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Ehmig: Gleichnisse

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18b8kath

Katholik.

28.5.2010
ETIKA-Bibliothek.

Neue Gleichnisse, Beispiele und Erzählungen über die katholischen Glaubens- und Sittenlehren für Religionslehrer, Prediger und Katecheten, zugleich ein nützliches Lesebuch für christliche Familien. Gesammelt und alphabetisch geordnet von P. Franz Ehmig, em. Pfarrer zu Mosern, Leitmeritzer Diözese. Regensburg. Druck und Verlag von Georg Joseph Manz. 1868. Dritter Band. Stichwort: Katholik. Seiten 28-37.

Neue Definition von katholisch

Katholik.

Der Katholik stirbt ruhig im Vergleich mit dem Irrgläubigen.

Kromwell, der Stifter einer englischen Religionssekte, war ein großer Geist, aber ein Rebell, ein Usurpator, ein Blutmensch, ein Königsmörder. Sein oberster Glaubenssatz war dieser: Wer einmal im Stande der Gnade gewesen, kann trotz aller Sünden nicht verloren gehen. (Anmerkung: Dasselbe behaupten die modernen Theologen, die in den Amtskirchen den Ton angeben.) Seine letzten Tage waren verbittert. Er traute keinem Menschen mehr, in großen Gesellschaften war er bange und in seinen einsamen Gemächern auch. Obschon er immer Dolch und Pistolen bei sich hatte, und einen Panzer unter den Kleidern trug, so ging er doch keinen Schritt ohne starke Wachen. Wenn er ausgehen wollte, so gab er vorher nicht den Weg an und kehrte nie über dieselbe Straße zurück. Alle seine Zimmer hatten verborgene Hintertürchen und sein Schlafgemach wechselte er fast jede Nacht; auch sagte er es nie lange vorher, in welchem Zimmer er schlafen wolle, und besetzte jede Nacht alle Türen mit verläßlichen Wachen, die er königlich bezahlte. Dennoch schreckten ihn jede Nacht gräuliche Träume, besonders von dem toten Manne, dem König Karl auf dem Schaffot. Die tägliche Todesangst raubte ihm endlich alle Kräfte, er bekam ein Fieber und war nun gleich von der Nähe des Todes überzeugt. Die Prediger mußten ihm vorsagen, wer einmal in der Gnade gewesen sei, könne nicht verloren gehen. Kromwell heiterte sich bei diesen Worten auf und sagte: Nun bin ich glücklich, denn einmal bin ich im Stande der Gnade gewesen, das weiß ich gewiß. So starb er. Judas war auch einmal im Stande der Gnade, also konnte er nach Kromwell nicht verloren sein; also hat Jesus Unrecht, wenn Er von ihm sagt: Es wäre ihm besser, er wäre nicht geboren! O wie ganz anders kann sich der Katholik am Sterbebett trösten, wenn er seine Sünden aufrichtig bereut und mit den heiligen Sterbesakramenten versehen ist. Er hat zwar keine Gewißheit über seine Seligkeit, sondern nur die Hoffnung; aber diese Hoffnung ist mit einer Zuversichtlichkeit verbunden, die ihn tröstet und beruhigt, wie es keine ketzerische Irrlehre tut, die nur Vermessenheit im Vertrauen erzeugt.

Die Juden beschämen die Katholiken im Fasten.

In den jüdischen Synagogen in und außer den Linien Wiens sind am langen Tage, nämlich am 30. September 1865 nicht weniger als neunhundertundsechzig Personen ohnmächtig geworden; größtenteils waren dies Frauen und Mädchen, denen in Folge des ungewohnten Fastens die Besinnung schwand. Wie beschämend für manchen Katholiken, der da glaubt, er müsse schon zu Grunde gehen, wenn er am Freitage sich nur vom Fleische enthält!

Nur die katholische Religion ist göttliche Wahrheit, durch ein Wunder bewiesen.

Nachdem der heilige Bernhard in dem Flecken Sarlat in Perigord in Frankreich den hartnäckigen Ketzern gepredigt hatte, brachte man ihm Brote, damit er sie segne, wie er aller Orten zu tun gewohnt war. Nachdem er sie nun gesegnet hatte, sprach er diese Worte aus: Ihr werdet erkennen, daß wir Katholiken die Wahrheit lehren und daß euch die Ketzer und Neuerer Irrtümer beibringen, wenn euere Kranken, indem sie diese Brote essen, die Gesundheit wieder erlangen. Über diese allzu zuversichtlichen Worte geriet der fromme Gottfried, Bischof von Chartres, in Unruhe und setzte hinzu: Wohlverstanden, ihr werdet gesund werden, wenn ihr dieselben mit lebendigem Glauben esset. – Nein, entgegnete der Heilige in einem Tone, der vollkommene Überzeugung atmete; ich sage, daß alle diejenigen, welche diese Brote essen, von ihren Krankheiten werden geheilt werden, damit sie durch dieses Wunder erkennen, daß unser Wort von Gott und der göttlichen Wahrheit gemäß ist! Das Wunderbrot brachte unzählige Heilungen hervor und diese Heilungen machten auf die Bewohner der Umgegend einen so lebhaften Eindruck, daß der heilige Bernhard von seinem Wege ablenken mußte, um den unerträglichen Ehrenbezeigungen zu entgehen, die man ihm allenthalben bereitete.

Nur die katholische Religion ist die wahre.

Ein katholischer Priester und ein Protestant gingen einst mitsammen spazieren; sie begegneten einem Juden und zwar einem Rabbiner. Ei! rief der Protestant, da finden sich drei Anhänger von drei verschiedenen Religionen hier zusammen; wer aber von uns hat Recht? – Ich will es euch sagen, versetzte der Rabbiner. Entweder ist der Messias noch nicht gekommen, oder er ist gekommen. Ist er noch nicht gekommen, so habe ich Recht. Wenn er aber in der Person des Jesus von Nazareth gekommen ist, so hat der Katholik Recht. Was aber euch Protestanten betrifft, ihr seid jedenfalls im Irrtume, der Messias mag gekommen sein oder nicht.

Gegen die katholische Wahrheit kommen die Protestanten nicht auf.

Der heilige Franz von Sales drängte die calvinischen Prediger so sehr, daß sie ihm zusagten, mit ihm eine öffentliche Besprechung über die Religion abzuhalten. Man kam über Tag und Stunde, über die Gegenstände, die dabei zu erörtern und über Alles überhaupt überein, was zu einem glücklichen Erfolge derselben führen konnte. Als sich das Gerücht von dieser Besprechung verbreitete, da kamen nach Thonon ganze Scharen Volkes von Genf, von den benachbarten Städten und von der ganzen Landschaft Chablais. Der heilige Franz von Sales war der erste, der sich einfand; man erwartete, die Wortsdiener würden nicht säumen, sich ebenfalls daselbst einzufinden; und schon weissagten die Calviner öffentlich ihren Sieg. Wer aber nicht kam, das waren die Ketzer. Sie entschuldigten sich mit der leeren Ausflucht, man müsse die Erlaubnis des Herzogs einholen, da doch der heilige Franz dieselbe hatte. Die Erlaubnis des Herzogs wurde eingeholt, sie erschienen aber doch nicht, weil sie sich bewußt waren, ihre Irrtümer gegen die katholische Wahrheit nicht verteidigen zu können. Ein einziger Prediger, welcher sich der Unredlichkeit seiner Mitbrüder schämte, erschien bei der Besprechung, wurde aber durch die Darlegung des heiligen Franz so in die Enge getrieben, daß er sich der katholischen Wahrheit ergab und zur Kirche zurückkehrte. Die anwesenden Katholiken wurden in ihrem Glauben bestärkt, die Calviner aber veranlaßte die Mutlosigkeit ihrer Prediger, an ihrer Religion zu zweifeln.

Der Katholik soll sich ohne Scheu zu seiner Kirche bekennen.

Als einst die Heiden den heiligen Pacian, Bischof von Barcelona, im zweiten Jahrhunderte fragten, zu welcher Religionssekte er sich bekenne, gab er die denkwürdige Antwort: Christ ist mein Name und Katholik ist mein Beiname; das Eine unterscheidet mich von den Heiden, das Andere bezeichnet mich - als Rechtgläubigen.

Grausame Verordnungen der Engländer gegen die Katholiken Irlands.

Die englischen Könige waren gleich Neronen hart gegen die katholischen Iren. Kein Bischof durfte sich bei Todesstrafe in Irland aufhalten; dem katholischen Priester versprach die Regierung für seinen Abfall eine jährliche Pension von zwanzig, dann von dreißig, endlich von vierzig Pfund Sterling. Der katholische Schulunterricht wurde verboten; der katholische Lehrer wurde nach Ostindien gebracht. Starb ein Vater, so wurde den Kindern ein protestantischer Vormund bestellt. Viertausend Katholiken verloren ihre Bauerngüter, keiner konnte Land erwerben, nur pachten gegen Abgabe von zwei Drittel des Ertrags. Der katholische Handwerker durfte nicht mehr als zwei Gesellen halten. Das Volk war auf den Taglohn angewiesen und mußte bei Strafe an den Feiertagen arbeiten. Der Katholik durfte kein schönes Pferd besitzen, widrigenfalls konnte es ihm Jeder nehmen gegen fünf Pfund. Ward ein Sohn protestantisch, so gehörte ihm das sämtliche Vermögen der Eltern. Trotz dieses Druckes und dieser Lockungen blieben die Irländer ihrem katholischen Glauben durch drei Jahrhunderte treu, mit Ausnahme einiger Personen aus den höheren Ständen. Das ist nachahmungswürdige Glaubenstreue!

Die katholische Religion durch ein Wunder als die wahre und göttliche bewiesen.

Der heilige Ephräm, Patriarch von Antiochia, hörte, daß ein Mönch, der auf einer Säule stand, der severianischen Ketzerei zugetan sei, und ging zu ihm hin. Anfangs bat er den Säulensteher, zur Gemeinschaft der heiligen katholischen Kirche zurückzukehren. Der Säulensteher aber weigerte sich und entgegnete: Laß uns ein Feuer anzünden, Herr Patriarch, und zugleich in dasselbe hineintreten, und derjenige, welchen die Flamme nicht verletzt, der sei der Rechtgläubige und dem wollen wir folgen. Der heilige Ephräm antwortete: Es ziemt sich zwar, mein Sohn, daß du mir als deinem Patriarchen Gehorsam leistest, ohne Bedingungen zu setzen; desungeachtet aber, und wiewohl du eine Sache von mir begehrest, die meine armseligen Kräfte übersteigt, vertraue ich dennoch auf die Barmherzigkeit des Sohnes Gottes und will zum Heile deiner Seele nach deinem Willen tun. Hierauf sagte er zu allen Umstehenden: Gebenedeit sei Gott, bringet Holz herbei! Als dies geschehen war, zündete der Bischof das Holz vor der Säule an und sprach zu dem Säulensteher: Steige nun herab, damit wir nach deinem Ausspruche Beide ins Feuer hineingehen. Der Säulensteher erschrak über den Mut des Patriarchen und wollte nicht herabkommen. Dieser aber sagte: Hast du denn nicht selbst begehrt, es solle dies geschehen? Warum weigerst du dich also jetzt, es zu tun? Hierauf legte er seinen bischöflichen Mantel ab, trat ans Feuer und betete, Jesus Christus möge ihnen die Wahrheit zeigen. Nach diesem Gebete warf er sein Kleid mitten ins Feuer. Da aber das Feuer schon drei Stunden lang brannte und alles Holz verzehrt hatte, brachte man dem Bischof sein Kleid ganz unversehrt und ohne daß man auch die mindeste Brandspur daran entdecken konnte. Der Säulensteher aber, von der Wahrheit der Tatsache überzeugt, verfluchte die Ketzerei des Severus, bekehrte sich zur heiligen katholischen Kirche und empfing Gott preisend die heilige Kommunion aus den Händen des seligen Ephräm.

Daß die katholische Religion die wahre sei, erkennt selbst der schlichte Verstand eines Wilden.

Der Stamm der Abenaken war durch den Missionär Rale, einen französischen Priester, katholisch geworden. Später brannten die fanatischen Engländer ihre Kapelle nieder. Der amerikanisch-englische Statthalter erbot sich, ihre Kapelle auf seine Kosten aufzubauen, wenn sie ihren Missionär entlassen und einen protestantischen annehmen wollten. Aber mit unwilliger Gebärde erwiderte der indische Sprecher: Als ihr ins Land kamet, sahet ihr mich lang vor den Franzosen; aber weder euere Vorgänger noch euere Geistlichen sprachen je zu mir vom Gebete oder vom großen Geiste. Sie sahen sich mein Pelzwerk, meine Biber- und Musetierfelle (?) an und dachten nur an diese, suchten nur diese und so begierig, daß ich ihnen nicht genug verschaffen konnte. Hatte ich deren reichlich, da waren sie meine Freunde, ja und nur dann. Eines Tages verfehlte mein Canoe seinen Weg; ich verlor den Pfad und zog weit ab in der Irre, bis ich zuletzt in Quebec landete, in einem großen Dorfe der Algoaquins (Algonquins), wo die Schwarzröcke lehrten – katholische Missionäre. (Anmerkung: viele heutige Missionare tragen Zivilkleidung statt ihre Ordenstracht.) Und einer kam, mich zu sehen. Ich war beladen mit Pelzwerk; aber der Schwarzrock von Frankreich würdigte es nicht einmal eines Blickes. Er sprach zu mir vom großen Geiste, von Himmel und Hölle und vom Gebete, was der Weg sei, den Himmel zu erreichen. Und meine Ohren waren offen, denn seine Worte klangen so wohl darin, daß ich bei ihm blieb in dem Dorfe. Zuletzt gefiel mir sein Gebet, und ich begehrte den Unterricht; ich bat um die Taufe und erhielt sie. Dann kehrte ich zu den Hütten meines Volkes zurück und erzählte, was sich ereignet. Alle beneideten mein Glück und wünschten daran Teil zu nehmen; und sie gingen auch zum Schwarzrock und ließen sich taufen. So haben´s die Franzosen gemacht. Hättet ihr auch vom Gebete zu mir gesprochen, als wir uns zuerst begegneten, so würde ich jetzt beten, wie ihr betet; denn es hätte mir ja Keiner gesagt, ob mein Gebet gut sei oder nicht gut. Nun bleib ich bei dem der Franzosen; es passet mir; ich will ihm treu sein, bis die Erde verbrennt und vergehen muß. Behaltet euere Leute, euer Geld und euern Pfaffen; ich will zu meinem französischen Vater gehen.

Selbst die Wilden erkennen es, daß nur die katholischen Missionäre Diener Jesu sind.

Als der katholische Missionspriester Van Quickenborne zu den wilden Kikapuh-Indianern auf Besuch kam, war die erste Frage des Häuptlings: ob er ein Weib habe? Ihr wißt wohl, erwiderte er, daß die katholischen Priester niemals heiraten; ich bin ein Schwarzrock. Der Häuptling versprach, die Sache vor eine Ratsversammlung zu bringen, und der Missionär erhielt eine Einladung von dem Stamme. Auch der Häuptling der heidnischen Pottawatomis beredete seinen Stamm, nur einen katholischen Missionär anzunehmen. Am Tage der Abreise seines Stammes, der nach Westen zog, kam er zu Van Quickenborne und sagte ihm Lebewohl. Vergiß uns nicht, Vater! Ich beschwöre dich, bete für uns zum großen Geiste! Wir wissen, daß der Heiland der Welt euch Schwarzröcke auserlesen zu unserer Belehrung. Trag uns im Herzen und bei deiner Rückkehr wollen wir auf deine Worte hören! Ermutigt durch dieses Entgegenkommen, eröffneten die katholischen Missionäre im Frühjahre Schule und Mission unter den Kikapuhs und Pottawatomis.

Die Protestanten hassen die Katholiken.

Der Jesuitenprediger P. Johann Baptist kam am 8. Juli 1854 in das nordamerikanische Städtchen Ellsworth, um die dortigen Katholiken zu besuchen. Als er wieder fort war, beschlossen die Protestanten in einer Volksversammlung, falls er zurückkehren sollte, ihn zu teeren und zu federn. Am 14. Oktober genannten Jahres besuchte er das genannte Städtchen wieder, um daselbst ein geistliches Amt zu verrichten. Dies war kaum bekannt, als sich ein Pöbelhaufe sammelte, in das Haus eindrang, ihn seiner Uhr und Börse beraubte, herausschleppte, quer über ein Zaunriegelholz setzte, und eine beträchtliche Strecke der Straße entlang trug. Endlich anhaltend, entkleideten sie ihn, und überhäuften ihn mit jedem Unglimpf in Wort und Tat, so schmutzig, wie ihre eigenen Herzen. Die Polizei verbarg sich. Dann kam das Beteeren, dann das Überschütten mit Federn, bis ihn der Pöbel zwei Meilen weit von seinem Hause liegen ließ. Unter großen Leiden erreichte er dieses endlich wieder und versagte sich jedes Labsal, da Mitternacht schon vorüber und andern Morgens die heilige Messe zu lesen war. Man verklagte die Frevler, aber der oberste Gerichtshof weigerte sich, sie zu strafen, weil eine andere Volksversammlung durch Drohungen die Gewalttat rechtfertigte. Also erging es einem katholischen Missionär, nicht von Wilden, sondern von Weißen, wilder als die wilden Urbewohner jenes Landes.

Musterhafte Katholiken sind die Maroniten am Libanon.

Die Maroniten bewohnen den Berg Libanon und bilden ein Völklein, fünfmalhundertzwölftausend auf dem Libanon und dreißigtausend auf der Ebene. Obwohl ringsum von .. Moslems (Anm.: wir wollen keine neuen Schwierigkeiten mit diesen), von nomadischen Turkomanen, von sorglosen Ansayrii, von falschen und heuchlerischen Drusen, von hochmütigen Motialis und von abtrünnigen Griechen umgeben, sind sie doch der katholischen Kirche treu geblieben. Ihr Glaube ist der feurige Glaube des ersten Christentums, die liebliche Frömmigkeit, Unschuld und Einfachheit der Lebensweise der ersten Christen trifft man hier erneuert. Sie gleichen einem frisch aus der Hand des Schöpfer oder aus dem Bade der Taufe Jesu hervorgegangenen Volke.

Die Maroniten sind noch immer die Gläubigen, welche im zwölften Jahrhunderte die Kreuzfahrer willkommen hießen. Sie wiesen die ketzerischen Irrlehren der Protestanten verächtlich zurück, und vertrieben die protestantischen Missionäre mit Steinwürfen, weil sie ihnen Geld boten, um sie zum Abfall zu reizen, und weil sie die Mutter Gottes, das Sakrament des Altars und die Gemeinschaft der Heiligen lästerten. Sie sind die treuesten Anhänger des Papstes, indem sie ihn als das Haupt der Kirche verehren und sich in Glaubens- und Sittenlehren seiner väterlichen Leitung unterwerfen. (Anmerkung ETIKA: heute überholt angesichts der schweren Verstöße der letzten Päpste gegen die katholische Lehre.) Ihre Ergebenheit für den römischen Stuhl ist ohne Beispiel. Sie sind eine Gemeinde von Christen, welche in Wirklichkeit so frei und unabhängig sind, wie irgend ein Staat in der Christenheit.

Sie sind das häuslichste, fleißigste, ehrbarste und glücklichste Volk in Syrien. Ihre Frauen sind schön, mit lebhaften, verständigen Gesichtern, ganz anders als die dummen .. Frauen (Anm.: wir wollen keine Schwierigkeiten mit gewissen Leuten); und ihre Heimat ist ein Bergparadies, von einem so freundlichen und schlichten Volke bewohnt, daß es gewiß niemals ein rächender Engel mit dem Flammenschwerte daraus vertreiben wird. Sie sind ein freundliches christliches Völkchen, das sich im Libanon angesiedelt hat, ihn mit Getreidefeldern und Weingärten, mit Dörfern und Klöstern bebaut. Der Zustand dieses Volkes ist ein wesentlich glücklicher. Seine Religion ist frei und geachtet; seine Kirchen und Klöster krönen die Gipfel seiner Hügel; seine Glocken, die seinen Ohren als willkommenes Zeichen der Freiheit und Unabhängigkeit ertönen, rufen die Gläubigen bei Tag und Nacht zum Gebete; es wird von seinen eigenen erblichen Anführern und von der Geistlichkeit, die es liebt, geleitet; ein strenges, gerechtes Polizeisystem erhält Ordnung und Sicherheit in den Dörfern; das Eigentum wird geachtet und vom Vater auf den Sohn übertragen; der Handel ist tätig; die Sitten des Volkes sind vollkommen einfach und rein. Sie sind so mannhaft und tapfer, daß sie niemals von den Muhamedanern besiegt werden konnten. Ihre Schulen sind vortrefflich und gleichen denen von Rom; Erziehung und Bildung ist allgemein unter ihnen verbreitet, selbst unter den Frauen; in den höheren Schulen wird außer andern Gegenständen die arabische, syrische, lateinische, französische und italienische Sprache gelehrt. Alle diese Vorzüge danken sie einzig ihrer treuen Anhänglichkeit an die heilige katholische Kirche.

Der Katholik soll falsche Religionslehrer verachten.

Ein englischer Kaufmann und seine Frau, also Irrgläubige, zogen sich den Zorn der Brasilianer dadurch zu, daß sie über deren Prozession am Charfreitag spotteten und selbe papistischen Götzendienst nannten. Das Volk von Rio antwortete nur damit, daß es den Bildern des Pilatus, Judas und anderen Missetätern zwei Figuren beifügte, die genau dem Kaufmann und seiner Frau glichen. Protestantische Missionäre haben unter ihnen keinen Erfolg. Das Volk meidet einen solchen Missionär, als einen Menschen, dessen Umgang dem guten Rufe schädlich ist, und es hegt ein Gefühl gegen ihn, das an Verachtung grenzt und aus einem tief eingewurzelten Glauben an die katholische Kirche hervorgeht.

Nur der katholische Glaube ist der rechte.

Abt Theodorus kam einst in ein Kloster, wo man einen Mönch aus Syrien aufgenommen hatte. Am nächsten Sonntage forderte er den fremden Mönch auf, mit ihm zur Kommunion zu gehen. Er weigerte sich, weil er ein Severianer sei. Da betete Theodorus drei Tage und Nächte, Gott wolle ihm offenbaren, welches der rechte Glaube sei, der katholische oder der severianische. Am dritten Tage sagte ihm eine Stimme vom Himmel: Gehe hin, Theodorus, und betrachte seinen Glauben. Am nächsten Tage besuchte er ihn und nachdem er etwa eine Stunde geblieben und ihn beobachtet hatte, wie er dastand und in syrischer Sprache die Psalmen betete, da sah er über seinem Haupte eine schwarze, häßliche und unflätige Taube sitzen, woraus er erkannte, daß die severianische Ketzerei vom Teufel sei.

Der heilige Paulinus schreibt, daß in einem Schiffe Katholiken, Ketzer und Juden gefahren seien, und als dasselbe durch Stürme an einem Felsen scheiterte, gingen alle zu Grunde, ausgenommen die Katholiken, welche insgesamt (heute: sämtlich) davon kamen. Philip. Picinell. in Quar. Fol. 91.

Der katholische Glaube durch Wunder bewiesen.

Der heilige Ambrosius baute eine Kirche und Gott offenbarte ihm im Traume, wo die heiligen Leiber der heiligen Martyrer Gervasius und Protasius liegen. Er ließ nachgraben und fand wirklich zwei Leiber, denen die Köpfe abgeschlagen waren. Bei der Übertragung geschahen Wunder; es wurden Besessene geheilt (Anm.: wäre auch heute wünschenswert angesichts Millionen Besessener) und ein blinder Metzger sehend, wovon der heilige Ambrosius und Augustinus Augenzeugen waren. Die Arianer sahen wohl, daß diese Wunder ein Beweis für den katholischen und gegen den arianischen Glauben waren. Sie leugneten daher diese Wunder und sagten, Ambrosius habe Leute um Geld bestellt, die sich besessen und blind stellten. Da wurde plötzlich ein Arianer selbst besessen und fing an zu schreien, daß Alle, die gegen die heilige Dreifaltigkeit sprechen, wie die Arianer, die nämlichen Qualen dulden mögen, wie er. Um dieses Zeugnis gegen ihre falsche Lehre zu beseitigen, ertränkten sie diesen Besessenen im Wasser.

Die katholische Religion als göttlich bewiesen durch Wunder.

Der Kaiser Valens hielt es mit den Ketzern, welche die Gottheit Jesu leugneten. Da der heilige Basilius dagegen lehrte, daß Christus Einer Wesenheit mit dem Vater sei, zürnte ihm der Kaiser und beschloß, ihn des Landes zu verweisen. Aber der heilige Basilius nötigte ihn durch Wunder, von seinem gottlosen Entschlusse abzustehen; erstlich (Anm: zuerst) zerbrach der Stuhl, auf den sich Valens setzen und den Befehl des Ausweises (Anm.: der Ausweisung) schreiben wollte; ferner gaben drei Federn, die er dabei gebrauchte, keine Tinte von sich; da er dessen ungeachtet auf seinem gottlosen Entschlusse beharrte, so erstarrte seine rechte Hand und zitterte. Dadurch bewogen, zerriss er das Papier mit beiden Händen. In derselben Nacht, die dem heiligen Basilius zur Überlegung gestattet war, wude die Gemahlin des Kaisers von heftigen Schmerzen gequält und der einzige Sohn verfiel in eine schwere Krankheit. Dadurch geängstigt, erkannte Valens seine Sünde und berief den heiligen Basilius zu sich, in dessen Gegenwart der Knabe sich wohler fühlte. Da aber Valens die Ketzer herbeirief, um den Knaben zu besichtigen, starb derselbe kurz darauf. Durch diese Menge von Wundern gab Gott der katholischen Kirche gegen die Ketzer Zeugnis.

Die Katholiken sollen freigebig sein zur Ehre Gottes und zu Liebeswerken.

In den sieben Kirchenprovinzen der vereinigten Staaten bestehen dermalen dreitausendundzweiundfünfzig Kirchen, von denen zweitausendachthundert seit den Jahren 1820 erbaut wurden. Ein Amerikaner knüpft daran folgende Bemerkung: Zeigt uns ein Land, wo seit vierzig Jahren mehr Klöster und katholische Anstalten gegründet worden sind? Zeigt uns ein Land, wo von solchen, die von ihrer Hände Arbeit leben, so viel als hier, besonders in den größeren Städten, für wohltätige Zwecke, für Gründung und Unterhaltung von Waisenhäusern, Hospitälern und anderen Zufluchtsstätten bereitwilligst gespendet wird? Bei einer kürzlich für die Waisen gehaltenen Ausstellung und Lotterie wurden von den deutschen Katholiken Cincinnatis nicht weniger als sechsundzwanzigtausenddreihundert Dollars für den Unterhalt des Waisenhauses gegeben. Zeigt uns ein Land, wo die Katholiken zuerst die Abgaben für die öffentlichen und Staatsschulen bezahlen und dann in aller Bereitwilligkeit für ihre Kinder katholische Pfarrschulen unterhalten? – Wahrscheinlich ein nachahmungswürdiges Beispiel für alle Katholiken Europas.

Es ist ein großer Unterschied zwischen Katholiken.

Ich war begierig, schreibt ein katholischer Geistlicher aus Niederösterreich, der von der Invasion der Preußen 1866 auch seinen Teil bekam, auf das Benehmen der Preußen, wenn sie mir einmal auf einem Versehgang begegneten. Ich behielt absichtlich Rochet und Stola bei. Bald wurde meine Neugierde befriedigt. Es waren zwei Infanteristen, die mir begegneten; langsam schritten sie an mir vorüber und entblößten zu meiner Verwunderung, wohl nur auf wenige Augenblicke, das Haupt. Von protestantischen Feinden konnte ich mit einer derartigen Ehrenbezeugung vor dem Allerheiligsten zufrieden sein. Später hatte ich noch mehrmals Gelegenheit,  das Verhalten der preußischen Gäste, wenn ich an ihnen mit der heiligen Wegzehrung vorüberschritt, zu beobachten. Nur mit sehr wenigen Ausnahmen gingen sie stillschweigend und entblößten Hauptes vorüber.

Ein anderer Geistlicher schreibt: Ich lebe in einem Dorfe in Oberösterreich, in welchem ungefähr hundert Mann von dem ungarischen Infanterie-Regiment Nro. 33 bequartiert sind. Die Leute schreiten an mir bei Versehgängen mit der Mütze auf dem Kopfe und der Tabakspfeife im Munde vorüber, ohne zu grüßen. Einer ruhigen Mahnung von mir begegnete einer mit – Hohnlachen. Und das sind meist – Katholiken.

Ein Priester nächst Kissingen aus Baiern berichtet, daß in Baiern die preußischen Soldaten das beste Beispiel gegeben haben. So haben die Soldaten der rheinländischen Regimenter, fast durchgehends Katholiken, nicht nur sehr fleißig die Kirche besucht, sondern, was höchst auffallend war und einen großen Eindruck auf unsere Stadt und Bevölkerung gemacht, sie knieten stets während der heiligen Messe in den Bänken und die darin keinen Platz bekamen, knieten sich mitten im Schiffe nieder und blieben so lange knien, als die heilige Messe währte. Hunderte von Soldaten in der Kirche eine halbe Stunde lang knieen zu sehen, das war noch nicht da. So was taten die Baiern und die Oesterreicher schon gar nicht, im Gegenteile. – Nun schämte sich auch das Volk in den Bänken, gemächlich zu sitzen, und so sieht man jetzt bei uns seit jener Zeit beim Gottesdienste die Gläubigen meistens recht erbaulich knieen. Noch muß ich erwähnen, daß es nicht selten der Fall war, daß die katholisch preußischen Soldaten die Priester auf der Gasse baten, alsogleich in das nächste Haus einzutreten, um sie Beichte zu hören. Mit Freuden waren die Priester dazu bereit. Es liegt kein Beispiel vor, daß katholisch preußische Soldaten ohne den Segen ihrer Feldkapläne in den Kampf gezogen; ob das bei den baierischen und österreichischen  Truppen auch überall der Fall gewesen, das läßt sich sehr bezweifeln, wenigstens erfuhr man nichts davon.

Der Katholik ist dem Katholiken Bruder, aus welchem Volke er immer sei.

Während des Vordringens der Preußen gegen Niederösterreich 1866 kam eine Streifpatroulle nach Sch. bei Znaim. Als die dortigen Bewohner sahen, daß Preußen kommen, flohen selbe schnell auf die Felder. Die Preußen aber riefen sie zurück und versprachen, den Bewohnern nichts zu leide zu tun, sie seien ja selbst Familienväter und in den Krieg zu ziehen gezwungen worden. (Anmerkung: auch die Bundeswehrsoldaten, die im fremden Afghanistan den undemokratischen Machthabern helfen, im Sattel zu sitzen?) Besonders war einer derselben, ein Landwehrmann, sehr zutraulich, erzählte, daß er verheiratet und Katholik sei und einige Tage vorher bei der heiligen Beichte war, auch habe er vier unmündige Kinder daheim und im Sacke einen Brief an seine Gattin, den er heute noch expediren lassen wolle. Nachdem man der Mannschaft Einiges zu essen und zu trinken gab, empfahlen sie sich und patroullirten außerhalb des Ortes. Nicht lange dauerte es, hörte man Pferdegetrapp und Schüsse. Oesterreichische Soldaten attaquirten die feindliche Patroulle und der Erste, der fiel, war leider jener oberwähnte Landwehrmann. Zwei Preußen wurden verwundet in den Ort gebracht. Später brachte man auch den Toten in den Ort und auf Veranlassung der braven Ortsbewohner und des wackeren Bürgermeisters wurde der Leichnam des preußischen Landwehrmannes feierlich zur Erde bestattet. In der Tasche des Mannes fand man richtig den Brief an die Gattin des Gefallenen; seine Habseligkeiten wurden mit dem Briefe der trauernden Gattin übersendet. Ein Kreuz ziert sein Grab. Der Katholik liebt im Katholiken, woher immer er sei, seinen Bruder.

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Anmerkung: Statt sämmtliche schreiben wir sämtliche, statt Aeltern Eltern, statt zugethan zugetan, statt deßungeachtet desungeachtet, statt erschrack erschrak, statt Muth Mut, statt Geberde Gebärde, statt erwiederte erwiderte und dergleichen, um die Übersetzung in andere Sprachen zu erleichtern.

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