ETIKA
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DAS LEBEN MARIAS

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19.7.2002

María von Ágreda

Ankunft in Ägypten. Wunder. Verstoßung der bösen Geister aus den Götzenbildern. Die Baumverneigung

Die geheimnisreiche Stadt Gottes. Geschichte des Lebens der heiligsten Jungfrau Maria, wie sie der ehrwürdigen Klosterjungfrau Maria von Agreda geoffenbart wurde. 4. Buch, 24. Kapitel. Regensburg 1904, S. 239ff.

Viertes Buch, 24. Kapitel
Ankunft in Ägypten. Wunder

 

Auf ihrer Reise nach Heliopolis wurden Maria und Joseph einige Umwege geführt, um an verschiedenen Orten Wunder hervorzubringen. Sie legten in den fünfzig Tagen ihrer Wanderung über zweihundert Meilen zurück, obwohl sie auf geradem Wege viel kürzer hätten ans Ziel gelangen können.

 

Die Ägypter waren der Abgötterei ergeben. Auch der kleinste Ort hatte sein Götzenbild. An vielen Orten hatten sie Tempel, in welchen böse Geister auf Anfragen Antworten erteilten, welche das thörichte, abergläubische Volk verblendeten. Zur Erlösung dieser armen Menschen bedurfte es des menschgewordenen Wortes selber. Deshalb mußte Christus auf den Armen seiner Mutter in diesen Gegenden erscheinen, um dieses Land mit der Kraft seines göttlichen Lichtes zu bescheinen.

 

Bei der Ankunft in Ägypten erhob das Jesuskind seine Augen gen Himmel, und bat Gott für das Heil jener armen Sklaven der bösen Geister.

 

Von denen, welche sich bei und in den Götzenbildern befanden, stieß er einige in den Abgrund. Zugleich zerfielen mit heftigem Geprassel die Götzenbilder, die Tempel und Altäre.

 

Die bösen Geister wußten nicht, wo die Kraft ausging, welche sie bedrängte. Die Ägypter waren über diese Erscheinungen betroffen. Unter ihren Weisen hatten aber einige darüber Licht empfangen. Seit Jeremias war die Nachricht in Ägypten verbreitet, daß ein König der Juden in dieses Land kommen und die Götzentempel zerstören werde. Etwas Näheres wußten die Schriftgelehrten nicht, dem Volke aber war gar nichts davon bekannt.

 

Einige kamen zu Maria und Joseph, und erzählten ihnen von den Mirakeln. Maria nahm Anlaß, die Ansprechenden besser zu unterweisen, ihnen den wahren Gott bekannt zu machen und sie zu unterrichten, wie er der alleinige Schöpfer Himmels und der Erde sei, welcher allein angebetet und als Gott anerkannt werden müsse, wogegen die Bilder, welche man angebetet, von Lügengeistern bewohnt, keine eigene wahre Kraft hätten.

 

Marias Reden waren so lieblich und eindringlich, daß überall, wohin sie kam, sich viel Volk versammelte, um sie zu hören. Daselbe spürte zugleich die Wirkung des menschgewordenen Gottes. Es bekehrten sich viele zur wahren Erkenntnis und thaten Buße für ihre Sünden, ohne zu wissen, woher oder durch wen ihnen diese Wohlthat zu teil geworden.

 

Jesus und Maria setzten auf ihrer Reise ihr Wunderwirken fort, vertrieben die Teufel auch aus Besessenen, heilten viele schwere Krankheiten, und erleuchteten die Herzen vieler Leute.

 

In Hermopolis waren viele Götzenbilder und hausten viele Teufel. Namentlich hatte ein solcher in einem wegen seiner Größe und Schönheit ansehnlichen Baume Platz gefaßt. Als Christus dem Baume sich näherte, fuhr nicht nur der Teufel aus demselben, sondern der Baum neigte sich zur Erde, als ob er sich seines Glückes dankbar freute. Das Wunder der Baumverneigung vor dem vorüberziehenden Schöpfer begab sich auf dieser Reise öfter. Aber das Wunder zu Hermopolis ist mehr im Gedächtnisse geblieben, weil Laub und Früchte dieses Baumes viele Krankheiten geheilt haben.. Es ist auch von mehreren Schriftstellern erzählt (Nicephorus, Sozomenus).

 

Aus einem Brunnen bei Kairo hatten Maria und ihr Kind getrunken.; auch die Windeln des letzteren waren darin gewaschen. An diesem Brunnen begaben sich gleichfalls Wunder, von denen in verschiedenen Schriften Erwähnung geschieht.

 

Ergrimmt über den gewaltsamen Niedersturz so vieler Geister in die Hölle, eilte Luzifer an die Oberwelt und durchstrich Ägypten. Namentlich hatte sein Reich in Heliopolis Schaden genommen, und er spürte hier nach der Ursache umher. Er fand dort aber nichts Besonderes, außer daß Maria sich dort niedergelassen. Auf das Jesuskind achtete er nicht, weil er dasselbe für ein gemeines Menschenkind nahm.  Er hatte aber doch Argwohn auf Maria und beschloß, dieselbe von neuem zu verfolgen. Er teilte diesen Entschluß seinen Höllengeistern mit, welche ihn in seinem Vorgaben zu unterstützen versprachen. Es eilten ihrer daher viele nach Ägypten.

 

Eine geheime Kraft aber hielt sie ab, der Jungfrau auf mehr als siebentausend Schritte sich zu nähern. Beim Versuche, weiter zu kommen, wurden sie jählings in den Abgrund der Hölle gestürzt.

 

Diese Erfahrung quälte Luzifer, zumal nach der Menschwerdung des Wortes dieselbe schon mehrmals vorgekommen war. Er geriet auf den Gedanken, der Messias müsse doch auf die Welt gekommen sein. Da er sich diese Ankunft aber nur als eine feierliche denken konnte, so fiel er immer aus einem Zweifel in den anderen.

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