ETIKA Bibel

Ezechiel (Hesekiel) 33

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25.1.2004

1BEL33

Der Wächter: Frevler, du mußt sterben

 

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1.    Und des Herrn Wort erging an mich:

2.    Du Menschenkind, predige den Kindern deines Volks und sprich zu ihnen: Angenommen, ich ich bringe über ein Land das Schwert, und die Bürger des Landes erwählen sich einstimmig einen Mann und bestellen ihn zum Wächter,

3.    und dieser sieht das Schwert über das Land hereinbrechen, stößt in das Widderhorn und warnt das Volk.

4.    Wenn dann einer den Schall des Hornes hört, sich aber nicht warnen läßt, so daß das Schwert kommt und ihn hinwegrafft, dann kommt das Blut über sein eigenes Haupt,

5.    denn er hat den Schall des Widderhornes vernommen und sich dennoch nicht warnen lassen; sein Blut kommt also über ihn selbst. Jener aber hat gewarnt und damit sein Leben gerettet.

6.   Wenn aber der Wächter das Schwert kommen sieht und nicht ins Widderhorn stößt und sein Volk nicht warnt, und das Schwert kommt und rafft etliche hinweg, dann werden diese wohl um ihrer Sünde willen weggenommen; aber ihr Blut will ich von des Wächters Hand fordern.

7.    Und nun, du Menschensohn, ich habe dich zu einem Wächter über das Haus Israel berufen. Wenn du etwas aus meinem Munde hörst, so sollst du sie in meinem Auftrag warnen.

8.   Wenn ich nun zu dem Gottlosen sage: Frevler, du mußt sterben!, und du sagst es ihm nicht und warnst ihn nicht vor seinem Wandel, dann wird wohl dieser Frevler um seines gottloesen Wesens willen sterben; aber sein Blut will ich von deiner Hand fordern.

9.    Hast du aber den Frevler vor seinem Wandel gewarnt, daß er sich davon bekehre, und er will nicht davon ablassen, so wird er seiner Schuld wegen sterben, du aber hast deine Seele gerettet.

10.                      Darum, du Menschensohn, sprich zum Haus Israel: Ihr habt gesagt: "Unsere Sünden und Missetaten liegen auf uns, daß wir darunter vergehen, wie können wir denn noch leben?"

11.                      Dann sprich zu ihnen: So wahr als ich lebe, spricht der Herr Herr, ich habe keinen Gefallen am Tode des Gottlosen, sondern daran, daß sich der Gottlose bekehre von seinem Leben und lebe. So bekehrt euch doch nun, kehrt um von euren bösen Wegen, ihr vom Haus Israel (Anmerkung: Das gilt heute natürlich für die Christen ebenso wie für die Juden und alle anderen)!

12.                      Du aber, Menschenkind, sprich zu deinem Volk: Den Gerechten wird seine Gerechtigkeit nicht erretten am Tage, da er sich verfehlt, und der Frevler wird nicht zu Fall kommen am Tag, an dem er sich von seiner Gottlosigkeit abwendet. Der Gerechte kann sein Leben nicht erhalten, wenn er sündigt (an dem Tag, an dem er sündigt).

13.                    Denn wo ich zum Gerechten spreche, er soll leben, und er verläßt sich auf seine Gerechtigkeit und tut Böses, so soll all seiner Frömmigkeit nicht gedacht werden; sondern er soll sterben in seiner Bosheit, die er tut.

14.                      Und wenn ich zum Gottlosen spreche, er soll sterben, und er bekehrt sich von seiner Sünde und tut, was recht und gut ist,

15.                      erstattet das Pfand zurück, ersetzt, was er geraubt, wandelt nach den Satzungen des Lebens, ohne Böses zu tun, so soll er leben und nicht sterben.

16.                      Aller seiner Sünden, die er begangen hat, soll nicht mehr gedacht werden; denn er tut nun, was recht und gut ist; darum soll er leben.

17.                      Aber dein Volk spricht: Der Herr urteilt nicht recht, während ihr eigenes Verhalten nicht in Ordnung ist.

18.                      Wendet sich der Gerechte von seiner Gerechtigkeit ab und verübt Unrecht, so muß er dessentwegen sterben.

19.                      Wendet sich der Frevler von seiner Frevelhaftigkeit ab und tut, was recht und gut ist, dann bleibt er deshalb am Leben.

20.                      Doch ihr sprecht: Der Herr urteilt nicht recht. Jeden von euch vom Haus Israel will ich richten nach seinem Wandel.

21.                      Und es begab sich im zwölften Jahr unserer Gefangenschaft, am fünften Tag des zehnten Monats, da kam zu mir ein Entronnener von Jerusalem und sagte: Die Stadt ist gefallen.

22.                      Die Hand des Herrn war über mir des Abends, ehe der Entronnene kam, und öffnete meinen Mund, als der Flüchtling am Morgen zu mir kam. Er tat mir meinen Mund auf, so daß ich nicht mehr schweigen mußte.

23.                      Und des Herrn Wort geschah zu mir und sprach:

24.                      Du Menschenkind, die Einwohner dieser Wüsten im Land Israel sprechen folgendes: Abraham war ein einziger Mann und nahm das Land in Besitz; wir aber sind unser ciele, uns ist das Land zum Besitz gegeben.

25.                      Darum sag ihnen: So spricht der Gebieter und Herr: Ihr habt Blutiges gegessen und eure Augen zu den Götzen aufgehoben und Blut vergossen; und ihr meint, das Land in Besitz nehmen zu können?

26.                      Ja, ihr fahrt immer fort mit Morden und verübt Greuel und einer schändet dem andern sein Weib; und ihr meint, ihr könnt das Land besitzen?

27.                    So rede zu ihnen: So spricht der Herr Herr: So wahr ich lebe, sollen alle, die in den Trümmerfeldern der Wüsten wohnen, durchs Schwert fallen; und die auf dem Felde sind, will ich den Tieren zu fressen geben; und die in den Festungen und Höhlen sind, sollen an der Pestilenz sterben.

28.                      Denn ich will das Land zur öden Wüste machen und seiner Hoffart und Macht ein Ende bereiten. Israels Gebirge soll wüst werden, daß niemand hindurchgehe.

29.                    Und sie sollen erfahren, daß ich der Herr bin, wenn ich das Land ganz verwüstet habe um aller ihrer Greuel willen, die sie üben.

30.                      Du aber, Menschenkind, die Leute deines Volkes reden über dich an den Mauern und in den Hauseingängen, und einer sagt zum andern: "Kommt doch und laßt uns hören, was der Herr sagt!"

31.                    Und sie werden zu dir kommen in die Versammlung (Anmerkung etika.com: jetzt gerade im Internet) und vor dir sitzen als mein Volk und werden deine Worte hören, aber nicht darnach tun; sondern sie werden sie gern in ihrem Munde haben, und gleichwohl fortleben wie bisher, mit Herzen, die dem Gewinn nachstreben.

32.                      Wahrlich, für sie bist du wie ein Minnesänger mit schöner Stimme und wohltönendem Saitenspiel; sie hören wohl deine Worte, aber sie handeln nicht danach.

33.                    Wenn aber kommt, was kommen soll - und fürwahr, es trifft ein -, dann werden sie erkennen, daß ein Prophet in ihrer Mitte war.

Ezechiel 33, Hesekiel 33

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