wird, wie der Apostel Paulus sagt, ein Erzengel mit großer Macht und Herrlichkeit erscheinen. Er wird in eine Posaune stoßen, deren mächtiger, furchtbarer Ton in alle Länder der Erde dringt. So ruft er alle Völker zum Gerichte. Das ist jene schreckliche Stimme, von welcher der hl. Hieronymus sagt:

„Ich mag essen oder trinken, immer ist es mir, als töne an meine Ohren der Ruf: Stehet auf, ihr Toten, und kommt zum Gericht!“

Wer wird sich über diese Vorladung beschweren? Wer kann dieses Gericht abweisen? Wer bebt und zittert nicht bei dieser Stimme? Dieser Ruf raubt dem Tode seine ganze Beute und nötigt ihn, alles zurückzugeben, was er der Welt genommen hat. Der hl. Johannes sagt:

„Und es gab das Meer die Toten, die in ihm waren; und der Tod und die Unterwelt gaben die Toten, die in ihnen waren.“ (Offb 20, 13.)

Was für ein Anblick wird das sein, wenn Meer und Erde allenthalben so verschiedene Leiber herausgeben; wenn so viele Heere, so viele Stämme und Arten von Völkern und Nationen zusammenkommen?

(Anmerkung ETIKA: Man beachte die 5 Bilder am Schluss, aufgenommen in der Kirche von Moos i. P. Wenn du sie nicht anschaust, wirst du es vielleicht in Ewigkeit bereuen, denn ihr Anblick hätte dich möglicherweise vor dem ewigen Verderben gerettet.)

Dort werden erscheinen Alexander, Xerxes und Artaxerxes, Darius und die römischen Cäsaren, die mächtigsten Könige in andern Gewändern, mit anderem Mute, mit andern Gedanken als jenen, die sie in der Welt hatten; kurz, dort werden zusammenkommen alle Nachkommen Adams, damit ein jeder Rechenschaft von sich gebe und gerichtet werde nach seinen Werken.

(Anmerkung: Wir wollen nicht versäumen, darauf hinzuweisen, daß dabei auch Voltaire und Robespierre, Lenin und Stalin, Hitler und Himmler, Churchill und Roosevelt, Mao und Pol Pot usw. bis hin zu den heutigen Politikern und Medien-Manipulatoren ihren letzten großen Auftritt haben werden. Ebenso werden jene Milliarden, die sich haben verblöden lassen, für ihre Dummheit bestraft werden.)

Wiewohl aber alle auferstehen, um nie wieder zu sterben, so wird doch der Unterschied zwischen den einzelnen Leibern sehr groß sein. Denn die Leiber der Gerechten werden schön und wie die Sonne glänzend auferstehen; doch die Leiber der Bösen dunkel und häßlich wie der Tod selbst.

(Anmerkung: Der ganze Aufwand in Fitness-Hallen und Wellness-Bädern sowie die Schönheitsoperationen werden dann für die Katz sein, und die berückendsten Filmstars sowie die Millionen Busenstars der Zeitschriften und des Internet würden sich ob ihrer abgrundtiefen Häßlichkeit in die hintersten Winkel verkriechen, wenn sie könnten.)

Welche Freude wird es alsdann für die Seelen der Gerechten sein, zu sehen, daß ihr Wunsch nun erfüllt ist, daß sie mit ihren lieben Freunden nun wieder vereinigt sind nach so langer Trennung! Wie wird alsdann die Seele zu ihrem Leibe sagen können:

Mein Leib, mein treuer Genosse, der du mir geholfen, diese Krone zu erringen; der du so oft gefastet, gewacht, die Schläge der Abtötung, die Trübsal der Armut und das Kreuz der Buße und die Widerreden der Welt ertragen hast!

Wie oft entzogst du deinem Munde das Brot, um es dem Armen zu geben!

Wie oft gabst du dein Gewand hin, um den Armen zu kleiden!

Wie oft hast du auf dein Recht verzichtet und es verloren, um nicht den Frieden mit dem Nächsten zu verlieren!

Es ist also recht, daß die jetzt auch Anteil hast an diesem Gute, da du mir behilflich warst, es zu gewinnen; du mußt Genosse meiner Glorie sein, da du auch Gefährte meiner Mühen warst!

Da werden sich also die beiden treuen Freunde wieder zu einem einheitlichen Ganzen vereinigen, nicht mit widerstrebenden Neigungen und Wünschen, sondern durch das Band ewigen Friedens und steter Übereinstimmung, so daß sie ewig singen können:

„Siehe, wie schön und lieblich ist´s, wenn Brüder zusammenwohnen!“ (Ps 131, 1.)

Aber auf der andern Seite: welche Trauer wird die Seele des Verdammten empfinden, wenn sie ihren Leib so dunkel, unrein, so häßlich und verabscheuungswürdig sieht!

O unglückseliger Leib, wird sie sagen, o Anfang und Ende meiner Schmerzen, o Grund meiner Verdammnis, nicht mein Gefährte nun, sondern mein Feind, nicht Gehilfe, sondern Verfolger, nicht meine Wohnung, sondern Kette und Fallstrick meines Verderbens!

O unseliger Geschmack, wie teuer muß ich deine Leckereien nun bezahlen!

O ekelhaftes Fleisch, das du mir solche Qualen durch deine Lüste bereitet hast! Ist das der Leib, für den ich sündigte? Sein waren die Lüste, durch welche ich verloren ging! Wegen dieses unreinen Leibes verlor ich das Himmelreich? Wegen dieses verworfenen und gemeinen Baumes verlor ich die Frucht des ewigen Lebens?

O höllische Furien, erhebet euch gegen mich und reißet mich in Stücke; denn ich verdiene solche Strafe!

O unseliger Tag meiner unheilvollen Geburt, da mein Los derart sein sollte, daß ich mit ewigen Qualen so kurze, ja augenblickliche Lüste bezahlen muß!

Diese und andere Reden der Verzweiflung wird die unglückliche Seele gegen den Leib führen, den sie in dieser Welt so sehr liebte.

Nun sage mir, o elende Seele: warum verabscheust du dasjenige so sehr, was du so sehr liebtest? War das nicht dein geliebtes Fleisch? War nicht dieser Bauch dein Gott? War nicht dies das Angesicht, für das du so sehr besorgt warst, das du vor Sonne und Luft bewahrtest und mit künstlichen Farben bestrichst? Waren das nicht die Arme und die Finger, die von Gold und Diamanten glänzten? War das nicht der Leib, welchem Meer und Land dienstbar waren, um ihm einen leckern Tisch, ein weiches Bett und kostbare Kleider zu besorgen? Was hat dich denn so umgestimmt? Wer hat das so abscheulich gemacht, was dir vorher so liebenswürdig erschien? –

Hier siehst du, mein Christ, was aus der Herrlichkeit der Welt mit all ihren Lüsten und Ergötzungen des Leibes wird!

 

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Das Jüngste Gericht, Bild in der Kirche von Moos i. P., Südtirol
Fotos: Rainer Lechner