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ETIKA |
Ehmig: Gleichnisse |
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Irrlehren. |
22.1.2010 |
Neue Gleichnisse, Beispiele und Erzählungen
über die katholischen Glaubens- und Sittenlehren für Religionslehrer, Prediger
und Katecheten, zugleich ein nützliches Lesebuch für christliche Familien.
Gesammelt und alphabetisch geordnet von P. Franz Ehmig,
em. Pfarrer zu Mosern, Leitmeritzer
Diözese. Regensburg. Druck und Verlag von Georg Joseph Manz. 1868. Dritter
Band. Stichwörter: Irrgläubige. Irrige. Seite 10f
Irrlehren.
Die albernsten Irrlehren finden Gläubige.
Unter den zahlreichen Kolonien der Juden,
welche schon im apostolischen Zeitalter die Insel Creta oder Candia bewohnten, trat im Jahre 432 plötzlich ein unbekannter Mann auf,
der ungemeines Aufsehen erregte. Silberweiß war sein Haar, aber blühend schön
sein Angesicht, blitzend sein Auge, erhaben und Ehrfurcht
gebietend seine Gestalt, kraftvoll und hinreißend seine Rede. Die ganze
Insel durchwandernd, kündete er seinen Glaubensgenossen unerhörte Dinge an. Die
Zeit euerer Befreiung, sprach er, ist endlich
gekommen, euere Knechtschaft hat ihr Ende erreicht;
der Knecht Gottes Moses wird euch zum zweitenmale
gesendet, um Israel in das Land seiner Väter zurückzuführen, und ihr seht ihn
vor eueren Augen. Alle Wunder, wie sie vormals
geschahen, werde ich wieder ins Werk setzen und wie einst das arabische Meer, so wird
auch hier das mittelländische sich teilen, und ihr werdet trockenen Fußes hindurchziehen gegen Palästina. Diese und ähnliche
Reden wurden mit Jubel aufgenommen; das betörte Volk verließ alsbald Geschäfte,
Gewerbe und Feldbau und lebte bis zum Tage des Auszuges in steten Festen hin.
Endlich war der bestimmte Tag erschienen;
ein zahlreicher Haufe von Männer, Frauen, Greisen, Jünglingen, Mädchen und
Kindern hatte sich im Reisegewande zu dem Propheten versammelt, der ernst und
schweigend voranging und sie auf ein felsiges Vorgebirge der östlichen Küste
führte. Hier blieb er stehen, entflammte die Betörten noch einmal durch eine
schwungreiche Rede und ermahnte Groß und Klein, sich nunmehr unerschrocken, mit
festem Glauben, in das Meer zu stürzen, das unverzüglich sich teilen werde.
Sogleich sprangen die Vordersten wie
wahnsinnig in die Fluten hinab, die sich schäumend an den Klippen brachen, und
schon wollten die Übrigen ihnen nach, als sie die Leichname
der Verunglückten sahen, welche von den Wogen an die Klippen geschleudert
wurden, und das Geschrei derjenigen vernahmen, die verzweifelnd gegen die
Fluten kämpften. Das enttäuschte Volk wollte nun den Verführer ergreifen und in
Stücke zerreißen, allein er war im Tumulte verschwunden und kam nie mehr zum
Vorschein. Einen guten Ausgang hatte
dieses tolle Unternehmen doch, denn es ging den Meisten ein besseres Licht auf,
so daß sie Christen wurden.
Man soll die Seinigen vor Irrlehren bewahren.
Der heilige Einsiedler Sisois hatte Jünger um sich,
die er zu einem höheren geistlichen Leben anleitete. Eines Tages erschienen
einige freche Arianer unter ihnen, um sie kur ketzerischen Irrlehre zu
verführen. Sisois bemerkte dies. Mit sanfter Miene
trat er in ihre Mitte und ließ einen seiner Schüler eine Abhandlung des
heiligen Athanasius gegen den Arianismus
laut vorlesen, in welcher die Bosheit
dieser Ketzerei gründlich widerlegt wurde. Beschämt standen die Arianer da
und der sanfte Heilige entließ sie mit Milde und Freundlichkeit.
Irrlehren sind ein großes Übel.
Da der heilige
Antonius einmal arbeitete und die Brüder um ihn her saßen, heftete er
plötzlich seine Augen zum Himmel, seufzte und ächzte; nach längerer Zeit
zitterte er im Übermaß des Schmerzes; da betete er, vor Gottes Angesicht auf
die Kniee hingeworfen, daß Gott aus Gnade das
künftige Laster abwenden wolle. Auf das Gebet folgten seine Tränen. Die
Anwesenden ergriff eine ungemeine Furcht. Sie baten, er möchte ihnen das
Gesicht von dem großen Unglücke erzählen; aber Schluchzen ließ ihn nicht
sprechen. Kaum brachte er mit trauriger Stimme das Wenige heraus:
Es wäre besser, meine Söhne! den kommenden Freveln durch einen
schnellen Tod zuvorzukommen.
Er fing an, wurde aber durch Tränen
überwältigt. Unter schmerzlichen Seufzern vermochte endlich seine Brust so viel
herauszubringen:
Ein trauriger und in den vorigen Jahrhunderten unerhörter Frevel steht
bevor. Der
katholische Glaube wird durch einen gewaltigen Sturm überfallen werden und
Menschen, dem Viehe ähnlich, werden das Heiligtum
berauben; denn ich sah den Altar des Herrn von einer Menge von
Maultieren umgeben, die durch häufige Schläge ihrer Hufe Alles zerstörten.
Dieses ist die Ursache meiner Betrübnis. Und ich hörte die Stimme des Herrn
sprechen:
Mein Altar wird verwüstet werden!
Was dieses Gesicht bedeutete, traf ohne
Verzug auch wirklich ein; denn schon nach zwei Jahren brach die grausame Wut
der Arianer herein. Da wurden die Kirchen ausgeplündert, die heiligen Gefäße
entweiht, da wurden die heiligen Dienste durch Heiden befleckt; da wurden die
heidnischen Handwerker gegen Christum zu Hilfe
gerufen und die Katholiken gezwungen, mit Palmen in die Kirche zu gehen, was in
Alexandria ein Zeichen des Götzendienstes
war, damit man sie für Arianer halten möchte. O Frevel! Jungfrauen und Frauen ward Gewalt angetan; das Blut
Christi ward in der Kirche ausgeschüttet und damit wurden die Altäre besprengt;
das heilige Taufwasser ward besudelt. Unter den zerstörenden Maultieren wurden
die gottlosen Arianerketzer verstanden. Nichts fehlte
dem Gesichte an Wahrheit, wie der Ausgang bewiesen hat.
Anmerkung
1: Viel Schlimmeres noch wird sich während der kommenden Christenverfolgung
durch die Einheitsweltmacht und ihre Handlanger ereignen. Die Prophezeiung des
heiligen Antonius bezieht sich sicherlich auch auf die 3 1/2 Jahre des Antichrist.
Anmerkung
2: Statt bethört schreiben wir betört, statt dieß dies und dergleichen, um die Übersetzung in andere
Sprachen zu erleichtern.
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