ETIKA

Ehmig: Gleichnisse

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Irrtum.

7.3.2010
ETIKA-Bibliothek. Mit Hinweis auf zwei Bücher von Andreas Pitsch

Neue Gleichnisse, Beispiele und Erzählungen über die katholischen Glaubens- und Sittenlehren für Religionslehrer, Prediger und Katecheten, zugleich ein nützliches Lesebuch für christliche Familien. Gesammelt und alphabetisch geordnet von P. Franz Ehmig, em. Pfarrer zu Mosern, Leitmeritzer Diözese. Regensburg. Druck und Verlag von Georg Joseph Manz. 1868. Dritter Band. Stichwörter: Irrgläubige. Irrige. Seite 11-15.

Irrtum.

Irrtum in der Religion macht fanatisch und grausam selbst Väter gegen Kinder.

Im Jahre 235 wurde Regina zu Alix in Burgund geboren und verlor ihre  Mutter schon bei ihrer Geburt. Vor Schmerz über den Verlust seiner geliebten Gemahlin entfernte der Vater, ein vornehmer heidnischer Richter, das Kind aus dem Hause und übergab es einer Amme auf dem Lande zur Erziehung. Diese liebte das Kind inniglich und erzog es christlich, da sie selbst eine Christin war. Regina blühte in aller Schönheit des Leibes und der Seele auf.

Als in Alix das Fest einer Göttin gefeiert wurde, wobei die vornehmsten und schönsten Mädchen der Göttin Blumen streuten, ließ der Richter seine Tochter vom Lande holen. Heftig erschrak er, als er das schöne blühende Kind sah, das treueste Ebenbild seiner Gemahlin. Er war stolz auf eine solche Tochter und führte sie in allen vornehmen Häusern auf und unterrichtete sie, wie sie sich beim Feste zu benehmen habe. Ein Donner aus heiterem Himmel hätte ihn nicht so erschrecken können, als die Worte taten, welche Regina zu ihm sagte:

Vater, ich darf dem Opfer der Göttin nicht beiwohnen; denn ich bin eine Christin!

Seine Zuneigung und Liebe veränderte sich in die größte Wut und er forderte, daß sie entweder das Christentum, oder das väterliche Haus verlasse. Sie kehrte zu ihrer Amme zurück, welche sie mit Freuden aufnahm, aber doch zur Vorsicht aufs Gebirge zu einem Bauer vermietete, wo sie die Schafe hütete.

Religiöser Irrtum macht grausam und tilgt die Bruderliebe.

Ein vornehmer Römer, Namens Ablavius, hatte zwei Söhne, Cassian und Flakkus. Der erstere ward ein Christ, der andere wurde vom Kaiser Maximinian zum Richter über die Christen bestellt. Der Kaiser befahl ihm, in allen Gassen das Bild Jupiters aufzustellen und die Christen, die es nicht verehren würden, zu strafen. Zu gleicher Zeit erfuhr er, daß sein Bruder Cassian ein Christ geworden. Diesen wollte er aufsuchen lassen, um ihn zu töten; er starb aber, bevor er diese Ruchlosigkeit ausführen konnte. Dafür trat Venustianus an seine Stelle, der Mutter Bruders-Sohn, also ein Geschwisterkind. Dieser ließ den Vetter Cassian von vier Soldaten auf den Rücken unbarmherzig schlagen und dann hinrichten.

Religiöser Irrtum macht grausam Väter gegen Kinder.

Margaretha war die Tochter eines heidnischen Priesters, der das neugeborne Kind beim Tode seiner Gattin einer Amme auf dem Lande zur Erziehung übergab. Diese, eine Christin, erzog sie christlich. Als ihr Vater sie wieder zu sich nahm, bemerkte er, daß sie eine Christin sein möge. Er fragte sie hierüber und redete ihr zu gleicher Zeit vom Christenglauben ab.

Als nun Margaretha sich als Christin zu erkennen gab und sich weigerte, die Götter zu verehren, geriet ihr Vater in Wut und mißhandelte die Tochter unmenschlich. Später, als seine erneuerten Versuche fruchtlos blieben, schlug er sie bis aufs Blut, drohte, sie selbst den heidnischen Richtern als Christin anzugeben und stieß sie aus dem Hause. Margaretha floh zu ihrer Amme.

Auch der Heide Urbanus ließ seine christliche Tochter Christina von den Henkern so unbarmherzig martern, daß ihr Körper nur Eine Wunde war, und dann in den Kerker werfen; später ließ er sie auf ein Rad flechten, mit Öl begießen, daneben ein Feuer anzünden, das Rad umdrehen und das arme Mädchen lebendig braten. Haß und Erbitterung gegen seine christliche Tochter wüteten so sehr in seinem Innern, daß er plötzlich starb.

Religiöser Irrtum löscht sogar die Mutterliebe aus.

Der heilige Prokopius war einst Christ geworden. Seine heidnische Mutter wußte nichts von seiner Bekehrung. Da sie bemerkte, daß er die Götzen nicht verehrte, ermahnte sie ihn dazu; er aber nahm die goldenen Götzenbilder, ließ sie zu Münzen einschmelzen und verteilte diese unter die Armen. Aus Ärger darüber, daß er ihre Götter verachtete, ging die Mutter zum heidnischen Richter, gab ihren Sohn als Christen an und bat, ihn entweder zur Verehrung der Götter zu bekehren, oder, wenn er das nicht wolle, hinzurichten; was denn auch geschah. Viele weinten bei seiner Marter vor Mitleid, nur seine Mutter nicht.

Religiöse Irrtümer soll man wissentlich gar nicht anhören.

Als die Ottawas-Indianer im Jahre 1829 bei der amerikanischen Regierung um katholische Missionäre baten, sendete man ihnen wie gewöhnlich protestantische Geistliche. Die Indianer aber jagten sie mit Entrüstung weg und ließen der Regierung sagen: Behaltet eure Irrtümer für euch; unser Volk braucht keine Missionäre mit Frauen und Kindern, sondern die Schwarzröcke – so nannten sie die Jesuiten – die jenen gleichen, welche unsere Großväter besuchten. Man schickte ihnen katholische Missionäre und in einem Zeitraume von drei Jahren waren die Ottawas bekehrt und zu guten Christen geworden. –

Unter den Sioux lebten viele Jahre protestantische Missionäre, ließen sich aber nicht bekehren; als im Jahre 1849 der katholische Priester Laverlochère zu ihnen kam und ihnen predigte, und sie bat, den Glauben anzunehmen, entgegneten sie: Der Gebetmann – der protestantische Missionär – der bei uns gewesen, ist nichts, als ein Spitzbube und ein anmaßender Mensch. Auch du kannst so sein! Und sie weigerten sich, ihm zuzuhören. So rauben die Protestanten den Wilden das Zutrauen und machen ihre Bekehrung unmöglich.

Unverschuldeter Irrtum eines Heiligen im Glauben.

Der Ketzer Eutyches und viele seiner Anhänger verleumdeten die heilige Kirchenversammlung von Chalcedon und streuten überall die Lüge aus, die Bischöfe hätten die Ketzerei des Nestorius erneuert und somit der heiligen Jungfrau Maria den Titel: Gottesgebärerin, geraubt. Diese abscheuliche Lüge und Verleumdung hatte auch die Zelle des heiligen Auxentius erreicht. Er ließ sich leider täuschen, glaubte diese Lüge und wollte mit dieser Kirchenversammlung keine Gemeinschaft haben. Da nun der heilige Auxentius in hohem Ansehen stand, so hielt man in Konstantinopel seinen unverschuldeten Irrtum für sehr gefährlich. Man sandte daher mehrere Geistliche an den Heiligen ab und ließ ihm sagen, daß der Kaiser und die Kirche von Konstantinopel wünschten, daß er sich öffentlich zur Lehre der heiligen Kirchenversammlung von Chalcedon bekennen möchte, und zwar deswegen, weil sein Beitritt, wenn er öffentlich bekannt würde, großen Eindruck auf das Volk machen und zur Unterdrückung der Ketzerei unendlich viel beitragen würde. Er ging nicht mit ihnen, sondern gab zur Antwort:

Einem Einsiedler steht nicht zu, Andere zu bekehren, sondern vielmehr sich selbst von den Bischöfen bekehren zu lassen.
(Anmerkung ETIKA: Das war einmal. Heute, in der Endzeit, sind die Verhältnisse wohl umgekehrt.)

Nun wurde er gewaltsam durch Soldaten wegen seiner Schwäche auf einem Wagen nach Konstantinopel geführt; aber man konnte den Wagen trotz aller Anstrengung erst dann von der Stelle bringen, als er das heilige Kreuz darüber gemacht hatte. Er wurde vor den Kaiser geführt, der ihn mit Ehrfurcht empfing und verlangte, daß er sich öffentlich zur Lehre der Kirchenversammlung von Chalcedon bekenne. Auxentius erklärte sich dazu bereit, sobald man ihn überzeugt haben würde, daß dieselbe mit dem alten, heiligen, apostolischen Glauben nicht im Widerspruche stehe. Erfreut über diese Erklärung ließ der Kaiser den Patriarchen Anatolius rufen, welcher den Heiligen bald überzeugte, daß die Kirchenversammlung mit der uralten katholischen Lehre von der Menschwerdung des Sohnes Gottes aus Maria der Jungfrau vollkommen übereinstimmte. Nun wurde Auxentius in feierlichem Zuge in die Hauptkirche Konstantinopels geführt und hier erklärte er laut und feierlich, daß er die Kirchenversammlung von Chalcedon als eine rechtmäßige, vom heiligen Geiste geleitete Kirchenversammlung anerkenne und sich ihr mit tiefster Ehrfurcht unterwerfe. Groß war die Freude hierüber. Er verherrlichte die Kirche noch zwanzig Jahre durch seine Lehren und Wunder und erbaute die Herzen frommer Christen.

Religiöse Irrtümer sind tödliches Gift für die Seele.

Die Giftschlangen haben in der oberen Kinnlade auf jeder Seite zwei Giftzähne, hohl, beweglich, zum Einziehen geschickt; durch diese kommt das Gift in das Blut; dieses wird alsogleich zersetzt, es gerinnt, stockt, der Tod erfolgt; die Stiche sind kaum bemerkbar. Nach Art der Giftschlangen verwundeten die Ketzer des sechzehnten Jahrhunderts unzählige Christenseelen und brachten ihnen den ewigen Tod.

Zwei Irrtümer, vom Teufel erdacht, sind es, welche das geistige Leben wie Gift zerstören. Der erste ist, daß die Kirche in Glaubenssachen nicht unfehlbar sei, daß die Vernunft als Richterin zu prüfen, anzunehmen und zu verwerfen habe. Die Vernunft war in den Zeiten des Heidentums nicht einmal bis zur Erkenntnis Gottes gekommen, sie beteten Götzenbilder an und verehrte die schmutzigsten Laster als Gottheiten; diese Vernunft sollte über die Religion entscheiden; so töteten sie durch das Gift dieses ersten Irrtums allen Glauben und führten die Menschen bis zum Atheismus, wie er heute zu Tage liegt. (Anmerkung: Die heutige Kirche irrt in manchen Glaubenssachen, siehe das Buch von Rainer Lechner: Christen, seid alle eins! 3. Reformation, 2008. Also ist die Kirche, wenn man sie als römisch-katholische Amtskirche versteht, nicht unfehlbar. Es kommt eben darauf an, was man unter Kirche versteht, sagte schon Savonarola.)

·       Der zweite Irrtum war: Der Glaube allein, ohne Werke, macht selig; glaube fest an Christi Tod, so ist Alles vergeben. Dieser Irrtum tötete das Gewissen, vernichtete die Gottesfurcht, und öffnete allen Leidenschaften die Tore. Hure, nur glaube und es schadet nichts! Stehle, betrüge, raube, morde, nur glaube! Mit solchen Grundsätzen fürchtet der Mensch nur noch politische Strafen, aber kein Gericht, keine Hölle; ja es ist die größte Ungereimtheit, daß die Ketzer die Hölle beibehielten.

Diese Irrtümer töteten die Seelen derer, die sie annehmen; denn es steht geschrieben: Du bist Petrus und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen. (Anmerkung: Dieses Wort legen manche so aus, dass es nur für Petrus als Grundstein einer lebendigen Kirche gilt. Wenn es auch für die Nachfolger gilt, so doch sicherlich nicht für alle, um nur den Schurken Alexander VI. zu nennen, der schon vor der Reformation Luthers sein Unwesen trieb.) Der Gerechte lebt aus dem Glauben. Der Glaube ohne die Werke ist tot. Die Kirche gibt also ewiges Leben; diese Irrtümer aber bringen den ewigen Tod; so wenig ein von der Schlange Gebissener ohne ärztliche Hilfe dem Tod entgeht; eben so wenig kann ein Protestant an diese Irrtümer glauben, ohne in die größte Schlechtigkeit, Zügellosigkeit, Lasterhaftigkeit und in die ewige Verdammnis zu verfallen. (Anmerkung: Erinnert sei an die entsprechenden Passagen bei unserer Berichterstattung über den Eislinger Vierfachmord durch Jugendliche, die in der protestantischen Kirche aktiv waren.)  Schaffet also dieses Gift aus euch hinweg durch Unterwerfung unter den Glauben und den Gehorsam der Kirche. Solches Gift führen alle Irrtümer mit sich, welche die Ketzer ausgestreut haben.

Anmerkung ETIKA: Leider wird es immer schwieriger, sich zu orientieren. In vielen Fragen irren sowohl die katholische als auch die evangelische Kirche. Andrerseits tun beide viel Gutes für Arme, Obdachlose und so weiter. Wem man gehorsam sein soll, darüber sind sich selbst die Traditionalisten uneins, denn sie erkennen die letzten Päpste – manche schon ab Pius XII. – genausowenig an wie ihre eigenen Führer, wie etwa diversen Schriften des Verax-Verlages in Müstair / Graubünden zu entnehmen ist. Hier seien nur erwähnt:

Andreas Pitsch: Weshalb „Pius XII.“ kein Papst war. Verax-Verlag, CH-7537 Müstair / GR. (Diese Adresse genügt.) Neu, mindestens 60 DIN A4-Seiten

§  Verfälschung von Glaubens- und Sittenwahrheiten, z. B. Zulassung der Evolutionslehre, Zulassung des Einsatzes von Atomwaffen für den Ernstfall, Vertretung eines falschen Begriffs von Religionsfreiheit

§  Verfälschung der Liturgie, z. B. Zulassung der Meßfeier für den Nachmittag und für den Abend, wesentliche Änderung der Karwochenliturgie

§  Verfälschung der Pastoral, z. B. Lockerung der Disziplin in den Frauenorden

§  Schwerwiegende Unterlassungen in der Ausübung seines „Amtes“, z. B. Weigerung, die Judenverfolgung, die Flächenbombardierung von Zivilisten, den Abwurf der Atombomben und den Kommunismus öffentlich zu verurteilen

§  Zeichen, welche den Abfall vom Glauben untermauern, z. B.: Er wird von den Modernisten als Vorreiter des „II. Vatikanischen Konzils“ angesehen; er hat die UNO anerkannt; er hat mitgeholfen, die Wiederwahl Roosevelts zu sichern; seine Leiche stank extrem; sein Titel in der Malachias-Weissagung „Pastor angelicus“ geht vornehmlich auf Kirchenfeinde zurück.

§  Weshalb „Pius XII.“ ein Pseudo-Papst war. Er hielt nicht am gesamten katholischen Glauben, am überlieferten kirchlichen Kult und an allen göttlichen Geboten der Kirche fest. Er erfüllte nicht alle Bedingungen für eine gültige Papstwahl. Er war nicht im Besitz des Charismas der Unfehlbarkeit.

Andreas Pitsch: Die ekklesiologischen Irrlehren von Marcel Lefebvre. Verax-Verlag, CH-7537 Müstair / GR. 2008, 320 Seiten, gebunden. Aus dem Inhalt:

§  Grundsatzerklärung Lefebvres: „Die Kirche kann man auch dann als römisch-katholisch bezeichnen, wenn ein Papst in der Ausübung seines Amtes vom katholischen Glauben abweicht.“

§  Lefebvre: „In bestimmten Situationen kann man auch dann in Einheit mit der Kirche stehen, wenn man einem Papst ungehorsam ist.“ (Anmerkung: Aber das tut ja auch Andreas Pitsch.)

§  Lefebvres Begründung für sein Festhalten an der These, daß auch ein „zutiefst Liberaler“ (wie Paul VI.) Papst sein könne.

§  Reduzierung der Bedingungen für die Aufrechterhaltung der Heiligkeit der Kirche

§  Aufstellung der zusätzlichen Unfehlbarkeitsbedingung, derzufolge ein allgemeines Konzil nur dann unfehlbar ist, wenn es auch Richterentscheide in Glaubens- und Sittenfragen fällt

§  Auswirkungen der Ekklesiologie Marcel Lefebvres auf deren Vertreter: Sie sind materielle oder formelle notorische Häretiker. Die Priesterbruderschaft St. Pius X. weist die Kennzeichen einer sektiererischen Vereinigung auf. Die Piusbruderschaft stellt nicht die Ehre Gottes in den Mittelpunkt, sondern das Heil der Seelen. Die Piusbruderschaft duldet keine Kritik in den eigenen Reihen.

§  Auf S. 11 teilt Pitsch eine Art Credo mit, nämlich ein Zitat von Columba Marmion OSB (1858-1923, Worte des Lebens, 2004 im Verlag Rex Regum erschienen): „Das Christentum ist, praktisch aufgefaßt, die Unterwerfung unter Christus in der Person des Papstes und der mit ihm vereinten Bischöfe: Die Unterwerfung des Verstandes unter ihre Lehren, die Unterwerfung des Willens unter ihre Anordnungen.“

Anmerkung ETIKA: Wir verstehen unter Christentum nicht einen solchen Klerikalismus, sondern im Sinne von Franziskus von Assisi ein Leben nach dem Evangelium. Die provozierendsten Thesen von Andreas Pitsch lassen wir weg. Denn viele Traditionalisten sind guten Willens, genauso wie viele Konservative, die trotzdem zur Konzilskirche halten, und genauso wie viele evangelische Christen, ganz zu schweigen von den Russisch- und Syrisch-Orthodoxen. Gott wird über jeden einzelnen urteilen.

Wo ist denn die wahre Kirche? Pitsch selbst stellt die Frage: Wie kann eine christliche Kultur wieder aufgebaut werden? Als Nachwort zu dem von ihm verlegten Buch von Manfred Jacobs: Die Grundlagen der christlich-germanischen Kultur – Ihre Bedeutung für das Abendland. 2006, 144 Seiten. Seine erste Antwort: Wiederaufbau einer christlichen Kultur durch einen vom christlichen Glauben durchdrungenen Buß- und Gebetsgeist. Aber hier treffen wir uns ja alle wieder: die Beterinnen unter den evangelischen Christen, der russische Pilger sowie zum Beispiel die franziskanischen Orden einschließlich des von P. Fridolin Außersdorfer wiederbelebten Laienordens von der Buße!

Andreas Pitsch ist sicher der kompromissloseste unter allen christlichen Fundamentalisten; er schlägt noch unseren einstigen Mitstreiter … Doch wer kennt die ganze Wahrheit? Gott allein! Hat jeder Mensch ein bißchen recht und ein bißchen unrecht? Wir sind nun soweit, daß fast jeder Christ einen anderen Glauben hat und nicht mehr weiß, wem er nun glauben soll. Man findet kaum noch zwei Christen, die dasselbe denken. Dies ist ein klares Zeichen der Endzeit. Möge Gott dieser unerträglichen Zersplitterung des Christentums bald ein Ende bereiten und selbst sprechen. Was jeder tun kann und soll: beten. Dies bringt Erleuchtung.

Irrtümer verderben das Herz.

Irrige Glaubensansichten, schädliche Grundsätze und falsche Maximen verzerren das Herz und verleiten den Willen zu einer Handlungsweise, die an gesund und richtig denkenden Menschen und Christen nicht zu finden ist; wie dann die irrigen Ansichten von Ehre zum verdammungswürdigen Zweikampfe führen; oder der Grundsatz: Man muß nicht Alles leiden. Man gilt nur so viel, als man selbst aus sich macht. Diese Irrtümer samt verschrobenen Handlungsweise gleichen den Gallwespen, welche die Blätter anstechen und ihre Eier hinein legen, woraus dann die Auswüchse, die Knoppern und Galläpfel an Eichen, Rosen, Weiden und Dornstauden entstehen. Gesund und recht wird nur der handeln, welcher richtig denkt, sagt der heilige Augustin.

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Anmerkung 1: Andreas Pitsch konkretisiert mit E-Mail vom 3. und 7.3.2010:

„Ich bin den vermeintlichen Päpsten ab dem Tode von Papst Pius XI. ungehorsam, um am katholischen Glauben festzuhalten. Wenn ich nämlich diesen Männern Gehorsam gemäß dem Dogma vom Jurisdiktionsprimat, wie es das Vatikanische Konzil von 1869-70 definiert, entgegenbringen würde, dann müsste ich einen Teil des katholischen Glaubens verleugnen. Wie Ludwig Ott im Werk „Grundriß der katholischen Dogmatik“ (Freiburg 1959) schreibt, befindet man sich nur dann in Einheit mit der Kirche, wenn man a) am gesamten katholischen Glauben innerlich festhält und ihn äußerlich bekennt (Einheit des Glaubensbekenntnisses oder symbolische Einheit), b) sich der zuständigen kirchlichen Autorität unterwirft (Einheit der Regierung oder hierarchische Einheit) und c) mit den (katholischen) Gläubigen bereit ist eine soziale Einheit zu bilden, indem man am kirchlichen Kult aktiv teilnimmt und die von der Kirche geforderten Gnadenmittel empfängt (Einheit des Kultes oder liturgische Einheit). 

Nun sind ab dem Tode von Papst Pius XI. die meisten Bischöfe "Pius XII." gefolgt, was a) die Verfälschung des wahren Glaubens (z.B. durch die Zulassung der historisch-kritischen Methode für die Bibelexegese), b) die wesentliche Änderung der kirchlichen Liturgie (z.B. durch die Karwochenreform) und das Fallenlassen von bestimmten göttlichen Geboten (z.B. Verbot der Katholiken an ökumenischen Treffen teilzunehmen) zur Folge hatte. Dazu zähle ich aber keinesfalls diejenigen Bischöfe, die sich dieser Vergehen nicht schuldig gemacht haben bzw. nicht erkannt haben, was seit dem Tode von Pius XI. in Rom geschehen ist. Spätestens ab dem "Zweiten Vatikanischen Konzil" konnten und mussten aber alle katholischen Bischöfe, welche die Dokumente dieses "Konzils" zu Gesicht bekamen, erkennen, dass in Rom an Stelle des Papstes und der Kirche Pseudo-Päpste und eine Pseudo-Kirche getreten sind.“

Anmerkung 2. Leserbrief aus Süddeutschland vom 27.2.2010 zu den Thesen von A. P. über Pius XII.:

„Wer glaubt denn diesen Unsinn? Nehmen Sie eine Papstgeschichte zur Hand. Da wären oft alle Gläubigen verloren gewesen. Auch Päpste können in die Hölle fallen. Sie müssen das Buch „Alexander VI.“ von Frau Schüller-Piroli lesen, dann bekommen Sie ein total anderes Bild. 20 Jahre Forschung! Sie zeigt auch das sündige und verdorbene Zeitbild auf. Fallen Sie bitte nicht auf Irrlehrer herein! Unterstützung von Pius XII. für Wiederwahl Roosevelts: Beweise? Charisma der Unfehlbarkeit: das gibt es nicht. Das Heil der Seelen ist die Ehre Gottes. Christus starb für jede einzelne Seele und rettet sie, wenn sie ihn anfleht um Erbarmen in Reue!“

Anmerkung 3. Statt Irrthum schreiben wir Irrtum, statt thaten taten, statt Wuth Wut, statt erschrack erschark, statt tödten töten, statt verläumden verleumden, statt sammt samt und dergleichen, um die Übersetzung in andere Sprachen zu erleichtern.

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