ETIKA

Luis von Granada
Meditationen und Gebete

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18B3M16D

Himmel: Die Herrlichkeit des Leibes

Meditation am
Samstagabend
4.6.2009

Gebet und Betrachtung vom ehrwürdigen Ludwig von Granada aus dem Predigerorden.

Aus dem Spanischen übersetzt von Dr. phil. theol. Jakob Ecker, Professor am Priesterseminar zu Trier. (Anm.: *1851, † 17.11.1912)
Herdersche Verlagsbuchhandlung, Freiburg im Breisgau, 1912. Erstes Bändchen. Seite 359-361

Der Himmel
4. Die Herrlichkeit des Leibes

Der gerechte Richter und so freigebige Vater begnügt sich aber nicht damit, die Seelen zu verherrlichen, sondern geht in seiner Freigebigkeit zur Ehrung der Seelen so weit, daß er auch ihre Leiber verherrlicht und tierische Geschöpfe in seinem königlichen Palaste wohnen läßt.

O Liebhaber der Menschen, wie hoch ehrst du die Guten! Wie kann dieses Fleisch, das tierisch ist in allen seinen Begierden, im Heiligtum des Himmels sein, unter den Engeln des Himmels einen Platz haben! Laß, o Herr, den Staub beim Staube; denn die Erde paßt nicht für den Himmel.

Aber jener, der zu Abraham sagte, auch den Ismael werde er sagen, weil dieser sein Sohn sei (Gn 17, 20.) will auch den Leibern der Heiligen diese Gnade gewähren, weil diese mit ihren Seelen so eng verbunden waren. Der Herr will, daß derjenige, welcher die Last tragen half, auch an der Herrlichkeit Anteil habe.

·       Wie die Seele an der Herrlichkeit Gottes teilnimmt, weil sie sich in diesem Leben dem Willen Gottes unterwarf, so soll auch der Leib, der gegen seine Natur sich dem Willen der Seele unterworfen, teilnehmen an ihrer Herrlichkeit.

Und so werden die Gerechten an Leib und Seele glorreich sein und, wie der Prophet sagt, in ihrem Lande doppelte Güter besitzen (Is. 61, 7.): die Glorie der Seelen und die Glorie der Leiber.

Was soll ich noch von der Verherrlichung der Sinne sagen? Jeder einzelne wird seine besondere Freude und Glorie erhalten.

Die Augen, erneut und erhellt über das Sonnenlicht hinaus, werden schauen jene königlichen Paläste, jene verherrlichten Leiber und jene Gefilde der Schönheit und unzählig viele andere Dinge, die dort zu sehen sind.

Die Ohren werden beständig jene süße Musik vernehmen, von welcher ein einziger Ton hinreichen würde, alle Herzen der ganzen Welt in süßen Schlummer zu wiegen.

Der Geruchsinn wird erquickt durch süßeste Düfte, nicht von wohlriechenden Gegenständen wie hienieden, sondern durch andere Dinge, die der dortigen Herrlichkeit angemessen sind.

Ebenso wird auch der Geschmacksinn durch unglaubliche Süßigkeit erquickt, nicht zur Erhaltung des Lebens, sondern zur Vollendung aller Herrlichkeit.

Was wird dann die Seele der Seligen fühlen, wenn sie sich für die Abtötung und die Bewachung der Sinne, die nur so kurze Zeit gedauert, in diesen Abgrund der Herrlichkeit versenkt sieht, ohne ein Ende dieser großen Freuden zu sehen!

O beglückende Mühseligkeiten!  O gut belohnte Dienste! O Glück, das nicht in Worten ausgedrückt werden, das nur gefühlt und gewünscht werden kann, das wir mit tausend Leben suchen müßten, wenn wir sie hätten, um sie für dieses Glück dahinzugeben.

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