ETIKA

Ehmig: Gleichnisse

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18b8klos

Kloster

20.5.2011
ETIKA-Bibliothek.

Neue Gleichnisse, Beispiele und Erzählungen über die katholischen Glaubens- und Sittenlehren für Religionslehrer, Prediger und Katecheten, zugleich ein nützliches Lesebuch für christliche Familien. Gesammelt und alphabetisch geordnet von P. Franz Ehmig, em. Pfarrer zu Mosern, Leitmeritzer Diözese. Regensburg. Druck und Verlag von Georg Joseph Manz. 1868. Dritter Band. Stichworte: Kloster. Klotz. Seiten 167-174.

Kloster.

Klöster unterstützen bringt Segen, unterdrücken Unsegen.

Peter, König von Portugal, hatte das Gelübde gemacht, ein Kloster zu bauen, wenn ihm Gott den Sieg über die Mauren verleihen würde. Er schickte eine Gesandtschaft an den heiligen Bernhard und bat um Mönche. Dieser schickte ihm einige und schrieb ihm: So lange man dieses Kloster in seiner Unverletztheit erhalten wird, so lange wird auch Ihr Königreich unversehrt bei Ihrem Stamme bleiben; aber wenn man ihm etwas entziehen wird, so wird Ihre Krone an Andere übergehen.

Diese Prophezeiung ging im Jahre 1580 nach dem Tode des Königs Sebastian, der in Afrika in einer Schlacht gegen die Mauren fiel, in Erfüllung. Sein Oheim, der in Ermangelung anderer Erben auf ihn folgte, verlor seine Krone, die von dem burgundischen Stamme auf das Haus Kastilien überging, weil er die Einkünfte des Klosters schmälerte.

Klöster sind Armenhäuser zur Zeit der Hungersnoth.

Zur Zeit des heiligen Bernhard hatte eine lange Trockenheit, auf die eine wahre Hungersnoth folgte, in ganz Burgund eine große Bestürzung hervorgebracht und da sich dieses Uebel auch auf das übrige Frankreich ausdehnte, brach das Volk, das immer grausam ist,  wenn es von Hungersnoth heimgesucht wird, in heftige Unruhen und Drohungen aus. Bei diesem traurigen Zustande schien Gott das Wunder, das Er einst in Aegypten gewirkt hatte, erneuern zu wollen. Der heilige Bernhard hatte das geschenkte Land, welches Wald und Wüste war, urbar gemacht, und diese Wüste wurde der Kornboden des Ueberflusses für ganz Burgund und Bernhard nahm die dreitausend Arme auf, die er mit einem besonderen Merkmale bezeichnete und sich verbindlich machte, sie zu ernähren, so lange die Hungersnoth dauern würde. Den klösterlichen Einrichtungen war es zu danken, daß die Bettelei im Mittelalter nicht so groß war, wie in unserer Zeit.

Die in´s Kloster gehen, haben Versuchungen zu überstehen.

Die heilige Franziska von Chantal ging nach dem Tode ihres Mannes in´s Kloster, nachdem sie zuvor für ihren Vater und ihre Kinder gesorgt hatte. Am Vorabende ihres Eintritts ward sie so heftig versucht, daß sie nahe daran war, der Versuchung zu unterliegen. Der ganze Schmerz ihres Vaters und ihres Schwiegervaters, ihres Sohnes, ihrer Verwandten und so vieler anderer Menschen, die ihrer Hilfe bedurften und für welche sie unnütz ward, stellte sich ihrer innerlichen Anschauung dar und zerriß ihr das Herz. Sogar ihr Gewissen peinigte sie und warf es ihr als die grausamste Unmenschlichkeit und als ein Betragen vor, welches Gott und den Menschen gleich verhaßt sei, daß sie einen von Alter gebeugten Vater und junge Kinder verlassen habe, die allem Anscheine nach ihres Beistandes nicht entbehren konnten.

Alles, was ihr der Bischof von Bourges gesagt hatte, um sie von ihrem Vorhaben abzubringen, schien ihr unstreitig wahr; und sie glaubte, ihr Verdammungsurtheil in jenen Worten der Schrift zu lesen, welche jene ärger als die Heiden nennen, die nicht für ihr Haus und ihre Kinder sorgen. Kurz, die drei Stunden hindurch, während welcher die Versuchung anhielt, schwebte ihrem Geiste nichts vor, das die Verpflichtung rechtfertigen könnte, die sie nun eingehen sollte.

In dieser niederschmetternden Stimmung ihres Gemüthes flehte sie nun inbrünstig zu Gott um Erleuchtung. Gott erhörte sie und ergoß in ihre Seele eine so große Erleuchtung und in ihr Herz so große Freude und Trost, daß sie nicht mehr zweifeln konnte, Er genehmige das Opfer, das sie im Begriffe stand, Ihm darzubringen.

Nutzen der Klöster.

Der heilige Corbinian baute zu Freising ein Kloster. Mit ungemeiner Thätigkeit wirkte er auf die Mitmenschen durch Lehre und Beispiel und durch Einführung und Beförderung der Sittlichkeit. Außerdem sammelte er sich unsterbliche Verdienste um die bessere Anbauung und Fruchtbarkeit des Landes; denn Freising verdankt ihm die ersten Weinberge, die fruchtbaren Obstbäume und Obstgärten, die er gepflanzt und angelegt. (Anmerkung ETIKA: Später lebte Korbinian als Einsiedler in Südtirol, und zwar in Kuens zwischen Meran und Passeier; ihm ist das Kirchlein in Ulfas geweiht. Er soll wie Romedius aus Thaur einen Bären gezähmt haben. Korbinians Bär ist im Wappen des jetzigen Papstes. Auch das einem Osttiroler Kloster gehörende Weingut Freising bei Rungg im Südtiroler Unterland … - wird später ergänzt.)

Nutzen des Gebetes der Klöster.

Einmal wurde die Stadt Assisi, wo die heilige Klara ihr Kloster hatte, von dem kaiserlichen Feldherrn Vitalis von Aversa, der geschworen, die Stadt zu bezwingen, bis sie sich auf Gnade und Ungnade ergibt, hart bedrängt. (Anmerkung ETIKA: Stilistisch besser wäre: … von Aversa hart bedrängt. Dieser hatte geschworen …) Bewegt von der Drangsal so vieler Menschen versammelte Klara ihre Töchter und stellte ihnen vor, daß es von ihrer Seite ein großer Undank wäre, wenn sie nicht ihren ganzen Einfluß bei Gott aufbieten würden, um die Befreiung der Stadt zu erlangen, nachdem sie so viel Gutes von den Einwohnern Assisi empfangen haben. Alle beteten daher aus der ganzen Inbrunst ihres Herzens und noch in derselben Nacht wurde das feindliche Heer in die Flucht geschlagen.

Haß gegen Klöster von Gott gestraft.

Im Jahre 1244 brach eine furchtbare Pest und Hungersnoth aus und die Mönche des Servitenklosters sammelten Almosen für die Unglücklichen. Bei dieser Gelegenheit kamen sie zu einem Manne, der sehr geizig und besonders ein Feind der Ordensgeistlichen war. Da dieser hörte, daß die Serviten betteln gehen und vernahm, das sie vor seiner Thüre standen, ließ er ihnen durch seine Magd vergifteten Wein und vergiftetes Brod reichen. Die Patres nahmen es dankbar an, erkannten aber durch Erleuchtung des heiligen Geistes, daß beide Gaben vergiftet seien. Bonajuncta gab einen Theil der Magd und bemerkte: Tochter, esse nicht davon, sonst mußt du sterben; dein Herr hat die Gabe vergiftet und wollte uns damit das Leben nehmen. Gehe jetzt zu ihm, du wirst ihn dieser Schandthat wegen todt finden. Nach diesen Worten bezeichneten sie die Gabe mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes, und dann genoßen sie dieselbe ohne Schaden. Die Magd eilte zu dem Herrn, den sie gesund und heiter verlassen hatte und fand ihn der Länge nach todt auf der Erde liegen. Sie schrie ihn einige Male an, allein vergebens, er blieb todt. Als diese Begebenheit bekannt wurde, wuchs die Verehrung gegen diesen Orden von Tag zu Tag mehr.

Nutzen der Klöster für den Landbau.

Der heilige Gallus gründete in der Schweiz ein Kloster. Er machte mit seinen Mönchen ein großes Stück Feld urbar, baute eine Kirche, errichtete Wohnhütten und setzte diese Wüste durch eine Straße mit den bewohnten Ortschaften in Verbindung. So wirkte er nicht nur zur Ausbreitung des Glaubens sondern auch mit Segen zur zeitlichen Wohlfahrt seiner Mitmenschen. Wenn er seine Einsamkeit verließ, geschah es nur, um die Bewohner der benachbarten Orte entweder im Glauben zu unterrichten, oder darin zu stärken und zu befestigen. Er zerstörte allenthalben die Ueberreste des Heidenthums (Anmerkung ETIKA: Haben das die Päpste der jüngsten Zeit auch getan? Oder war falsch, was Gallus getan hat? Ist das heute noch dieselbe römisch-katholische Kirche wie damals?), welches er ohne Scheu thun konnte, da er in zeitlichen Dingen ihr Wohlthäter war. Sie bebauten den rohen und harten Boden, sie rodeten Wälder aus, trockneten Sümpfe aus, vertilgten das Unkraut und säeten edle Getreide; auch bändigten sie wilde Pferde und Stiere und gewöhnten sie zum Zuge.

Nutzen der Klöster auf Civilisirung der Wilden.

Bischof Salvada baute in Australien ein Kloster. Als die Eingebornen die Mönche zum erstenmale pflügen und säen sahen, lachten sie sie aus. Als sie aber die erste Ernte einsammelten, schienen ihnen diese landschaftlichen Bemühungen der Nachahmung werth. Während die Kinder bei Annäherung eines protestantischen Missionärs davon rennen und sich verstecken, schicken sie ihre Aeltern zu den Mönchen zum Unterricht und die Kinder zeigen eine merkwürdige Befähigung. Bereits sind fünf junge Australier nach Europa abgereist, um ihre Studien zu vollenden und zwei andere sind bereits als Novizen in ein Kloster zugelassen worden.

Nutzen der Klöster für die Civilisirung der Wilden.

In Chili, in Brasilien, Columbia und Peru, schreibt ein Protestant 1840, schreitet die Bildung sicher vorwärts; im Jahre 1947 fügt er zu, daß dieser Einfluß den Jesuiten zu danken sei; 1849 bemerkt er, daß die Klöster treffliche Schulen unterhalten und daß sie ihren Unterricht unentgeldlich ertheilen. Die Jesuiten haben sogar eine Normalschule für die Bildung der Lehrer, welche später in die Provinzen gesendet werden. Die Jesuiten unterhalten sogar eine Universität, auf welcher Personen der höheren Stände gebildet werden, welche gut unterrichtet sind.

II

Nutzen der Klöster zur Bekehrung der Indianer.

Der Vizekönig von Mexiko verwarf den Vorschlag der Regierung, Festungen im Lande zu bauen und äußerte sich so: Festungen mit Soldaten sind Räuberhöhlen; Klöster aber mit Mönchen sind so gut wie Wälle und Burgen, um die Indianer in Unterwerfung zu erhalten. Als viele Kinder in Folge der grausamen, ihnen in den Mienen (Anm.: heute Minen) auferlegten Arbeiten ihre Aeltern verloren hatten, welche Obdach und Unterricht benöthigten, machte der Vicekönig (Anm.: jetzt mit c) mit seinen Rechtsgelehrten dem königlichen Rathe von Indien den Vorschlag, in jedem Distrikt eine Niederlassung von jungen Indianern zu bilden und in jede Niederlassung ein Kloster mit drei oder vier Mönchen zu verlegen, welche diese jungen Pflanzen unaufhörlich zum Dienste Gottes bilden könnten. Sie verstanden es,  daß nämlich Klöster billigere und wirksamere Anstalten sind, als Gefängnisse und Arbeitshäuser. Von Bewunderung über das, was die Mönche bereits geleistet hatten, erfüllt, rief Quiroga aus:

Ich biete mich selbst an, mit der Hilfe Gottes es zu unternehmen, eine Art von Christen, wie die der ersten Kirche, zu erziehen; denn Gott ist jetzt so mächtig, wie damals; ich bitte dringend, daß dieser Gedanke unterstützt werde.

Der Indianer hatte gelernt, die Mönche zuerst mit Erstaunen, dann mit Verehrung zu betrachten, Ihre Armuth, ihre Mäßigkeit, ihre einfache Lebensweise, empfahlen sie den Indianern sogleich. Als neue Kolonien von Dominikanern und Franziskanern ankamen, begriff der Indianer sogleich, daß ihre Hände mit Gnaden und Segnungen erfüllt sind, weil sie sie in Schutz nahmen, und die mildeste Behandlung ihnen von der Regierung erwirkten.

Nachtheile der Aufhebung der Klöster.

Als England an die Besitzthümer, die Jahrhunderte lang das Patrimonium der Armen gewesen waren, Hand anlegte, that es den ersten Schritt zu seinem jetzigen Verfall. Gefängnisse und Arbeitshäuser wurden der traurige Ersatz für die Klöster und die Stelle der Mönche nehmen die Henker ein. Die neuen Anstalten sind mindestens zehnmal kostspieliger, als die Klöster; jetzt empfangen sie Gefangene und speien Verbrecher aus.

Als im Jahre 1833 der gottlose Präsident Gomez Farias die Klöster in Mexiko aufhob, sank ein ganzes Volk von heidnischen Indianern auf die Stufe der entwürdigtsten Stämme Afrikas und Amerikas herab und sind gänzlich ohne Gotteskenntniß und Religion, wie die Sioux, die Karaiben oder die Dahoman.

In einer einzigen Provinz wurden vierundzwanzig, von dreiundzwanzigtausendundfünfundzwanzig christlichen Indianern bewohnte Missionen zerstört. Die einst blühenden Anlagen und Obstgärten der Missionshäuser sind vom Unkraut überwuchert und die Häuser selbst zerfallen in Ruinen. In nicht gar ferner Zeit wird die ganze indianische Bevölkerung vernichtet sein. Die Indianer sind Branntwein trinkende elende Kreaturen geworden. Selbst Protestanten sagen, es sei unmöglich, nicht zu wünschen, daß die Missionen und Klöster wieder aufblühen möchten; und daß die Aufhebung der Klöster direkt dazu gedient habe, die Civilisation im Keim zu ersticken.

Gewissenlose Spekulanten ausgenommen, die sich bereichern und Viele ruiniren, ist der Handel ganz unfruchtbar geworden; denn zur Zeit der Klostermissionen hat die Provinz Kalifornien (Anmerkung ETIKA: gehörte damals noch zu Mexiko) Wolle, Leder, Seife, Weizen, Fleisch und Wein ausgeführt, während jetzt diese Handelszweige ganz vernichtet sind Wie kann das anders sein? Die Mission San Francisco Solano ward erst im Jahre 1823 gegründet und ihr Wohlstand stieg so rasch, daß sie 1833 zur Zeit ihrer Unterdrückung eintausenddreihundert christliche Indianer enthielt, achttausend Ochsen, siebenhundert Pferde und im Verhältniß anderes Eigenthum besaß. Der neue Civilverwalter nahm Alles, was er fortschaffen oder verkaufen konnte und riß das Missionshaus nieder, um sich aus dem Material ein Haus zu bauen. Seit der Zerstörung der Missionen ist es gefährlich geworden, von Sonora nach Kalifornien zu reisen. Dieß sind die traurigen Folgen der Aufhebung der Klöster.

Anmerkung ETIKA: Dass Mexiko sich heute zu einem beträchtlichen Teil in der Hand von mordenden Drogenkartellen befindet, ist der Fluch, den die antichristlichen …regierungen (wen wir meinen, lese man nach in Schriften über den Märtyrer Miguel Pro; sie herrschen seit damals ununterbrochen) über das Land gebracht haben. Anscheinend hat sich Karl May mit seiner Bewertung des ersten indianischen Präsidenten Benito Juarez total verschätzt. Wir werden das alles beim Jüngsten Gericht mit großem Interesse verfolgen. Auch die Rolle des Kaisers Maximilian und der Habsburger wird dann unter die Lupe genommen werden. – Auch auf Kalifornien mit seiner Pornoindustrie lastet ein Fluch.

Die erste Klosterregel wurde von Gott durch einen Engel gegeben.

Als der heilige Pachomius einstmals im Gebete war, erschien ihm ein Engel des Herrn, der sprach: Pachomius, der Wille des Herrn ist, daß du Ihm aufrichtig dienest, mehrere Mönche versammelst, alle unterrichtest und Gott zu dienen anleitest. Er hatte schon längere Zeit vorher zwei Tafeln erhalten, worauf die Klosterregel geschrieben war. Nachdem der Engel so geredet hatte, verschwand er und Pachomius dankte Gott und war nun des Gesichtes gewiß, da er diese Offenbarung zum dritten Male erhalten hatte. Er nahm jetzt alle auf, die Buße thun wollten und verleibte sie nach einer langen Prüfung ihres Wandels der Mönchsschaar ein.

Anmerkung ETIKA: Liebe Leserin, lieber Leser, höre auch du auf die Offenbarungen Gottes!

III

Strenge der alten Mönche

Der Altvater Pior hatte eine Schwester, welche Wittwe war und ihren Bruder sehnlichst zu sehen wünschte. Er aber wollte nicht kommen, bis es ihm der heilige Antonius beim Gehorsam gebot. Da nahm er noch einen Mönch mit sich und ging zur Schwester, blieb aber vor der Thüre des Hauses mit geschlossenen Augen stehen. Jene kam heraus, warf sich zu seinen Füßen und war vor Freude außer sich. Pior sagte zu ihr: Siehe, ich bin dein Bruder Pior, schau mich an, so viel du willst. Hierauf kehrte er zu seiner Zelle zurück. –

Abt Johannes hatte eine Schwester, die im Kloster eine Nonne war. Diese schrieb ihm oft, daß, wenn er nicht komme, sie zu ihm kommen müsse. Um diesen Besuch zu verhindern, ging er mit einigen Brüdern in ihr Kloster. Die Schwester öffnete, er erkannte sie, sie aber erkannte ihn nicht; er aber redete kein Wort, um nicht erkannt zu werden. Die Brüder ließen sich Wasser reichen, tranken und entfernten sich wieder. Als sie ihm wieder schrieb und um seinen Besuch bat, antwortete er ihr: Ich war bei dir, aber Niemand erkannte mich; du selbst kamst zu uns heraus und reichtest uns Wasser, ich nahm es aus deiner Hand und trank und kehrte Gott dankend in mein Kloster zurück; sei also zufrieden, mich gesehen zu haben und falle mir nicht weiter mehr lästig, sondern bete vielmehr zu unserem Herrn Jesus Christus. Mit der Gnade Gottes werden wir uns im andern Leben im Reiche Jesu wiedersehen.

Der Mönch ist im Vortheil gegen den Menschen in der Welt, wenn er fällt.

Ein Bruder fragte einen Altvater: Wenn Einer fällt, wer ist besser daran, der Mönch oder der Weltmensch? Der Altvater antwortete: Ein Mönch, der in einer Versuchung fällt, gleicht einem einstürzenden Hause. Ist er aber nüchtern in seinen Gedanken, so baut er das zusammengestürzte Haus wieder auf; denn er findet das zum Aufbau erforderliche Material, hat einen festen Grund gelegt und sein Bau schreitet rasch vorwärts. Jener aber, der keinen Grund gegraben und keine Erfordernisse vorräthig hat, muß lange warten, bis er vielleicht einmal den Bau vollendet. So hat der Mönch, wenn er in der Versuchung gefallen ist und sich wieder bekehrt, viel vor dem Weltmenschen voraus; er hat vielen Bedarf, nämlich: die Betrachtung des göttlichen Gesetzes, den Psalmengesang, die Handarbeit, das Gebet, die heiligen Sakramente. Bis aber ein Weltmensch alles dieses erst lernt, ist jener schon lange in Ordnung gekommen.

Klöster sollen strenge die Armuth üben.

Zum heiligen Antonius kam ein Bruder, welcher der Welt entsagte, sein Vermögen den Armen gab, aber doch etwas Weniges für sich zurückbehielt. Als der Altvater solches erfuhr, sagte er zu ihm: Wenn du ein Mönch werden willst, so gehe in´s nächste Dorf hin, kaufe dir Fleisch, und binde es an deine bloßen Beine; dann komme wieder hieher. Als der Bruder dies gethan hatte, zerfleischten die Vögel und Hunde seinen Leib. Der Altvater fragte ihn nach seiner Zurückkunft, ob er gethan, was er ihm befohlen habe? Da zeigte der Bruder seinen zerfleischten Leib; der heilige Antonius aber sagte: Siehe, auf gleiche Weise werden auch diejenigen, welche der Welt entsagen und doch noch Geld besitzen wollen, von den Teufeln angegriffen und zerrissen.

Klosteraufhebung von Gott bestraft.

Die gottlosen Piemontesen mit ihrem antichristlichen Könige Viktor Emanuel hoben in ganz Italien die Klöster auf; Mönche und Nonnen wurden ihres Eigenthums beraubt und aus ihrem rechtmäßigen Besitze vertrieben; alte und gebrechliche mußten unmittelbar in die Spitäler gebracht werden; die kleine ausgesetzte Pension wird nicht ausbezahlt; die meisten leiden Hunger und müssen bettelnd herumziehen; Nonnen müssen sich verdingen; sogar das Ordenskleid sollten sie ausziehen. Dafür wird das italienische Volk, welches in diese Aufhebung der Klöster, wo viele tausend Arme täglich gespeist wurden, mit Jubel einstimmte, jetzt von Gott mit der Geißel des Hungers gezüchtigt. Früher waren Hunger und Theuerung in Italien unbekannte Dinge; ein Italiener schrieb:

So großmüthig ist die Natur Italiens mit ihren Kindern, daß weder die Bosheit noch die Ungeschicklichkeit der Menschen im Stande war, die Gaben derselben aufzuzehren; das italienische Volk kennt im Gegensatze zu so vielen anderen Nationen eigentlich nicht, was Elend, was Hunger ist. Früher nannte man die Erdäpfel spottweise die Wiener Pomeranzen, die nur gut sind, die deutschen Schweine zu füttern und jetzt wären sie in Italien ein wahrer Leckerbissen. Ueberall herrscht jetzt Hungersnoth und ihretwegen brechen Unruhen aus: in Savigliano in Piemont Unruhen, Unruhen in Saluzzo, Unruhen in der Lombardei in den Orten Sacconazo, in Crenna, in Airago, in Garlasco, Unruhen im Neapolitanischen.

Dieß ist doch offenbar eine Strafe Gottes, in welche das Volk mit eingestimmt!

Die meisten Klöster wurden von Büßern gestiftet.

Ulrich, Herzog von Böhmen, war auf der Jagd. Fern von seinen Begleitern ruhte er im Walde aus. Da floh ein großer Hirsch herbei, der Fürst setzte ihm geschwind nach. Der Hirsch floh in die Höhle der heiligen Prokop. Dieser hatte eben sein Gebet beendet, sah hinaus, was draußen wäre, bemerkte den Ulrich, den er aber nicht kannte. Endlich fragte Ulrich, wer er wäre? Prokop sagte: Ich bin ein armer Sünder, diene aber dennoch Jesu Christo. Bei diesen Worten trat Ulrich in die Höhle und weil er erschöpft war, trug ihm Prokop Erfrischung an. Ulrich bat um Wasser. Prokop eilte in die Tiefe seiner Grotte, um aus einer Quelle zu schöpfen, machte darüber das heilige Kreuz, reichte es dem Fürsten, dieser kostete und es war – der beste Wein. Ulrich erkannte nun in Prokop einen heiligen Mann, er beschwor ihn, mit ihm, dem Sünder, Mitleid zu haben und ihm jene Bußübungen zu sagen, um seine Sünden zu sühnen. Prokop sagte: Er solle hier ein Kloster stiften zu Ehren des heiligen Johannes des Täufers. Ulrich that es. Und so entstand das Kloster Braunau im elften Jahrhundert.

Klotz.

Auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil.

Der alte Kammeralverwalter von Backenstein war Jahre lang berühmt und gefürchtet ob seiner Grobheit. Zu diesem kam einmal ein Bauer und zahlte seine Abgabe. Der Bauer zählte das Geld auf den Tisch hin, lauter Sechser und Groschen, wie er´s vom Metzger erhalten und verlangte eine Quittung. Der Kammeralverwalter sagte, er brauche keine Quittung, die Zahlung sei schon in den Büchern vorgemerkt. Der Bauer aber sagte, er brauche eine Quittung und darin hatte er Recht; denn so ein Herr kann sich auch verschreiben; es wäre nicht das erstemal. Sie stritten noch eine Weile; endlich mußte der Herr Verwalter doch nachgeben; denn der Bauer drohte, sein Geld wieder mitzunehmen. Er schrieb also die Quittung und warf sie dem Bauer vor die Füße hin mit den Worten: Da hat er seine Quittung und jetzt marschire er! Der Bauer hob die Quittung auf, ging an den Tisch und streifte mit seinem Aermel das Geld sauber auf den Boden: So, da hat er sein Geld, sagte er, behüt´ Gott! Herr Kammeralverwalter! Während der Bauer sich nur Einmal bücken mußte, konnte jener eine halbe Stunde auf der Erde herumrutschenm um die in alle Ecken der Stube gerollten Sechser und Groschen aufzulesen. (Gemeindeztg. Nov. 1865.) Der Bauer hat nicht gefehlt.

(Anmerkung ETIKA: Es wäre schön, wenn sich auch heute noch ein paar mutige Leute fänden, die so mit den herrschenden Bürokraten umspringen, welche die Bürger mit Gesetzen, Verordnungen und Steuern terrorisieren.)

Anmerkung: In Originalschreibweise.

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