Wojtyla und Ratzinger wollen euch um diesen Himmel des Bruders Luis von Granada betrügen!

ETIKA

Luis von Granada
Meditationen und Gebete

www.etika.com
22-5-2005
4-6-2009

18B3M15

Die himmlische Glorie

Valencia 1851.
Meditation am Samstagabend

 

Meditaciones sobre los principales misterios
de nuestra Santa Fe, y doctrina para la oración.
Por el V. P. M. Fr. Luis de Granada,

del sagrado Orden de Predicadores.
Valencia. Imprenta de D. Agustin Laborda. Año de 1851. Seiten 280 - 288
Con aprobación y licencia de la Autoridad Eclesiástica de esta diócesis.

 

Fray Luis de Granada: Libro de la oración y meditación.
Segunda edición. Ediciones Palabra, S. A., Madrid, 1979. Seiten 162 - 166.

Text auf spanisch/espanol. Übersetzung: R. L.

Meditation für Samstagabend

15. Kapitel
Betrachtung der Herrlichkeit.

 

1 . An diesem Tag, wenn du das Zeichen des Kreuzes gemacht hast mit der Vorbereitung, wie sie im zweiten Kapitel beschrieben ist, wirst du an die Glückseligkeit in der Herrlichkeit denken können. Diese Betrachtung ist von so großem Nutzen, daß sie, wenn sie vom Licht des lebendigen Glaubens unterstützt würde, genügen würde, um uns alle Mühen und Bitterkeiten, die wir wegen dieses Gutes erleiden, zu versüßen. Denn wenn die Liebe zu einem Landgut alle Mühen versüßt, die wir seinetwegen auf uns nehmen, und wenn die Kinderliebe der Frau den Wunsch nach den Wehen auslöst, was wird dann die Liebe dieses höchsten Gutes, im Vergleich zu dem alle die anderen keine Güter sind, bewirken?

 

Und wenn man vom Patriarchen Jakob sagt, (Genesis 39) daß ihm die sieben Jahre Dienst der großen Liebe wegen, die er zu Rachel hegte, gering vorkamen, wie würde dann die Liebe jener unendlichen Schönheit und jener ewigen Hochzeit unser Verhalten ändern, wenn wir sie mit Augen des lebendigen Glaubens betrachten würden?

 

2. Um nun etwas von diesem Gut zu verstehen, kannst du folgende fünf Dinge betrachten: die Vorzüglichkeit des Ortes, das Vergnügen an der Gesellschaft, den Anblick Gottes, die Glorie der Körper und endlich die Fülle aller Güter, die es dort gibt.

 

3. Betrachte zuerst die Vortrefflichkeit des Ortes, und besonders seine Größe, die staunenswert ist. Bei einigen höchst bedeutenden Autoren ist zu lesen, daß jeder der Sterne des Himmels größer ist als die ganze Erde, und was noch mehr ist, daß einige von ihnen eine solch bemerkenswerte Größe haben, daß sie neunzig mal größer sind als sie; und so erhebe denn die Augen zum Himmel und erblicke in ihm eine solche Menge von Sternen und so viele Räume, die leer sind und in die noch viele andere passen würden - ist das nicht Grund zum Erschrecken, bleibt man da nicht sprachlos und außer sich, wenn man die Unermesslichkeit jenes Ortes sieht, und noch viel mehr die Unermesslichkeit jenes erhabenen Künstlers, der ihn aus dem Nichts geschaffen hat?

 

4. Denn seine Schönheit ist nicht mit Worten auszudrücken: Denn wenn Gott in diesem Tal der Tränen und Ort der Verbannung so wunderbare und schöne Dinge geschaffen hat, was wird er erst an jenem Ort geschaffen haben, welcher der Sitz seiner Herrlichkeit, Thron seiner Größe, Palast seiner Majestät, Haus seiner Auserwählten und Paradies aller Wonnen ist? (Dan. 7)

 

5. Nach der Vortrefflichkeit des Ortes betrachte die Vornehmheit seiner Bewohner, deren Zahl, deren Heiligkeit, deren Reichtümer und Schönheit alles überschreitet, was sich denken lässt.

Der hl. Johannes sagt (Apokalypse 5,11 und 7,9), daß die Zahl der Auserwählten so groß ist, daß niemand genug ist, um sie zählen zu können.

Der hl. Dionysius sagt, daß es so viele Engel gibt, daß sie größenmäßig alle materiellen Dinge, die es auf der Erde gibt, bei weitem überschreiten.

Der hl. Thomas, im Einklang mit dieser Meinung (3. part. q. 50, art. 5. Quomodo intelligatur explic. 3 p. q. 110, art 6. ad 2.), sagt:

"So wie die Größe der Himmel die der Erde ohne Maß überschreitet, so überschreitet die Menge jener glorreichen Geister jene aller materiellen Dinge, die es in dieser Welt gibt, mit dieser selben Überlegenheit und im selben Verhältnis."

 

Also, was kann bewundernswerter sein? Sicher ist, daß dies genügt, wenn man alles gut betrachtet, alle Herzen zu schocken. Und wenn jeder der Engel, selbst wenn er der kleinste ist, schöner ist als diese ganze sichtbare Welt, wie wird es dann sein, wenn wir eine solch große Zahl von so schönen Engeln sehen und die Vollkommenheiten und Ämter, die ein jeder in jener erhabenen Stadt hat?

 

Dort wandeln die Engel, verwalten die Erzengel, triumphieren die Fürstentümer, freuen sich die Gewalten, regieren die Herrschaften, strahlen die Kräfte, blitzen die Throne auf, leuchten die Cherubim und brennen die Seraphim, und alle singen Loblieder auf Gott (Hiob 38).

 

Wenn also die Gemeinschaft und der Umgang mit den Guten so lieblich und freundschaftlich ist, wie wird es sein, dort bei so vielen Guten zu weilen, mit Aposteln zu reden, sich mit den Propheten zu unterhalten, Gedankenaustausch mit den Märtyrern und endlich mit allen Auserwählten zu pflegen?

 

6. Und wenn es eine so große Herrlichkeit ist, sich der Gemeinschaft mit den Guten zu erfreuen, wie wird es erst sein, wenn wir uns der Gemeinschaft und Gegenwart Jenes erfreuen, den die Sterne des Morgens loben, über dessen Schönheit sich Sonne und Mond wundern, vor dessen Antlitz die Engel niederknien und dessen Gegenwart sich die Menschen rühmen?

 

Wie wird es sein, wenn wir jenes universelle Gut sehen, in dem alle Güter enthalten sind, und jene größere Welt, in der alle Welten enthalten sind; und jenen, der, obwohl er eins ist, in allem ist, und der, obgleich von höchster Einfachheit, die Vollkommenheiten aller Dinge umfaßt?

 

Wenn es etwas so Großes war, den König Salomon zu hören und zu sehen, wie die Königin von Saba sagte (1 Könige 10,8):

Glückselig deine Leute, die vor deinem Angesicht stehen und sich an deiner Weisheit laben,

was wird dann sein, jenen Höchsten (...) zu sehen, jene ewige Weisheit, jene unendliche Größe, jene unschätzbare Schönheit, jene unermeßliche Güte, und sich für immer an ihnen zu erfreuen? Dies ist die wesentliche Herrlichkeit der Heiligen (1 Kor 5), dies ist das letzte Ziel und der Mittelpunkt unserer Wünsche.

 

7. Betrachte danach die Glorie der Körper, an denen nichts ist, was nicht verherrlicht ist, denn dort wird jedes der Glieder und Sinne seine besondere Glorie haben und einen Gegenstand, an dem es sich ergötzt.

 

Und dort erfreuen sich die Körper jener vier einzigartigen Gaben:  Feinheit, Leichtigkeit, Unempfindlichkeit und Helligkeit, welch letztere so groß sein wird, daß jeder von jenen Leibern wie die Sonne im Reich ihres Vaters leuchten wird (Matthäus 13,43). Wenn also nicht mehr als eine Sonne, die inmitten dieses Himmels ist, genügt, um der ganzen Welt Licht und Freude zu spenden, welche Wirkung werden dann erst so viele Sonnen und Lampen haben, die dort glänzen werden?

 

8. Schließlich, um abzukürzen, werden sich in dieser Glorie alle Güter in einem befinden, und von ihr werden alle Übel begraben sein. Dort wird sein:

·       Gesundheit ohne Krankheit,

·       Freiheit ohne Knechtschaft,

·       Schönheit ohne Häßlichkeit,

·       Unsterblichkeit ohne Verwesung,

·       Überfluß ohne Not,

·       Ruhe ohne Störung,

·       Sicherheit ohne Furcht,

·       Kenntnis ohne Irrtum,

·       Übersättigung ohne Überdruß,

·       Fröhlichkeit ohne Trauer und

·       Ehre ohne Widerspruch.

 

Dort wird nach den Worten des hl. Augustinus die wahre Herrlichkeit herrschen, wo niemand eines Irrtums wegen gepriesen wird noch aus Schmeichelei. Dort wird die wahre Ehre sein, welche weder demjenigen verweigert wird, welcher sie verdient, noch jenem zuerkannt wird, der sie nicht verdient. Dort wird der wahre Frieden herrschen, wo der Mensch weder von sich selbst noch von anderen belästigt wird.

 

Der Preis der Tugend wird derjenige selbst sein, der die Tugend gegeben hat und der sich selbst als Lohn für sie verheißen hat, und der die größte und beste von allen Dingen ist.

 

Er wird das Ziel aller unserer Wünsche sein, er, der ohne Ende zu sehen sein wird, ohne Überdruß geliebt wird und ohne Müdigkeit oder Langeweile gepriesen werden wird.

 

Der Ort dort wird weit, schön, glänzend und sicher sein, die Gemeinschaft sehr gut und angenehm; die Zeit wird im Gleichfluß sein, nicht mehr unterschieden nach Abend und Morgen, sondern mit einer einfachen Ewigkeit dahinfließen.

 

Dort wird immerwährender Sommer herrschen, der mit der kühlen Frische und dem Wind des Heiligen Geistes immer am Blühen ist.

 

Dort sind alle fröhlich, alle singen und alle loben ständig jenen höchsten Geber von allem, durch dessen Großmut und Freigebigkeit sie leben und herrschen in seiner Herrlichkeit.

 

Oh himmlische Stadt, sichere Bleibe, Land, wo sich alles das findet, was Wonne bereitet, Volk ohne Murren, stille Nachbarn und Menschen ohne Bedürftigkeit! Oh wenn nur dieser Streit schon zu Ende ginge! Oh wenn  die Tage meiner Verbannung schon vorbei wären! Oh wie lange dauert die Zeit meiner Pilgerschaft! (Psalm 41) Wann wird dieser Tag kommen? Wann werde ich kommen und vor dem Angesicht meines Gottes erscheinen?

 

9. Sobald die Meditation beendet ist, folgen die Danksagung und die Aufopferung seiner selbst und die Bitten, wie im zweiten Kapitel ausgeführt.

 

16. Kapitel A Die Schönheit und Vortrefflichkeit des Ortes der Herrlichkeit

 

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